{"id":579973,"date":"2025-11-16T14:28:15","date_gmt":"2025-11-16T14:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/579973\/"},"modified":"2025-11-16T14:28:15","modified_gmt":"2025-11-16T14:28:15","slug":"wie-ein-invasiver-pilz-im-norden-waelder-veraendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/579973\/","title":{"rendered":"Wie ein invasiver Pilz im Norden W\u00e4lder ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kiel. In den W\u00e4ldern von Schleswig-Holstein sterben die Eschen. Ein aus Asien eingeschleppter Pilz t\u00f6tet die Laubb\u00e4ume. Forschende vom Institut f\u00fcr \u00d6kosystemforschung der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel untersuchen seit 2019, wie sich das Eschentriebsterben auf den Wald und die Biodiversit\u00e4t auswirkt. Die Studie soll unter anderem F\u00f6rstern im Land Anhaltspunkte liefern, wie eschenreiche W\u00e4lder in Schleswig-Holstein gerettet werden k\u00f6nnen. Nun liegen erste Ergebnisse vor. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Zahlen sind ern\u00fcchternd: Nur vier bis f\u00fcnf Prozent der Eschen scheinen halbwegs tolerant gegen den t\u00f6dlichen Pilzbefall zu sein. Dennoch empfiehlt die Invasionsbiologin <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/schleswig-holstein\/der-wald-in-schleswig-holstein-als-wellness-oase-OGFAWVYUQOW5UT6LMEX7HQG4JE.html\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/schleswig-holstein\/der-wald-in-schleswig-holstein-als-wellness-oase-OGFAWVYUQOW5UT6LMEX7HQG4JE.html\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/schleswig-holstein\/der-wald-in-schleswig-holstein-als-wellness-oase-OGFAWVYUQOW5UT6LMEX7HQG4JE.html\">Prof. Alexandra Erfmeier<\/a> den F\u00f6rsterinnen und F\u00f6rstern im Land, weiterhin Eschen zu pflanzen. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Was auf den ersten Blick paradox erscheint, ist das Ergebnis einer langj\u00e4hrigen Studie. Seit 2019 befassen sich <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/so-geht-uni-lehre-im-fach-biologie-GPONYVE462NRTAM4TM3HSSZOKU.html\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/so-geht-uni-lehre-im-fach-biologie-GPONYVE462NRTAM4TM3HSSZOKU.html\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/so-geht-uni-lehre-im-fach-biologie-GPONYVE462NRTAM4TM3HSSZOKU.html\">Biologen der CAU Kiel<\/a> mit dem Eschentriebsterben, das durch den invasiven Pilz \u201eHymenoscyphus fraxineus\u201c ausgel\u00f6st wird. In der Forschung geht es um drei konkrete Fragen: Wie ist der Zustand der Eschen? Was bedeutet es f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t in den W\u00e4ldern von <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/schleswig-holstein\/\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/schleswig-holstein\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/schleswig-holstein\/\">Schleswig-Holstein,<\/a> wenn es keine Eschen mehr gibt? Wie soll die Forstwirtschaft mit dem Eschentriebsterben umgehen? Um Antworten zu erhalten, wurden in mehreren W\u00e4ldern Versuchsfelder angelegt. Tausende neue B\u00e4ume sind gepflanzt worden. <\/p>\n<p>Wie ist der Zustand der Eschen?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das kam dabei heraus: 421 Alt-Eschen sind seit 2019 untersucht worden. \u201eDavon sind alle 421 erkrankt\u201c, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Linnea Rulle. Nur 277 der B\u00e4ume stehen noch, die restlichen 144 sind gestorben. Auch ein Gro\u00dfteil der Jungb\u00e4ume sind von dem Pilz befallen. 5040 Eschen sind f\u00fcr das Projekt gepflanzt worden. Nach vier Jahren waren bereits 55 Prozent der B\u00e4ume erkrankt. \u201eHymenoscyphus fraxineus\u201c infiziert zun\u00e4chst die Bl\u00e4tter. Der Pilz w\u00e4chst dann von der Krone \u00fcber die Leitbahnen in der Esche bis in die Wurzel. Die B\u00e4ume werden anf\u00e4llig f\u00fcr weitere Krankheiten und Sch\u00e4dlinge.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Was bedeutet das Eschentriebsterben f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eDie charakteristischen Eigenschaften der W\u00e4lder ver\u00e4ndern sich. Wenn Eschen nicht mehr da sind, gehen auch andere Arten verloren\u201c, sagt Alexandra Erfmeier. Was Eschen von anderen B\u00e4umen unterscheidet: Die Bl\u00e4tter lassen viel Licht durch und fallen im Herbst gr\u00fcn von den \u00c4sten. Dadurch liefern Eschen besonders viele N\u00e4hrstoffe. \u201eEschen leisten sehr viel f\u00fcr das \u00d6kosystem\u201c, sagt die Invasionsbiologin. <\/p>\n<blockquote><p>Die charakteristischen Eigenschaften der W\u00e4lder ver\u00e4ndern sich. Wenn Eschen nicht mehr da sind, gehen auch andere Arten verloren.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 iQZobn\">Prof. Alexandra Erfmeier<\/p>\n<p class=\"Quotestyled__AuthorDescription-sc-q277fq-2 hQAqgn\">Invasionsbiologin an der CAU<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Fallen die Eschen aus, lichten sich die W\u00e4lder, und es breiten sich am Boden Brombeeren und Gr\u00e4ser stark aus. Die Folge: Andere Pflanzen werden zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, beispielsweise Orchideen oder die Waldprimel. <\/p>\n<p>Wie soll die Forstwirtschaft mit dem Eschentriebsterben umgehen?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Um herauszufinden, welche B\u00e4ume als Alternativen zu Eschen dienen k\u00f6nnten, hat das Team um Projektleiterin Erfmeier und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Katharina Haupt und Dr. Katharina Mausolf 252 Versuchsfelder angelegt. Gepflanzt wurden 25.200 junge Eschen, Winterlinden, Flatterulmen, Spitzahorne und Hainbuchen, die auf den Auspflanzungsfl\u00e4chen in unterschiedlicher Zusammensetzung kombiniert worden sind. \u201eDamit wollten wir herausfinden, ob diversere Mischungen besser funktionieren als Monokulturen, aber auch welche Baumarten Konkurrenten sind und mit welchen B\u00e4umen Eschen gut zusammenleben k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert Erfmeier.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Doktorandin Katharina Haupt (links) und Professorin Alexandra Erfmeier vermessen die angepflanzten Jungeschen in einem Waldst\u00fcck in Lindau bei Gettorf und untersuchen sie auf Sch\u00e4digungen. \" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/QJQ3QCMYJZHFTI7EAZ5HJ6O4MU.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Eine erste Erkenntnis: In Kombination mit Hainbuchen wachsen die Eschen am besten. Am seltensten erkranken Eschen jedoch, wenn sie in Mischw\u00e4ldern mit vielen verschiedenen Baumarten stehen. \u201eDie Diversit\u00e4t scheint die Gefahr der Infektion zu reduzieren.\u201c<\/p>\n<p>Was sind die Lehren aus der Studie?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Auch wenn kaum eine Esche nicht befallen ist, r\u00e4t Alexandra Erfmeier F\u00f6rstern dazu, nach M\u00f6glichkeit weiterhin Eschen anzupflanzen. \u201eEine Fl\u00e4che im Wald ist produktiver und resilienter, je h\u00f6her die Vielfalt der B\u00e4ume darin ist.\u201c Und auch die Eschen wachsen trotz Befalls weiter und n\u00fctzen dem \u00d6kosystem. <\/p>\n<p>Wie geht es weiter?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Forscherinnen der <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/christian-albrechts-universitat\/\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/christian-albrechts-universitat\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/christian-albrechts-universitat\/\">CAU<\/a> k\u00f6nnen ihre Eschenstudien mindestens drei Jahre fortf\u00fchren. Das Projekt hat weitere F\u00f6rdergelder erhalten. In der n\u00e4chsten Phase wird es eine bundesweite Kooperation geben. Alexandra Erfmeier und ihr Team planen ein bundesweites Monitoring und weitere Versuchsfelder in Baden-W\u00fcrttemberg, um die Auswirkungen von unterschiedlichen Bodenbedingungen auf die Eschen zu testen. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Gleichzeitig werden Forschende aus anderen Bundesl\u00e4ndern nach Schleswig-Holstein kommen. Sie werden unter anderem auf den Untersuchungsfl\u00e4chen auswerten, wie sich die Insektenvielfalt in den W\u00e4ldern entwickelt, wenn es weniger Eschen gibt. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Eine Heilung der Pilzinfektion wird es sehr wahrscheinlich nicht geben. Stattdessen soll weiterhin erforscht werden, warum einige Eschen eine Toleranz gegen\u00fcber \u201eHymenoscyphus fraxineus\u201c entwickelt haben. Langfristiges Ziel k\u00f6nnte sein, dass nur noch Eschen ausgepflanzt werden, die mit dem invasiven Pilz ein vertr\u00e4gliches Auskommen haben werden.<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-1bfvh9l-0 cSmjnJ\">KN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel. In den W\u00e4ldern von Schleswig-Holstein sterben die Eschen. Ein aus Asien eingeschleppter Pilz t\u00f6tet die Laubb\u00e4ume. 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