{"id":580219,"date":"2025-11-16T16:53:16","date_gmt":"2025-11-16T16:53:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/580219\/"},"modified":"2025-11-16T16:53:16","modified_gmt":"2025-11-16T16:53:16","slug":"muenchen-stadtrat-gibt-gruenes-licht-fuer-neubau-des-karstadt-hauses-am-hauptbahnhof-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/580219\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Stadtrat gibt gr\u00fcnes Licht f\u00fcr Neubau des Karstadt-Hauses am Hauptbahnhof &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dieses Geb\u00e4ude ist eine Besonderheit in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>, keine Frage. So massiv, abweisend, heruntergekommen und zugleich so zentral gelegen wie der ehemalige Karstadt an der Sch\u00fctzenstra\u00dfe ist kein zweites Geb\u00e4ude in der Stadt. Der Klotz aus den Siebzigerjahren ist ein Anbau zum historischen Tietz-Haus vorn am Bahnhofsplatz. Die Fassade besteht aus grauen Betonelementen \u00fcber 150 Meter L\u00e4nge und 20 Meter H\u00f6he, dazwischen balkon\u00e4hnliche Konstruktionen, hinter denen nur ein schwarzes Nichts zu sehen ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Kontrast zu dem, was an dieser prominenten Stelle zwischen Hauptbahnhof und Stachus einmal entstehen soll, ist gewaltig. Eine fein gegliederte Fassade aus gro\u00dfen Fenstern, umrandet von gr\u00fcnen Elementen, dazwischen Pflanzen, die aus Terrassen hervor wachsen. Und im Erdgeschoss einladende Gesch\u00e4fte. So zeigen es die Simulationen zum Entwurf, mit dem das B\u00fcro von David Chipperfield im Jahr 2021 den Architekturwettbewerb f\u00fcr einen riesigen Neubau gewonnen hat.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Problem ist nur, dass es im Moment niemanden gibt, der dieses Projekt umsetzen w\u00fcrde. Denn der urspr\u00fcngliche Auftraggeber, der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Signa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Signa<\/a>-Konzern von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ren%C3%A9_Benko\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ren\u00e9 Benko<\/a>, ist seit Ende 2023 pleite und damit auch die Signa-Tochterfirma f\u00fcr das \u201eCorbinian\u201c, so der Projektname f\u00fcr den B\u00fcro- und Gesch\u00e4ftskomplex, der auf einem 8000 Quadratmeter gro\u00dfen Karree zwischen Sch\u00fctzen-, Luitpold-, Prielmayerstra\u00dfe und der R\u00fcckseite des Hotels \u201eK\u00f6nigshof\u201c entstehen sollte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Seit Ende 2023 sucht der Insolvenzverwalter einen Investor, der das Projekt \u00fcbernimmt, bisher offenbar vergeblich. K\u00fcrzlich aber hat der Stadtrat einen Beschluss gefasst, der die Investorensuche erleichtern soll. Mit breiter Mehrheit, nur gegen die Stimme der Linken, billigte der Planungsausschuss den Bebauungsplan, womit er quasi gr\u00fcnes Licht f\u00fcr das n\u00f6tige neue Baurecht schafft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eWir sind sehr froh, dass wir mit der Billigung dem Verkauf den Weg bereiten\u201c, sagte Paul Bickelbacher (Gr\u00fcne). \u201eDer K\u00e4ufer wei\u00df, was er bekommt.\u201c Alexander Reissl (CSU) erg\u00e4nzte: \u201eIch hoffe, dass der Insolvenzverwalter jetzt schnell jemanden findet, der den Bebauungsplan umsetzt.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Doch wie begr\u00fcndet diese Hoffnung ist, das bleibt offen. Torsten Martini, Insolvenzverwalter f\u00fcr die Signa-Tochter \u201eM\u00fcnchen, Sch\u00fctzenstra\u00dfe Immobilien GmbH &amp; Co. KG\u201c, l\u00e4sst \u00fcber einen Sprecher mitteilen, \u201edass er sich nicht zum laufenden Prozess \u00e4u\u00dfern kann, da er zur Verschwiegenheit verpflichtet ist\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-karstadt-architekturwettbewerb-chipperfield-diskussion-1.5531111\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;hat_david_chipperfield_zu_recht_gewonnen&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;immobilien_und_wohnen_in_muenchen&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;sz.1.5531111&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;metered&quot;,&quot;section&quot;:&quot;muenchen&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedemuenchenmuenchen-karstadt-architekturwettbewerb-chipperfield-diskussion-15531111\" class=\"css-14tg8sh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/e3b94f8a-043a-4348-8210-8830c9cf7426.jpeg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Architekturwettbewerb<\/p>\n<p>:Hat David Chipperfield zu Recht gewonnen?<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Sein B\u00fcro hat sich beim gro\u00dfen Neubauprojekt an der Sch\u00fctzenstra\u00dfe durchgesetzt. Nun werden alle elf Entw\u00fcrfe ausgestellt &#8211; prompt kommt eine Architektur-Debatte auf.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Im M\u00fcnchner Immobilienmarkt kursieren gelegentlich Namen angeblicher Interessenten. Viele gro\u00dfe Akteure haben sich auch mit dem Projekt besch\u00e4ftigt. Von konkreten Verhandlungen aber ist nichts bekannt. Dem Vernehmen nach soll der Verkaufsprozess sogar vorerst abgebrochen worden sein, weil kein ernsthafter Interessent fand.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das d\u00fcrfte auch an der Gr\u00f6\u00dfe und Komplexit\u00e4t des Projekts liegen: Mit dem voraussichtlichen oberirdischen Baurecht von 53 500 Quadratmetern (plus 8300 Quadratmeter unterirdisch) liegt allein der Grundst\u00fcckswert deutlich im dreistelligen Millionenbereich. Dem Insolvenzverwalter und den Gl\u00e4ubigerbanken, der Landesbank Hessen-Th\u00fcringen und der Raiffeisen-Bank International AG, soll ein Verkaufspreis von etwa 300 Millionen Euro vorgeschwebt haben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Hinzu kommen enorme Baukosten, die ebenfalls im mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen. Manche Beobachter gehen sogar davon aus, dass das gesamte Investitionsvolumen in Richtung eine Milliarde Euro gehen k\u00f6nnte. Solche Summen sind in der nach wie vor schwierigen Lage auf dem Immobilienmarkt nur schwer zu mobilisieren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/d922354f-36f0-44c2-abdf-7636c295bc09.jpg\"   alt=\"So schauen die Karstadt-Ruine und die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone vom Stachus gesehen derzeit aus...\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>So schauen die Karstadt-Ruine und die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone vom Stachus gesehen derzeit aus&#8230; (Foto: Catherina Hess)<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/a6369a27-747c-45b0-a5fb-7ee55170cf47.jpg\"   alt=\"...und so sieht der Entwurf des Architekten David Chipperfield f\u00fcr den Komplex aus.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>&#8230;und so sieht der Entwurf des Architekten David Chipperfield f\u00fcr den Komplex aus. (Foto: Simulation: David Chipperfield\/Atelier Loidl)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Au\u00dferdem bef\u00e4nde sich die Baustelle in einem \u00e4u\u00dferst sensiblen Bereich, vor allem im Untergrund. Auf der benachbarten Prielmayerstra\u00dfe f\u00e4hrt die Tram, darunter befindet sich die S-Bahn-Stammstrecke. Hinzu kommt die zweite Stammstrecke, die diagonal unter dem Grundst\u00fcck verlaufen wird. Mit der Bahn ist abgestimmt, welche Lasten auf dem neuen Tunnelbauwerk liegen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Gut m\u00f6glich also, dass M\u00fcnchen sich noch eine ganze Weile mit dem Beton-Unget\u00fcm an der Sch\u00fctzenstra\u00dfe arrangieren muss. Oben h\u00e4ngen noch Karstadt-Logos, dahinter sind sogar Schatten des vormaligen Hertie-Schriftzugs zu lesen. Bis zur Schlie\u00dfung im Sommer 2023 war dies das zweitgr\u00f6\u00dfte Kaufhaus Deutschlands (nach dem Kadewe in Berlin). Einer Studie des Maklerverbands IVD zufolge ist die Passantenfrequenz am Stachus eingebrochen, was unter anderem am desolaten Erscheinungsbild entlang der Sch\u00fctzenstra\u00dfe liege.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Um den Anblick etwas aufzuwerten, ist nun an dem Bauzaun eine Ausstellung zur Geschichte der Fotografie in M\u00fcnchen zu sehen, die tats\u00e4chlich interessant anzuschauen ist, aber nat\u00fcrlich nur begrenzte Strahlkraft entfaltet.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Und so hat der Stadtrat neben dem Beschluss zum Baurecht auf Antrag der Gr\u00fcnen-Fraktion auch noch entschieden, dass man die Sch\u00fctzenstra\u00dfe mit zus\u00e4tzlichen Angeboten noch etwas mehr aufwerten will. So soll die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone mit einem festen Kiosk oder zumindest einem Foodtruck sowie mobilen Spielelementen wieder etwas lebendiger werden. Au\u00dferdem schlagen die Gr\u00fcnen vor, dass ein Radverleih, der bisher im Starnberger Fl\u00fcgelbahnhof untergebracht war, einen neuen Standort in der Sch\u00fctzenstra\u00dfe bekommen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dieses Geb\u00e4ude ist eine Besonderheit in M\u00fcnchen, keine Frage. 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