{"id":580435,"date":"2025-11-16T19:02:22","date_gmt":"2025-11-16T19:02:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/580435\/"},"modified":"2025-11-16T19:02:22","modified_gmt":"2025-11-16T19:02:22","slug":"neuss-auktion-von-holocaust-dokumenten-abgesagt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/580435\/","title":{"rendered":"Neuss | Auktion von Holocaust-Dokumenten abgesagt"},"content":{"rendered":"<p>Neuss (dpa) &#8211; Eine umstrittene Versteigerung von Holocaust-Zeugnissen ist nach Angaben der nordrhein-westf\u00e4lischen Landesregierung abgesagt worden. Dies habe der Chef des Auktionshauses telefonisch Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski (CDU) mitgeteilt, sagte ein Sprecher Liminskis. Die umstrittenen Lose waren aus der Online-Vorschau des Auktionshauses in Neuss am Sonntag verschwunden.\u00a0<\/p>\n<p>Nach dem Internationalen Auschwitz-Komitee hatte auch Au\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) die geplante Versteigerung scharf kritisiert. \u00abSo etwas geh\u00f6rt sich schlicht und ergreifend nicht, und es muss klar sein, dass wir eine ethische Verpflichtung haben gegen\u00fcber den Opfern, derartige Dinge zu unterbinden\u00bb, sagte Wadephul zu Beginn einer Auslandsreise in mehrere Balkan-Staaten.<\/p>\n<p>Telefonat mit polnischem Au\u00dfenminister<\/p>\n<p>Er habe mit seinem polnischen Amtskollegen Radoslaw Sikorski \u00fcber den \u00abungeheuerlichen Vorgang\u00bb gesprochen, sagte Wadephul. Er sei sich mit ihm \u00abv\u00f6llig einig, dass ein solcher Versuch, ein Gesch\u00e4ft mit dem Verbrechen der Schoah zu machen, abscheulich ist und unterbunden werden muss\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWir haben zur Kenntnis genommen, dass jetzt f\u00fcr morgen eine Auktion offensichtlich nicht mehr beabsichtigt ist und auch Dinge von den Internetseiten verschwunden sind\u00bb, sagte Wadephul weiter. \u00abIch erwarte aber, dass dieser Vorgang aufgekl\u00e4rt wird und daf\u00fcr Sorge getragen wird, dass ein derartiges Auktionsgesch\u00e4ft in Deutschland nicht stattfindet.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Internationales Auschwitz-Komitee kritisierte geplante Auktion<\/p>\n<p>Der Exekutiv-Vizepr\u00e4sident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner, hatte am Samstag in Berlin mitgeteilt, die angek\u00fcndigte Versteigerung pers\u00f6nlicher Dokumente von NS-Opfern werde von Holocaust-\u00dcberlebenden und ihren Angeh\u00f6rigen als \u00abzynisches und schamloses Unterfangen\u00bb gewertet.\u00a0<\/p>\n<p>Das Leid aller Menschen, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurden, werde aus kommerziellem Interesse missbraucht. Dokumente der Verfolgung und des Holocaust geh\u00f6rten den Familien der Verfolgten. Sie sollten in Museen oder in Ausstellungen von Gedenkst\u00e4tten ausgestellt und nicht zu Handelsobjekten degradiert werden. \u00abWir fordern die Verantwortlichen des Auktionshauses auf, menschlichen Anstand zu bewahren und die Auktion abzusagen\u00bb, hatte Heubner appelliert.\u00a0<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich war Auktion \u00abDas System des Terrors\u00bb geplant\u00a0<\/p>\n<p>Das Auktionshaus wollte die Versteigerung unter dem Titel \u00abDas System des Terrors Vol. II 1933\u20131945\u00bb am Montag starten. Nach Angaben des Internationalen Auschwitz Komitees sollten unter anderem Briefe aus Konzentrationslagern, Gestapo-Karteikarten und weitere T\u00e4ter-Unterlagen angeboten werden. Viele St\u00fccke enthielten pers\u00f6nliche Informationen und Namen von Betroffenen.\u00a0<\/p>\n<p>Auktionsgegner hatten im Internet zu einer Protest-Demonstration am Auktionshaus aufgerufen. Versteigert werden sollten laut Online-Katalog auch ein antij\u00fcdisches Propaganda-Plakat, Dokumente \u00fcber Zwangs-Sterilisationen und ein Judenstern aus dem KZ Buchenwald mit \u00abGebrauchsspuren\u00bb. Das Auktionshaus war f\u00fcr eine Stellungnahme auch am Sonntag nicht zu erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neuss (dpa) &#8211; Eine umstrittene Versteigerung von Holocaust-Zeugnissen ist nach Angaben der nordrhein-westf\u00e4lischen Landesregierung abgesagt worden. Dies habe&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":580436,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[1605,3364,29,30,2989,9681,1209,22800],"class_list":{"0":"post-580435","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-bielefeld","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-geschichte","13":"tag-holocaust","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-versteigerung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115560929487520808","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/580435","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=580435"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/580435\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/580436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=580435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=580435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=580435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}