{"id":581244,"date":"2025-11-17T03:45:15","date_gmt":"2025-11-17T03:45:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/581244\/"},"modified":"2025-11-17T03:45:15","modified_gmt":"2025-11-17T03:45:15","slug":"praesidentschaftswahl-in-chile-linke-kandidatin-und-rechtsaussen-politiker-ziehen-in-stichwahl-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/581244\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4sidentschaftswahl in Chile: Linke Kandidatin und Rechtsau\u00dfen-Politiker ziehen in Stichwahl ein"},"content":{"rendered":"<p>Da kein Kandidat im ersten Wahlgang der Pr\u00e4sidentschaftswahl in Chile eine absolute Mehrheit erreicht hat, m\u00fcssen die Kommunistin Jara und ihr rechtsnationaler Herausforderer Kast in die Stichwahl. Politische Beobachter sehen einen Favoriten.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Kommunistin Jeannette Jara und der Rechtsau\u00dfen-Politiker Jos\u00e9 Antonio Kast treten n\u00e4chsten Monat in einer Stichwahl um die Pr\u00e4sidentschaft Chiles an. Nach einer Ausz\u00e4hlung von rund 80 Prozent der Stimmen am Sonntag (Ortszeit), erkannte Pr\u00e4sident Gabriel Boric Jara und Kast als st\u00e4rkste Kandidaten f\u00fcr die Stichwahl am 14. Dezember an. Boric betonte, dass Dialog, Respekt und die Liebe zu Chile Differenzen \u00fcberbr\u00fccken sollten. Jara erhielt mehr als 26 Prozent der Stimmen, Kast lag mit mehr als 24 Prozent knapp dahinter \u2013 und beide damit deutlich unter der f\u00fcr einen Sieg in der ersten Wahlrunde erforderlichen 50-Prozent-H\u00fcrde. <\/p>\n<p>Die 51-j\u00e4hrige fr\u00fchere Arbeits- und Sozialministerin Jara geh\u00f6rt der Kommunistischen Partei des s\u00fcdamerikanischen Landes an, sie gilt aber als gem\u00e4\u00dfigt links und tritt als Kandidatin eines Mitte-Links-B\u00fcndnisses an. Sie ist zudem die erste Kandidatin der Kommunistischen Partei Chiles, die es in eine Stichwahl schafft. Jara bedankte sich nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse bei ihren W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern und sprach von einem \u201egro\u00dfartigen Land\u201c. <\/p>\n<p>Der 59-j\u00e4hrige Jurist Kast tritt f\u00fcr die Republikanische Partei an und bewirbt sich bereits zum dritten Mal um das Pr\u00e4sidentenamt. Meinungsforscher sehen ihn im Vorteil, denn sie erwarten, dass sich die konservativen Kr\u00e4fte hinter dem Gr\u00fcnder der rechtsgerichteten Republikanischen Partei sammeln und ihm zum Sieg verhelfen. In seinem Wahlprogramm setzte er auf harte Ma\u00dfnahmen gegen Kriminalit\u00e4t und illegale Einwanderung, um auf die weitverbreitete Unzufriedenheit in Chile zu reagieren. Kast zeigte sich so auch am Sonntag siegesgewiss: \u201eWir werden unser Heimatland wieder aufbauen\u201c, sagte er nach der ersten Wahlrunde vor Anh\u00e4ngern. Der Anwalt und Vater von neun Kindern w\u00e4re der erste Rechtsau\u00dfen-Pr\u00e4sident in Chile seit dem Ende der Herrschaft von Diktator Augusto Pinochet (1973\u20131990).<\/p>\n<p>Im ersten Wahlgang gab es insgesamt acht Kandidaten. Der populistische Kandidat Franco Parisi landete laut Teilergebnissen \u00fcberraschend auf dem dritten Platz, vor dem libert\u00e4ren Kandidaten Johannes Kaiser und der konservativen Kandidatin Evelyn Matthei.<\/p>\n<p>Migration und Kriminalit\u00e4t pr\u00e4gten den Wahlkampf<\/p>\n<p>Wichtigste Themen im Wahlkampf waren der Kampf gegen kriminelle Banden sowie die Einwanderung. In der Amtszeit des scheidenden linksgerichteten Pr\u00e4sidenten Boric ist die Mordrate zwar um zehn Prozent gesunken, doch die zunehmende Gewalt krimineller Banden bereitet vielen Chilenen Sorgen. Zudem verzeichnete das Land einen Anstieg der Migrationszahlen. Eine Mehrheit der Chilenen bringt den Anstieg der Kriminalit\u00e4t mit der illegalen Einwanderung in Verbindung. <\/p>\n<p>Kast hat angek\u00fcndigt, die rund 337.000 Menschen ohne Papiere \u2013 \u00fcberwiegend Venezolaner \u2013 aus dem Land zu werfen. Im Wahlkampf k\u00fcndigte er Massenabschiebungen, den Bau einer Grenzmauer, die Aufr\u00fcstung der Polizei und den Einsatz der Armee in kritischen Gebieten an. \u201eWir brauchen Einheit, um die Probleme (&#8230;) im Zusammenhang mit der Sicherheit anzugehen\u201c, sagte Kast bei der Stimmabgabe in der Hauptstadt Santiago de Chile.<\/p>\n<p>Linkskandidatin Jara versicherte nach ihrer Stimmabgabe in Santiago, dass sie \u201ekeinerlei Komplexe in puncto Sicherheit\u201c habe. \u201eAngst zu sch\u00fcren reicht nicht aus, um ein Land zu regieren\u201c, sagte sie.<\/p>\n<p>Parallel zur ersten Runde der Pr\u00e4sidentschaftswahl wurden auch die Mitglieder der Abgeordnetenkammer in dem s\u00fcdamerikanischen Land neu gew\u00e4hlt. Zudem wurde die H\u00e4lfte der Sitze im Senat neu vergeben. Sollte die Rechte die Pr\u00e4sidentschaft und die Kontrolle \u00fcber beide Kammern des Kongresses erringen, w\u00e4re dies das erste Mal seit dem Ende der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/augusto-pinochet\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/augusto-pinochet\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pinochet-Diktatur.<\/a> Erstmals seit 2012 galt wieder eine Wahlpflicht in Chile.<\/p>\n<p>Reuters\/AFP\/AP\/dp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Da kein Kandidat im ersten Wahlgang der Pr\u00e4sidentschaftswahl in Chile eine absolute Mehrheit erreicht hat, m\u00fcssen die Kommunistin&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":581245,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[15323,29508,13,3581,14,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-581244","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-balken-inbox","9":"tag-chile","10":"tag-headlines","11":"tag-lateinamerika","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-welt","20":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115562985994478432","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/581244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=581244"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/581244\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/581245"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=581244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=581244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=581244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}