{"id":581312,"date":"2025-11-17T04:33:45","date_gmt":"2025-11-17T04:33:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/581312\/"},"modified":"2025-11-17T04:33:45","modified_gmt":"2025-11-17T04:33:45","slug":"massenanfall-von-verletzten-klinikum-fuerth-simuliert-ernstfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/581312\/","title":{"rendered":"Massenanfall von Verletzten: Klinikum F\u00fcrth simuliert Ernstfall"},"content":{"rendered":"<p>Eine Patientin wird schreiend in die Zentrale Notaufnahme des Klinikums F\u00fcrth geschoben. Vor ihr humpelt eine blutende Frau durch den Gang, hinter ihr sitzt ein bleiches Kind auf einer Liege. Der Patientin Anja, 35 Jahre alt, fehlt ein St\u00fcck ihres rechten Beins. <\/p>\n<p>Zumindest steht das so auf den Karten, die die Komparsen um den Hals h\u00e4ngen haben. Das Szenario der \u00dcbung, f\u00fcr das die 50 &#8222;Verletzten&#8220; am Samstagmorgen in die Notaufnahme kommen: Ein Flugzeug ist abgest\u00fcrzt. <\/p>\n<p>Gro\u00df\u00fcbung am Klinikum<\/p>\n<p>Nun muss das Klinikpersonal beweisen, dass es die Notfall-Protokolle kennt und befolgen kann. Die \u00dcbung hat das Klinikum selber organisiert. &#8222;Generell gibt es solche \u00dcbungen viel zu selten&#8220;, sagt Christian Forster, leitender Oberarzt der Zentralen Notaufnahme. Er h\u00e4lt sich diesmal im Hintergrund und sieht zu, wie seine Kolleginnen und Kollegen mit der Stresssituation umgehen. Die letzte derartige \u00dcbung sei Jahre her, sagt Forster. Der Grund: Das Ganze ist sehr planungsaufw\u00e4ndig und kostspielig.<\/p>\n<p>Ehrenamtliche Helfer<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/the-rage-film-hollywood-sucht-5-000-komparsen-in-bayern,UsnfakV\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Komparsen machen daher auch ehrenamtlich mit<\/a>. Die H\u00e4lfte der Freiwilligen kommt von Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis F\u00fcrth, die anderen machen eine Ausbildung als Pflegefachkraft beim Klinikum. Auch Anja ist Auszubildende. &#8222;Das ist schon spannend, das alles mal aus der Patientinnensicht zu erleben&#8220;, sagt sie. Dann schiebt eine Pflegerin sie aus dem Schockraum in Richtung CT. F\u00fcr Smalltalk ist keine Zeit.<\/p>\n<p>Von der Individual- zur Massenbehandlung<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr das Personal: &#8222;Wir sind ge\u00fcbt darin, Patienten individuell zu behandeln. Weniger \u00dcbung haben wir in Situationen mit solchen Massen an Menschen&#8220;, sagt Philipp Lechler, Leiter der Unfallchirurgie. In diesen Situationen werde es schnell stressig, die Ressourcen gingen schnell zur Neige. Das Personal muss entscheiden, wer schnell behandelt wird \u2013 und wer nicht. &#8222;Das lernen wir nur, wenn wir das immer wieder machen.&#8220; \u00dcbungen wie diese werden in Zukunft immer wichtiger, glaubt Lechler. &#8222;Bislang stand die Individualmedizin absolut im Fokus&#8220;. Das \u00e4ndere sich gerade.<\/p>\n<p>Krankenh\u00e4user in der Pflicht<\/p>\n<p>So sch\u00e4tzt auch das Bayerische Gesundheitsministerium die Situation ein. Eine Sprecherin erkl\u00e4rt auf BR-Anfrage: &#8222;Angesichts der sich \u00e4ndernden Bedrohungslage m\u00fcssen die Krankenh\u00e4user wie auch das gesamte Gesundheitssystem nun zus\u00e4tzliche neuartige Herausforderungen in den Blick nehmen.&#8220; Daher hat das Gesundheitsministerium in diesem Jahr den &#8222;Expertenrat Gesundheitssicherheit&#8220; gegr\u00fcndet, der Risiken analysiere und L\u00f6sungen f\u00fcr Kriegsf\u00e4lle vorschlage. Zudem sieht Bayerns Gesundheitsministerium auch den Bund in der Pflicht und fordert von ihm mehr einheitliche Strukturen und finanzielle Mittel. <\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind laut Bayerischem Katastrophenschutzgesetz in erster Linie die Krankenh\u00e4user daf\u00fcr zust\u00e4ndig, sich gut auf Ernstf\u00e4lle vorzubereiten und solche Katastrophen\u00fcbungen zu organisieren. F\u00fcr solche \u00dcbungen stelle das Ministerium gemeinsam mit dem \u00d6ffentlichen Gesundheitsdienst finanzielle Mittel in H\u00f6he von zwei Millionen Euro zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Personal ist &#8222;zu gut&#8220;<\/p>\n<p>Das Klinikum F\u00fcrth hat die \u00dcbung im mittleren f\u00fcnfstelligen Bereich diesmal aber selbst gezahlt. Bei der \u00dcbung sitzen im &#8222;gr\u00fcnen&#8220; Bereich viele Patienten, die nicht sofort medizinische Hilfe ben\u00f6tigen. Hier ist Evrim G\u00fcng\u00f6r alleine f\u00fcr die Versorgung zust\u00e4ndig. Eigentlich hat das Planungsteam f\u00fcr ihn heute eine besondere Herausforderung vorgesehen: Ein Patient, der auf den ersten Blick keine schweren Beschwerden hat, sollte hier im Aufenthaltsbereich pl\u00f6tzlich umkippen. G\u00fcng\u00f6r h\u00e4tte dann schnell reagieren und einen Arzt holen m\u00fcssen. &#8222;Das hat aber nicht geklappt&#8220;, sagt Lisa Wisgrill, stellvertretende Teamleitung der Pflege in der Zentralen Notaufnahme. &#8222;Das Triage-Team hat den Patienten schon vorher rausgezogen und behandelt. Das hatten wir so nicht geplant. Aber das ist richtig gut!&#8220;<\/p>\n<p>Nach etwa drei Stunden sind dann alle Patienten aufgenommen, versorgt und auf andere Stationen verteilt. Oberarzt Forster zieht eine erste, positive Bilanz. Kein Patient sei grob falsch behandelt worden, die Abl\u00e4ufe haben gut funktioniert. Wo es im Detail gehakt hat und wie man die Prozesse noch verbessern kann, will das Team in den n\u00e4chsten Wochen betrachten. Doch schon jetzt hat die \u00dcbung laut Oberarzt Forster bei den Klinikmitarbeitern vor allem eins gebracht: Selbstvertrauen f\u00fcr den Ernstfall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Patientin wird schreiend in die Zentrale Notaufnahme des Klinikums F\u00fcrth geschoben. 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