{"id":581320,"date":"2025-11-17T04:40:12","date_gmt":"2025-11-17T04:40:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/581320\/"},"modified":"2025-11-17T04:40:12","modified_gmt":"2025-11-17T04:40:12","slug":"sexualisierte-gewalt-in-dresden-betroffene-fuehlen-sich-in-dresden-oft-unsicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/581320\/","title":{"rendered":"Sexualisierte Gewalt in Dresden: Betroffene f\u00fchlen sich in Dresden oft unsicher"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n<a name=\"Umfrage\">Die<\/a> Landeshauptstadt Dresden hat Daten zu sexualisierter Gewalt im \u00f6ffentlichen Raum erhoben. Nun liegt die Auswertung einer anonyme Online-Umfrage vor. Mehr als drei Viertel der Frauen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, weniger als ein Drittel der M\u00e4nner und dreiviertel derer, die sich als divers bezeichnen, haben angegeben, bereits pers\u00f6nlich sexualisierte Gewalt erlebt zu haben.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nFast 1.000 Frageb\u00f6gen wurden ausgef\u00fcllt, davon konnten 683 Datens\u00e4tze ausgewertet werden. Das Ergebnis: Vor allem Frauen zwischen 25 und 34 Jahren erleben in Dresden \u00dcbergriffe \u2013 oft mehrfach. Die h\u00e4ufigsten Formen sind anz\u00fcgliche Bemerkungen, anhaltendes Anstarren und unerw\u00fcnschte Ber\u00fchrungen.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Es stehen folgende gro\u00dfe Aspekte im Fokus, um die Lage zu verbessern: Sicherheit, Aufkl\u00e4rung und Sensibilisierung sowie Ausbau des Hilfesystems.<\/p>\n<p>Alexandra-Kathrin Stanislaw-Kemenah<br \/>\nGleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDie Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden, Alexandra-Kathrin Stanislaw-Kemenah, wollte mit der Umfrage die Erfahrungen Betroffener abbilden und daraus Ideen f\u00fcr konkrete Ma\u00dfnahmen ableiten: &#8222;Unser Fazit ist klar. Es stehen folgende gro\u00dfe Aspekte im Fokus, um die Lage zu verbessern: Sicherheit, Aufkl\u00e4rung und Sensibilisierung sowie Ausbau des Hilfesystems.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"wo\"><strong>Wo<\/strong><\/a><strong> Betroffene sich unsicher f\u00fchlen<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nAls problematisch gelten laut der Umfrage die Innere Neustadt, Bahnh\u00f6fe, einige Orte in Prohlis und Gorbitz sowie unbeleuchtete Parks, Wege zur Bahn, dunkle Stra\u00dfenabschnitte und Nebenstra\u00dfen in der Innenstadt. 50 Prozent der \u00dcbergriffe auf Frauen passieren im \u00d6PNV, viele auch bei Festivals und Gro\u00dfveranstaltungen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAuf Festivals bzw. Gro\u00dfveranstaltungen erleiden 63 Prozent der Frauen unerw\u00fcnschte Ber\u00fchrungen, w\u00e4hrend es im \u00f6ffentlichen Raum (Parks, Stra\u00dfen, Unterf\u00fchrungen, Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen) sowie in Einrichtungen der Gastronomie mehr verbale Bel\u00e4stigungen (anhaltendes Anstarren, anz\u00fcgliche \u00c4u\u00dferungen, Hinterherpfeifen, entw\u00fcrdigende Reduktion auf das Geschlecht\/sexuelle Attraktivit\u00e4t) gibt.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAls h\u00e4ufigste Bel\u00e4stigungsarten wurden genannt:\n<\/p>\n<ul>\n<li>anz\u00fcgliche \u00c4u\u00dferungen (85 Prozent Frauen \/ 66 Prozent M\u00e4nner \/71 Prozent diversgeschlechtliche Menschen)<\/li>\n<li>anhaltendes Anstarren (78 Prozent Frauen \/ 19 Prozent M\u00e4nner \/1 Prozent diversgeschlechtliche Menschen) <\/li>\n<li>unerw\u00fcnschten Ber\u00fchrungen bzw. \/Ann\u00e4herungen (71 Prozent Frauen \/ 63 Prozent M\u00e4nner\/86 Prozent diversgeschlechtliche Menschen)<\/li>\n<li>entw\u00fcrdigenden Reduktion auf Geschlecht\/sexuelle Attraktivit\u00e4t (61 Prozent Frauen \/ 28 Prozent M\u00e4nner \/ 57 Prozent diversgeschlechtliche Menschen)<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"text\">\nDie verschiedenen in der Umfrage aufgef\u00fchrten Delikte geschahen zudem grunds\u00e4tzlich mehrfach.\n<\/p>\n<p><strong>Was sich die Befragten w\u00fcnschen<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Befragten w\u00fcnschen sich mehr Pr\u00e4senz von Polizei oder Sicherheitsdiensten, Beleuchtung, Video\u00fcberwachung \u00f6ffentlicher R\u00e4ume, Notfalltelefone, digitale Meldefunktionen per Handy mit Standortangabe, Heimwegtelefone und Awareness-Teams. Auch Frauentaxis und spezielle Sitzpl\u00e4tze im Nahverkehr wurden genannt.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Es bringt nix, wegen ein paar Blicken oder Anz\u00fcglichkeiten auf der Stra\u00dfe kann die Polizei nix machen, die T\u00e4ter sind dann ja weg.<\/p>\n<p>anonyme Antwort<br \/>\nUmfrage zu sexualisierter Gewalt in Dresden<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nNur sechs Prozent der Befragten gaben an, den Fall der Polizei gemeldet zu haben, falls sie schon einmal von sexualisierter Gewalt betroffen waren. Als Gr\u00fcnde wurde der Auswertung zufolge die Angst angef\u00fchrt, nicht ernst genommen zu werden oder die geringe Chance, die T\u00e4ter oder dessen Identit\u00e4t ausfindig zu machen: &#8222;Weil man es satt hat, als Frau als erstes gefragt zu werden, was man f\u00fcr Kleidung getragen hat&#8220;; &#8222;Es bringt nix, wegen ein paar Blicken oder Anz\u00fcglichkeiten auf der Stra\u00dfe kann die Polizei nix machen, die T\u00e4ter sind dann ja weg.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAuch fehlendes Vertrauen in die Polizei, Scham oder eine bef\u00fcrchtete fehlende polizeiliche Sensibilit\u00e4t wurden angef\u00fchrt.\n<\/p>\n<p><a name=\"Stadt\"><strong>Stadt<\/strong><\/a><strong> reagiert mit Projekt &#8222;Citywache&#8220;<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nGemeinsam mit der Polizei pr\u00fcft Dresden Ma\u00dfnahmen wie bessere Beleuchtung und Video\u00fcberwachung. Erste n\u00e4chtliche Begehungen f\u00fchrten bereits zu Reparaturen defekter Lampen. F\u00fcr Montag sei der Stadt zufolge eine weitere Begehung am Albertplatz geplant.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Menschen m\u00fcssen in solchen Situationen ernst genommen werden, brauchen Verst\u00e4ndnis und keine dummen Spr\u00fcche.<\/p>\n<p>Alexandra-Kathrin Stanislaw-Kemenah<br \/>\nGleichstellungsbeauftragte der Stadt Dresden<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDie Gleichstellungsbeauftragte Alexandra-Kathrin Stanislaw-Kemenah fordert mehr Pr\u00e4vention: &#8222;Wichtig bleibt auch die Aufkl\u00e4rung an Schulen, Unis und Beh\u00f6rden als Pr\u00e4vention und zur F\u00f6rderung der Zivilcourage sowie die nachhaltige Fortbildung und Schulung von Personal zum Umgang mit Betroffenen. Menschen m\u00fcssen in solchen Situationen ernst genommen werden, brauchen Verst\u00e4ndnis und keine dummen Spr\u00fcche.&#8220; Die Stadt wolle die &#8222;Hilfelandschaft&#8220; ausbauen und bereits einige tempor\u00e4re Aktionen dazu veranlasst.\n<\/p>\n<p>\nFast 1.000 Personen bei Umfrage mitgemacht<br \/>\n&#8211; Die Umfrage riefen insgesamt 1.113 Personen auf. Der Gesamtr\u00fccklauf liegt bei 972 Frageb\u00f6gen. Davon konnten 683 vollst\u00e4ndige Datens\u00e4tze ausgewertet werden. Gemessen an sonstigen Umfragen ist das eine sehr hohe Beantwortungszahl. <\/p>\n<p>&#8211; 289 Frageb\u00f6gen wurde begonnen und abgebrochen oder nicht abgeschickt. 141 Frageb\u00f6gen sind aufgerufen und nicht bearbeitet worden. <\/p>\n<p>&#8211; 83 Prozent der Teilnehmenden sind weiblich, 16 Prozent m\u00e4nnlich und ein Prozent diversgeschlechtlich. <\/p>\n<p>&#8211; Sexualisierte Gewalt erlebten entsprechend der Angaben 77 Prozent Frauen, 75 Prozent diversgeschlechtliche Menschen und 31 Prozent M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Stadt Dresden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Landeshauptstadt Dresden hat Daten zu sexualisierter Gewalt im \u00f6ffentlichen Raum erhoben. 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