{"id":582048,"date":"2025-11-17T11:50:22","date_gmt":"2025-11-17T11:50:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582048\/"},"modified":"2025-11-17T11:50:22","modified_gmt":"2025-11-17T11:50:22","slug":"wie-er-dortmunds-gastronomie-praegte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582048\/","title":{"rendered":"Wie er Dortmunds Gastronomie pr\u00e4gte&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>    <a href=\"https:\/\/www.ruhrnachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/17\/11\/630_0900_5340917_-1648x824.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/630_0900_5340952_-640x428.jpg\" width=\"640\" height=\"428\"  alt=\"\"\/><\/p>\n<p>    <\/a><br \/>\n    Bruno Rossi (links) und sein Sohn Marco sind mit ihrem \u201eLa Mozzarella\u201c ein Dortmunder Gastronomie-Urgestein. \u00a9 Petra Zimmermann<\/p>\n<p class=\"article__teaser-text\">Ein Stoff, wie gemacht f\u00fcr Hollywood: Bruno Rossi, 71-j\u00e4hriges Urgestein der Dortmunder Gastronomie, erz\u00e4hlt von Bruderzwist, lebensbedrohlichen Krankheiten, Durststrecken, Triumphen \u2013 und seiner unersch\u00fctterlichen Liebe zum Kochen.<\/p>\n<p>4 Min Lesezeit<\/p>\n<p>Seit 33 Jahren steht er im La Mozzarella da Bruno in Dortmund-Wellinghofen in der K\u00fcche, ist beliebter Gastgeber, erz\u00e4hlt Geschichten. Der 71-J\u00e4hrige ist kein Mann der halben Dinge. Wer ihn erlebt, sp\u00fcrt: Hier steht einer, der sein Handwerk lebt \u2013 mit italienischer Leidenschaft, mit Herz und mit Stolz. <\/p>\n<p>Italien im Ruhrgebiet<\/p>\n<p>\u201eIch bin seit 1970 in Dortmund\u201c, sagt Bruno Rossi. Dabei wollte er l\u00e4ngst wieder am Meer leben, in seiner Heimat Pescara. Anfang der 1990er hatte er seine bekannte und beliebte \u201eLa Lumaca\u201c in der Nordstadt verkauft, war zur\u00fcck nach Italien gegangen, um sich dort ein neues Leben aufzubauen \u2013 ein Fischgesch\u00e4ft, irgendetwas mit Meer, Salzluft, frischem Fang: \u201eIch wollte in Italien leben. Meine Kinder sollten in Italien aufwachsen.\u201c Doch dann kam der Anruf seines j\u00fcngsten Bruders: \u201eKomm zur\u00fcck, Bruno. Die Pizzeria l\u00e4uft nicht.\u201c \u201eDie Pizzeria\u201c war <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.mozzarella-bruno.de\/\" rel=\"sponsored noopener\">La Mozzarella<\/a> in Wellinghofen, eine kleine Stehpizzeria.<\/p>\n<p>Rossi z\u00f6gerte, aber seine Familie, so erkl\u00e4rt er den Schritt, lasse man nicht im Stich. Er kam zur\u00fcck nach Dortmund. Als er das Lokal sah, verschlug es ihm den Atem \u2013 allerdings nicht vor Begeisterung. \u201eDas war die schlimmste Stehpizzeria, die ich je gesehen habe\u201c, sagt er heute kopfsch\u00fcttelnd. Spielautomaten an den W\u00e4nden, Fernseher unter der Decke, billiges Bier und Cola-Dosen auf der Theke. \u201eSehr lieblos, ohne Herz.\u201c Also krempelte er die \u00c4rmel hoch. Er renovierte, richtete neu ein, kochte frisch, redete mit den Nachbarn. Bald sprach sich herum, dass der bekannte Gastronom Bruno Rossi zur\u00fcck sei. Aus der heruntergekommenen Stehpizzeria wurde ein kleines, feines italienisches Restaurant \u2013 mit Charme, Charakter und echtem Geschmack.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/630_0863_1106524_STORY_BOOSTER_I_RN_Ristorante_La_Mozare630_0900_5341457_.jpg\" alt=\"\"\/>Kaum zu glauben, dass hier mal die \u201eschrecklichste Stehpizzeria\u201c war, die Bruno Rossi jemals gesehen hatte.\u00a9 Petra Zimmerrmann<\/p>\n<p>Erfolg, Streit und Neuanfang<\/p>\n<p>Wellinghofen war in den 1990ern noch ein Ort mit Dorfcharakter. \u201eMan kannte sich, es gab Feste, Prozessionen, Karneval\u201c, erinnert sich Rossi, \u201ees war hier richtig, richtig sch\u00f6n.\u201c Er wurde Teil des Viertels, beliebt bei der Werbegemeinschaft, gesch\u00e4tzt von seinen Stammg\u00e4sten. Der Laden boomte, aus der Stehpizzeria wurde ein <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.mozzarella-bruno.de\/\" rel=\"sponsored noopener\">gem\u00fctliches Lokal<\/a>, eine Terrasse mit Au\u00dfenpl\u00e4tzen wurde gebaut.<\/p>\n<p>Doch das Gl\u00fcck hielt nicht ewig. Sein Bruder \u2013 der einstige Gr\u00fcnder \u2013 wollte mit ihm ein neues Lokal er\u00f6ffnen, brachte aber seine neue Partnerin mit ins Boot. Pl\u00f6tzlich verhandelten nicht die Br\u00fcder, sondern die Dritte im Bunde wollte mitentscheiden. \u201eDa war f\u00fcr mich Schluss\u201c, sagt Rossi. \u201eIch habe so viel gearbeitet, und dann kommt jemand, der von Gastronomie keine Ahnung hat, und will mitreden?\u201c<br \/>Der Streit endete mit einem Bruch. Bruno \u00fcbernahm La Mozzarella allein \u2013 sein Bruder gr\u00fcndete ein neues Restaurant. Zwei Jahre sp\u00e4ter war es pleite. Bruno zuckt die Schultern. \u201eDas ist Karma.\u201c<\/p>\n<p>Der schwerste Schlag<\/p>\n<p>Kurz darauf traf ihn der schwerste Schlag seines Lebens: Sein Sohn Marco, der in Italien Hotelfachmann und Koch gelernt hatte und mittlerweile den Vater in Dortmund in der K\u00fcche unterst\u00fctzte, wurde schwer krank. \u201eArme, Beine \u2013 nichts ging mehr\u201c, erz\u00e4hlt Rossi leise. Wenn der eigene Sohn im Rollstuhl sitzt und gar nichts mehr alleine kann, das relativiert alles.\u201c Zwei Jahre lang suchte die Familie nach Hilfe, bis sie in K\u00f6ln eine Spezialistin fanden. Eine teure Antik\u00f6rpertherapie rettete Marcos Leben. Bruno erinnert sich an den Moment, als sein Sohn zum ersten Mal wieder ins Wasser sprang: \u201eAm Gardasee. Er sprang rein wie ein Albatros. Das war mein gr\u00f6\u00dfter Moment.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/630_0863_1106524_STORY_BOOSTER_I_RN_Ristorante_La_Mozare630_0900_5341406_.jpg\" alt=\"\"\/>Sohn Marco Rossi f\u00fchrt heute offiziell das Restaurant.\u00a9 Petra Zimmermann<\/p>\n<p>Heute steht Marco wieder in der K\u00fcche \u2013 und f\u00fchrt das <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.mozzarella-bruno.de\/\" rel=\"sponsored noopener\">La Mozzarella<\/a> gemeinsam mit seinem Vater. Seine Mutter, die in Italien geblieben war, zog in der schweren Zeit zur\u00fcck nach Dortmund. \u201eWir waren wieder zusammen. Eine Familie, wie sie sein soll.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNicht viel, aber ehrlich\u201c<\/p>\n<p>Bruno Rossi ist 71, arbeitet 13 bis 14 Stunden am Tag. \u201eIch bin kein Chef, der nur rumsitzt und Anweisungen gibt\u201c, sagt er. \u201eIch bin immer da, arbeite mit, rede mit den G\u00e4sten, k\u00fcmmere mich.\u201c Seine K\u00fcche ist authentisch italienisch. Kein G\u00e4nsebraten zur Weihnachtszeit, keine eingedeutschten Pasta-Kreationen. \u201eIch brauche keine G\u00e4nsebraten machen, nur weil die Leute das jetzt essen\u201c, sagt er und lacht. \u201eIch bleibe Italiener.\u201c<\/p>\n<p>70 Prozent der Karte sind Fischgerichte. Pizza gibt es \u2013 aber nur ausgew\u00e4hlte, handverlesene. Das aus deutscher Sicht \u201eitalienische Standardprogramm\u201c findet sich zum Teil auf der Karte f\u00fcr den Au\u00dfer-Haus-Verkauf. aber nicht im Lokal. \u201eIch habe 25 Pl\u00e4tze. Wenn jemand einen Tisch reserviert, kann ich keine Pizza f\u00fcr sieben Euro servieren.\u201c Rossi liebt seine Stammg\u00e4ste, viele kommen seit Jahrzehnten. \u00c4rzte, Anw\u00e4lte, Nachbarn, Borussia-Fans. \u201eIch bin bodenst\u00e4ndig\u201c, sagt er. \u201eIch verkaufe nicht viel, aber ehrlich. Der ewige Tropfen bohrt den Stein.\u201c<\/p>\n<p>Ehrlicher Gastronom<\/p>\n<p>2023 nahm Bruno Rossi mit seinem Sohn an der Kabel-1-Sendung \u201eMein Lokal, Dein Lokal\u201c teil. \u201eMarco wollte das so gerne, ich habe es f\u00fcr ihn getan.\u201c Das h\u00e4tten ihm einige \u00fcbel genommen, erz\u00e4hlt er. Auch in der Sendung blieb er er selbst, sprach offen, ehrlich, manchmal scharf. \u201eManche fanden mich arrogant\u201c, erz\u00e4hlt er. \u201eAber ich bin nicht arrogant. Ich bin nur ehrlich.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr ihn ging es nie um den Gewinn, sondern um den Spa\u00df seines Sohnes. Und vielleicht auch ein bisschen um Stolz. \u201eIch habe mein Leben der Gastronomie gewidmet\u201c, sagt er. \u201eIch bin kein Handwerker, darum konnte mir die IHK keine Urkunde geben. Aber sie haben mir ein zweiseitiges Portr\u00e4t gewidmet, als Dank.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/630_0863_1106524_STORY_BOOSTER_I_RN_Ristorante_La_Mozare630_0900_5341505_.jpg\" alt=\"\"\/>Von der Vitrine mit feinsten italienischen Antipasti aus wacht Bruno \u00fcber sein Restaurant.\u00a9 Petra Zimmermann<\/p>\n<p>Brunos Lebenswerk<\/p>\n<p>Heute f\u00fchrt Marco die K\u00fcche, Bruno ist offiziell in Rente, aber noch t\u00e4glich im Laden. \u201eIch trinke meinen Wein, esse meine Pasta und sorge f\u00fcr die Atmosph\u00e4re.\u201c Seine \u00c4rztin schmunzelt nur \u00fcber den Diabetes. \u201eWas soll sie mir wegnehmen? Den Wein? Die Nudeln? Dann lieber gl\u00fccklich sterben.\u201c Rossi ist einer, der alles gegeben hat \u2013 f\u00fcr die Familie, f\u00fcr die G\u00e4ste, f\u00fcr ein St\u00fcck Italien im Ruhrgebiet.<\/p>\n<p>Wenn er abends im La Mozzarella steht, ein Glas Wein in der Hand, zwischen dampfenden Tellern, frischem Fisch, Tomatenduft und Lachen \u2013 dann wei\u00df man: Das ist sein Reich. Seine B\u00fchne. Und vielleicht das sch\u00f6nste Lebenswerk, das man haben kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bruno Rossi (links) und sein Sohn Marco sind mit ihrem \u201eLa Mozzarella\u201c ein Dortmunder Gastronomie-Urgestein. \u00a9 Petra Zimmermann&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":582049,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1833],"tags":[7237,3364,29,217,139612,30,1209],"class_list":{"0":"post-582048","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dortmund","8":"tag-anzeige","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-dortmund","12":"tag-dortmunder-gastronomie","13":"tag-germany","14":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115564894844829834","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582048","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=582048"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582048\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/582049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=582048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=582048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=582048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}