{"id":582294,"date":"2025-11-17T14:20:16","date_gmt":"2025-11-17T14:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582294\/"},"modified":"2025-11-17T14:20:16","modified_gmt":"2025-11-17T14:20:16","slug":"fliessen-deutsche-hilfen-direkt-in-frankreichs-ruestungsindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582294\/","title":{"rendered":"Flie\u00dfen deutsche Hilfen direkt in Frankreichs R\u00fcstungsindustrie?"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Frankreich hat am Montag ein milliardenschweres R\u00fcstungsgesch\u00e4ft abgeschlossen. Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/emmanuel-macron\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emmanuel Macron<\/a> und der ukrainische Staatschef <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/wolodymyr-selenskyj\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wolodymyr Selenskyj<\/a> unterzeichneten eine Absichtserkl\u00e4rung \u00fcber den Kauf von 100 Rafale-Kampfjets durch die Ukraine. Das Abkommen umfasst zudem den Erwerb moderner Luftabwehrsysteme des Typs SAMP-T sowie von Radarsystemen und Drohnen, wie das franz\u00f6sische Pr\u00e4sidialamt mitteilte. Das Gesch\u00e4ft ist auf einen Zeitraum von rund zehn Jahren angelegt.<\/p>\n<p>Macron empfing Selenskyj auf dem Luftwaffenst\u00fctzpunkt Villacoublay nahe Paris, wo beide Staatschefs den Deal unterzeichneten. Anschlie\u00dfend besichtigten sie die franz\u00f6sischen Rafale-Jets. Selenskyj hatte bereits am Sonntag auf der Plattform X einen \u201ehistorischen Deal\u201c angek\u00fcndigt, der die ukrainische Luftwaffe und Luftverteidigung st\u00e4rken solle.<\/p>\n<p>Bis zu zw\u00f6lf Milliarden Euro f\u00fcr Rafale-Kampfjets<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Rafale-Kampfjets allein werden Kiew teuer zu stehen kommen: Der St\u00fcckpreis liegt zwischen 80 und 120 Millionen Euro, wodurch sich die Gesamtkosten auf mindestens acht bis zu zw\u00f6lf Milliarden Euro summieren. Hinzu kommen weitere Millionenbetr\u00e4ge f\u00fcr die SAMP-T-Systeme und die Drohnen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">F\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> ist das eine gewaltige Belastung, zumal das Land finanziell massiv unter Druck steht. Das Handelsblatt warnte zuletzt vor einem drohenden \u201eFinanzkollaps\u201c. \u201eAb Januar steuert die Ukraine auf eine Geldnot zu\u201c, so die Wirtschaftszeitung in der vergangenen Woche. Ein EU-Kommissionsvertreter sagte dem Blatt: \u201eWenn wir die Finanzierung nicht schnell hinkriegen, wird die Ukraine fallen.\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Tats\u00e4chlich ist die Ukraine formal bereits <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/ukraine-droht-die-pleite-risiken-fuer-europaeische-steuerzahler-li.2359668\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seit einigen Wochen zahlungsunf\u00e4hig<\/a>. Anfang Juni kam es zu einem Staatskreditausfall, nachdem die Regierung entschied, f\u00e4llige Zahlungen an Inhaber von Schuldverschreibungen im Wert von 2,6 Milliarden US-Dollar nicht zu leisten. Das Finanzministerium erkl\u00e4rte, die Nichtzahlung sei Teil einer umfassenden Strategie zur Umstrukturierung der Staatsverpflichtungen, um \u201edie langfristige Schuldentragf\u00e4higkeit zu gew\u00e4hrleisten, ohne die Erholung und den Wiederaufbau der Ukraine zu gef\u00e4hrden\u201c.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der aktuelle <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/korruption-in-der-ukraine-warum-konnte-der-selenskyj-vertraute-minditsch-fliehen-li.10005727\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Korruptionsskandal um den staatlichen Energiekonzern Energoatom<\/a> versch\u00e4rft die Lage zus\u00e4tzlich. Beim Bau von Schutzanlagen f\u00fcr die Energieinfrastruktur sollen Schmiergeldzahlungen von bis zu 86 Millionen Euro geflossen sein. Zwei Minister traten zur\u00fcck, zwei Verd\u00e4chtige \u2013 darunter ein enger Vertrauter Selenskyjs \u2013 haben sich ins Ausland abgesetzt.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Zur Stabilisierung der Ukraine plant die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/eu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> ein Darlehen \u00fcber 140 Milliarden Euro, um den milit\u00e4rischen und haushaltspolitischen Bedarf des Landes f\u00fcr die kommenden zwei Jahre zu decken. Eine Einigung der EU-Mitgliedstaaten steht jedoch noch aus. Umstritten ist insbesondere die Verwendung eingefrorener russischer Verm\u00f6genswerte.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Laut EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis hat die EU seit Kriegsbeginn bereits 178 Milliarden Euro an Unterst\u00fctzung bereitgestellt. Die Verteilung dieser Hilfen ist jedoch sehr ungleich.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Nach <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.kielinstitut.de\/de\/themen\/krieg-gegen-die-ukraine\/ukraine-support-tracker\/\">Daten des Kiel Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW Kiel)<\/a> hat Deutschland seit Februar 2022 rund 22,5 Milliarden Euro an bilateraler Hilfe geleistet. Hinzu kommen 15,7 Milliarden Euro aus EU-Hilfspaketen, insgesamt also 38,2 Milliarden Euro. Damit ist Deutschland nach den <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/usa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> der zweitgr\u00f6\u00dfte Unterst\u00fctzer der Ukraine weltweit.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\"><a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/frankreich\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a> liegt deutlich dahinter: Paris hat bisher 7,56 Milliarden Euro an bilateraler und 13,4 Milliarden Euro \u00fcber EU-Pakete bereitgestellt, zusammen 20,96 Milliarden Euro und damit knapp die H\u00e4lfte der deutschen Summe.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Grafik: BLZ. Quelle: Kiel Institut f\u00fcr Wirtschaft<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Diese Diskrepanz sorgt seit Kriegsbeginn immer wieder f\u00fcr Spannungen zwischen Berlin und Paris. In Deutschland wird kritisiert, Frankreich verspreche der Ukraine gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fctzung, liefere aber vergleichsweise wenig. Die franz\u00f6sische Regierung weist dies zur\u00fcck: Die Zahlen des IfW Kiel seien nicht repr\u00e4sentativ, Frankreich liefere hochmodernes Ger\u00e4t wie Caesar-Haubitzen oder Langstreckenraketen vom Typ Scalp. Es gehe nicht um Zahlen, sondern um Effizienz.<\/p>\n<p>Zahlt Deutschland f\u00fcr den R\u00fcstungsdeal?<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">F\u00fcr den deutschen Haushalt und die Bev\u00f6lkerung sind die Zahlen aber relevant, insbesondere in Zeiten, in denen aufgrund von \u201eSparzw\u00e4ngen\u201c bei Sozialleistungen oder in der Bildung gek\u00fcrzt wird.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">B\u00f6se Zungen k\u00f6nnten nun sagen: Der milliardenschwere R\u00fcstungsdeal zwischen Frankreich und der Ukraine wird letztlich von Deutschland bezahlt. Die Ukraine kauft franz\u00f6sische Waffen mit deutschem Geld \u2013 Kiew erh\u00e4lt die Waffen, Frankreich den Profit und Deutschland die Haushaltsl\u00fccken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreich hat am Montag ein milliardenschweres R\u00fcstungsgesch\u00e4ft abgeschlossen. Pr\u00e4sident Emmanuel Macron und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj unterzeichneten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":582295,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-582294","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115565482784613563","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=582294"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582294\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/582295"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=582294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=582294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=582294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}