{"id":582613,"date":"2025-11-17T17:26:22","date_gmt":"2025-11-17T17:26:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582613\/"},"modified":"2025-11-17T17:26:22","modified_gmt":"2025-11-17T17:26:22","slug":"sargbau-workshop-in-hannover-der-tod-zum-anfassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582613\/","title":{"rendered":"Sargbau-Workshop in Hannover: Der Tod zum Anfassen"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/sargbau-100.webp\" alt=\"Menschen nehmen an einem Sargbau-Workshop teil. \" title=\"Menschen nehmen an einem Sargbau-Workshop teil.  | NDR, Marco Schulze\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 17.11.2025 18:08 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Der Sargbau-Workshop in Hannover als kreative M\u00f6glichkeit, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen: Zweieinhalb Tage hatten die Teilnehmer Zeit, ihr ganz individuelles M\u00f6belst\u00fcck f\u00fcr ihre letzte Reise zu fertigen. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Marco Schulze<\/p>\n<p class=\"\">Mimi Hartwig hat einen Akkubohrer in der Hand. Sie ist schon ein bisschen ersch\u00f6pft. Seit fast zwei Tagen ist sie damit besch\u00e4ftigt, Holzbrett an Holzbrett zu befestigen. Daf\u00fcr ist sie extra aus Berlin angereist. Sie baut kein herk\u00f6mmliches Regal, sie baut ihren eigenen Sarg. Dass sie da einmal tot darin liegen wird, daran denkt sie jetzt aber noch nicht. &#8222;50 Jahre gebe ich mir ungef\u00e4hr noch&#8220;, so die 37-J\u00e4hrige. In der Zeit will sie den Sarg als B\u00fccherregal nutzen. &#8222;Wenn ich tot bin, kommen die B\u00fccher raus und die Mimi rein&#8220;, sagt sie und lacht dabei. So wie ihr geht es auch den anderen Teilnehmern. Sie sehen in ihren S\u00e4rgen erstmal nur ein M\u00f6belst\u00fcck f\u00fcr ihr Zuhause.<\/p>\n<blockquote><p>\n        F\u00fcr uns ist die Geburt ein so gro\u00dfer Teil des Lebens, aber der Tod eben nicht.<\/p>\n<p>                Teilnehmer Andreas Becker <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod<\/p>\n<p class=\"\">Andreas Becker aus Hannover hat die Befassung mit dem eigenen Tod lange vor sich hergeschoben. Doch dann hat er von dem Workshop erfahren. Er h\u00e4lt die M\u00f6glichkeit, seinen eigenen Sarg zu bauen, f\u00fcr eine &#8222;gesunde Auseinandersetzung.&#8220; Er empfiehlt das auch anderen. &#8222;F\u00fcr uns ist die Geburt ein so gro\u00dfer Teil des Lebens, aber der Tod eben nicht&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>    Workshop der evangelischen Kirche<\/p>\n<p class=\"\">Genau das ist auch der Grund, warum die evangelische Kirche in Hannover den Workshop in diesem Jahr zum ersten Mal angeboten hat. &#8222;So ein Sargbau-Workshop ist ja eine sehr konkrete M\u00f6glichkeit, sich mit dem eigenen Sterben oder auch der Angeh\u00f6rigen auseinanderzusetzen&#8220;, erz\u00e4hlt Pastorin Claudia Maier, w\u00e4hrend auch sie an ihrem eigenen Sarg baut. Der Workshop ist Teil der Projektwoche &#8222;Endlich: Raum f\u00fcr Trauer&#8220;. Darin l\u00e4dt die evangelische Kirche zu verschiedenen Programmpunkten rund um die Themen Tod und Abschied. &#8222;Ich merke einfach oft, wie schwer das f\u00fcr Leute ist, sich im Vorfeld vor allem mit diesem Thema auseinanderzusetzen&#8220;, erz\u00e4hlt die Pastorin.<\/p>\n<p>    Schwierige Entscheidung<\/p>\n<p class=\"\">Mikel Hogan hat mittlerweile Routine im Sargbau. Er leitet zum achten Mal solch einen Workshop. Seine j\u00fcngste Teilnehmerin war 32, die \u00e4lteste 82. Der gelernte Tischler hat erst vor zwei Jahren zum Handwerk zur\u00fcckgefunden. Davor war er viele Jahre Ergotherapeut. Doch als innerhalb kurzer Zeit zwei seiner Freunde gestorben sind &#8211; einer davon war Tischler &#8211; hat er mit dem Gr\u00fcbeln begonnen. &#8222;Ich dachte, Mensch, ich h\u00e4tte ihm doch seinen Sarg bauen k\u00f6nnen aus seinem Lieblingsholz, aber da war ich noch nicht so weit.&#8220; Also ging er erst zum Pfarrer und dann in die Werkstatt. So entstand der erste Sargbau-Workshop. Sein eigenes Exemplar hat er aber noch nicht gebaut. Er k\u00f6nne sich einfach nicht entscheiden, wie sein letztes M\u00f6belst\u00fcck aussehen soll.<\/p>\n<p>    Vom pinken B\u00fccherregal bis zur schlichten Fernseh-Kommode<\/p>\n<p class=\"\">Mittlerweile steht die Finalisierung der S\u00e4rge an. Die Deckel kommen drauf. F\u00fcr Mimi Hartwig ein gro\u00dfer Moment. Es passt alles und die Berlinerin strahlt \u00fcber das ganze Gesicht. &#8222;Ich bin richtig stolz. Jetzt noch Glitzer drauf und sch\u00f6n kunterbunt&#8220;, sagt die 37-J\u00e4hrige. Sie hat ganz genaue Vorstellungen, wie sie ihren Sarg noch &#8222;pimpen&#8220; m\u00f6chte. Er soll pink werden und ihre Freundinnen sollen sich auf ihm k\u00fcnstlerisch austoben d\u00fcrfen, mit gemeinsamen Erinnerungen. Auch die anderen Teilnehmer haben schon Verwendungspl\u00e4ne f\u00fcr ihre S\u00e4rge. Andreas Becker m\u00f6chte ihn als Fernseh-Kommode nutzen, Claudia Maier als Werkzeugschrank. So hat hier jeder sein wohl pers\u00f6nlichstes M\u00f6belst\u00fcck geschaffen. Eines, das erst auf den zweiten Blick als das sichtbar wird, f\u00fcr das es schlie\u00dflich gebaut wurde.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/hospiz-144.webp\" alt=\"Das Hospiznetzwerk Wolfsburg betreut um die 40 Menschen.\" title=\"Das Hospiznetzwerk Wolfsburg betreut um die 40 Menschen. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Der Deutsche Hospiztag macht auf die Situation von Schwerkranken und Sterbenden aufmerksam. Deborah Leicht betreut diese Zuhause.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/hospiz414.webp\" alt=\"Zwei H\u00e4nde halten eine andere Hand.\" title=\"Greifswald hat sich der Charta zur besseren Betreuung sterbender Menschen angeschlossen. | picture alliance\/dpa, Felix K\u00e4stle\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Zum Hospiztag spricht Kristin Surendorff-Belder \u00fcber Sterbebegleitung, offene Fragen &#8211; und den Mut zum Leben bis zuletzt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/hospiz-122.webp\" alt=\"Hospizschwester Suanne Kirchner k\u00fcmmert sich um einen Menschen.\" title=\"Hospizschwester Suanne Kirchner k\u00fcmmert sich um einen Menschen. | Susanne Kirchner\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Eine Hospiz-Schwester aus Salzgitter erz\u00e4hlt, wie sie Sterbende begleitet. Und wie sie ihre Arbeit in eigenen Texten verarbeitet. <\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/gedenkkerze100.webp\" alt=\"In einer Hand wird eine Gedenkkerze gehalten.\" title=\"In einer Hand wird eine Gedenkkerze gehalten. | picture alliance\/dpa | Uwe Zucchi, Uwe Zucchi\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die christlichen Kirchen, Diakonie und Caritas haben die Andacht gestaltet. Wohnungslose werden meist anonym bestattet.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/telefonseelsorge-106.webp\" alt=\"Eine Brosch\u00fcre und Flyer weisen auf die Telefonseelsorge (0800) 111 01 11 hin.\" title=\"Eine Brosch\u00fcre und Flyer weisen auf die Telefonseelsorge (0800) 111 01 11 hin. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Anrufer vertrauen den Ehrenamtlichen in G\u00f6ttingen seit 50 Jahren ihre Sorgen an. Die stellvertretende Leiterin im NDR Interview.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.11.2025 18:08 Uhr Der Sargbau-Workshop in Hannover als kreative M\u00f6glichkeit, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen: Zweieinhalb Tage&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":582614,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1836],"tags":[8906,3364,29,30,46,516,88439,1411,69880,21142,3259,6990],"class_list":{"0":"post-582613","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hannover","8":"tag-evangelische-kirche","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-hannover","13":"tag-kiste","14":"tag-moebelstueck","15":"tag-niedersachsen","16":"tag-sarg","17":"tag-sterben","18":"tag-tod","19":"tag-workshop"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115566216418629965","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=582613"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582613\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/582614"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=582613"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=582613"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=582613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}