{"id":582690,"date":"2025-11-17T18:09:19","date_gmt":"2025-11-17T18:09:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582690\/"},"modified":"2025-11-17T18:09:19","modified_gmt":"2025-11-17T18:09:19","slug":"musikalische-sensation-unbekannte-orgelwerke-von-bach-praesentiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582690\/","title":{"rendered":"Musikalische Sensation: Unbekannte Orgelwerke von Bach pr\u00e4sentiert"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bach-partitur-100.jpg\" alt=\"Wolfram Weimer, Peter Wollny und Burkhard Jung mit Noten von Johann Sebastian Bach.\" title=\"Wolfram Weimer, Peter Wollny und Burkhard Jung mit Noten von Johann Sebastian Bach. | AFP PHOTO \/JENS SCHLUETER\/BACH ARCHIVE\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 17.11.2025 18:21 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>275 Jahre nach dem Tod von Johann Sebastian Bach sind zwei bislang unbekannte Fr\u00fchwerke des Komponisten pr\u00e4sentiert worden. Die Orgelkompositionen wurden in der Leipziger Thomaskirche aufgef\u00fchrt.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach jahrzehntelanger Forschung hat das Bach-Archiv Leipzig zwei bislang nicht zugeordnete Orgelst\u00fccke als Fr\u00fchwerke Johann Sebastian Bachs identifiziert. Der Musikwissenschaftler und Archivdirektor Peter Wollny ordnete die beiden Chaconnen in d-Moll und g-Moll dem damals 18-j\u00e4hrigen Bach zu &#8211; mehr als 30 Jahre, nachdem Wollny die Schriften erstmals entdeckt hatte, wie das Archiv bekanntgab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Autor der Schriften war demnach mehr als 320 Jahre lang unbekannt geblieben. Nun wurden die St\u00fccke in Bachs einstiger Wirkungsst\u00e4tte, der Leipziger Thomaskirche, zum ersten Mal seit der Entdeckung aufgef\u00fchrt. &#8222;Lange habe ich nach dem fehlenden Puzzlest\u00fcck f\u00fcr die Zuordnung der Kompositionen gesucht &#8211; jetzt offenbart sich das ganze Bild&#8220;, sagte Wollny.<\/p>\n<p>    Spur f\u00fchrte zu kaum bekanntem Bach-Sch\u00fcler<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die entscheidenden Handschriften habe er bereits Anfang der 1990er-Jahre in der K\u00f6niglichen Bibliothek in Br\u00fcssel entdeckt. Die Wasserzeichen des Papiers und die Schriftart h\u00e4tten auf Mitteldeutschland um das Jahr 1700 hingewiesen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Rund 20 Jahre sp\u00e4ter habe er erste Hinweise auf Salomon G\u00fcnther John als Kopisten erhalten. Dieser habe sich 1727 auf eine Stelle im ostth\u00fcringischen Schleiz beworben und sich in dieser Bewerbung als Sch\u00fcler Bachs bezeichnet. Erst im vergangenen Jahr konnte Wollny fr\u00fche Handschriften Johns einsehen und dessen Abschriften Bachs Arnst\u00e4dter Fr\u00fchzeit zuordnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch musikalisch verweist laut Wollny ein Stilvergleich auf Bach, der von 1685 bis 1750. In beiden Chaconnen f\u00e4nden sich kompositorische Fingerabdr\u00fccke, die in dieser Zeit f\u00fcr ihn einzigartig gewesen seien. Seine Sicherheit liege inzwischen bei &#8222;99,9 Prozent&#8220;, so Wollny.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Von 1723 bis 1750 arbeitete Bach als Thomaskantor in Leipzig. Nun wurden die neu identifizierten Werke in der Leipziger Thomaskirche aufgef\u00fchrt.\n                    <\/p>\n<p>    Auff\u00fchrungen in der Thomaskirche<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die erste Auff\u00fchrung der beiden rund 14 Minuten dauernden Werke spielte der niederl\u00e4ndische Organist Ton Koopman. Die St\u00fccke seien ein Gewinn f\u00fcr die Komponisten der heutigen Zeit, so Koopman. Sie k\u00f6nnten auf kleineren Orgeln gespielt werden und zeugten von der Genialit\u00e4t des jugendlichen Komponisten. Eine weitere Auff\u00fchrung ist am Samstag in der Motette der Leipziger Thomaskirche geplant. Die Edition erschien am Montag im Leipziger Verlag Breitkopf &amp; H\u00e4rtel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sprach von einem Ereignis von nationaler Bedeutung: &#8222;Es ist ein Gl\u00fccksfall, eine Sternstunde f\u00fcr die Welt der Musik und es ist eine Weltsensation.&#8220; Wollny habe &#8222;fast wie ein Detektiv in kriminologischer Kleinarbeit&#8220; gearbeitet. Bach sei &#8222;ein Weltstar&#8220;, dessen Musik Epochen und Generationen verbinde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Leipzigs Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung zeigte sich bewegt: &#8222;Ich bin einfach nur gl\u00fccklich heute.&#8220; Die Entdeckung sei &#8222;ein wunderbares Ergebnis einer jahrzehntelangen wunderbaren Forscherarbeit&#8220;. &#8222;Diese Forschung st\u00e4rkt Leipzigs internationale Strahlkraft und vertieft unser Verst\u00e4ndnis eines Komponisten, der die Musikgeschichte gepr\u00e4gt hat wie kaum ein anderer&#8220;, betonte Jung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Claus Fischer von der MDR-Musikredaktion best\u00e4tigte bei tagesschau24, die Bedeutung sei nicht zu untersch\u00e4tzen. &#8222;Denn diese Werke verraten viel \u00fcber den jungen Bach, \u00fcber den wir ja ganz wenig wissen.&#8220; Die entdeckten Werke w\u00fcrden dabei helfen, die Entwicklung Bachs zu verstehen. So habe auch Wollny darauf hingewiesen, dass sich in sp\u00e4teren Werken typische Merkmale bef\u00e4nden, die in den nun entdeckten St\u00fccken in Ans\u00e4tzen zu finden seien.<\/p>\n<p>    Ursprung von Chaconnen aus spanischen T\u00e4nzen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Identifizierung ist Wollny im Rahmen der Arbeiten am &#8222;Forschungsportal Bach&#8220; der S\u00e4chsischen Akademie der Wissenschaften gelungen. Das Projekt sammelt archivalische Quellen zur gesamten Bach\u2011Familie von Stammvater Veit Bach bis ins fr\u00fche 19. Jahrhundert. Diese Quellen werden digital erfasst, kommentiert und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gemacht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine Chaconne ist laut Koopman eine musikalische Form des Barock, die auf einer st\u00e4ndig wiederkehrenden Basslinie basiert, \u00fcber die der Komponist abwechslungsreiche Variationen gestaltet. Urspr\u00fcnglich aus spanischen T\u00e4nzen des 16. und 17. Jahrhunderts hervorgegangen, besitzen viele Chaconnen einen getragenen, feierlichen Charakter.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu den bekanntesten Beispielen z\u00e4hlt die Chaconne aus Bachs Partita d-Moll f\u00fcr Violine solo, die als eines der eindrucksvollsten Werke dieser Gattung gilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.11.2025 18:21 Uhr 275 Jahre nach dem Tod von Johann Sebastian Bach sind zwei bislang unbekannte Fr\u00fchwerke&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":582691,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[13097,29,30,13,14,15,46592,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-582690","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-bach","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-orgel","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115566383910482977","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582690","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=582690"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582690\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/582691"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=582690"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=582690"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=582690"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}