{"id":582883,"date":"2025-11-17T20:08:17","date_gmt":"2025-11-17T20:08:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582883\/"},"modified":"2025-11-17T20:08:17","modified_gmt":"2025-11-17T20:08:17","slug":"saudisch-amerikanische-beziehungspflege-im-weissen-haus-dw-17-11-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/582883\/","title":{"rendered":"Saudisch-amerikanische Beziehungspflege im Wei\u00dfen Haus \u2013 DW \u2013 17.11.2025"},"content":{"rendered":"<p>Das anstehende Treffen zwischen dem saudischen Kronprinzen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/mohammed-bin-salman\/t-66410306\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mohammed bin Salman<\/a> und US-Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> im Wei\u00dfen Haus d\u00fcrfte vor allem durch zweierlei gepr\u00e4gt sein: zum einen durch die freundschaftliche Atmosph\u00e4re der Begegnung, wie Experten erwarten. Und zum anderen durch eine ganze Reihe unterzeichneter Vereinbarungen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Prinzen, kurz MBS genannt, d\u00fcrfte die Reise seine vollst\u00e4ndige R\u00fcckkehr auf die politische B\u00fchne in Washington markieren. Sein letzter Besuch dort im Jahr 2018 stand im Schatten der Emp\u00f6rung \u00fcber die Ermordung des Regimekritikers <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/jamal-khashoggi\/t-45812626\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jamal Khashoggi<\/a> im saudischen Konsulat in Istanbul. Allgemein gilt der saudische Staat als verantwortlich f\u00fcr den Mord.<\/p>\n<p>Doch inzwischen haben sich die bilateralen Beziehungen weitgehend erholt. Als Trump im Januar 2025 erneut ins Amt kam, f\u00fchrte ihn seine erste Auslandsreise <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trumps-nahostreise-golfstaaten-hoffen-auf-gute-gesch\u00e4fte-usa-israel-gaza-krieg-saudi-arabien-v2\/a-72515858\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nach Riad<\/a>. Dort k\u00fcndigte er saudische Investitionen in H\u00f6he von 600 Milliarden Dollar (517 Milliarden Euro) in den USA an.<\/p>\n<p>Nun d\u00fcrften die beiden \u00fcber k\u00fcnstliche Intelligenz, Investitionen und die Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und Nuklearfragen sprechen.\u00a0<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"66951838\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/66951838_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Demonstranten vor einem Plakat Jamal Khashoggis bei einer Gedenkfeier vor dem US-Kongress, 2021\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Gedenkfeier vor dem US-Kongress am dritten Jahrestag der Ermordung Jamal Khashoggis, 2021Bild: Yasin Ozturk\/AA\/picture alliance <\/p>\n<p>Riad hofft auf Sicherheitsabkommen<\/p>\n<p>Politisch d\u00fcrften sich die Gespr\u00e4che vor alle um die angespannte Lage im Nahen Osten drehen. Im Juni attackierten Israel und die USA gemeinsam iranische Nuklearanlagen, in dessen Folge es zu einem mehrt\u00e4gigen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nervosit\u00e4t-in-den-golfstaaten-nach-israels-angriff-auf-den-iran\/a-72900827\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Konflikt zwischen Israel und dem Iran<\/a> kam. Im September dann griff Israel die politische F\u00fchrung der Hamas <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/katar-israel-eskalation-unwahrscheinlich\/a-73953233\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in Katar<\/a> an. Und im Oktober beendete ein fragiler, von den USA vermittelter Waffenstillstand den fast zweij\u00e4hrigen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trump-bekr\u00e4ftigt-waffenruhe-zwischen-israel-und-der-hamas\/a-74535299\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krieg im Gazastreifen<\/a>.<\/p>\n<p>&#8222;MBS wird ein Sicherheitsabkommen anstreben, das an das, das der US-Pr\u00e4sident Katar angeboten hat, mindestens heranreicht&#8220;, sagt Neil Quilliam vom Londoner Think Tank Chatham House\u00a0der DW. Nach dem israelischen Angriff auf die politische F\u00fchrung der Hamas in Katars Hauptstadt Doha hatte Trump ein bilaterales Abkommen mit Katar geschlossen, das auch Sicherheitsgarantien umfasst.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Ein Verteidigungspakt mit <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/saudi-arabien\/t-17289946\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Saudi-Arabien<\/a> ist seit mindestens drei Jahren in Arbeit&#8220;, sagt Michael Stephens vom Londoner Thinktank Royal United Services Institute (RUSI) der DW. &#8222;Doch nun gilt es, die entsprechenden Verhandlungen zu beschleunigen, da die Katarer zuerst einen solchen Vertrag erhalten haben.&#8220;<\/p>\n<p>Auch die Beziehungen zwischen Riad und Jerusalem d\u00fcrften Thema sein. Vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, der den Krieg im Gazastreifen ausl\u00f6ste, standen Israel und Saudi-Arabien dem Vernehmen nach kurz davor, ein von den USA vermitteltes\u00a0Normalisierungsabkommen zu unterzeichnen. Andere arabische L\u00e4nder haben ihre Beziehungen zu Israel bereits normalisiert.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74722680\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74722680_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Projektion der geplanten, nun aber ins Straucheln gekommenen &quot;Mirror Line&quot;, einer \u00fcber Dutzende Kilometer sich ziehenden Linie von Wolkenkratzern aus der saudischen W\u00fcste bis ans Rote Meer\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Projektion der geplanten, nun aber ins Straucheln gekommenen &#8222;Mirror Line&#8220;, einer \u00fcber Dutzende Kilometer sich ziehenden Linie von Wolkenkratzern aus der saudischen W\u00fcste bis ans Rote MeerBild: Balkis Press\/ABACAPRESS\/IMAGO<\/p>\n<p>Saudi-Arabien: Engagement f\u00fcr pal\u00e4stinensischen Staat<\/p>\n<p>F\u00fcr Saudi-Arabien w\u00e4re die Vereinbarung ein trilaterales Abkommen gewesen, bei dem die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/usa-vereinigte-staaten-amerika\/t-17286012\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> Sicherheitsgarantien gegeben h\u00e4tten &#8211; vergleichbar ungef\u00e4hr jenen, wie sie innerhalb der NATO gelten. Das Abkommen h\u00e4tte auch ein ziviles saudisches Atomprogramm umfasst.<\/p>\n<p>Doch nach Ausbruch des Krieges im Gazastreifen erkl\u00e4rte Saudi-Arabien, es werde das Abkommen mit Israel so lange nicht\u00a0unterzeichnen, wie es keinen glaubw\u00fcrdigen Weg zu einer Zwei-Staaten-L\u00f6sung mit einem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/warum-saudi-arabien-f\u00fcr-einen-staat-pal\u00e4stina-wirbt\/a-73548956\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">unabh\u00e4ngigen pal\u00e4stinensischen Staat<\/a> gebe. Entsprechende Pl\u00e4ne lehnte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu jedoch \u00f6ffentlich ab.<\/p>\n<p>Trotz dieses Einspruchs hat Trump wiederholt erkl\u00e4rt, er gehe davon aus, dass Saudi-Arabien sich letztlich dem Abraham-Abkommen anschlie\u00dfen werde. In einem Fernsehinterview Anfang November sagte er, das K\u00f6nigreich werde eine entsprechende Vereinbarung bald abschlie\u00dfen, und zwar unabh\u00e4ngig von den Fortschritten bei der Gr\u00fcndung eines pal\u00e4stinensischen Staates.\u00a0<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74695113\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74695113_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Vertriebene errichten Zelte inmitten von Tr\u00fcmmern im Gazastreifen, November 2025\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Vertriebene errichten Zelte inmitten von Tr\u00fcmmern im Gazastreifen, November 2025Bild: Eyad Baba\/AFP\/Getty Images<\/p>\n<p>Ob es dazu tats\u00e4chlich kommt, sei unsicher, sagt Quilliam. Trump werde derzeit keine Zusage von Saudi-Arabien zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel erhalten.<\/p>\n<p>Vielmehr werde Trump MBS um Unterst\u00fctzung f\u00fcr seinen Friedensprozess in Gaza bitten &#8211; und zwar nicht nur politisch, sondern auch finanziell. Trump hoffe, dass Saudi-Arabien den Wiederaufbau Gazas mitfinanzieren und Syrien finanzielle Hilfe anbieten werde.<\/p>\n<blockquote class=\"tweet embed\" data-id=\"1988633072582164813\"\/>\n<p>Washingtons Ambitionen<\/p>\n<p>&#8222;Ich vermute, dass es auch Gespr\u00e4che \u00fcber zivile Kernenergie geben wird&#8220;, sagt Stephens vom Royal United Services Institute der DW. Die USA seien besorgt \u00fcber ein k\u00fcrzlich unterzeichnetes Verteidigungsabkommen zwischen Saudi-Arabien und Pakistan. Offen sei f\u00fcr sie noch die Frage, ob dieses auch nukleare Kapazit\u00e4ten beinhalte.<\/p>\n<p>&#8222;Den Amerikanern d\u00fcrfte kaum recht sein, dass Saudi-Arabien einen eigenen Weg geht, \u00fcber den sie keine Kontrolle haben&#8220;, so Stephens. Neben diesen Bedenken werde Washington voraussichtlich auch das Thema k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) zur Sprache bringen. &#8222;Trump will wissen, wie die Saudis zu <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trump-hilft-den-golfstaaten-bei-der-ki-auf-die-spr\u00fcnge\/a-72638007\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Investitionen in amerikanische k\u00fcnstliche Intelligenz<\/a> oder US-Forschungszentren auf saudischem Boden stehen.&#8220;<\/p>\n<p>\u00d6l aus Saudi-Arabien: Profite bis zum letzten Tropfen?   <video id=\"video-69596497\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"69596497\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/69547441_605.webp\" data-duration=\"06:26\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n<p>Enge Beziehungen trotz Kontroversen<\/p>\n<p>&#8222;Uneinig d\u00fcrften sich beide Seiten\u00a0hinsichtlich der \u00d6lf\u00f6rderung sein&#8220;, glaubt\u00a0Stephens.\u00a0\u00a0Die USA w\u00fcrden eine Steigerung der F\u00f6rdermengen begr\u00fc\u00dfen. Riad hingegen w\u00fcnsche ein Moratorium f\u00fcr die F\u00f6rdersteigerung. &#8222;Denn der Preis liegt nicht dort, wo sie ihn gerne h\u00e4tten&#8220;, so Stephens zur DW.<\/p>\n<p>Ein ebenfalls strittiges Thema k\u00f6nnte die anhaltende Menschenrechtslage in Saudi-Arabien sein. Allerdings d\u00fcrften entsprechende Differenzen das Treffen nicht \u00fcberschatten, erwartet Stephens. &#8222;In der Summe wird es ein sehr produktives, freundschaftliches Treffen werden. Denn es gibt viele geopolitische Fragen, die die beiden Staaten l\u00f6sen m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>Aus dem Englischen adaptiert von Kersten Knipp.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das anstehende Treffen zwischen dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und US-Pr\u00e4sident Donald Trump im Wei\u00dfen Haus d\u00fcrfte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":582884,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-582883","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115566851946394041","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=582883"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/582883\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/582884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=582883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=582883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=582883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}