{"id":583237,"date":"2025-11-17T23:52:20","date_gmt":"2025-11-17T23:52:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/583237\/"},"modified":"2025-11-17T23:52:20","modified_gmt":"2025-11-17T23:52:20","slug":"anschlagsdrohung-an-schulen-was-wenn-es-doch-kein-fake-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/583237\/","title":{"rendered":"Anschlagsdrohung an Schulen: Was, wenn es doch kein Fake ist?"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">An vielen Berliner Schulen herrschte noch am Montagmorgen Unsicherheit. Seit dem Wochenende kursierte \u00fcber Messengerdienste die Ank\u00fcndigung von Anschl\u00e4gen gegen rund 20 Berliner Schulen. Auch wenn die Polizei die Drohung rasch als Falschinformation einsch\u00e4tzte: Die Nachricht wurde in mehreren Chatgruppen weitergeleitet und sorgte dort f\u00fcr gro\u00dfe Aufregung. Und obwohl die Polizei f\u00fcr Montag an Schulen besonderen Schutz ank\u00fcndigte, treibt doch manche Eltern, Sch\u00fclerinnen, Sch\u00fcler und Lehrkr\u00e4fte in solchen F\u00e4llen die Sorge um: Was, wenn es kein Fake ist?\u00a0Wir kl\u00e4ren die wichtigsten Fragen.\n<\/p>\n<p>    \u00dcbersicht:<br \/>\n            Was ist passiert?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im Laufe des Sonntags wurde in mehreren WhatsApp- und Telegram-Gruppen eine Nachricht geteilt, in der Anschl\u00e4ge an 20 Berliner Schulen angek\u00fcndigt wurden. Die Nachricht wurde vielfach geteilt. Die Berliner <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/polizei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Polizei<\/a> erhielt nach eigenen Angaben erstmals am Sonntagnachmittag Kenntnis von der Nachricht. Am Sonntagabend um 22 Uhr gab sie in einem Pressestatement Entwarnung. Auch die Senatsbildungsverwaltung wurde informiert und gab die Entwarnung an die Schulaufsichten weiter. Diese wiederum stehen mit den Schulleitungen in Kontakt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Nachricht bereits viele Sch\u00fcler und Eltern erreicht.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nach professioneller Einsch\u00e4tzung des Landeskriminalamts Berlin handele es sich um gezielte Desinformationen, &#8222;die Unsicherheit, Angst und Schrecken unter den Kindern, Jugendlichen und Eltern Berlins erzeugen und verbreiten sollen&#8220;, sagte Martin Halweg, Sprecher der <a href=\"https:\/\/x.com\/polizeiberlin\/status\/1990415352790958170\" class=\"\" target=\"_blank\">Polizei Berlin<\/a>, am Montagnachmittag. &#8222;Der Polizei Berlin liegen keine Erkenntnisse zu konkreten Gef\u00e4hrdungen und Bedrohungen der betroffenen oder anderen Schulen vor.&#8220;\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0ZEIT ONLINE<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Familienzeit<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Erhalten Sie jeden Mittwoch Artikelempfehlungen f\u00fcr und \u00fcber Familien.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a><br \/>\n     zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">An vielen Schulen durften am Montag die Eltern dennoch selbst entscheiden, ob sie ihr Kind zur Schule schicken. Die Polizei war mit speziell ausgebildeten Pr\u00e4ventionsbeamten an den explizit genannten, aber auch an weiteren Schulen pr\u00e4sent. Noch am Sonntagabend hat die Polizei einen F\u00fchrungsstab eingerichtet, der die Ermittlungen f\u00fcr das gesamte Land <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berlin<\/a> zentral koordiniert. Es geht um St\u00f6rung des \u00f6ffentlichen Friedens durch eine Androhung von Straftaten.\u00a0\n<\/p>\n<p>                            Was ist Desinformation?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Als <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/fake-news\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Desinformation<\/a> gelten frei erfundene Informationen, Fakten, die aus dem Kontext gerissen werden, oder Geschichten, an denen Teilaspekte ver\u00e4ndert werden.\u00a0Wichtig ist dabei die Intention: Teilt jemand versehentlich falsche Informationen, spricht man von Falschinformationen. Nur wer bewusst darauf abzielt, andere zu t\u00e4uschen, verbreitet Desinformation.\u00a0\n<\/p>\n<p>                            Wie erkennt man als Eltern eine Desinformation?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Meist teilen Menschen Desinformationen nicht aus b\u00f6ser Absicht, sondern weil sie sich Sorgen machen. Erhalten Sie eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Nachricht, sollten Sie daher zun\u00e4chst innehalten und sich fragen, wie plausibel der Inhalt ist. Grunds\u00e4tzlich gilt: Je absurder eine Nachricht, desto unwahrscheinlicher der Inhalt.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Es k\u00f6nnen aber auch unwahrscheinliche Meldungen wahr sein. Achten Sie daher auf die urspr\u00fcngliche Quelle und wie seri\u00f6s diese ist. Bezieht sich die Nachricht auf einen Medienbericht, eine Website oder politische Stiftung?\u00a0Gibt es das Institut wirklich?\u00a0Wer finanziert es? Hat die Website ein Impressum? Handelt es sich um eine unabh\u00e4ngige Zeitung? Schauen Sie au\u00dferdem, ob Sie andere seri\u00f6se Quellen finden, die den Inhalt st\u00fctzen. L\u00e4sst sich keine weitere Quelle finden, ist die Nachricht vermutlich nicht ernst zu nehmen. Enth\u00e4lt die Nachricht Fotos, k\u00f6nnen Sie diese mit der R\u00fcckw\u00e4rtssuche von Google oder TinEye suchen. So k\u00f6nnen Sie die urspr\u00fcngliche Quelle des Fotos finden.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen weitere Merkmale auf eine Desinformation hindeuten. In der verbreiteten Liste der betroffenen Schulen finden sich beispielsweise einige faktische Fehler. So wird etwa das Mommsen-Gymnasium aus dem Bezirk Charlottenburg aufgez\u00e4hlt, das es seit 1945 nicht mehr gibt. Auch das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium fusionierte bereits 2012 mit einer anderen Schule zum Gymnasium Tiergarten. Derartige Fehler k\u00f6nnten auf die Nutzung einer k\u00fcnstlichen Intelligenz hindeuten. Vor allem aber sind sie ein Hinweis darauf, dass die Nachricht nicht echt sein k\u00f6nnte.\n<\/p>\n<p>                            Wie gehe ich damit um, wenn in einer Chatgruppe Desinformation geteilt wird?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der aktuelle Fall der Anschlagsdrohungen zeigt: Zirkulieren Falschmeldungen einmal in Chatgruppen oder sozialen Medien, sind sie schwer einzufangen. Viele der besorgten Berliner Eltern haben sich richtig verhalten. Sie haben eine zweite Quelle einbezogen und bei der Polizei nachgefragt. Doch auch nachdem die Polizei Entwarnung gegeben hatte, blieben viele Sch\u00fcler und Eltern besorgt. Ist die Desinformation einmal im Umlauf, verbreitet sie Unsicherheit. Das ist oft genau das Interesse des Urhebers. Daher ist es wichtig, die Verbreitung fr\u00fchzeitig zu unterbinden und Nachrichten nicht zu teilen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein Einzelfall ist dieser Fall nicht. Im vergangenen Jahr etwa kursierte in mehreren Schul-Chatgruppen die Desinformation eines <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/news\/2024-04\/23\/senat-warnt-fake-news-im-internet-zu-vergewaltigungstag\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vermeintlichen Vergewaltigungstags<\/a>, an dem Vergewaltigungen angeblich straffrei seien. Norman Heise, Landeselternsprecher des Landes Berlin, r\u00e4t in einem solchen Fall dazu, Ruhe zu bewahren. &#8222;Wer eine solche Nachricht erh\u00e4lt, sollte sie nicht verbreiten, solange es dazu keine gesicherten Informationen gibt.&#8220; Wichtig sei es, die Schulleitung zu informieren. Diese wendet sich dann an die Polizei, die die Gefahrenlage bewerten kann. Erst wenn die Polizei sich zu der Drohung ge\u00e4u\u00dfert hat, sollte man die Informationen teilen.\u00a0\n<\/p>\n<p>                            Welchem Zweck dienen solche Desinformationen?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Hinter einer solchen sich schnell verbreitenden Desinformation steht oft die Intention, den \u00f6ffentlichen Diskurs zu beeinflussen oder politische Interessen durchzusetzen, indem das Vertrauen der \u00d6ffentlichkeit in die mediale Berichterstattung und staatliche Institutionen geschw\u00e4cht wird. Oft soll Unsicherheit verbreitet und so langfristig die demokratischen Strukturen geschw\u00e4cht werden. Besonders perfide: W\u00fcrde in den kommenden Tagen tats\u00e4chlich ein Angriff erfolgen, w\u00e4re das doppelt schlimm. Denn dann f\u00fchlten sich all jene best\u00e4tigt, die der Polizei oder eben den Medien nicht mehr glauben wollen.\u00a0\n<\/p>\n<p>            Zum Thema        <\/p>\n<p>Fake-Nachrichten<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2022-03\/desinformation-russland-ukraine-fotos-fake-news-falschinformation-echtheit\" data-ct-label=\"Desinformation : Zw\u00f6lf Tricks, wie Sie Fake News schnell entlarven\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Desinformation :<br \/>\n                        Zw\u00f6lf Tricks, wie Sie Fake News schnell entlarven<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"An vielen Berliner Schulen herrschte noch am Montagmorgen Unsicherheit. 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