{"id":584070,"date":"2025-11-18T08:17:34","date_gmt":"2025-11-18T08:17:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/584070\/"},"modified":"2025-11-18T08:17:34","modified_gmt":"2025-11-18T08:17:34","slug":"jacques-tilly-stolz-auf-sein-altes-gymnasium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/584070\/","title":{"rendered":"Jacques Tilly stolz auf sein altes Gymnasium"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wenn Jacques Tillys Mottowagen am Rosenmontag durch D\u00fcsseldorf rollen, sind sie immer auch ein Zeichen gegen jede Form von Extremismus und f\u00fcr Toleranz. Sensibilisiert f\u00fcr diese Themen wurde Tilly als Jugendlicher am Oberkasseler Comenius-Gymnasium \u2013 jetzt kehrte er dorthin zur\u00fcck. Denn die traditionsreiche Bildungsst\u00e4tte (1908 gegr\u00fcndet) wurde nun offiziell in das bundesweite Netzwerk \u201eSchule ohne <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/rassismus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rassismus<\/a> \u2013 Schule mit Courage\u201c aufgenommen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Tilly hat 1982 sein Abi am Comenius gemacht (mit einem Schnitt von 2,1) \u2013 so wie bereits sein Vater und Gro\u00dfvater und sp\u00e4ter seine beiden S\u00f6hne. Der Wagenbauer erinnert sich lebhaft an seine eigene Schulzeit \u2013 \u201edie pr\u00e4gend und politisierend war.\u201c Die Schule sei progressiv gewesen, habe \u201egesellschaftliche Verantwortung ernst genommen\u201c, so Tilly. Bis er das verstanden hatte, habe es aber etwas gedauert: \u201eBis zur 9. oder 10. Klasse war ich ein vertr\u00e4umter Romantiker, meine Noten waren eher mau. Aber dann habe ich zum Gl\u00fcck rechtzeitig erkannt, dass die Schule ein toller Bildungsservice ist, den ich nutzen kann.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aber auch eine fr\u00fche Erfahrung habe ihn sein Leben lang begleitet: Als Elfj\u00e4hriger sah <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/jacques-tilly\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jacques Tilly<\/a> im Rahmen eines Schulprojekts Dokumentarfilme \u00fcber Konzentrationslager. \u201eDas hat mich nachhaltig gepr\u00e4gt. Mir war danach v\u00f6llig klar, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Die Schule hat uns das nicht nur zugemutet, sondern zu verantwortungsvollen Menschen erzogen.\u201c Seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Courage-Initiative sei daher heute selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Projekt wird getragen von Lehrern und Eltern, vor allem aber von den Sch\u00fclern. Initiator der Arbeitsgruppe ist unter anderem Lehrer Steffen Hilbert, der Sport und Sozialwissenschaften unterrichtet: \u201eWir wollten als Schulgemeinschaft ein klares Zeichen gegen Rassismus setzen und zeigen, dass Courage zu unserem Selbstverst\u00e4ndnis geh\u00f6rt.\u201c Aus einer kleinen Initiative entstand binnen eines Jahres ein offenes Netzwerk, an dem inzwischen 20 bis 30 Sch\u00fcler und eine Handvoll Eltern mitarbeiten. Freiwillig wie Hilbert betont \u201eNur so bleibt die Motivation lebendig.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine Vertreterin vom \u201eNetzwerk f\u00fcr Demokratie und Courage\u201c w\u00fcrdigte bei der Feierstunde die Entscheidung der Schule, dem Programm beizutreten. Wichtig sei, dass es sich nicht um ein Qualit\u00e4tssiegel handele. Vielmehr gehe es um ein dauerhaftes Bekenntnis: Schulen in dem Netzwerk verpflichten sich, kontinuierlich an Projekten gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zu arbeiten. Um aufgenommen zu werden, m\u00fcssen mindestens 70 Prozent der Schulgemeinschaft zustimmen. Am Comenius-Gymnasium wurde dieser Wert deutlich \u00fcbertroffen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schulleiter Mike Koch betonte in seiner Ansprache, wie wichtig Respekt und gegenseitige Unterst\u00fctzung an der Schule seien. Bei steigenden Sch\u00fclerzahlen und neuen baulichen Gegebenheiten brauche es mehr denn je ein Miteinander, das von \u201eAchtung und Verantwortungsbewusstsein gepr\u00e4gt\u201c sei: \u201eNur so kann unser Gymnasium weiterhin ein Ort sein, an dem sich alle wohlf\u00fchlen und entfalten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Jacques Tilly entfaltete sich \u00fcbrigens so sehr, dass es bis heute Spuren von ihm am Comenius gibt \u2013 auch wenn die nicht ganz legal entstanden: \u201eWir sind fr\u00fcher mal nachts in die Schule eingebrochen und haben die W\u00e4nde versch\u00f6nert\u201c, berichtet er mit einem Grinsen im Gesicht. Bis heute ist ein Bild dieser n\u00e4chtlichen Aktion bestehen geblieben. Direktor Mike Koch findet es vor dem Hintergrund der damaligen Zeit am\u00fcsant: \u201eWir haben gerade bei Renovierungsma\u00dfnahmen das Bild nochmal hervorgehoben.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn Jacques Tillys Mottowagen am Rosenmontag durch D\u00fcsseldorf rollen, sind sie immer auch ein Zeichen gegen jede Form&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":584071,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[4249,43122,140061,18829,3364,29,3405,50249,30,1691,57989,4785,1209,966,24447],"class_list":{"0":"post-584070","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-rassismus","9":"tag-aufgenommen","10":"tag-comenius","11":"tag-courage","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-duesseldorf","15":"tag-gepraegt","16":"tag-germany","17":"tag-gymnasium","18":"tag-jacques-tilly","19":"tag-netzwerk","20":"tag-nordrhein-westfalen","21":"tag-schule","22":"tag-zeichen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115569717723128838","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/584070","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=584070"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/584070\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/584071"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=584070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=584070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=584070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}