{"id":58511,"date":"2025-04-24T22:12:15","date_gmt":"2025-04-24T22:12:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/58511\/"},"modified":"2025-04-24T22:12:15","modified_gmt":"2025-04-24T22:12:15","slug":"pharma-konzerne-schmeicheln-trump-mit-milliarden-versprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/58511\/","title":{"rendered":"Pharma-Konzerne schmeicheln Trump mit Milliarden-Versprechen"},"content":{"rendered":"<p>  Konzerne schmeicheln Trump mit Milliarden-Versprechen \u2013 doch das Geld w\u00e4re meist ohnehin geflossen <\/p>\n<p class=\"headline__lead\">Roche, Novartis &amp; Co. wollen Trump mit Unsummen an Investitionen ruhigstellen. Die Gelder wollten sie meist ohnehin ausgeben. Neu ist, dass sie so offen \u00fcber ihre US-Investitionen reden.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Stand in Kontakt mit der Trump-Administration: Roche-Chef Thomas Schinecker.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"6949\" height=\"4632\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/673ae0c0-1917-46c1-a998-b69d9744c050.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>   Stand in Kontakt mit der Trump-Administration: Roche-Chef Thomas Schinecker. <\/p>\n<p>Bild: Georgios Kefalas\/Keystone<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipgqr4pp0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text\">Die Zahlen sind selbst f\u00fcr weltweit f\u00fchrende Konzerne von einer betr\u00e4chtlichen Dimension.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjlrum51\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Der Pharmariese Novartis verspricht, \u00fcber die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre 23 Milliarden Dollar in zehn bestehende und sieben neue amerikanische Produktions- und Forschungsstandorte zu investieren. Noch gr\u00f6sser richtet das zweite Basler Schwergewicht in der Branche an. Roche verk\u00fcndete am Dienstag, im selben Zeitraum gar 50 Milliarden Dollar in die Vereinigten Staaten zu leiten. So will das Unternehmen bald mehr aus den USA heraus exportieren statt ins Land importieren.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4kf0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Die Ank\u00fcndigungen dienen offensichtlich dazu, Importz\u00f6lle auf Arzneimittel abzuwenden. Verschiedentlich hatte der US-Pr\u00e4sident damit gedroht, solche \u00absehr bald\u00bb einzuf\u00fchren. Die jetzt kommunizierten Investitionen sind somit als direkte Botschaft an Donald Trump zu verstehen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4kk0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Roche-CEO Thomas Schinecker erkl\u00e4rte seine Pl\u00e4ne damit, dass der US-Standort seit jeher ein Treiber f\u00fcr Jobs und Innovation gewesen sei. Mit den Investitionen lege man die Grundlage f\u00fcr k\u00fcnftiges Wachstum. Schinecker betonte zudem bei der Pr\u00e4sentation der Quartalszahlen, dass die Investitionen mit dem Bundesrat abgestimmt worden seien. Er selbst habe auch Gespr\u00e4che mit Vertretern der US-Regierung gef\u00fchrt. Mit welchem Resultat, liess er offen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4km0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Eine Charmeoffensive hat auch Novartis-Chef Vas Narasimhan gestartet. Er versucht, Trump zu schmeicheln, und begr\u00fcndet den Geldregen seines Konzerns, ohne die angedrohten Z\u00f6lle auch nur zu erw\u00e4hnen, mit der \u00abinnovationsfreundlichen\u00bb US-Politik und dem \u00abregulatorischen Umfeld\u00bb.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4kn0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Solche Nachrichten h\u00f6rt der US-Pr\u00e4sident gerne. Schliesslich ist es sein erkl\u00e4rtes Ziel, Arbeitspl\u00e4tze und angeblich verlorene Industrien ins Land zur\u00fcckzuholen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass vieles, was Firmen jetzt als amerikanische Investitionsoffensive verkaufen, schon l\u00e4nger angedacht worden ist.<\/p>\n<p>\u00abNeu ist die massgeschneiderte Kommunikation\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4ko0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Novartis hat sich schon vor drei Jahren zum Ziel gesetzt, in den USA vom zehnten zum f\u00fcnftgr\u00f6ssten Pharmaunternehmen aufzusteigen. Entsprechend wurden daf\u00fcr Gelder reserviert. Auch Roche hat den Bau einer bereits geplanten Gentherapie-Fabrik und eines Forschungszentrums zu k\u00fcnstlicher Intelligenz im Gesamtbetrag von 50 Milliarden inkludiert. Ebenfalls darin enthalten sind die Aufwendungen f\u00fcr Forschung und Entwicklung, die ohnehin j\u00e4hrlich in den USA anfallen. Dasselbe gilt f\u00fcr Novartis.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4kq0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">\u00abEs ist davon auszugehen, dass die nun angek\u00fcndigten US-Investitionen ohnehin schon l\u00e4nger geplant waren\u00bb, sagt Stefan Schneider, Pharma-Analyst bei der Bank Vontobel. \u00abNeu ist, dass die Firmen ihre Pl\u00e4ne massgeschneidert f\u00fcr den US-Markt kommunizieren. Ansonsten ist man zur\u00fcckhaltend mit Zahlen zu einzelnen M\u00e4rkten.\u00bb Schneider sch\u00e4tzt, dass die globalen Ausgaben der beiden Konzerne insgesamt nicht h\u00f6her ausfallen werden als geplant. \u00abM\u00f6glicherweise wird aber die Auslastung der Produktionsst\u00e4tten und wo welches Medikament produziert wird, adjustiert. Die konkrete Aufteilung nach L\u00e4ndern ist jedoch nicht kommuniziert.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4kr0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Ob die vollmundigen Ank\u00fcndigungen und die grossen Zahlen Donald Trump von seinen Pharmaz\u00f6llen abbringen werden? \u00abEs bleibt zu hoffen \u2013 doch eine Garantie gibt es nicht\u00bb, sagt Analyst Schneider. Er betont, wie gef\u00e4hrlich es w\u00e4re, wenn der US-Pr\u00e4sident nach dem Ank\u00fcndigungsreigen den Zollhammer doch noch auf die Pharma niedersausen liesse.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjikddf1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">\u00abDie Firmen brauchen jetzt genug Zeit, um ihre Pl\u00e4ne umzusetzen. Sie k\u00f6nnen solche Betr\u00e4ge gar nicht kurzfristig sinnvoll ausgeben.\u00bb Wenn der US-Pr\u00e4sident die Branche dennoch mit Z\u00f6llen belegen w\u00fcrde, so Schneider, dann k\u00e4me es zu Problemen in den Lieferketten von Medikamenten, was f\u00fcr Patienten gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte \u2013 und an den B\u00f6rsen sicherlich zu gr\u00f6sseren Kursbewegungen f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Falls Z\u00f6lle doch kommen, greifen Notfallpl\u00e4ne<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4ks0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Die Branche jedenfalls w\u00e4lzt Szenarien, sollte Trump nicht zur Vernunft kommen. So hat Roche nicht nur seine Lager in den Staaten und in China aufgestockt. Der Konzern hat auch analysiert, welche bisher im Ausland hergestellten Medikamente am st\u00e4rksten von US-Importz\u00f6llen betroffen w\u00e4ren. Laut Schinecker sind es vier Produkte, deren Namen er aber auf Nachfrage nicht nennen wollte. Mittlerweile habe man daf\u00fcr gesorgt, dass drei dieser Medikamente vollst\u00e4ndig in den USA hergestellt werden k\u00f6nnten. Da die Auslastung der Roche-Fabriken in den USA erst bei 50 Prozent liege, sei man daf\u00fcr gut aufgestellt, so Schinecker. Beim vierten Medikament sei der Wissenstransfer k\u00fcrzlich angelaufen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4ku0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">F\u00fcr Aufruhr sorgt in der Branche nicht nur das drohende Zollchaos. Zu reden gibt auch die Preisgestaltung bei Medikamenten. Denn die amerikanischen Konsumenten bezahlen derzeit dreimal mehr f\u00fcr ihre Arzneimittel als in vergleichbaren L\u00e4ndern.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjir4bl1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Was die Hersteller freut, ist dem US-Pr\u00e4sidenten ein Dorn im Auge. Seine Regierung arbeitet derzeit daran, das aktuelle Preissystem zu reformieren. Die Arzneimittelpreise in den Vereinigten Staaten sollen runter, etwa indem Referenzpreise eingef\u00fchrt werden. Dies berichtete die Nachrichtenagentur <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/healthcare-pharmaceuticals\/trump-looking-cutting-us-drug-prices-international-levels-sources-say-2025-04-22\/\" rel=\"noopener\">Reuters<\/a> am Dienstag. Ein Beobachter sprach von einer \u00abexistenziellen Bedrohung f\u00fcr die Industrie\u00bb.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4kv0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Die Preise sind in den Vereinigten Staaten viel h\u00f6her, weil dort nicht eine staatliche Beh\u00f6rde mit den Herstellern \u00fcber Preise verhandelt, sondern Tausende verschiedene Akteure. Dementsprechend tief ist deren Verhandlungsmacht. Laut der Pharmabranche haben die h\u00f6heren Preise den Vorteil, dass in den USA Patienten deutlich schneller Zugang zu neuen Medikamenten erhalten.<\/p>\n<p>Wer muss sich bei den Preisen wem ann\u00e4hern?<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4l10\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Mit solchen Vorteilen argumentiert auch Novartis-Chef Narasimhan. W\u00e4hrend Trump die Kosten dr\u00fccken will, betont er den Vorbildcharakter der aktuell hohen US-Preise. In einem Brief rief Narasimhan zusammen mit Sanofi-Chef Paul Hudson die EU-Kommission dazu auf, die europ\u00e4ischen Medikamentenpreise dem amerikanischen Niveau anzun\u00e4hern. Denn tiefere Preise in der EU w\u00fcrden das Wachstum der Pharma auf dem alten Kontinent \u00abk\u00fcnstlich\u00bb begrenzen, schreibt Narasimhan.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4l20\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Die Forderung kursiert seit Jahren. Nun, da Europa vor einem Handelskrieg steht und Milliarden nach Amerika abfliessen, nutzt die Pharmaindustrie die Gunst der Stunde. Sie warnt, dass ohne Preisreform europ\u00e4ische Firmen abwandern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ipjif4l30\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Nicht nur Trump beherrscht das Spiel mit den Drohungen. Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen d\u00fcrfte sich kaum darauf einlassen.<\/p>\n<p>Aktuelles aus dem Bereich Wirtschaft  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Konzerne schmeicheln Trump mit Milliarden-Versprechen \u2013 doch das Geld w\u00e4re meist ohnehin geflossen Roche, Novartis &amp; Co. wollen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":58512,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,106,6205,290,13,9951,549,14,15,25049,25045,12,27039,4017,4018,173,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-58511","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-donald-trump","11":"tag-firmen-und-kmu","12":"tag-gesundheitswesen","13":"tag-headlines","14":"tag-investitionen","15":"tag-medikament","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-novartis","19":"tag-roche","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-thomas-schinecker","22":"tag-united-states","23":"tag-united-states-of-america","24":"tag-unternehmen","25":"tag-us","26":"tag-usa","27":"tag-vereinigte-staaten","28":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114395240491064310","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58511"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58511\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/58512"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58511"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58511"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}