{"id":585196,"date":"2025-11-18T19:28:18","date_gmt":"2025-11-18T19:28:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/585196\/"},"modified":"2025-11-18T19:28:18","modified_gmt":"2025-11-18T19:28:18","slug":"weltweite-co2-revolution-eu-und-china-schmieden-pakt-ohne-die-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/585196\/","title":{"rendered":"Weltweite CO2-Revolution? EU und China schmieden Pakt \u2013 ohne die USA"},"content":{"rendered":"<p>Eine neue Klima-Koalition will CO2-Handelssysteme weltweit harmonisieren. L\u00e4nder wie China, die EU und Kanada b\u00fcndeln Kr\u00e4fte, um Emissionen zu senken und k\u00f6nnten damit den internationalen Handel und die Wettbewerbsregeln f\u00fcr immer ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Leise, fast unbemerkt, f\u00e4llt auf der COP30 in Brasilien der Startschuss f\u00fcr eine Klima-Allianz mit dem Potenzial, den Welthandel zu ver\u00e4ndern: die \u201eOpen Coalition on Compliance Carbon Markets\u201c. Das B\u00fcndnis will die verschiedenen Emissionshandelssysteme weltweit vereinheitlichen. Klingt trocken und technisch? Vielleicht. Doch die Pl\u00e4ne k\u00f6nnten den globalen Handel nachhaltig beeinflussen \u2013 und den Klimaschutz erheblich voranbringen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Ein Blick nach Europa zeigt, wie das funktioniert: Die EU setzt seit Jahren auf das Europ\u00e4ische Emissionshandelssystem \u2013 <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/earth\/eu-verschiebt-klima-hammer-um-ein-jahr-der-betrifft-uns-alle_cfe48f0a-b977-45d4-ad7d-0a8805791cdb.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">den sogenannten ETS I f\u00fcr die Industrie, den ETS II ab 2028 f\u00fcr Verkehrs- und Geb\u00e4udesektor.<\/a> Das Prinzip ist einfach: CO2 zu emittieren kostet Geld. Unternehmen m\u00fcssen Zertifikate kaufen, um Emissionen aussto\u00dfen zu d\u00fcrfen. Die automatisch sinkende Anzahl von Zertifikaten treibt die Preise in die H\u00f6he, h\u00f6here Kosten schaffen Anreize f\u00fcr saubere Technologien. \u00d6l, Gas und Kohle werden teurer \u2013 die Verbraucher zahlen, gleichzeitig flie\u00dft Geld in klimafreundliche Industrie, Heizungen und E-Mobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>In diesem Jahr kommen die Staaten bei der <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/earth\/weltklimakonferenz\/\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">UN-Klimakonferenz in Bel\u00e9m <\/a>zusammen, um \u00fcber den weltweiten Kampf gegen die Klimakrise zu diskutieren.<\/p>\n<p>FOCUS online Earth berichtet f\u00fcr Sie \u00fcber die COP30: Alle wichtigen Entwicklungen, Hintergr\u00fcnde und aktuellen Updates k\u00f6nnen <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/earth\/weltklimakonferenz\/weltklimakonferenz-cop30-brasilien-merz-vergleich-belem-deutschland_519a1f8a-2500-41e3-a3f2-fb60b38e725b.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">Sie hier im Ticker nachverfolgen.<\/a><\/p>\n<p>CO2-Preis: Angst vor der Abwanderung<\/p>\n<p>Kritik gibt es dennoch: Verteuert sich die Produktion in Europa durch den Emissionshandel, k\u00f6nnten Unternehmen ihre Industrien in L\u00e4nder ohne CO2-Preis verlagern. Das Risiko nennt sich Carbon Leakage \u2013 die Emissionen wandern ins Ausland.<\/p>\n<p>Die EU versucht, mit dem sogenannten CBAM gegenzusteuern, einem CO2-Zoll auf importierte Produkte aus L\u00e4ndern ohne Bepreisung. Auf schmutzig produziertem Stahl aus dem Nicht-EU-Ausland w\u00e4re dann immer noch ein Klima-Aufschlag f\u00e4llig. Au\u00dferhalb Europas wird der CBAM daher mit Argwohn betrachtet: Nicht wenige L\u00e4nder sehen in dem Mechanismus eine neue Handelsbarriere, auf der Klimakonferenz im brasilianischen Bel\u00e9m sorgt der CBAM f\u00fcr hitzige Debatten.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>\u201eDer gr\u00f6\u00dfte Gamechanger\u201c<\/p>\n<p>Die EU ist mit ihrem Emissionshandelsystem l\u00e4ngst nicht allein, auch andere Staaten setzen bereits auf den Mechanismus. Brasiliens \u201eOpen Coalition\u201c stetzt hier jetzt an: Die Initiative will auf der Weltklimakonferenz ein Netzwerk aller L\u00e4nder schaffen, die bereits ein Emissionshandelssystem haben oder gerade einf\u00fchren. Ziel ist, die verschiedenen Systeme weltweit aufeinander abzustimmen, um den CO2-Handel transparent, fair und grenz\u00fcberschreitend zu gestalten. Neben der EU geh\u00f6ren bislang China, Kanada, Gro\u00dfbritannien, Mexiko, Chile und Sambia zur Allianz.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Experten und Politiker sehen in der Initiative enormes Potenzial. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra lobte die auf der COP30 angek\u00fcndigte Koordination der CO2-M\u00e4rkte in der EU, China und Brasilien und bezeichnete sie als m\u00f6glichen Katalysator f\u00fcr die Energiewende. Ein Preis f\u00fcr CO2-Emissionen setze klare Anreize f\u00fcr Unternehmen, ihren Aussto\u00df so effizient und schnell wie m\u00f6glich zu reduzieren. \u201eEine fl\u00e4chendeckende CO2-Bepreisung k\u00f6nnte der gr\u00f6\u00dfte Gamechanger sein, den wir in den kommenden Jahren entfesseln k\u00f6nnten\u201c, so Hoekstra.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<img decoding=\"async\" data-hk=\"00a1042120a191a140302010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ad1db209-8740-41c3-9db6-2efae3f41efe.ae97be3e-cf8c-4a34-97b4-e9caefb39482.jpg\"  alt=\"Nahezu unbemerkt entsteht auf der COP30 eine globale Klima-Allianz, die den CO2-Handel neu ordnen k\u00f6nnte.\" width=\"1016\" height=\"720\"\/> Nahezu unbemerkt entsteht auf der COP30 eine globale Klima-Allianz, die den CO2-Handel neu ordnen k\u00f6nnte.  Cop30 Brasil Amaz\u00f4nia <\/p>\n<p>In Deutschland st\u00f6\u00dft die Initiative grunds\u00e4tzlich auf Zustimmung. Die Bundesregierung begr\u00fc\u00dft die Bem\u00fchungen der brasilianischen COP-Pr\u00e4sidentschaft, die Kohlenstoffm\u00e4rkte \u00fcber eine internationale Koalition voranzubringen. \u201eEine st\u00e4rkere Angleichung der Ans\u00e4tze zur Bilanzierung von Treibhausgasen ist f\u00fcr alle L\u00e4nder von Vorteil und kann die Berichtskosten f\u00fcr Unternehmen, die in mehreren M\u00e4rkten t\u00e4tig sind, senken\u201c, erkl\u00e4rt ein Sprecher des Bundesumweltministeriums.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Ansage an die Petrostaaten<\/p>\n<p>Die Open Coalition funktioniert wie ein internationales Netzwerk f\u00fcr CO\u2082-M\u00e4rkte \u2013 ein Forum, in dem L\u00e4nder Erfahrungen austauschen, Regeln abstimmen und Standards harmonisieren. So wollen die Staaten sicherstellen, dass Emissionshandelssysteme nicht nur ambitioniert, sondern auch fair und wirksam sind. Gleichzeitig soll L\u00e4ndern geholfen werden, die ihre Systeme gerade erst aufbauen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Und, am Wichtigsten: Langfristig sollen die einzelnen Systeme kompatibel sein und miteinander handeln k\u00f6nnen. Das Ergebnis w\u00e4re ein riesiger Handelsraum mit gleichen oder zumindest \u00e4hnlichen Regeln. Wenn sich gro\u00dfe L\u00e4nderbl\u00f6cke wie die EU, China, Gro\u00dfbritannien oder Kanada vernetzen, erleichtert das nicht nur den Handel untereinander, sondern setzt auch Staaten unter Druck, die nicht mitmachen wollen. Das trifft vor allem Petrostaaten wie Saudi-Arabien, Russland oder die USA unter Donald Trump. Wer weiter auf fossile Energien setzt, w\u00e4re besonders von Z\u00f6llen auf CO2-intensive Produkte betroffen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>F\u00fcr die EU sind Initiativen dieser Art besonders wichtig. \u201eDie Brasilianer haben eine gute Initiative geschaffen, da das internationale Interesse an Emissionshandelssystemen w\u00e4chst\u201c, sagt Linda Kalcher, Leiterin des Br\u00fcsseler Thinktanks Strategic Perspectives, zu FOCUS online Earth. Einheitliche Standards und Qualit\u00e4tspr\u00fcfungen f\u00fcr internationale Kredite w\u00fcrden f\u00fcr die EU immer bedeutsamer, um Betrug zu verhindern. \u201eDenn die EU plant ja, sich solche Projekte zum 2040-Klimaziel anrechnen zu lassen&#8220;, so Kalcher.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Langes Warten<\/p>\n<p>Wann es jedoch soweit ist, bleibt zun\u00e4chst offen. Das Harmonisieren und Anpassen der verschiedenen Emissionshandelssysteme weltweit werde noch Jahre dauern, warnt Kalcher. Doch wer fr\u00fch auf emissionsarme Technologien setzt, kann sich dort Marktanteile sichern, wo ein Emissionshandel den CO2-Markt bestimmt.<\/p>\n<p>China zeigt, wie lukrativ der Export gr\u00fcner Technologien inzwischen sein kann: Nach einer Analyse der Denkfabrik Ember verdiente Peking im Jahr 2025 mit dem Export gr\u00fcner Technik bereits 50 Prozent mehr als die USA mit dem Export von fossilen Energien, das Verh\u00e4ltnis lag bei 120 Milliarden zu 80 Milliarden Dollar. F\u00fcr den Klimaschutz k\u00f6nnte ein globaler CO2-Markt Emissionen verteuern und Investitionen in saubere Technologien beschleunigen. Ob diese Effekte tats\u00e4chlich in gro\u00dfem Ma\u00dfstab eintreten werden \u2013 und wie gerecht sie verteilt w\u00fcrden \u2013 bleibt derzeit noch: offen.<\/p>\n<p><strong>FOCUS online Earth<\/strong> widmet sich der Klimakrise und ihrer Bew\u00e4ltigung.<br \/>Faktenzentriert. Fundiert. Konstruktiv. <strong>Jeden<\/strong> <strong>Freitag als Newsletter.<\/strong><\/p>\n<p>Neue Klima-Koalition \u2013 Aufbruch oder Risiko f\u00fcr den Wohlstand?<\/p>\n<p><a data-hk=\"00a1042120a20000100\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/earth\/weltklimakonferenz\/debatte-globale-klima-allianz-spaltet-die-community_cbb6bcd5-99d8-4b90-8c45-c68318bc3a92.html\" title=\"Die Debatte\" class=\"RUC-Button RUC-Button--Shop \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Debatte<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine neue Klima-Koalition will CO2-Handelssysteme weltweit harmonisieren. 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