{"id":585618,"date":"2025-11-18T23:40:11","date_gmt":"2025-11-18T23:40:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/585618\/"},"modified":"2025-11-18T23:40:11","modified_gmt":"2025-11-18T23:40:11","slug":"berlin-kleine-funken-was-man-ueber-walkie-talkies-wissen-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/585618\/","title":{"rendered":"Berlin | Kleine \u00abFunken\u00bb: Was man \u00fcber Walkie-Talkies wissen sollte"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Walkie-Talkies sind mehr als Retro-Gadgets. Sie verbinden uns dort, wo Smartphones scheitern &#8211; etwa weil das Mobilfunknetz l\u00f6chrig oder die Umgebung zu ruppig ist. Auf Festivals, bei Ausfl\u00fcgen oder der Segelregatta bew\u00e4hren sich Funkger\u00e4te als praktisches und zuverl\u00e4ssiges Kommunikationsmittel.<\/p>\n<p>Die kleinen, handlichen \u00abFunken\u00bb sind g\u00fcnstig, unkompliziert und schaffen eine unabh\u00e4ngige Verbindung auf Knopfdruck. Viele Nutzer wissen dabei allerdings gar nicht, welche Technik sie genau verwenden und worauf sie achten sollten, um \u00c4rger zu vermeiden.<\/p>\n<p>Vier Arten, wie man funken kann<\/p>\n<p>Wer hierzulande Funkger\u00e4te f\u00fcr den Freizeitbereich sucht, hat vier verschiedene Funkklassen zur Auswahl:<\/p>\n<p>1. \u00abDa ist zum einen der CB-Funk auf der Kurzwelle, der vor allem von Truckern genutzt wird. Der reicht ziemlich weit, mitunter h\u00f6rt man sogar noch den Taxifunk aus Spanien\u00bb, sagt Urs Mansmann vom Fachmagazin \u00abc`t\u00bb. F\u00fcr den klassischen Freizeitgebrauch sei CB-Funk aber weniger geeignet, da er insgesamt st\u00f6ranf\u00e4lliger ist. Zudem sind die meisten Ger\u00e4te auch f\u00fcr den Einbau bestimmt.<\/p>\n<p>2. Weit verbreitet ist der PMR-Funk (Private Mobile Radio), der europaweit zugelassen ist und analog bis zu 16 Kan\u00e4le bietet, digital sind es sogar 32. \u00abDer Vorteil ist, dass man diese Ger\u00e4te auch zum Beispiel im Urlaub auf dem Campingplatz in Italien nutzen kann, da das entsprechende UHF-Frequenzband 446 in ganz Europa zugelassen ist\u00bb, sagt Mansmann.<\/p>\n<p>3. Dann ist da Freenet &#8211; nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Mobilfunkanbieter. Das hat deutlich weniger Kan\u00e4le und ist nur in Deutschland zugelassen, hat aber eine bessere Reichweite.<\/p>\n<p>4. Und schlie\u00dflich gibt es noch LPD als vierte M\u00f6glichkeit. Sie ist Mansmann zufolge aber kaum noch relevant, da die Sendeleistung zu schwach und die Reichweite zu gering ist.<\/p>\n<p>Lizenzfrei \u2013 aber nicht ohne Regeln<\/p>\n<p>Funkger\u00e4te, umgangssprachlich auch Walkie-Talkies genannt, die mit einer dieser vier Varianten funken, d\u00fcrfen in Deutschland lizenzfrei genutzt werden. \u00abMan spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten Jedermannfunk\u00bb, erkl\u00e4rt Matthias Jung vom Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC). \u00abDer Jedermannfunk ist jedoch klar vom Amateurfunk zu unterscheiden, der als wissenschaftlich-technischer Funkdienst eine v\u00f6llig andere Ausrichtung verfolgt und deutlich mehr Frequenzen, M\u00f6glichkeiten und Reichweite bietet.\u00bb<\/p>\n<p>Funkamateuren ist es beispielsweise erlaubt, h\u00f6here Sendeleistungen zu verwenden, eigene Ger\u00e4te zu bauen, oder kommerzielle Funkger\u00e4te umzur\u00fcsten und mit selbstgebauten Antennen zu betreiben &#8211; Dinge, die beim Jedermannfunk nicht erlaubt sind. Voraussetzung f\u00fcrs Amateurfunken ist jedoch ein g\u00fcltiges Funkzeugnis sowie die Zulassung zum Amateurfunkdienst mit einem pers\u00f6nlichen Rufzeichen. Beides erh\u00e4lt man nach bestandener technischer Pr\u00fcfung bei der Bundesnetzagentur. \u00abDas ist vergleichbar mit dem F\u00fchrerschein beim Autofahren\u00bb, so Jung.<\/p>\n<p>Bei Jedermann-\u00abFunken\u00bb auf die Zulassung achten<\/p>\n<p>Jedermann-Funkger\u00e4te darf in Deutschland hingegen jeder nutzen, ohne daf\u00fcr eine Pr\u00fcfung abzulegen oder eine Genehmigung zu beantragen. Dennoch ist Vorsicht geboten. \u00abMan sollte nur zugelassene Ger\u00e4te kaufen\u00bb, r\u00e4t Mansmann. Bei ungepr\u00fcften Ger\u00e4ten k\u00f6nne es schnell passieren, dass man auf einer falschen Frequenz unterwegs sei, die beispielsweise von einem Unternehmen genutzt werde.<\/p>\n<p>\u00abDann schaltet sich bei entsprechenden Beschwerden auch die Bundesnetzagentur ein und pr\u00fcft, woher das Signal kommt. Die Folge kann ein saftiges Strafgeld sein\u00bb, so der Experte. Das sei zum Beispiel auch schon Nutzern nicht zugelassener Babyfone passiert. Daher sollte beim Kauf immer auf das CE-Zeichen und die Zulassung f\u00fcr den Funkstandard sowie Freigabe f\u00fcr die Nutzung in Deutschland geachtet werden.<\/p>\n<p>Wie weit reicht der Funk \u2013 und wo sind die Grenzen?<\/p>\n<p>Bei der Reichweite der Walkie-Talkies haben die Versprechen vieler Hersteller mit der Wirklichkeit leider oft nicht viel zu tun. Das haben etwa Tests der \u00abc`t\u00bb ergeben. \u00abDie oft versprochenen zehn Kilometer Reichweite sind illusorisch\u00bb, sagt Mansmann. Dies w\u00fcrde nur funktionieren, wenn man auf einem Berggipfel stehe.<\/p>\n<p>In der Stadt und auf freiem Gel\u00e4nde seien maximal anderthalb Kilometer m\u00f6glich, im Wald oft nur wenige hundert Meter. Als Hauptgrund daf\u00fcr benennt Mansmann die kurzen Antennen der Handfunkger\u00e4te, die aber baulich so gewollt sind.<\/p>\n<p>Nur CB-Funk schafft es weiter &#8211; bis zu 50 Kilometer<\/p>\n<p>Laut Matthias Jung vom DARC kommt im Jedermannfunk nur der CB-Funk auf h\u00f6here Reichweiten von bis zu 50 Kilometern. \u00abUnter bestimmten Voraussetzungen bei der Kurzwellenausbreitung sind auch mal 2000 Kilometer drin\u00bb, sagt der Funk-Experte. \u00abBei PMR hingegen sind 500 Meter bis 1 Kilometer typisch, bei Freenet k\u00f6nnen es unter optimalen Bedingungen bis zu 5 Kilometer sein.\u00bb<\/p>\n<p>Was kostet ein gutes Walkie-Talkie?<\/p>\n<p>Walkie-Talkies gibt es in allen Preisklassen, ein einfaches PMR-Set bekommt sie man schon f\u00fcr 20 bis 50 Euro, Freenet-Ger\u00e4te liegen preislich \u00e4hnlich. \u00abEinsteiger-Sets reichen f\u00fcr den Campingplatz oder den Garten\u00bb, meint Urs Mansmann. \u00abWenn man aber h\u00e4ufiger unterwegs ist, lohnt es sich schon, etwas mehr auszugeben.\u00bb<\/p>\n<p>Teurere Ger\u00e4te sind beispielsweise gegen Spritzwasser gesch\u00fctzt, haben ein robusteres Geh\u00e4use oder beinhalten praktisches Zubeh\u00f6r wie Headset oder Ladeschale. Wer digitale Technik nutzen m\u00f6chte, muss ebenfalls mehr ausgeben.<\/p>\n<p>Analog oder digital? &#8211; Das ist auch eine Glaubensfrage<\/p>\n<p>Apropos digital, die Entscheidung zwischen analog und digital ist nicht nur eine Kostenfrage. \u00abDas ist wie so oft auch eine Glaubensfrage\u00bb, so Matthias Jung. \u00abDer Vorteil von digitalen Ger\u00e4ten ist, dass es kein st\u00f6rendes Rauschen gibt. Daf\u00fcr klingt die Stimme oft etwas verfremdet.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Wird die Reichweite zu gro\u00df, kann man bei analogen Ger\u00e4ten zwischen dem Rauschen immer noch etwas verstehen, bei digitalen Walkie-Talkies hingegen bricht die Verbindung dann komplett ab.<\/p>\n<p>Wichtig: Beim Jedermannfunk h\u00f6rt jeder mit<\/p>\n<p>Wer im Jedermannfunk unterwegs ist, muss sich allerdings dar\u00fcber im Klaren sein, dass dies frei zug\u00e4ngliche Netze sind. \u00abAbh\u00f6rsicher sind die Ger\u00e4te nicht\u00bb, betont Mansmann. \u00abZwar reagieren die Ger\u00e4te nur aufeinander, aber es ist keine echte Verschl\u00fcsselung hinterlegt.\u00bb Befindet sich ein weiteres Walkie-Talkie in der Umgebung, das zuf\u00e4llig auf den gleichen Kanal eingestellt ist, kann die eigene Unterhaltung mitgeh\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>Urs Mansmann r\u00e4t daher auch dazu, nach dem Kauf neuer Ger\u00e4te nicht auf den Werkseinstellungen zu bleiben. \u00abViele Leute funken auf dem gleichen Standardkanal. Da kann es schnell passieren, dass man pl\u00f6tzlich andere Gespr\u00e4che mith\u00f6rt oder selbst gest\u00f6rt wird.\u00bb<\/p>\n<p>Verschl\u00fcsselte Kommunikation nur bei sehr teuren Ger\u00e4ten<\/p>\n<p>Eine verschl\u00fcsselte Kommunikation w\u00fcrden nur sehr teure Ger\u00e4te bieten, wie sie im Security-Bereich eingesetzt werden, so Mansmann, der daher auch dringend davon abr\u00e4t, Kindern einfach so ein Walkie-Talkie in die Hand zu dr\u00fccken: \u00abDann k\u00f6nnte theoretisch jeder mit den Kindern Kontakt aufnehmen.\u00bb<\/p>\n<p>Im Amateurfunk ist die Verschleierung der Inhalte \u00fcbrigens sogar verboten: \u00abHier ist das \u00f6ffentlich gesprochene Wort ein Grundprinzip\u00bb, erkl\u00e4rt Matthias Jung vom DARC. Das hei\u00dft, jeder kann und soll alles mith\u00f6ren.<\/p>\n<p>Jedermann-Walkie-Talkies sind quasi selbsterkl\u00e4rend<\/p>\n<p>Walkie-Talkies sind einfach zu bedienen. Die Sorge, man m\u00fcsse erst Frequenzen einstellen oder komplizierte Men\u00fcs verstehen, ist unbegr\u00fcndet. \u00abDie Bedienung ist praktisch selbsterkl\u00e4rend\u00bb, sagt Jung. \u00abEs gibt meistens feste Kan\u00e4le, die man einfach mit einem Drehknopf ausw\u00e4hlt.\u00bb<\/p>\n<p>Die h\u00e4ufig anzutreffende Freisprechfunktion VOX sehen Experten wie Urs Mansmann skeptisch. Ist die aktiviert, soll das Funkger\u00e4t automatisch auf Sendung gehen, wenn man etwas sagt. Das klingt nach einer praktischen Funktion, speziell, wenn die Funkger\u00e4te f\u00fcr Motorradtouren oder andere Aktivit\u00e4ten genutzt werden, bei denen keine Hand f\u00fcr die Push-to-Talk-Taste frei ist. \u00abIn der Praxis kann sich VOX aber schnell ungewollt verselbst\u00e4ndigen, weil schon laute Ger\u00e4usche reichen, um das Senden zu aktivieren\u00bb, erkl\u00e4rt Mansmann.<\/p>\n<p>Fazit: Mehr als ein Spielzeug und sehr n\u00fctzlich im Alltag<\/p>\n<p>Walkie-Talkies sind mehr als Spielzeug und k\u00f6nnen im Alltag sehr n\u00fctzlich sein. Wer sich ein wenig mit der Technik auseinandersetzt, die richtigen Ger\u00e4te f\u00fcr den eigenen Zweck w\u00e4hlt und sich an die grundlegenden Regeln h\u00e4lt, hat damit ein robustes, netzunabh\u00e4ngiges Kommunikationsmittel zur Hand &#8211; das etwa gerade dann seine St\u00e4rken ausspielt, wenn das Handy streikt oder die Umgebung rauer ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Walkie-Talkies sind mehr als Retro-Gadgets. 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