{"id":586169,"date":"2025-11-19T05:06:14","date_gmt":"2025-11-19T05:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586169\/"},"modified":"2025-11-19T05:06:14","modified_gmt":"2025-11-19T05:06:14","slug":"verfolgungsjagden-im-all-tagesschau-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586169\/","title":{"rendered":"Verfolgungsjagden im All\u00a0\u00a0 | tagesschau.de"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/weltkaumkommando-bundeswehr-100.jpg\" alt=\"Monitore mit Umlaufbahnen von Satelliten sind im Weltraumkommando der Bundeswehr am Niederrhein zu sehen.\" title=\"Monitore mit Umlaufbahnen von Satelliten sind im Weltraumkommando der Bundeswehr am Niederrhein zu sehen. | picture alliance\/dpa\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.11.2025 18:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Es gibt weitaus mehr milit\u00e4rische St\u00f6rversuche im Weltall durch Russland und China als bislang bekannt. Das zeigen Recherchen von WDR, NDR und SZ. Die Bundeswehr best\u00e4tigt eine Zunahme solcher Aktionen.\u00a0\u00a0 <\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Manuel Bewarder, Florian Flade und Palina Milling, WDR\/NDR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das milit\u00e4rische Katz-und-Maus-Spiel l\u00e4uft zum Beispiel so: Ein russischer Satellit ver\u00e4ndert pl\u00f6tzlich seine Umlaufbahn. Er steuert eine Position an, von der er schon bald einen besseren Blick hat &#8211; und zwar auf eine Bundeswehr-Liegenschaft in Deutschland, in der\u00a0ukrainische Soldaten ausgebildet werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So jedenfalls schildert man es in Sicherheitskreisen. Demnach ist solch ein Vorfall f\u00fcr das deutsche Weltraumlagezentrum seit dem Start des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches mehr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Reaktion der Einheit im nordrhein-westf\u00e4lische Uedem folgt dann prompt: Die Gefahr wird weitergemeldet. Vor Ort wird das Training der Ukrainer zum Beispiel\u00a0kurzfristig in eine Halle verlegt und so vor den Blicken aus dem All gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>    Weltraumstrategie soll vorgestellt werden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Recherchen von WDR, NDR und S\u00fcddeutscher Zeitung zeigen, dass es weit mehr St\u00f6rversuche durch Russland und China gibt als bisher bekannt. Die konkreten Vorf\u00e4lle verdeutlichen, warum Deutschland an diesem Mittwoch erstmals eine eigene Weltraumsicherheitsstrategie vorlegen will.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn was im All passiert, kann massive Folgen f\u00fcr das Leben auf der Erde haben. Mehr als 10.000 vor allem zivile Satelliten kreisen mittlerweile um die Erde. Wenn wichtige Systeme ausfallen, dann hat das umgehend Konsequenzen: f\u00fcr\u00a0Navigation, Bank\u00fcberweisungen oder Wettervorhersagen. Und vor allem f\u00fcr milit\u00e4rische Konflikte, wie die ersten Stunden nach dem Angriff auf die Ukraine zeigten: Just da f\u00fchrte ein mutma\u00dflich durch Russland ausgef\u00fchrter Cyberangriff auf einen Kommunikationssatelliten dazu, dass die Kommunikation ukrainischer Armee- und Sicherheitsbeh\u00f6rden gest\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gab vor Kurzem einen seltenen \u00f6ffentlichen Einblick in die Bedrohungslage im Weltraum: Er berichtete beim Weltraumkongress des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, dass\u00a0gerade zwei auch von der Bundeswehr mitgenutzte Satelliten durch zwei russische Aufkl\u00e4rungssatelliten verfolgt w\u00fcrden. Er warnte, Russland und China h\u00e4tten ihre F\u00e4higkeiten zur Kriegsf\u00fchrung im Weltraum in den vergangenen Jahren &#8222;rasant ausgebaut&#8220;.<\/p>\n<p>    Zahlreiche weitere Zwischenf\u00e4lle<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den neuen Recherchen zufolge gab es in den vergangenen Monaten zahlreiche weitere Zwischenf\u00e4lle im All: Wie die franz\u00f6sische Firma Aldoria, die Satelliten \u00fcberwacht, auf Anfrage erkl\u00e4rte, kam es seit April 2023 wiederholt zu auff\u00e4lligen Ann\u00e4herungen von bis zu 140 Kilometern auf Bundeswehr-Satelliten, eine ungew\u00f6hnliche Entfernung, die Experten zufolge ausreicht, um\u00a0Signale abzufangen, die durch einen Satelliten \u00fcbertragen werden.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei einem weiteren Vorfall soll Russland in diesem Fr\u00fchsommer einen Bundeswehr-Satelliten durch einen Angriff von einer Bodenstation aus gest\u00f6rt haben. Durch dieses sogenannte Jamming der Signale sei es zu einem mehrst\u00fcndigen Kommunikationsausfall des deutschen Satelliten gekommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Bundeswehr best\u00e4tige auf Anfrage allgemein, dass St\u00f6rversuche gegen Satelliteninfrastrukturen am Boden und im Orbit zunehmen.\u00a0Verschiedene Akteure setzten St\u00f6rversuche gezielt ein. Generalmajor Michael Traut, Kommandeur des Weltraumkommandos der Bundeswehr, sagte im Interview mit WDR, NDR und SZ: &#8222;Wir sind bedroht. Russland hat F\u00e4higkeiten, uns tats\u00e4chlich im Weltraum zu bedrohen und ma\u00dfgeblich zu st\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n<p>    Auch China verfolgt deutsche Satelliten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie die neuen Informationen au\u00dferdem zeigen, verfolgt neben Russland auch China deutsche Satelliten. So soll sich beispielsweise Ende Juli ein chinesischer Satellit einem Bundeswehr-Satelliten auf bis zu 120 Kilometer gen\u00e4hert haben. Die Bundeswehr erkl\u00e4rte dazu, dass man sich nicht zu konkreten Handlungen anderer Nationen \u00e4u\u00dfere. Grunds\u00e4tzlich verf\u00fcge China \u00fcber ein &#8222;sehr ehrgeiziges Weltraumprogramm&#8220; und habe &#8222;wiederholt F\u00e4higkeiten im Orbit demonstriert.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die chinesische Botschaft in Berlin verweist auf eine fr\u00fcheres Statement, wonach man &#8222;stets f\u00fcr die friedliche Nutzung des Weltraums&#8220; eingetreten sei. China lehne es &#8222;entschieden ab, dass Deutschland den Hype der Bedrohung durch andere L\u00e4nder als Vorwand f\u00fcr den Ausbau seiner eigenen milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten nutze&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es sind dann auch vor allem Russland und China, die in der neuen Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung wiederholt als m\u00f6gliche Bedrohung genannt werden. &#8222;Russland stellte in den letzten Jahren mehrfach Weltraumkriegsf\u00e4higkeiten unter Beweis&#8220;, hei\u00dft es in dem Entwurf, der WDR, NDR und SZ vorliegt. China wiederum entwickle und erprobe kontinuierlich F\u00e4higkeiten zur &#8222;Zerst\u00f6rung von Satelliten durch bodengest\u00fctzte Waffensysteme sowie durch Satelliten&#8220;.<\/p>\n<p>    35 Milliarden Euro f\u00fcr Weltraumprojekte<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die erste deutsche Weltraumsicherheitsstrategie war bereits von der Vorg\u00e4ngerregierung auf den Weg gebracht worden. Nach dem vorzeitigen Aus der Regierung ist der Entwurf jetzt noch einmal \u00fcberarbeitet und finalisiert worden. Bis 2035 sollen 35 Milliarden Euro in Weltraumprojekte flie\u00dfen. Falls sich andere M\u00e4chte nicht f\u00fcr eine &#8222;nachhaltige Ordnung&#8220; im All einsetzten, solle Deutschland auch eine &#8222;Abschreckung aufbauen&#8220; und auf Angriffe im Weltraum reagieren k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">International wurden zuletzt gleich mehrere Warnungen laut: Der Leiter des britischen Weltraumkommandos berichtete, dass Russland im Grunde w\u00f6chentlich versuche, britische Milit\u00e4raktivit\u00e4ten zu st\u00f6ren: &#8222;Wir sehen, dass unsere Satelliten von Russland relativ regelm\u00e4\u00dfig gest\u00f6rt werden&#8220;, sagte er der BBC. Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron wiederum sagte vor wenigen Tagen, der Weltraum sei &#8222;zu einem Schlachtfeld&#8220; geworden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bereits im April hatte NATO-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte davor gewarnt, dass Russland k\u00fcnftig auch Krieg im Weltraum f\u00fchren und dabei Atomwaffen gegen Satelliten einsetzen k\u00f6nnte. Der Hintergrund: Moskau soll bereits seit mehreren Jahren an einer nuklearen Anti-Satelliten-Waffe arbeiten. Sicherheitskreisen zufolge sollen Russlands F\u00e4higkeiten im All zwar zum Teil veraltet sein. Sorgen bereite aber dessen in den vergangenen Jahren etwa in der Ukraine demonstrierte Bereitschaft zur milit\u00e4rischen Eskalation. Man vermutet, dass Russland gezielt eine Strategie entwickelt, um den Weltraum als erweiterte Kriegszone nutzbar zu machen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">China wiederum gilt nicht nur als Verb\u00fcndeter Russlands in vielerlei Hinsicht. Es gilt auch nach den USA als Technologief\u00fchrer im Weltraum. F\u00fcr Aufsehen hatte gesorgt, als es China vor einigen Jahren gelungen war, sich mit einem Satelliten einem anderen zu n\u00e4hern und diesen schlie\u00dflich aus seiner Umlaufbahn zu schubsen. Weder China noch Russland reagierten zun\u00e4chst auf schriftliche Anfragen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit mehr als 200 eigenen Milit\u00e4rsatelliten k\u00f6nnen die USA den rund 100 russischen und rund 150 chinesischen Milit\u00e4rsatelliten etwas entgegensetzen. Deutschland bringt es derzeit nur auf eine Handvoll, die\u00a0EU auf insgesamt\u00a0etwas mehr als 30 Milit\u00e4rsatelliten. Hier aufzuholen &#8211; auch das ist\u00a0ein Ziel der neuen Weltraumstrategie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 18.11.2025 18:00 Uhr Es gibt weitaus mehr milit\u00e4rische St\u00f6rversuche im Weltall durch Russland und China als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":586170,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[685,29,30,13,14,15,307,12,3931,10,8,9,11,1172],"class_list":{"0":"post-586169","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-bundeswehr","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-russland","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-sicherheit","17":"tag-top-news","18":"tag-top-meldungen","19":"tag-topmeldungen","20":"tag-topnews","21":"tag-weltraum"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115574629655223784","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/586169","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=586169"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/586169\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/586170"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=586169"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=586169"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=586169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}