{"id":586316,"date":"2025-11-19T06:28:12","date_gmt":"2025-11-19T06:28:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586316\/"},"modified":"2025-11-19T06:28:12","modified_gmt":"2025-11-19T06:28:12","slug":"bin-salman-im-weissen-haus-trump-verspottet-biden-und-erhebt-saudi-arabien-zum-wichtigen-nicht-nato-verbuendeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586316\/","title":{"rendered":"Bin Salman im Wei\u00dfen Haus: Trump verspottet Biden \u2013 und erhebt Saudi-Arabien zum \u201ewichtigen Nicht-Nato-Verb\u00fcndeten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Aufschrei \u00fcber den Mord an Jamal Khashoggi hielt sich Mohammed bin Salman weitgehend vom Westen fern. Der Besuch bei Trump markiert einen Neustart in den Beziehungen. F\u00fcr \u00dcberraschung sorgte eine ungew\u00f6hnliche Ank\u00fcndigung.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Sein Besuch ist ein \u00f6ffentliches Zeichen der Ann\u00e4herung. US-Pr\u00e4sident Donald Trump hat den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Wei\u00dfen Haus empfangen und dabei auch ein gro\u00dfes milit\u00e4risches Programm aufgefahren. <\/p>\n<p>Trump begr\u00fc\u00dfte den Prinzen am Dienstag am Eingang mit einem H\u00e4ndedruck und legte ihm den Arm um die Schulter. Eine Milit\u00e4rkapelle spielte auf, Kampfflugzeuge flogen vorbei. Dann ging es f\u00fcr einen Spaziergang zu zweit in den Rosengarten, wo Trump dem Kronprinzen die Pr\u00e4sidentengalerie zeigte. <\/p>\n<p>Besonderes Augenmerk legte er dabei auf die Stelle, an der eigentlich das Portr\u00e4t von Ex-Pr\u00e4sident Joe Biden h\u00e4ngen sollte: Stattdessen ist dort das Foto von Bidens Autopen zu sehen. Hintergrund: Republikaner werfen der Biden-Vorg\u00e4ngerregierung vor, den Autopen f\u00fcr eine gro\u00dfe Menge an Begnadigungen eingesetzt zu haben \u2013 und zwar <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256362968\/USA-Frueherer-Leibarzt-verweigert-Aussage-zum-Gesundheitszustand-von-Joe-Biden.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256362968\/USA-Frueherer-Leibarzt-verweigert-Aussage-zum-Gesundheitszustand-von-Joe-Biden.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ohne Bidens Genehmigung<\/a>.<\/p>\n<p>Es ist der erste Besuch des de facto m\u00e4chtigsten Mannes in Saudi-Arabien im Wei\u00dfen Haus seit dem international verurteilten Mord am saudischen Journalisten Jamal Khashoggi vor mehr als sieben Jahren. Der Fall Khashoggi hatte die Beziehungen zwischen Washington und Riad massiv getr\u00fcbt, doch inzwischen d\u00fcrfte das Thema h\u00f6chstens am Rande eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Vielmehr hat sich US-Pr\u00e4sident Donald Trump immer mehr an bin Salman angen\u00e4hert. Der Kronprinz, der nach wie vor jede <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article242201195\/Khashoggi-Mord-US-Regierung-will-saudischen-Kronprinzen-vor-Strafverfolgung-schuetzen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article242201195\/Khashoggi-Mord-US-Regierung-will-saudischen-Kronprinzen-vor-Strafverfolgung-schuetzen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verwicklung in den Mord an Khashoggi<\/a> bestreitet, darf nun nicht nur auf Deals mit den USA, sondern auf eine endg\u00fcltige Rehabilitation auf der gro\u00dfen politischen B\u00fchne hoffen.<\/p>\n<p>Der Kolumnist Khashoggi, der im US-Exil f\u00fcr die \u201eWashington Post\u201c schrieb, war am 2. Oktober 2018 ins saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um Dokumente f\u00fcr die Heirat mit seiner Verlobten abzuholen. Er kam aber nie heraus. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA kam sp\u00e4ter zum Schluss, dass er auf Befehl des Kronprinzen im Konsulat ermordet und zerst\u00fcckelt worden sei. <\/p>\n<p>Nach l\u00e4ngeren Dementis r\u00e4umte die F\u00fchrung in Riad unter internationalem Druck ein, dass der prominente Kritiker des K\u00f6nigshauses in dem Geb\u00e4ude bei einem schiefgelaufenen Versuch get\u00f6tet worden sei, ihn in seine Heimat zur\u00fcckzubringen. Bin Salman erkl\u00e4rte, er habe von nichts gewusst.<\/p>\n<p>Trump erkl\u00e4rte den saudiarabischen Kronprinzen bei seinem Besuch im Wei\u00dfen Haus nun f\u00fcr unschuldig. Bin Salman habe nichts von dem Mord an Khashoggi gewusst, sagte Trump beim gemeinsamen Auftritt mit dem Thronfolger. Er lobte bin Salman dagegen als \u201eextrem respektierten Mann\u201c und \u201eguten Freund\u201c. Zudem sei er \u201eunglaublich in Bezug auf Menschenrechte und alles andere\u201c. Der get\u00f6tete Journalist sei au\u00dferdem \u201eextrem umstritten\u201c gewesen, betonte der US-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Bin Salman nannte die Ermordung des Journalisten einen \u201eFehler\u201c und bekr\u00e4ftigte damit fr\u00fchere \u00c4u\u00dferungen. \u201eEs ist schmerzhaft und es ist ein riesiger Fehler, und wir tun unser Bestes, dass so etwas nicht erneut passiert\u201c, versicherte der Kronprinz, der Saudi-Arabien de facto regiert. Eine pers\u00f6nliche Verantwortung \u00fcbernahm er jedoch nicht.<\/p>\n<p>Saudi-Arabien wird \u201ewichtiger Nicht-Nato-Verb\u00fcndeter\u201c<\/p>\n<p>Trump hat Saudi-Arabien zudem einen besonderen Verb\u00fcndetenstatus verliehen, der dem K\u00f6nigreich milit\u00e4rische und wirtschaftliche Privilegien einr\u00e4umt. Saudi-Arabien wird nach den Worten von Trump \u201ewichtiger Nicht-Nato-Verb\u00fcndeter\u201c der Vereinigten Staaten. \u201eIch freue mich, heute Abend bekannt geben zu k\u00f6nnen, dass wir unsere milit\u00e4rische Zusammenarbeit auf eine noch h\u00f6here Ebene heben, indem wir Saudi-Arabien offiziell als wichtigen Nicht-Nato-Verb\u00fcndeten einstufen\u201c, sagte Trump am Dienstag bei einem Galadinner im Wei\u00dfen Haus mit bin Salman. Bislang haben 19 L\u00e4nder diesen Status, der eine enge milit\u00e4rische Zusammenarbeit mit den USA vorsieht.<\/p>\n<p>Beide Seiten vereinbarten umfangreiche R\u00fcstungsgesch\u00e4fte und Kooperationsabkommen. Dazu geh\u00f6rt erstmals der Verkauf von 48 hochmodernen Tarnkappenjets vom Typ F-35 an das K\u00f6nigreich sowie die Lieferung von 300 amerikanischen Panzern. Beide L\u00e4nder unterzeichneten zudem Abkommen \u00fcber zivile Nuklearkooperation, K\u00fcnstliche Intelligenz und den Handel mit kritischen Mineralien. <\/p>\n<p>Der saudische Kronprinz k\u00fcndigte seinerseits eine Aufstockung seiner Investitionszusagen in den USA von 600 Milliarden auf eine Billion Dollar an. Details oder einen konkreten Zeitplan nannte er jedoch nicht. Saudi-Arabien gibt bereits hohe Summen f\u00fcr ehrgeizige Gro\u00dfprojekte im eigenen Land aus, darunter futuristische Megast\u00e4dte, deren Kosten die Planungen \u00fcberschritten haben. Trump wies Fragen nach m\u00f6glichen Interessenkonflikten durch Gesch\u00e4fte seiner Familie in Saudi-Arabien zur\u00fcck. \u201eIch habe nichts mit dem Familienunternehmen zu tun\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Bereits vor der Ankunft des Kronprinzen hatte Trump bekannt gegeben, dass er in den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article691b8d3c7ac45feaa707639a\/am-golf-begehrt-trump-will-saudi-arabien-f-35-kampfjets-verkaufen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article691b8d3c7ac45feaa707639a\/am-golf-begehrt-trump-will-saudi-arabien-f-35-kampfjets-verkaufen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verkauf von F-35-Kampfjets<\/a> an Saudi-Arabien eingewilligt habe. Dabei gibt es Sorge unter einigen amerikanischen Regierungsmitgliedern, dass China, das enge Beziehungen zu Saudi-Arabien unterh\u00e4lt, Zugriff auf die moderne Technologie der F-35 bekommen k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>\u00dcberrascht von Trumps Ank\u00fcndigung waren Beobachter auch, weil etliche Republikaner sich scheuen, den milit\u00e4rischen Vorteil Israels gegen\u00fcber dessen Nachbarn zu schm\u00e4lern \u2013 insbesondere in einer Phase, in der Trump f\u00fcr den Erfolg seines Gaza-Friedensplans auf israelische Unterst\u00fctzung angewiesen ist.<\/p>\n<p>Bin Salman hat sich bei seinem Besuch grunds\u00e4tzlich offen f\u00fcr eine Verbesserung der Beziehungen seines Landes und der arabischen L\u00e4nder im Nahen Osten zu Israel gezeigt. Im Wei\u00dfen Haus stellte er in Aussicht, man wolle Teil der Abraham-Abkommen f\u00fcr eine Normalisierung der Beziehungen werden. Er pochte aber in dem Kontext auf eine Zweistaatenl\u00f6sung, wonach es neben Israel auch einen unabh\u00e4ngigen pal\u00e4stinensischen Staat geben soll. Das lehnt Israel allerdings ab. <\/p>\n<p>Ob es tats\u00e4chlich zu einer Normalisierung der Beziehungen zu Israel kommt, ist also unklar. Trump sagte, man habe \u00fcber die Abraham-Abkommen gesprochen. Er habe ein gutes Gef\u00fchl und denke, dass er eine positive Antwort bekommen habe. <\/p>\n<p>AP\/dpa\/saha\/Reuters\/dp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach dem Aufschrei \u00fcber den Mord an Jamal Khashoggi hielt sich Mohammed bin Salman weitgehend vom Westen fern.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":586317,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[114,140561,13,71324,140384,14,15,110,4769,12,10,8,9,11,113,64],"class_list":["post-586316","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-donald-geb-1946","tag-f-35-ks","tag-headlines","tag-jamal","tag-khashoggi","tag-nachrichten","tag-news","tag-newsteam","tag-saudi-arabien","tag-schlagzeilen","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-trump","tag-usa"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115574951611393076","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/586316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=586316"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/586316\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/586317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=586316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=586316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=586316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}