{"id":586429,"date":"2025-11-19T07:36:46","date_gmt":"2025-11-19T07:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586429\/"},"modified":"2025-11-19T07:36:46","modified_gmt":"2025-11-19T07:36:46","slug":"nach-protest-fledermaus-stoppt-berliner-fluechtlings-unterkunft-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586429\/","title":{"rendered":"Nach Protest: Fledermaus stoppt Berliner Fl\u00fcchtlings-Unterkunft | Regional"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \u2013 <b>Eigentlich sollte hier keiner der 60 B\u00e4ume mehr stehen. Der alte Spielplatz w\u00e4re l\u00e4ngst weg. Stattdessen: Zwei Betonbl\u00f6cke mit Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften f\u00fcr 422 Menschen. Doch das Berliner Verwaltungsgericht hat dem Bauprojekt in Berlin-Pankow eine Absage erteilt. Weil Flederm\u00e4use und br\u00fctende V\u00f6gel gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen.<\/b><\/p>\n<p>Seit mehr als sechs Jahren wird um die Bebauung der begr\u00fcnten Innenh\u00f6fe Kavalierstra\u00dfe und Ossietzkystra\u00dfe in Pankow gestritten. Auf der einen Seite der Bauherr, die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau und die Bauverwaltung. Auf der Gegenseite Anwohner und vier Naturschutzverb\u00e4nde. Das Bezirksamt hat sich inzwischen auch auf die Anwohner-Seite geschlagen.<\/p>\n<p>In einem Eilverfahren entschied das Verwaltungsgericht jetzt, dass eine im Juli 2025 vom Bezirk f\u00fcr das Bauvorhaben erteilte \u201eartenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung\u201c rechtswidrig ist, weil sie \u201enicht hinreichend bestimmt\u201c sei (VG 24 L 372\/25).<\/p>\n<p>Die Anwohner erleichtert \u2013 vorerst<\/p>\n<p>\u201eWir freuen uns, dass das Projekt bei Gericht abgeschmettert ist. Ich bin 70 Jahre alt, meine Mutter 90. Wir wohnen seit Jahrzehnten hier im Kiez\u201c, so Anwohnerin Ute R. Auch Ida (84) und Hugo (86) K. freuen sich: \u201eWir sind jetzt froh \u00fcber die Entscheidung des Gerichts und hoffen, dass eine Bebauung nun endg\u00fcltig vom Tisch ist.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Die B\u00fcrgerinitiative Gr\u00fcner Kiez Pankow protestiert 2023 gegen die Baumf\u00e4llungen in den begr\u00fcnten Innenh\u00f6fen Kavalierstra\u00dfe\/Ossietzkystra\u00dfe\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ba59a02d1f683e3a65ebe2e64619197c,cc705f1a\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Die B\u00fcrgerinitiative Gr\u00fcner Kiez Pankow protestiert 2023 gegen die Baumf\u00e4llungen in den begr\u00fcnten Innenh\u00f6fen Kavalierstra\u00dfe\/Ossietzkystra\u00dfe<\/p>\n<p>Foto: Timo Beurich <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hatten der BUND, der Nabu, die <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/berlin-regional\/home-15823246.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berliner<\/a> Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz sowie die Naturfreunde Berlin gegen die Ausnahmegenehmigung Widerspruch beim Bezirksamt eingelegt. Grund: die Belange der unter Artenschutz stehenden Brutv\u00f6gel und Flederm\u00e4use seien nicht genug ber\u00fccksichtigt worden.<\/p>\n<p><b>Trotzdem hatte die Gesobau schon mal mit ersten Ma\u00dfnahmen starten wollen und stellten den Eilantrag. Doch den wies die 24. Kammer des Verwaltungsgerichts nun zur\u00fcck.<\/b><\/p>\n<p>Die Ausnahmegenehmigung erwecke \u201eden Eindruck einer unzul\u00e4ssigen naturschutzrechtlichen Blankoerm\u00e4chtigung\u201c. Sie sei schon deshalb rechtswidrig, weil nicht hinreichend deutlich werde, f\u00fcr welche gesch\u00fctzten Tierarten sie gelte und auf welche genehmigungspflichtigen Beeintr\u00e4chtigungen sie sich beziehe, so das Gericht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Anwohner Ida (84) und Hugo K. (86) freuen sich \u00fcber die Entscheidung des Verwaltungsgerichts\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/58d83f4024e91a6463b9fcce1190c6f3,b2a4592b\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Anwohner Ida (84) und Hugo K. (86) freuen sich \u00fcber die Entscheidung des Verwaltungsgerichts<\/p>\n<p>Foto: Sven Meissner<\/p>\n<p>Laut Untersuchung des Umwelt- und Naturschutzamts von 2023 seien durch Baumf\u00e4llungen in der Nachkriegssiedlung am Pankower Schlosspark die ans\u00e4ssigen Populationen von gesch\u00fctzten Vogel- und Fledermausarten gef\u00e4hrdet gewesen. Wie M\u00f6nchsgrasm\u00fccke, Rotkehlchen, Nachtigall, Gro\u00dfer Abendsegler, Zwergfledermaus, M\u00fcckenfledermaus und Breitfl\u00fcgelfledermaus. <\/p>\n<p>Wie geht es jetzt weiter?<\/p>\n<p>\u201eDas Bezirksamt muss das Urteil und sich daraus ergebende weitere Schritte zun\u00e4chst pr\u00fcfen und wird sich zu Details nicht weiter \u00e4u\u00dfern\u201c, teilt Ruven Gastel, Sachbearbeiter f\u00fcr Politik, Beschwerde- und Anliegenmanagement, BILD mit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Auch Anwohnerin Ute R. (70) hat gegen die zus\u00e4tzliche Bebauung der Siedlung gek\u00e4mpft\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/6260b6474499aa558d5b1e847feba99f,9ae551d9\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Auch Anwohnerin Ute R. (70) hat gegen die zus\u00e4tzliche Bebauung der Siedlung gek\u00e4mpft<\/p>\n<p>Foto: Sven Meissner<\/p>\n<p><b>Auch bei der Gesobau ist man sparsam mit Antworten. Unternehmenssprecherin Birte Jessen: \u201eWir haben den genannten Beschluss des Verwaltungsgerichts erst am vergangenen Freitag erhalten und pr\u00fcfen diesen derzeit. Anschlie\u00dfend treffen wir eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen.\u201c<\/b><\/p>\n<p>Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.<\/p>\n<p>Mehr zum ThemaEin jahrelanger Streit<\/p>\n<p>\u25ba 2018 hatte die damalige Bausenatorin Katrin Lompscher (<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/die-linke\/die-linke-alle-infos-76661992.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Linke<\/a>) die Verdichtung des Areals Kavalierstra\u00dfe\/Ossietzkystra\u00dfe in Aussicht gestellt.<\/p>\n<p>\u25ba 2019 wurde den Anwohnern das Projekt vorgestellt. Damals geplant: 170 Wohnungen f\u00fcr Familien. Sofort protestierten die Anwohner gegen die Verdichtung ihrer gr\u00fcnen H\u00f6fe.<\/p>\n<p>\u25ba 2021 verbietet der Bezirk die Gesobau-Pl\u00e4ne. Erstmals wird in Berlin als Grund \u201eKlimanotstand\u201c f\u00fcr den Baustopp angef\u00fchrt. Pl\u00f6tzlich ist von 99 Wohneinheiten f\u00fcr 422 Gefl\u00fcchtete die Rede.<\/p>\n<p>\u25ba 2024 stuft das Verwaltungsgericht in einer Eilentscheidung (VG 24 L 6\/24) das aus naturschutzrechtlichen Gr\u00fcnden erlassene Beseitigungsverbot gegen B\u00e4ume und Str\u00e4ucher als \u201evoraussichtlich rechtswidrig\u201c ein. Die Gesobau muss inzwischen die H\u00f6fe bewachen lassen. Kosten im Laufe eines Jahres: 1 Million Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013 Eigentlich sollte hier keiner der 60 B\u00e4ume mehr stehen. Der alte Spielplatz w\u00e4re l\u00e4ngst weg. 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