{"id":586696,"date":"2025-11-19T10:18:23","date_gmt":"2025-11-19T10:18:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586696\/"},"modified":"2025-11-19T10:18:23","modified_gmt":"2025-11-19T10:18:23","slug":"den-abschied-vom-leben-verstehen-hospiztag-im-domforum-koeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586696\/","title":{"rendered":"\u201eDen Abschied vom Leben verstehen\u201c: Hospiztag im DOMFORUM K\u00f6ln."},"content":{"rendered":"<p>\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-65941\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_8353.Hospiztag-Koeln-2025.-Ralf-Vogel-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"  \/>Psychologe und Psychotherapeut Prof. Dr. Ralf T. Vogel<\/p>\n<p data-start=\"343\" data-end=\"1159\">Den Abschied vom Leben verstehen \u2013 eine tiefenpsychologische Perspektive\u201c war der 26. Hospiztag im Domforum K\u00f6ln \u00fcberschrieben. Unter diesem Titel schaute im zentralen 45-min\u00fctigen Vortrag der Psychologe und Psychotherapeut Prof. Dr. Ralf T. Vogel kenntnisreich, inspirierend und zugewandt auf den Umgang mit Sterben und Tod. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der Hospiz- und Palliativ-Arbeitsgemeinschaft K\u00f6ln e.\u202fV. (HAK), dem Palliativ- und Hospiz-Netzwerk K\u00f6ln e.\u202fV. und dem Katholischen Bildungswerk K\u00f6ln mit Unterst\u00fctzung des Evangelischen Kirchenverbandes K\u00f6ln und Region. Eine gro\u00dfe Zahl von Interessierten verfolgte Vogels aufschlussreiche Ausf\u00fchrungen und beteiligte sich an der Diskussion. Ebenso rege wurde die M\u00f6glichkeit genutzt, sich \u00fcber Hospiz- und Palliativangebote in K\u00f6ln zu informieren.<\/p>\n<p>\u201eEin offener Mensch mit einer gro\u00dfen Freundlichkeit\u201c<\/p>\n<p data-start=\"1219\" data-end=\"2015\">\u201eWir haben in diesem Jahr einen besonderen Hospiztag\u201c, begr\u00fc\u00dfte Isolde Roth viele Besuchende auch aus dem K\u00f6lner Umland. Die p\u00e4dagogische Mitarbeiterin des Katholischen Bildungswerks K\u00f6ln wirkte sichtlich ber\u00fchrt, als sie \u00fcber den tragischen Unfalltod von Rainer T\u00fcschenb\u00f6nner eine Woche zuvor sprach. Als Leiter des Domforums K\u00f6ln und des Katholischen Bildungswerks habe er dieses Haus in seiner Konzeption und auch in dem, was hier an Geist sei, ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt: \u201eEin offener Mensch mit einer gro\u00dfen Freundlichkeit.\u201c<br data-start=\"1740\" data-end=\"1743\"\/>Als eines seiner Herzensprojekte bezeichnete Roth die Lichtinstallation \u201eHimmelsleiter\u201c der K\u00fcnstlerin Billi Thanner im und am Domforum. \u201eHier ber\u00fchren sich Himmel und Erde\u201c, laute das Motto des Werkes. Dieses Motto trage auch die Menschen in ihrer Arbeit im Hospizdienst.<\/p>\n<p>\u201eDer Sterbende hat die Aufgabe, loszulassen \u2013 und zuzulassen.\u201c<\/p>\n<p data-start=\"2085\" data-end=\"3059\">Ebenso w\u00fcrdigten die Sprecher der drei Gru\u00dfworte den verstorbenen Rainer T\u00fcschenb\u00f6nner. Referent Thomas Gruner \u00fcbermittelte herzliche Gr\u00fc\u00dfe des katholischen Stadtdechanten Msgr. Robert Kleine. Der Abschied vom Leben betreffe uns alle und werde doch oft aus unserem Alltag ausgeklammert. Vogel werde uns dabei helfen, Abschied nicht nur als Verlust, sondern auch als seelischen Prozess zu begreifen, so Gruner.\u00a0 Stadtsuperintendent Bernhard Seiger nannte es einen Schatz, dass der HAK e.\u202fV. mit anderen diesen Tag ausrichte. In Vogels Vortrag gehe es um das Loslassen, so Seiger. \u201eUnd zwar von beiden Seiten. Der Sterbende hat die Aufgabe, loszulassen und zuzulassen. Die Weggef\u00e4hrten und die Familie haben die Aufgabe, einen Menschen, der zu ihnen geh\u00f6rt, loszulassen.\u201c Das sei ein komplizierter Vorgang: \u201eBei Trennungen, bei Ver\u00e4nderungen im Beruf und auch am Lebensende. Wir stehen dann vor der Frage: Was k\u00f6nnen wir machen, und wo k\u00f6nnen wir uns nur noch verhalten?\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-65942\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_8296.-Hospiztag-2025-im-Domforum.-Stadtsuperintendent-Dr.-Bernhard-Seiger.-c-E.-Broich-300x200.j.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"  \/>Stadtsuperintendent Bernhard Seiger<\/p>\n<p data-start=\"3061\" data-end=\"3950\">Es gehe um das spannungsreiche Leben zwischen \u201emachen und gestalten\u201c auf der einen Seite und \u201ean sich geschehen lassen, empfangend leben\u201c auf der anderen Seite. In dieser Dialektik und Spannung stecke im \u00dcbrigen viel Weisheit des biblischen Glaubens, stellte Seiger fest. \u201eAlso vom Machen und Lieben und Geschehenlassen.\u201c Wie das gehe, k\u00f6nne mit dem Loslassen verdeutlicht werden \u2013 beispielhaft mit dem Poem \u201eto let go\u201c des US-amerikanischen Lyrikers Robert Paul Gilles. Darin formuliert Gilles unter anderem: \u201eLoslassen bedeutet nicht, sich nicht mehr um andere zu k\u00fcmmern, sondern zu erkennen, dass ich es nicht mehr f\u00fcr andere tun kann.\u201c Und: \u201eLoslassen bedeutet nicht, zu urteilen, sondern anderen erlauben, Mensch zu sein.\u201c Vielleicht, so Seiger, \u201etrifft das eine oder andere davon auch zu auf uns, die wir Sterbende begleiten, auf uns, die wir auch um die eigene Endlichkeit wissen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIhr Wirken ist leise, aber unverzichtbar.\u201c<\/p>\n<p data-start=\"4001\" data-end=\"4807\">\u201eTrauer ist kein Zustand, sondern ein Weg\u201c, wies B\u00fcrgermeister Dr. Ralf Heinen auf das Tagesthema hin. Sie zeige, \u201edass Liebe und Verbundenheit \u00fcber den Tod hinaus wirken k\u00f6nnen\u201c. Er dankte den Initiatoren und Unterst\u00fctzenden f\u00fcr das gemeinschaftliche Erm\u00f6glichen dieser Veranstaltung. Insbesondere w\u00fcrdigte Heinen die zahlreichen haupt- und ehrenamtlich Engagierten, die schwerkranke und sterbende Menschen begleiteten. Sie st\u00fctzten deren Angeh\u00f6rige und schenkten Trost, \u201ewo Worte manchmal nicht mehr reichen\u201c. Ihr Wirken sei leise, aber unverzichtbar. Heinen zufolge tragen sie dazu bei, dass K\u00f6ln menschlich bleibe. \u201eF\u00fcr uns als Stadt ist klar: Hospiz- und Palliativarbeit sind Ausdruck gelebter Solidarit\u00e4t und Verantwortung f\u00fcreinander. Sie sind Teil dessen, was eine Stadtgesellschaft stark macht.\u201c<\/p>\n<p data-start=\"4809\" data-end=\"5465\">Im Umgang mit Sterben und Tod ist f\u00fcr Vogel von gro\u00dfer Bedeutung, wie wir auf unser Leben blicken. \u201eDer Mensch ist das Produkt seiner Lebensgeschichte. Wir sind eigentlich Gewordene\u201c, stellte der Psychotherapeut fest. Aber um uns zu verstehen, m\u00fcssten wir auch schauen: \u201eWo zieht es uns denn hin?\u201c Vogel ging ein unter anderem auf unsere insgesamt \u201eabschiedliche Existenz\u201c, wie es der Philosoph Wilhelm Weischedel formuliert hat. \u201eDer letzte Abschied bringt uns in Kontakt mit den \u00b4zeitlosen Schichten\u00b4 des Unbewussten\u201c, sagte der Referent. \u201eZwei bis drei Sachen in uns bleiben. Sie \u00e4ndern sich nie. Sie sind zeitlos\u201c, empfindet er darin etwas Tr\u00f6stliches.<\/p>\n<p><a href=\"#\" rel=\"nofollow\" onclick=\"window.print(); return false;\" title=\"Printer Friendly, PDF &amp; Email\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/printfriendly-icon-lg.png\" alt=\"Print Friendly, PDF &amp; Email\" class=\"pf-button-img\" style=\"width: 25px;height: 25px;\"\/>Drucken<\/a><\/p>\n<p>Text: Engelbert Broich<br \/>Foto(s): Engelbert Broich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Psychologe und Psychotherapeut Prof. Dr. Ralf T. 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