{"id":586703,"date":"2025-11-19T10:22:17","date_gmt":"2025-11-19T10:22:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586703\/"},"modified":"2025-11-19T10:22:17","modified_gmt":"2025-11-19T10:22:17","slug":"5-wege-aus-der-bildungsmisere-was-bremen-von-hamburg-lernen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/586703\/","title":{"rendered":"5 Wege aus der Bildungsmisere: Was Bremen von Hamburg lernen kann"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\n<p>Standdatum: 19. November 2025.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nLisa-Maria R\u00f6hling<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Zwei Sch\u00fclerinnen sitzen w\u00e4hrend des Unterrichts auf ihren Pl\u00e4tzen und arbeiten an einer Schulaufgabe.\" data-image-owner=\"dpa | Matthias Balk\" data-image-title=\"Zwei Sch\u00fclerinnen sitzen w\u00e4hrend des Unterrichts auf ihren Pl\u00e4tzen und arbeiten an einer Schulaufgabe.\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/bremerhaven-grundschule-lehe-100~_v-800x450_c-1761715205828.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/bremerhaven-grundschule-lehe-100~_v-640x360_c-1761715205828.jpg\"\/><\/p>\n<p>Hamburg landet seit vielen Jahren auf den vorderen Pl\u00e4tzen bei Bildungsvergleichen. Das war allerdings nicht immer so (Symbolbild).<\/p>\n<p>Bild: dpa | Matthias Balk<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Bremen landet bei Bildungsvergleichen immer auf dem letzten Platz. Muss das sein? Hamburg hat es vorgemacht und sich an die Spitze in Sachen Bildung gearbeitet.<\/p>\n<p>Hamburg landet bei Bildungsvergleichen seit vielen Jahren auf den vorderen Pl\u00e4tzen, beim k\u00fcrzlich erhobenen IQB-Bildungstrend sogar auf dem dritten Platz. Das war nicht immer so: 2011 war Hamburg noch auf dem drittletzten Platz. Inzwischen wird das Bundesland als Vorbild gesehen, in Bremen war der ehemalige Hamburger Bildungssenator Ties Rabe (SPD) sogar zum Runden Tisch Bildung eingeladen. <\/p>\n<p>1 Fr\u00fche Sprachf\u00f6rderung<\/p>\n<p>Hamburg setzt darauf, dass Kinder fr\u00fchzeitig beim Deutsch lernen unterst\u00fctzt werden. Kinder mit Sprachdefiziten machen vor dem Schulstart einen Sprachlernunterricht, au\u00dferdem bekommen sie konsequenten F\u00f6rderunterricht. Zudem setzen die Schulen schon fr\u00fch darauf, dass Lesen, Zuh\u00f6ren, Leseverstehen und auch Rechnen regelm\u00e4\u00dfig im Unterricht ge\u00fcbt werden \u2013 das ist laut dem ehemaligen Bildungssenator Ties Rabe eines der Erfolgsgeheimnisse.<\/p>\n<p>Bremen hat diesen Weg auch eingeschlagen: Die Deutschkenntnisse von Kindern werden schon vor dem letzten Kita-Jahr getestet, wenn sie auff\u00e4llig sind, bekommen sie Sprachf\u00f6rderung. Trotzdem haben mehr als die H\u00e4lfte der Erstkl\u00e4ssler Deutschprobleme. In den Schulen gibt es deswegen jetzt das sogenannte Leseband, mit dem regelm\u00e4\u00dfig vorgelesen wird und mit dem Kinder ihre Sprachkenntnisse verbessern sollen. Ob das Leseband erfolgreich ist, m\u00fcssen auch Tests und Datenerhebungen zeigen. <\/p>\n<p>2 Mehr Lernzeit<\/p>\n<p>Hamburg hat in fast allen Unterrichtsbereichen aufgestockt: Mehr F\u00f6rderstunden f\u00fcr Kinder mit Lernschwierigkeiten, fast alle Kinder besuchen eine Ganztagsschule. Au\u00dferdem sind die Klassen oft kleiner als im Bundesdurchschnitt, Lehrkr\u00e4fte haben deshalb mehr Zeit, sich mit den Kindern auseinanderzusetzen. Zudem hat Hamburg kostenlose Nachhilfe f\u00fcr zwei Stunden pro Woche eingef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Der neue Bremer Bildungssenator Mark Rackles will nun einen \u00e4hnlichen Weg wie Hamburg einschlagen: Die hohe Unterrichtsausfallquote in Bremen soll abgebaut werden, zudem gebe es zu wenig Ganztagsunterricht \u2013 Bremen landet da im Bundesvergleich auf den letzten Pl\u00e4tzen. Das soll sich \u00e4ndern: &#8222;Es geht um mehr Unterricht, und es geht um die Qualit\u00e4t von Unterricht&#8220;, so Rackles.<\/p>\n<p>3 Klassenstufe 0 \u2013 das Vorschuljahr<\/p>\n<p>60 Prozent der Kinder in Hamburg besuchen laut dem ehemaligen Bildungssenator Ties Rabe eine Vorschule. Dort k\u00f6nnen gerade Sprachdefizite aufgefangen werden, Kinder, die vorher nicht in der Kita waren, k\u00f6nnen sich hier auf die Grundschule vorbereiten. <\/p>\n<p>Ein verpflichtendes Vorschuljahr wird auch in Bremen immer wieder diskutiert. &#8222;So etwas kann sicherlich helfen&#8220;, sagt Susanne Kollmann, Leiterin des Instituts f\u00fcr Qualit\u00e4tsentwicklung in Bremen (IQHB). Allerdings m\u00fcssten daf\u00fcr auch die entsprechenden Kapazit\u00e4ten an den Grundschulen vorhanden sein. &#8222;In Bremen wird mit dem Br\u00fcckenjahr einiges gestemmt und mit dem Bildungsplan 0 bis 10 ein durchgehendes System aufgebaut&#8220;, so Kollmann. <\/p>\n<p>4 Bessere \u00dcberg\u00e4nge in Ausbildung<\/p>\n<p>Hamburg hat das sogenannte \u00dcbergangssystem f\u00fcr Schulabg\u00e4nger radikal \u00fcberarbeitet: Das Unterrichtsfach &#8222;Berufs- und Studienorientierung&#8220; soll den k\u00fcnftigen Absolventen schon in der Schule helfen, den weiteren Weg zu planen. Eine Jugendberufsagentur betreut au\u00dferdem in Hamburg alle Schulabg\u00e4nger. Wer keinen Ausbildungsplatz bekommt, besucht die &#8222;dualisierte Ausbildungsf\u00f6rderung&#8220; an einer Berufsschule; eine Mischung aus Praktikum und Schulunterricht. Das hat vielen geholfen, sp\u00e4testens ein Jahr sp\u00e4ter einen Ausbildungsplatz zu bekommen.<\/p>\n<p>Auch in Bremen soll das \u00dcbergangssystem von Schule zu Beruf verbessert werden, sagt Senator Rackles. In Bremen verlassen aktuell elf Prozent der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Schule ohne Abschluss, eine der bundesweit h\u00f6chsten Quoten. Die Zahl der Schulmeider, die also regelm\u00e4\u00dfig die Schule schw\u00e4nzen, ist ebenfalls hoch. Auch hier gibt es eine Jugendberufsagentur, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zur Seite steht \u2013 der Besuch ist aber freiwillig.<\/p>\n<p>5 Testen, Testen, Testen<\/p>\n<p>Was bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern unbeliebt ist, hat im Hamburg Erfolge gebracht: regelm\u00e4\u00dfige Vergleichstests in den Klassen 2, 3, 5, 7, 8 und 9. Diese Datenlage habe geholfen, um die Probleme der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler besser zu verstehen und darauf Schl\u00fcsse f\u00fcr den Unterricht zu ziehen. Hamburg hat schon lange vor Bremen ein Institut f\u00fcr Qualit\u00e4tsentwicklung gegr\u00fcndet, in dem diese Tests ausgewertet und analysiert wurden.<\/p>\n<p>Auch in Bremen gibt es Vergleichstests in den Klassen 5 und 7, die sind allerdings freiwillig. Die Bremer CDU fordert deshalb schon l\u00e4nger, das zu \u00e4ndern. Au\u00dferdem gibt es die sogenannten Lernausgangserhebungen, kurz Lale, in denen Mathematik und Leseverstehen \u00fcberpr\u00fcft werden. Solche Daten werden seit 2023 vom IQHB ausgewertet. Daraus sollen auch hier Schl\u00fcsse gezogen werden, die Unterricht und Schule besser werden k\u00f6nnen. Um das zu schaffen, braucht es aber mehr Daten. Deswegen macht sich auch der neue Bildungssenator f\u00fcr mehr Tests stark.<\/p>\n<p>Wie geht es nun weiter?<\/p>\n<p>So gut die Hamburger Erfolge klingen, nicht alles davon kann auf Bremen \u00fcbertragen werden: Die Armutsgef\u00e4hrdung von Bremer Kindern ist fast doppelt so hoch wie in Hamburg. Auch der Migrationsanteil ist h\u00f6her, das wirkt sich auch auf die Schulen aus, es gibt mehr Kinder mit Inklusionsbedarf. &#8222;Wir k\u00f6nnen leider nicht einfach alles adaptieren und genauso wie in Hamburg machen&#8220;, sagt Susanne Kollmann. Hamburg habe mit seinen Ma\u00dfnahmen einen Weg f\u00fcr die eigene Sch\u00fclerschaft gefunden; in Bremen m\u00fcsse nun ein Weg gefunden werden, der sich an die hiesige Sch\u00fclerschaft anpasst und sich an ihren Bedarfen orientiert.<\/p>\n<p>Mehr zu Bildung in Bremen:<\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quelle<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nbuten un binnen Online, &#8222;5 Wege aus der Bildungsmisere: Was Bremen von Hamburg lernen kann&#8220;, 19. November 2025, 10:30 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Standdatum: 19. November 2025. 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