{"id":587082,"date":"2025-11-19T14:15:17","date_gmt":"2025-11-19T14:15:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/587082\/"},"modified":"2025-11-19T14:15:17","modified_gmt":"2025-11-19T14:15:17","slug":"europas-verteidigungsforschung-boomt-welches-eu-land-gibt-am-meisten-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/587082\/","title":{"rendered":"Europas Verteidigungsforschung boomt: Welches EU-Land gibt am meisten aus?"},"content":{"rendered":"<p>Die Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung (F&amp;E) im Verteidigungsbereich der Europ\u00e4ischen Union haben sich in den vergangenen f\u00fcnf Jahren mehr als verdoppelt. Laut der Europ\u00e4ischen Verteidigungsagentur stiegen sie von neun Milliarden Euro im Jahr 2020 auf voraussichtlich 17 Milliarden Euro im Jahr 2025.<\/p>\n<p>Eurostat weist wegen anderer Methoden niedrigere Werte aus. Dennoch zeigen die Daten f\u00fcr den j\u00fcngsten verf\u00fcgbaren Zeitraum 2018 bis 2023 ein Plus von \u00fcber 25 Prozent.<\/p>\n<p>Fachleute sehen Russlands Angriff auf die Ukraine als zentralen Treiber dieses Anstiegs.<\/p>\n<p><strong>Welche L\u00e4nder investieren in Europa am meisten in Verteidigungs-F&amp;E? Und wie haben sich die Ausgaben in der EU in den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>Nach EDA-Daten, die Euronews Next vorliegen, lag die Verteidigungs-F&amp;E in der EU 2005 bei 7,9 Milliarden Euro, angegeben zu konstanten Preisen von 2024 \u2013 also inflationsbereinigt auf das Preisniveau von 2024. <\/p>\n<p>2024 stieg sie deutlich auf 13,2 Milliarden Euro. Laut EDA-Prognose d\u00fcrften es 2025 rund 17 Milliarden Euro sein.<\/p>\n<p>Russlands Angriff auf die Ukraine als Haupttreiber<\/p>\n<p>\u201eRusslands gro\u00dfangelegte Invasion der Ukraine ist der wichtigste Treiber f\u00fcr den Anstieg der Verteidigungsausgaben \u2013 und damit auch der F&amp;E-Ausgaben \u2013 in ganz Europa\u201c, so Calle H\u00e5kansson, Forscher bei der Schwedischen Verteidigungsforschungsagentur, zu Euronews Next.<\/p>\n<p>\u201eZwar sind die Verteidigungsinvestitionen in Europa schon in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, doch der Krieg in der Ukraine markiert einen Wendepunkt.\u201c Er erg\u00e4nzte, das neue NATO-Ziel von 3,5 Prozent des BIP f\u00fcr Verteidigungsausgaben werde die Investitionen in Forschung und Entwicklung zus\u00e4tzlich antreiben.<\/p>\n<p>Die EDA lehnte es ab, Zahlen auf L\u00e4nderebene zu nennen \u2013 aus \u201eKlassifizierungsgr\u00fcnden\u201c.<\/p>\n<p>Eurostat ver\u00f6ffentlicht Daten nach L\u00e4ndern, die jedoch deutlich unter den EDA-Werten liegen. Grundlage sind allerdings Zahlen f\u00fcr 2023. Eurostat meldete f\u00fcr 2023 4,07 Milliarden Euro, die EDA kam auf 11 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Die Eurostat-Daten zeigen dennoch, welche L\u00e4nder am meisten ausgeben.<\/p>\n<p>Frankreich und Deutschland: drei Viertel der EU-Ausgaben<\/p>\n<p>Frankreich gibt in der EU am meisten f\u00fcr Verteidigungs-F&amp;E aus. 2023 investierte das Land 1,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung f\u00fcr seine R\u00fcstungsindustrie.<\/p>\n<p>Deutschland folgte mit 1,4 Milliarden Euro knapp dahinter. Zusammen kamen beide auf etwas mehr als drei Milliarden Euro (3,014 Milliarden Euro). Gemeinsam stehen Frankreich und Deutschland f\u00fcr fast drei Viertel der EU-Ausgaben f\u00fcr Verteidigungs-F&amp;E (74 Prozent).<\/p>\n<p>Spanien liegt mit 378 Millionen Euro auf Rang drei, das entspricht 9,3 Prozent des EU-Gesamtwerts. US-Pr\u00e4sident Donald Trump zeigte sich dennoch unzufrieden mit Spanien. \u201eSie sind das einzige Land, das seine Zahl nicht auf f\u00fcnf Prozent erh\u00f6ht hat \u2026\u201c, sagte er im Oktober 2025. <\/p>\n<p>\u201eVielleicht sollte man sie ehrlich gesagt aus der NATO werfen\u201c, sagte er in einer weiteren Rede.<\/p>\n<p>Trump dr\u00e4ngte die NATO-Mitglieder wiederholt, ihre Verteidigungsausgaben zu erh\u00f6hen. Spanien war das einzige der zweiunddrei\u00dfig Mitgliedsl\u00e4nder, das sich nicht verpflichtete, die Milit\u00e4rausgaben auf f\u00fcnf Prozent des BIP anzuheben.<\/p>\n<p>Niederlande und Schweden zusammen bei rund neun Prozent<\/p>\n<p>Die Niederlande und Schweden komplettieren die f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Ausgeber. Die Niederlande gaben 200 Millionen Euro f\u00fcr Verteidigungs-F&amp;E aus, Schweden lag mit 176 Millionen Euro knapp dahinter. Gemeinsam kamen sie 2023 auf 9,2 Prozent des EU-Gesamtwerts.<\/p>\n<p>Italien, eine der \u201eBig Four\u201c-Volkswirtschaften der EU, geh\u00f6rt nicht zu den f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften. Mit 73 Millionen Euro lag es auf Rang sieben \u2013 hinter Norwegen mit 136 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Sechs EU-L\u00e4nder meldeten null Ausgaben f\u00fcr Verteidigungs-F&amp;E, weitere sechs lagen bei weniger als zehn Millionen Euro.<\/p>\n<p>Unterschiedliche Priorit\u00e4ten der Regierungen<\/p>\n<p>Rafael Loss, Policy Fellow beim European Council on Foreign Relations (ECFR), weist darauf hin: 2023 entfielen auf Frankreich und Deutschland zusammen 43 Prozent der EU-Verteidigungsausgaben, bei den F&amp;E-Ausgaben waren es 75 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eDas spiegelt in hohem Ma\u00df wider, welche Schwerpunkte Regierungen bei der Verwendung ihrer Verteidigungseuros setzen. Nach NATO-Sch\u00e4tzungen geben etwa Italien und Spanien anteilig mehr f\u00fcr Personal aus als jeder andere Verb\u00fcndete\u201c, sagte er Euronews Next.<\/p>\n<p>Loss betonte zudem: Weil Verteidigungs-F&amp;E vom zivilen Innovations\u00f6kosystem profitiert \u2013 und umgekehrt \u2013, sind Deutschland und Frankreich mit ihren gro\u00dfen Hochschulsystemen und der \u00f6ffentlichen F\u00f6rderung gut aufgestellt, um vielf\u00e4ltige, innovative und vergleichsweise leistungsf\u00e4hige F&amp;E-Sektoren zu tragen.<\/p>\n<p>H\u00e5kansson hob hervor, dass ein gro\u00dfer Teil der fortschrittlichsten europ\u00e4ischen R\u00fcstungsindustrie in sechs L\u00e4ndern konzentriert ist: Frankreich, Deutschland, das Vereinigte K\u00f6nigreich, Italien, Spanien und Schweden.<\/p>\n<p>\u201eDaher kommen die F&amp;E-intensivsten Aktivit\u00e4ten h\u00e4ufig aus diesen Staaten\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Nach EDA-Abgrenzung erreichten die gesamten Verteidigungsausgaben der 27 EU-Staaten 2024 343 Milliarden Euro \u2013 ein Plus von 19 Prozent gegen\u00fcber 2023. Der Anteil an der Wirtschaftsleistung stieg damit auf 1,9 Prozent.<\/p>\n<p><strong>227 Milliarden Euro f\u00fcr Verteidigung in der EU<\/strong><\/p>\n<p>Laut Eurostat lagen die Verteidigungsausgaben der \u00f6ffentlichen Hand in der EU 2023 bei 227 Milliarden Euro, das entsprach 1,3 Prozent des BIP.<\/p>\n<p>Laut dem EDA-Bericht \u201eDefence Data 2024-2025\u201c unterstreicht der Aufw\u00e4rtstrend \u201eden Fokus der Mitgliedstaaten, ihre milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten angesichts der sich wandelnden Sicherheitslage zu st\u00e4rken\u201c. <\/p>\n<p>Die EDA betont zudem: Der Anstieg der Verteidigungsausgaben und der weiterhin geringe Anteil gemeinsamer Projekte der Mitgliedstaaten er\u00f6ffnet \u201eeine einzigartige Chance, Kooperationen voll auszusch\u00f6pfen, EU-F\u00f6rdermittel zu nutzen sowie Effizienz der Ausgaben und Interoperabilit\u00e4t von Waffensystemen in Europa zu verbessern\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung (F&amp;E) im Verteidigungsbereich der Europ\u00e4ischen Union haben sich in den vergangenen f\u00fcnf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":587083,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,1435,14,1159,15,12,686],"class_list":{"0":"post-587082","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-krieg-in-der-ukraine","17":"tag-nachrichten","18":"tag-nato","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-verteidigungspolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115576787798247907","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/587082","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=587082"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/587082\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/587083"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=587082"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=587082"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=587082"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}