{"id":587531,"date":"2025-11-19T18:31:15","date_gmt":"2025-11-19T18:31:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/587531\/"},"modified":"2025-11-19T18:31:15","modified_gmt":"2025-11-19T18:31:15","slug":"belem-aeusserungen-deutliche-kritik-an-merz-aber-keine-entschuldigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/587531\/","title":{"rendered":"Bel\u00e9m-\u00c4u\u00dferungen: Deutliche Kritik an Merz &#8211; aber keine Entschuldigung"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/merz-1106.jpg\" alt=\"Friedrich Merz\" title=\"Friedrich Merz | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 19.11.2025 19:09 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Kanzler Merz hat beim Klimagipfel in Brasilien mit abwertenden Aussagen \u00fcber Bel\u00e9m f\u00fcr einen Eklat gesorgt. In Brasilien und auch in Deutschland gibt es nun \u00c4rger. Merz sagt, das Verh\u00e4ltnis zu Brasilien sei deshalb nicht belastet.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit einer Bemerkung beim Klimagipfel in Bel\u00e9m hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Brasilien und nun auch in Deutschland f\u00fcr Emp\u00f6rung gesorgt. Beim Handelskongress in Berlin hatte Merz vergangene Woche abf\u00e4llig \u00fcber seinen Kurzaufenthalt in Bel\u00e9m gesprochen, wo derzeit die Klimakonferenz stattfindet. Alle in seiner Delegation seien froh gewesen, dort abzureisen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Konkret sagte Merz: &#8222;Meine Damen und Herren, wir leben in einem der sch\u00f6nsten L\u00e4nder der Welt. Ich habe einige Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt: Wer von euch w\u00fcrde denn gerne hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben. Die waren alle froh, dass wir vor allem Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt sind.&#8220;<\/p>\n<p>    Merz will &#8222;v\u00f6llig unbelastetes&#8220; Gespr\u00e4ch mit Lula f\u00fchren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nun hat auch Merz auf die Kritik reagiert: Er sieht das deutsch-brasilianische Verh\u00e4ltnis durch seine \u00c4u\u00dferung nicht als belastet an. &#8222;Ich habe gesagt, Deutschland ist eines der sch\u00f6nsten L\u00e4nder der Welt, und das wird vermutlich auch Pr\u00e4sident Lula so akzeptieren&#8220;, sagte der CDU-Vorsitzende bei einer Pressekonferenz mit dem schwedischen Ministerpr\u00e4sidenten Ulf Kristersson in Berlin.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Umweltminister Carsten Schneider (SPD) habe am Nachmittag mit Pr\u00e4sident Luiz In\u00e1cio Lula da Silva in Brasilien gesprochen, sagte Merz. &#8222;Ich hab ihn gebeten, Pr\u00e4sident Lula meine herzlichen Gr\u00fc\u00dfe auszurichten.&#8220; Er selbst werde am Wochenende beim G20-Gipfel in Johannesburg ein &#8222;weiteres gutes Gespr\u00e4ch&#8220; mit Lula f\u00fchren, &#8222;v\u00f6llig unbelastet&#8220;.<\/p>\n<p>    Regierungssprecher: Keine Entschuldigung n\u00f6tig<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor der Reaktion des Kanzlers hatte Regierungssprecher Stefan Kornelius gesagt, dass Merz sich nicht entschuldigen werde.\u00a0Es sei kein Schaden f\u00fcr die Beziehungen zu Brasilien entstanden. Kornelius widersprach der Lesart, dass sich der Kanzler &#8222;missfallend&#8220; oder gar &#8222;angewidert&#8220; \u00fcber die Stadt am Amazonas ge\u00e4u\u00dfert habe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Er hat gesagt, wir leben in einem der sch\u00f6nsten L\u00e4nder der Welt und das hat er auf Deutschland bezogen&#8220;, erl\u00e4uterte Kornelius. Brasilien geh\u00f6re zwar sicherlich auch zu den sch\u00f6nsten L\u00e4ndern der Welt. &#8222;Aber, dass der deutsche Bundeskanzler hier eine kleine Hierarchisierung vornimmt, ist, glaube ich, jetzt nicht verwerflich.&#8220;<\/p>\n<p>    Nouripour: Keine weiteren sprachlichen Entgleisungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Blick auf den G20-Gipfel in S\u00fcdafrika ruft Bundestags-Vizepr\u00e4sident Omid Nouripour den Kanzler allerdings zu verantwortungsvoller Kommunikation auf. &#8222;Die richtige Wortwahl ist das Fundament der Staatskunst&#8220;, sagte der Gr\u00fcnen-Politiker der Nachrichtenagentur dpa.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Da US-Pr\u00e4sident Donald Trump und Chinas Pr\u00e4sident Xi Jinping beim G20-Gipfel nicht dabei seien, sei Merz der Regierungschef der dort gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft, betonte Nouripour. Daraus erwachse eine besondere Verantwortung. &#8222;Da ist es von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung, dass es nicht zu weiteren sprachlichen Entgleisungen kommt auf Kosten demokratischer Partnerschaften.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wenn man Deutschland in der Welt vertrete, gehe es nicht darum, mal frei reden zu d\u00fcrfen, erkl\u00e4rte Nouripour. Er warnte: &#8222;Wenn der Kanzler das nicht beherzigt, schadet er Deutschland und den nationalen Interessen.&#8220;<\/p>\n<p>    Gr\u00fcne: &#8222;Taktlos und respektlos&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch die Kritik an Merz ist vielstimmig. &#8222;Langsam fragt man sich, ob der Kanzler \u00fcberhaupt noch irgendwo auftreten kann, ohne Deutschland in Erkl\u00e4rungsnot zu bringen&#8220;, sagte die Co-Vorsitzende der Gr\u00fcnen-Bundestagsfraktion, Katharina Dr\u00f6ge. &#8222;Das Bild, das der Kanzler bei seiner Brasilien-Reise abgegeben hat, war fatal: au\u00dfenpolitisch taktlos, klimapolitisch ambitionslos und gegen\u00fcber Brasilien schlicht respektlos.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Bedient Vorurteil vom &#8218;arroganten Deutschen'&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die SPD-Politikerin Isabel Cademartori sagte \u00fcber die \u00c4u\u00dferung des Kanzlers: &#8222;Sie bedient das Vorurteil vom &#8218;arroganten Deutschen&#8216; und f\u00e4llt in eine Phase, in der der &#8218;Westen&#8216; &#8211; insbesondere durch das Auftreten von Donald Trump &#8211; in S\u00fcdamerika als aggressiv und imperialistisch wahrgenommen wird&#8220;, sagte sie dem Spiegel. Gerade jetzt w\u00e4re aus ihrer Sicht eine europ\u00e4ische Charmeoffensive erforderlich, die echte Partnerschaft auf Augenh\u00f6he signalisiere.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert eine Entschuldigung des Kanzlers. &#8222;Friedrich Merz muss sich bei der Bev\u00f6lkerung von Bel\u00e9m entschuldigen&#8220;, sagte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser. Die Vertreter der deutschen Nichtregierungsorganisationen in Bel\u00e9m h\u00e4tten sich f\u00fcr Merz fremdgesch\u00e4mt. Man erlebe eine super organisierte COP und erfahre gro\u00dfe Gastfreundschaft der Brasilianer.<\/p>\n<p>    Shitstorm in Sozialen Netzwerken<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Sozialen Netzwerken ging ein regelrechter Shitstorm \u00fcber Merz nieder. Von unh\u00f6flich bis rassistisch wurde die Aussage eingestuft. Einige Nutzer erwarteten eine Entschuldigung; andere gingen sogar noch weiter und forderten, der Bundeskanzler d\u00fcrfe nie wieder in Brasilien empfangen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch \u00f6rtliche Medien kritisierten Merz. Dabei gab es auch \u00c4u\u00dferungen, die Merz unterstellten, mit seinen \u00c4u\u00dferungen Stimmen bei Neonazis in Deutschland zu suchen. Auch wurde er beschuldigt, das &#8222;wei\u00dfe \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl&#8220; zur Schau gestellt zu haben, das zum Zweiten Weltkrieg gef\u00fchrt habe. Allerdings gab es auch Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Merz in Sozialen Medien. So kritisieren einige Brasilianer die Zust\u00e4nde in der Stadt Bel\u00e9m.<\/p>\n<p>    Brasilien: &#8222;Ungl\u00fccklich, arrogant, voreingenommen&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Scharfe Antworten kamen auch direkt aus Brasilien: Der Bundeskanzler h\u00e4tte besser eine Kneipe im Teilstaat Par\u00e1 oder eine Tanzveranstaltung besuchen sollen, erkl\u00e4rte Pr\u00e4sident Lula da Silva. Berlin biete &#8222;nicht zehn Prozent der Qualit\u00e4t, die Par\u00e1 zu bieten&#8220; habe. Bel\u00e9m ist die Hauptstadt von Par\u00e1.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bel\u00e9ms B\u00fcrgermeister Igor Normando bezeichnete die \u00c4u\u00dferung als &#8222;ungl\u00fccklich, arrogant und voreingenommen&#8220;. Der Gouverneur von Par\u00e1, Helder Barbalho, erkl\u00e4rte: &#8222;Eine voreingenommene \u00c4u\u00dferung offenbart mehr \u00fcber den, der das sagt, als \u00fcber das, wor\u00fcber er spricht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der B\u00fcrgermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, beschimpfte Merz auf der Plattform X als &#8222;Nazi&#8220; und &#8222;Hitlers Vagabunden-Sohn&#8220;. Die Ver\u00f6ffentlichung wurde sp\u00e4ter wieder gel\u00f6scht und durch eine andere ersetzt, in der Paes schrieb, das brasilianische Au\u00dfenministerium m\u00f6ge sich beruhigen. &#8222;Es lebe die Freundschaft zwischen Brasilien und Deutschland.&#8220; Ob das Au\u00dfenministerium Paes zum L\u00f6schen des Posts riet, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>    Klingbeil und Schneider wollen Wogen gl\u00e4tten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Beschwichtigende T\u00f6ne kamen von Vizekanzler Lars Klingbeil: Die Irritationen \u00fcber die \u00c4u\u00dferungen von Merz werden sich seiner Meinung nach schnell ausr\u00e4umen lassen. &#8222;Ich glaube, insgesamt muss man sagen, war das ein sehr guter Besuch, den der Bundeskanzler auch in Bel\u00e9m hatte&#8220;, sagte der SPD-Politiker bei einer Reise in China.\u00a0Man sei auch dabei, mit Brasilien Projekte auf den Weg zu bringen. Er habe auch wahrgenommen, dass es diese Irritation gebe, aber die werde man sehr schnell ausr\u00e4umen. Auf die Frage, ob man sich als Kanzler so \u00e4u\u00dfern sollte, sagte Klingbeil: &#8222;Ich bin immer daf\u00fcr, dass Politiker auch mal frei reden d\u00fcrfen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bem\u00fcht sich darum, die Wogen zu gl\u00e4tten. So ver\u00f6ffentlichte er in Sozialen Medien ein Bild von einem Besuch im Urwald und lobte die Gastgeber: &#8222;Brasilien ist ein wunderbares Land mit freundlichen Menschen und guten Gastgebern. Schade, dass ich nach der COP nicht l\u00e4nger bleiben kann. Ich h\u00e4tte ein paar Ideen, zum Beispiel mit meinen Freunden aus dem Amazonas zu angeln.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 19.11.2025 19:09 Uhr Kanzler Merz hat beim Klimagipfel in Brasilien mit abwertenden Aussagen \u00fcber Bel\u00e9m f\u00fcr einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":587532,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,132662,3364,29,30,13,182,14,15,12],"class_list":{"0":"post-587531","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-belem","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-merz","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115577795029535546","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/587531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=587531"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/587531\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/587532"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=587531"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=587531"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=587531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}