{"id":587628,"date":"2025-11-19T19:33:17","date_gmt":"2025-11-19T19:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/587628\/"},"modified":"2025-11-19T19:33:17","modified_gmt":"2025-11-19T19:33:17","slug":"klingbeils-charme-offensive-in-china-tagesschau-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/587628\/","title":{"rendered":"Klingbeils Charme-Offensive in China | tagesschau.de"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/klingbeil-siemens-shanghai-100.jpg\" alt=\"Lars Klingbeil besucht die chinesische Produktionsst\u00e4tte Siemens Shanghai Medical Equipment Ltd.\" title=\"Lars Klingbeil besucht die chinesische Produktionsst\u00e4tte Siemens Shanghai Medical Equipment Ltd. | dpa\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 19.11.2025 18:52 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Au\u00dfenminister Wadephul hatte seine Reise nach Verstimmungen mit Peking verschoben. Kanzler Merz wirft China &#8222;aggressives Verhalten&#8220; vor.\u00a0Finanzminister Klingbeil setzt bei seinem Besuch nun auf Dialog. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/joerg-endriss-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"J\u00f6rg Endriss\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/joerg-endriss-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Fast wie ein Mantra hat es Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei seinem Besuch wiederholt. Man m\u00fcsse mit China im Dialog bleiben &#8211; oder, wie er es am ersten Tag in Peking formuliert: &#8222;Es ist besser mit China zu sprechen als \u00fcber China.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu diesem Zeitpunkt hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gerade auf dem Wirtschaftskongress der S\u00fcddeutschen Zeitung \u00fcber China gesagt, die F\u00fchrung dort &#8222;tritt nach innen immer repressiver und nach au\u00dfen immer aggressiver&#8220; auf.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Partner, Wettbewerber und systemischer Rivale &#8211; so wird China in einem Strategiepapier der Bundesregierung bezeichnet, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/china-strategie-bundesregierung-100.html\" title=\"China-Strategie der Regierung: Das 83-Wochen-Werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einem Erbst\u00fcck der Ampelkoalition<\/a>. Das l\u00e4sst Spielraum f\u00fcr Interpretation.<\/p>\n<p>    Zwischenzeitlich frostige Beziehungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist nun SPD-Minister und Kanzler-Stellvertreter Klingbeil, der als erster hochrangiger Besucher der neuen Bundesregierung vor Ort den Ton setzt &#8211; auch wenn er sagt, alles sei mit der gesamten Bundesregierung und europ\u00e4ischen Partnern abgestimmt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Grund daf\u00fcr, dass Klingbeil die Vorhut bildet: Ende Oktober waren die deutsch-chinesischen Beziehungen kurz frostig geworden. Au\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) hatte <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/wadephul-china-reise-100.html\" title=\"Wadephul verschiebt China-Reise kurzfristig\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seine Reise kurzfristig auf unbestimmte Zeit verschoben<\/a>, nachdem bis kurz vor Abflug viele wichtige Gespr\u00e4chstermine nicht best\u00e4tigt worden waren. Das wollte er sich offenbar nicht bieten lassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die chinesische F\u00fchrung hatte sich kurz zuvor dar\u00fcber verstimmt gezeigt, dass Wadephul bei einem Besuch in Japan China &#8222;zunehmend aggressives Verhalten&#8220; in der Stra\u00dfe von Taiwan und im S\u00fcdchinesischen Meer vorgeworfen hatte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Von solchen T\u00f6nen war bei Klingbeils Besuch nichts mehr zu h\u00f6ren. &#8222;China ist offen f\u00fcr Zusammenarbeit&#8220;, so Klingbeils Fazit seiner dreit\u00e4gigen Reise. Bei den Treffen mit hochrangigen Vertretern der kommunistischen F\u00fchrung ging es um viele strittige Fragen, auch um eine verl\u00e4ssliche Versorgung mit wichtigen Rohstoffen, den Seltenen Erden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die deutsche Industrie wird vor allem interessieren, ob sich Klingbeils Optimismus in diesem Punkt bewahrheitet. China hat f\u00fcr wichtige Komponenten aus Seltenen Erden Exportkontrollen erlassen. Die sind eine m\u00e4chtige Waffe in Handelskonflikten, weil China bei vielen Bauteilen aus Seltenen Erden nahezu ein Monopol hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und in Deutschland sind viele Hersteller von Hightechprodukten im Maschinenbau, in der Auto- und R\u00fcstungsindustrie davon abh\u00e4ngig. Ohne Seltene Erden drohen in vielen Unternehmen die B\u00e4nder still zu stehen. Lieferstopps f\u00fcr Seltenen Erden hat China auch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/trump-xi-treffen-100.html\" title=\"Trump und Xi einigen sich bei Seltenen Erden und Z\u00f6llen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erfolgreich im Handelskonflikt mit den USA eingesetzt<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>    Was China verlangt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Chinas Vize-Premierminister He Lifeng machte in seinem Statement deutlich, was er von der deutschen Seite will: Die Bundesregierung solle sich bei der EU stark machen f\u00fcr bessere Beziehungen zu China.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hintergrund ist, dass Br\u00fcssel die europ\u00e4ische Industrie vor Dumping-Preisen f\u00fcr Stahl und E-Autos &#8222;Made in China&#8220; sch\u00fctzen will. Daran st\u00f6rt sich Peking. Denn die chinesische Wirtschaft ist auf Exporte angewiesen. Die kommunistische F\u00fchrung hat massive Investitionen in Wirtschaftsbereiche wie die Produktion von E-Autos gelenkt, so dass die Produktionskapazit\u00e4ten die Nachfrage weit \u00fcbertreffen. Viele chinesische Hersteller m\u00fcssen exportieren, um zu \u00fcberleben. Das ist Chinas Achillesferse, im Moment noch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den Zugang zum europ\u00e4ischen Markt &#8211; das kann Europa in Handelskonflikten noch in die Waagschale werfen. Zumindest so lange, bis China gen\u00fcgend andere M\u00e4rkte in Asien, Afrika und S\u00fcdamerika erschlossen hat &#8211; ein Zeitfenster f\u00fcr Europa, sich in strategisch wichtigen Bereichen unabh\u00e4ngiger zu machen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sollte es wirklich zu verl\u00e4sslichen Lieferungen bei den Seltenen Erden kommen, w\u00e4re die Reise erstmal ein Erfolg f\u00fcr die Charme-Offensive des SPD-Ministers. Klingbeil scheint auf die chinesischen Zusagen zu vertrauen: &#8222;Das sagt die chinesische Seite nicht, wenn man das nicht auch so meint&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Daran wird sich Klingbeil messen lassen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 19.11.2025 18:52 Uhr Au\u00dfenminister Wadephul hatte seine Reise nach Verstimmungen mit Peking verschoben. 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