{"id":588122,"date":"2025-11-20T00:37:12","date_gmt":"2025-11-20T00:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/588122\/"},"modified":"2025-11-20T00:37:12","modified_gmt":"2025-11-20T00:37:12","slug":"brasilianisches-prestigeprojekt-deutschland-investiert-eine-milliarde-in-tropenwald-fonds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/588122\/","title":{"rendered":"Brasilianisches Prestigeprojekt: Deutschland investiert eine Milliarde in Tropenwald-Fonds"},"content":{"rendered":"<p>Die Idee stammt vom Gastgeberland des Klimagipfels, Brasilien: Staatliche und private Geldgeber sollen in einen Fonds einzahlen, der L\u00e4nder unterst\u00fctzt, die ihre Regenw\u00e4lder sch\u00fctzen. Kanzler Merz hatte eine \u201enamhafte Summe\u201c zugesagt \u2013 nun ist bekannt, wie hoch diese ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Deutschland stellt f\u00fcr einen neuen Fonds zum Schutz des Regenwalds \u00fcber einen Zeitraum von zehn Jahren eine Milliarde Euro zur Verf\u00fcgung. Das best\u00e4tigten Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan auf der Weltklimakonferenz in Bel\u00e9m. \u201eEs geht um den Schutz der tropischen Regenw\u00e4lder, der Lunge unserer Welt\u201c, erkl\u00e4rten beide SPD-Politiker.<\/p>\n<p>Zuvor hatte Brasiliens Umweltministerin Marina Silva den Beitrag Deutschlands angek\u00fcndigt. Ihre Regierung hat den Tropenwaldfonds ins Leben gerufen und zu Einzahlungen aufgerufen. Wie viel Geld Deutschland genau bereitstellt, wurde mit Spannung erwartet. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bei seinem Kurzbesuch in Brasilien nur eine \u201enamhafte Summe\u201c angek\u00fcndigt, ohne jedoch konkreter zu werden.<\/p>\n<p>Regenw\u00e4lder gelten als \u201egr\u00fcne Lungen der Erde\u201c, da sie gro\u00dfe Mengen klimasch\u00e4dlicher Treibhausgase binden und das Klima durch Wasserverdunstung k\u00fchlen. Zudem sind sie Heimat zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. An vielen Stellen sind die W\u00e4lder durch Abholzung bedroht, um Agrar- oder Weidefl\u00e4chen zu schaffen oder Gold abzubauen.<\/p>\n<p>Fonds soll j\u00e4hrlich vier Milliarden US-Dollar aussch\u00fctten<\/p>\n<p>F\u00fcr die brasilianische Regierung ist der Fonds namens Tropical Forest Forever Facility (TFFF) ein Prestigeprojekt, das sie als Gastgeber der UN-Konferenz \u00f6ffentlichkeitswirksam zum Erfolg f\u00fchren m\u00f6chte. L\u00e4nder, die ihre W\u00e4lder erhalten, sollen nach diesem innovativen Modell belohnt werden. Gleichzeitig sollen sie f\u00fcr jeden zerst\u00f6rten Hektar Wald eine Strafe zahlen. Die Kontrolle erfolgt mittels Satellitenbildern.<\/p>\n<p>Nach einer Anlaufphase k\u00f6nnte der Fonds mit einem angestrebten Volumen von 125 Milliarden US-Dollar (etwa 108 Milliarden Euro) j\u00e4hrlich rund vier Milliarden US-Dollar aussch\u00fctten \u2013 so plant es zumindest die brasilianische Regierung. Das w\u00e4re fast das Dreifache des derzeitigen Volumens internationaler Wald-Finanzhilfen.<\/p>\n<p>Norwegen hat bereits angek\u00fcndigt, \u00fcber zehn Jahre drei Milliarden US-Dollar in den Fonds einzuzahlen. Brasilien selbst wird eine Milliarde US-Dollar beisteuern, auch Indonesien plant eine Milliarde einzuzahlen. Beide L\u00e4nder verf\u00fcgen \u00fcber gro\u00dfe Tropenwaldfl\u00e4chen. Zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern z\u00e4hlen neben Brasilien auch Kolumbien, Ghana, die Demokratische Republik Kongo, Indonesien und Malaysia.<\/p>\n<p>Die Leitung des Fonds \u00fcbernimmt ein Exekutivrat aus 18 L\u00e4ndern \u2013 je zur H\u00e4lfte Tropenwaldl\u00e4nder und Industriestaaten. Als Treuh\u00e4nder fungiert zun\u00e4chst die Weltbank. Gem\u00e4\u00df den Richtlinien des Exekutivrates \u00fcberweist sie die Gelder an L\u00e4nder mit tropischen W\u00e4ldern und stellt ein eigenes Sekretariat bereit.<\/p>\n<p>70 Staaten k\u00f6nnten von Geldern profitieren<\/p>\n<p>Profitieren k\u00f6nnten \u00fcber 70 Entwicklungsstaaten. Die Empf\u00e4nger d\u00fcrfen selbst entscheiden, wie sie das Geld verwenden. Eine wichtige Bedingung ist jedoch, dass 20 Prozent speziell f\u00fcr indigene V\u00f6lker und traditionelle Gemeinschaften bestimmt sind.<\/p>\n<p>Zum offiziellen Start in der ersten Novemberwoche wurde die Initiative nach Angaben Brasiliens bereits von 53 L\u00e4ndern unterst\u00fctzt, darunter 19 potenzielle Staatsinvestoren. Nach den Vorstellungen Brasiliens sollen reiche Staaten freiwillig zun\u00e4chst 25 Milliarden US-Dollar einzahlen. Mit diesem Grundstock sollen in den kommenden Jahren weitere 100 Milliarden US-Dollar aus dem Privatsektor mobilisiert werden. Die Manager des Tropenwaldfonds sollen das Geld m\u00f6glichst nachhaltig anlegen; Projekte mit fossilen Brennstoffen sind dabei ausgeschlossen.<\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Idee stammt vom Gastgeberland des Klimagipfels, Brasilien: Staatliche und private Geldgeber sollen in einen Fonds einzahlen, der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":588123,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,14,3923,15,3921,12],"class_list":{"0":"post-588122","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-nachrichten-aus-deutschland","18":"tag-news","19":"tag-news-aus-deutschland","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115579235527206998","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/588122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=588122"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/588122\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/588123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=588122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=588122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=588122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}