{"id":588561,"date":"2025-11-20T04:59:12","date_gmt":"2025-11-20T04:59:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/588561\/"},"modified":"2025-11-20T04:59:12","modified_gmt":"2025-11-20T04:59:12","slug":"klimakonferenz-deutschland-investiert-eine-milliarde-in-den-regenwaldfonds-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/588561\/","title":{"rendered":"Klimakonferenz: Deutschland investiert eine Milliarde in den Regenwaldfonds &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eNamhaft\u201c, so hatte der Kanzler das genannt. Namhaft sollte der deutsche Beitrag zum Tropenfonds Brasiliens sein. Was dieses Wort bedeutet oder wie es sich vern\u00fcnftig ins Englische \u00fcbersetzen l\u00e4sst, blieb nach Merz&#8216; Auftritt bei der Klimakonferenz in Bel\u00e9m knapp zwei Wochen lang ein R\u00e4tsel &#8211; bis jetzt. Eine Milliarde Euro, so wurde am Mittwochabend bekannt, wird Deutschland zum Fonds beitragen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Vielleicht kann das helfen, den angeschlagenen Ruf Berlins zu reparieren. Denn seit <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Friedrich_Merz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a> bei einer Handelskonferenz ausgerechnet <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/belem-merz-eklat-li.3341267\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bel\u00e9m (\u201ediesen Ort, an dem wir da waren\u201c) hernahm, um im Vergleich die Sch\u00f6nheit Deutschlands zu unterstreichen<\/a>, sind die brasilianischen Gastgeber nicht mehr ganz so gut auf ihn zu sprechen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Milliarde, die Deutschland \u00fcber die n\u00e4chsten zehn Jahre bereitstellen will, flie\u00dft nicht direkt in den Schutz des Regenwalds. Sie geht in den Tropenwald-Fonds TFFF, den Brasiliens Pr\u00e4sident Luiz Ignac\u00edo Lula da Silva zu Beginn der Konferenz offiziell gegr\u00fcndet hat. Der Plan: Private und \u00f6ffentliche Geldgeber zahlen gemeinsam 125 Milliarden Dollar in den Fonds ein, der mit diesen Mitteln arbeitet.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Rendite wiederum soll teils an die Investoren gehen, teils in den Schutz des Regenwalds flie\u00dfen. Konkret sollen die Besitzer von Waldfl\u00e4chen, unter ihnen oft Indigene, f\u00fcr den Erhalt des Tropenwaldes entlohnt werden. Bisher hatte Lula gut f\u00fcnf Milliarden Dollar an \u00f6ffentlichen Mitteln einsammeln k\u00f6nnen. Nach seinem Plan sollen sie auf 25 Milliarden Dollar anwachsen. Umgerechnet in Dollars k\u00e4men aus Deutschland nun weitere 1,15 Milliarden hinzu.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Anders als erwartet wurde der Beitrag nicht von Deutschland verk\u00fcndet, sondern von Lula selbst und seiner Umweltministerin Marina Silva &#8211; wohl auch, um das Gastgeberland wieder freundlicher zu stimmen. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat derzeit alle H\u00e4nde voll zu tun, die Wogen dort zu gl\u00e4tten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein anderer Plan Brasiliens ging allerdings nicht auf. Lulas Anwesenheit sollte urspr\u00fcnglich dabei helfen, die gr\u00f6\u00dften Streitpunkte der Konferenz bereits am Mittwoch zu l\u00f6sen &#8211; obwohl die Konferenz offiziell bis Freitag laufen soll. Doch zunehmend kristallisieren sich Konflikte heraus, die nicht so einfach und schon gar nicht so schnell zu l\u00f6sen sind.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Klimakonferenz leitet Australien &#8211; in der T\u00fcrkei<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">So verlangt eine Allianz von mittlerweile mehr als 80 Staaten einen Fahrplan f\u00fcr den Ausstieg aus fossiler Energie. Die Einigung der Klimakonferenz in Dubai vor zwei Jahren, sich von Kohle, \u00d6l und Gas \u201ewegzubewegen\u201c, w\u00fcrde damit etwas konkreter. Allerdings sind 80 Staaten noch nicht die ganze Welt &#8211; und eine Klimakonferenz entscheidet stets einstimmig.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Daneben steht eine Reihe offener Finanzierungsfragen &#8211; etwa jene, wie viele Mittel k\u00fcnftig f\u00fcr \u00e4rmere L\u00e4nder bereitstehen sollen, damit diese die Folgen des Klimawandels abfedern k\u00f6nnen. Ebenso unklar ist, wie gro\u00df der Kreis der L\u00e4nder ist, die dieses Geld k\u00fcnftig aufbringen sollen. Bis vergangene Nacht lagen zu all diesen Fragen noch nicht einmal neue Textvorschl\u00e4ge vor. Die Frist, die sich die brasilianische Pr\u00e4sidentschaft der COP selbst daf\u00fcr gesetzt hatte, war damit schon um fast 24 Stunden \u00fcberschritten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein anderer, sehr heikler Streit scheint dagegen nun beigelegt: der um den Austragungsort der n\u00e4chsten Klimakonferenz. Sowohl die T\u00fcrkei als auch Australien hatten sich beworben, keiner von beiden wollte nachgeben. Nach UN-Regularien wechselt die Ausrichtung reihum zwischen den Staatengruppen. Im kommenden Jahr ist die Gruppe der westeurop\u00e4ischen Staaten dran, zu der sowohl die T\u00fcrkei als auch Australien geh\u00f6ren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Am Mittwoch einigte sich die Staatengruppe nach Angaben aus Verhandlungskreisen auf einen salomonischen Kompromiss: Der Ausrichtungsort werde zwar die T\u00fcrkei sein, die Pr\u00e4sidentschaft aber \u00fcbernehme Australien. H\u00e4tte sich dieser Konflikt nicht l\u00f6sen lassen, h\u00e4tte es nur einen Ausweg gegeben: Als Sitz des Klimasekretariats h\u00e4tte wohl Deutschland die Ausrichtung der COP 31 \u00fcbernehmen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eNamhaft\u201c, so hatte der Kanzler das genannt. Namhaft sollte der deutsche Beitrag zum Tropenfonds Brasiliens sein. 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