{"id":588623,"date":"2025-11-20T05:34:11","date_gmt":"2025-11-20T05:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/588623\/"},"modified":"2025-11-20T05:34:11","modified_gmt":"2025-11-20T05:34:11","slug":"bei-seinem-besuch-in-berlin-wird-ein-tourist-aus-spanien-schwer-verletzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/588623\/","title":{"rendered":"Bei seinem Besuch in Berlin wird ein Tourist aus Spanien schwer verletzt."},"content":{"rendered":"<p>Nach einer mutma\u00dflich radikal-islamistisch und antisemitisch motivierten Messerattacke auf einen Besucher des Holocaust-Mahnmals in Berlin beginnt am Donnerstag (9.15 Uhr) der Prozess. Angeklagt ist ein 19 Jahre alter anerkannter syrischer Fl\u00fcchtling. Er soll am 21. Februar von Leipzig nach Berlin gereist sein, um in der Hauptstadt im Namen des Islamischen Staats (IS) den Angriff zu ver\u00fcben. Dabei wurde ein Tourist aus Spanien lebensgef\u00e4hrlich verletzt.<\/p>\n<p>Die Tat<\/p>\n<p>Der damals 30 Jahre alte Berlin Besucher wurde am 21. Februar gegen 18.00 Uhr im Stelenfeld des Denkmals f\u00fcr die ermordeten Juden Europas mit einem Messer von hinten angegriffen. Nach den Ermittlungen soll der T\u00e4ter den Mann von hinten gepackt und ihm mit einem Messer einen 14 Zentimeter langen Schnitt an der Kehle zugef\u00fcgt haben. Au\u00dferdem erlitt das Opfer zwei weitere Stichverletzungen im Gesicht und am Finger.\u00a0<\/p>\n<p>Der Vorwurf<\/p>\n<p>Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord, gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung und versuchte Mitgliedschaft in einer ausl\u00e4ndischen terroristischen Vereinigung vor. Nach Einsch\u00e4tzung der Beh\u00f6rde war die Tat radikal-islamistisch und antisemitisch motiviert.\u00a0<\/p>\n<p>Der 19-J\u00e4hrige sei Anh\u00e4nger der Ideologie der terroristischen Organisation des Islamischen Staats (IS) gewesen. Wegen dieser Gesinnung und \u00abangetrieben durch die Eskalation des Nahostkonflikts\u00bb fuhr er laut Anklage am Tattag von Sachsen nach Berlin, um in der Hauptstadt im Namen des IS einen Angriff auf einen Menschen zu begehen und \u00abdadurch einen Repr\u00e4sentanten der von ihm abgelehnten freiheitlichen Gesellschaft zu t\u00f6ten\u00bb. Kurz vor der Tat habe Wassim Al M. \u00fcber einen Messengerdienst ein Foto von sich an Mitglieder des IS \u00fcbersandt und sich als Mitglied angedient.<\/p>\n<p>Laut Anklage w\u00e4hlte der 19-J\u00e4hrige das Holocaust-Mahnmal als Tatort, weil er davon ausging, dort \u00abmit hoher Wahrscheinlichkeit einen Menschen j\u00fcdischen Glaubens\u00bb zu treffen.\u00a0<\/p>\n<p>Das Opfer<\/p>\n<p>Der damals 30 Jahre alte Berlin-Besucher wurde bei der Messerattacke lebensgef\u00e4hrlich verletzt. Nur durch das schnelle Eingreifen von Rettungskr\u00e4ften und einer Notoperation konnte nach Polizeiangaben sein Leben gerettet werden. Der Mann wurde f\u00fcr einige Zeit in ein k\u00fcnstliches Koma versetzt, so die Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Als dies gesundheitlich m\u00f6glich war, kehrte der Mann in seine Heimat zur\u00fcck. Der Opferbeauftragte der Bundesregierung und des Landes Berlin, Roland Weber, \u00fcbernahm damals die Betreuung. Auch um Zeugen des Angriffs k\u00fcmmerte sich seine Beh\u00f6rde gemeinsam mit der Zentralen Anlaufstelle in Berlin. Diese ist infolge der Erfahrungen nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz entstanden.\u00a0<\/p>\n<p>Die Zentrale Anlaufstelle k\u00fcmmert sich nach Angaben von Weber bis heute um alle Belange, die in Deutschland n\u00f6tig und m\u00f6glich sind im Interesse des Opfers. Zudem werde der Mann in Spanien vom Europ\u00e4ischen Netzwerk f\u00fcr die Rechte der Opfer SCPVOT betreut.\u00a0<\/p>\n<p>Im Strafverfahren in Berlin wird der Spanier im Dezember als Zeuge erwartet. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin ist er auch Nebenkl\u00e4ger.\u00a0<\/p>\n<p>Der Tatort<\/p>\n<p>Das Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden in Europa des Architekten Peter Eisenman war im Mai 2005 der \u00d6ffentlichkeit \u00fcbergeben worden. Mit dem Stelenfeld und einem unterirdischen Informationsort wird in der Hauptstadt nahe dem Brandenburger Tor an die sechs Millionen Juden erinnert, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ermordet wurden.<\/p>\n<p>Der Angeklagte<\/p>\n<p>Der 19-J\u00e4hrige wurde wenige Stunden nach der Tat im Umfeld der Gedenkst\u00e4tte festgenommen. Nach Beh\u00f6rdenangaben lief er am 21. Februar gegen 20.45 Uhr w\u00e4hrend der noch laufenden Ermittlungsarbeiten auf Polizisten zu. Diese bemerkten seine blutverschmierten H\u00e4nde und Blut auf seiner Hose, wie es damals hie\u00df. In seinem Rucksack fanden Polizisten neben der mutma\u00dflichen Tatwaffe unter anderem auch einen Koran, wie es damals hie\u00df. Der junge Mann wurde festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.<\/p>\n<p>Nach Beh\u00f6rdenangaben kam der 19-J\u00e4hrige 2023 als unbegleiteter, minderj\u00e4hriger Fl\u00fcchtling &#8211; also ohne seine Eltern &#8211; nach Deutschland. Er erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung und wohnte in Leipzig in einer Gemeinschaftsunterkunft.<\/p>\n<p>Der Prozess<\/p>\n<p>F\u00fcr das Staatsschutzverfahren gegen Wassim Al M. hat das Kammergericht Berlin nach Angaben der Sprecherin bislang insgesamt zw\u00f6lf Prozesstage geplant. Ein Urteil k\u00f6nnte demnach am 29. Januar 2026 gesprochen werden.\u00a0<\/p>\n<p>Der zust\u00e4ndige 1. Senat mit der Vorsitzenden Richterin Doris Husch hat bislang etwa ein Dutzend Zeugen geladen, weitere werden folgen, wie es hie\u00df. Die ersten Zeugen &#8211; zwei Polizisten &#8211; sollen am ersten Prozesstag aussagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach einer mutma\u00dflich radikal-islamistisch und antisemitisch motivierten Messerattacke auf einen Besucher des Holocaust-Mahnmals in Berlin beginnt am Donnerstag&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":588624,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,1549,30,1015,1584,1940,1938,2283,4026,9326],"class_list":{"0":"post-588623","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-extremismus","14":"tag-germany","15":"tag-justiz","16":"tag-kriminalitaet","17":"tag-nachrichten-aus-berlin","18":"tag-news-aus-berlin","19":"tag-prozess-gericht","20":"tag-spanien","21":"tag-updateme"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115580401492516551","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/588623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=588623"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/588623\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/588624"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=588623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=588623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=588623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}