{"id":588830,"date":"2025-11-20T07:35:18","date_gmt":"2025-11-20T07:35:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/588830\/"},"modified":"2025-11-20T07:35:18","modified_gmt":"2025-11-20T07:35:18","slug":"london-jay-kelly-roadmovie-mit-george-clooney-und-adam-sandler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/588830\/","title":{"rendered":"London | \u00abJay Kelly\u00bb: Roadmovie mit George Clooney und Adam Sandler"},"content":{"rendered":"<p>London (dpa) &#8211; George Clooney wird gelegentlich nachgesagt, er spiele oft sich selbst oder w\u00fcrde Rollen annehmen, die seinem charmanten Image entsprechen. Zumindest f\u00fcr seinen neuen Film \u00abJay Kelly\u00bb trifft das zu. Der 64-J\u00e4hrige spielt darin den Schauspieler Jay, dem eine Europa-Reise zum melancholischen Selbstfindungstrip ger\u00e4t. Adam Sandler verk\u00f6rpert seinen langj\u00e4hrigen, treuen Manager Ron Sukenick, der ihn auf Schritt und Tritt begleitet.<\/p>\n<p>Wie viel von George Clooney steckt in Jay Kelly?<\/p>\n<p>Jay Kelly ist ein Hollywood-Idol der alten Garde, \u00abder letzte der alten Filmstars\u00bb, wie Ron in einer Szene betont. Wie viel George Clooney steckt also in Jay Kelly? \u00abGeorge Clooney ist voll und ganz Jay Kelly\u00bb, betont der Hollywood-Star im Interview der Deutschen Presse-Agentur in London und lacht. \u00abWie viel Jay Kelly in George Clooney steckt, das ist eine etwas andere Frage. Ich habe nicht dieselben Probleme (wie Jay). Ich habe sie nicht.\u00bb<\/p>\n<p>Der Protagonist in Noah Baumbachs Drama ist ein charismatischer Filmstar, ein Narzisst, der zunehmend an sich selbst zweifelt \u2013 und erkennen muss, dass f\u00fcr seine Karriere und seinen Ruhm nicht nur er selbst viele Opfer gebracht hat, sondern auch die Menschen um ihn herum. Seine Karriere kam immer zuerst &#8211; vor der Familie und vor Freundschaften. In Jay w\u00e4chst das ungute Gef\u00fchl, jeden, der ihm in seinem Leben nahestand, entt\u00e4uscht zu haben.<\/p>\n<p>Die Einsamkeit eines Hollywood-Stars<\/p>\n<p>Und er f\u00fchlt sich allein. Jay ist Single. Zu seiner \u00e4lteren Tochter (Riley Keough) hat er kaum Kontakt. Seine j\u00fcngere Tochter Daisy (Grace Edwards) f\u00e4hrt lieber mit Freunden in den Urlaub, als die Ferien mit ihrem Vater zu verbringen. Kurzerhand sagt Jay ein wichtiges Filmprojekt ab, um Daisy nach Frankreich und Italien zu folgen und sich dort zur Abwechslung einfach unter die Leute zu mischen.<\/p>\n<p>Mit seinem narzisstischen Verhalten stellt der Star die Geduld von Manager Ron (Sandler) und Publizistin Liz (Laura Dern) auf die Probe. Die beiden stecken f\u00fcr Jay seit langem ihr eigenes Privatleben zur\u00fcck und wollen nicht mit ansehen, wie er seine Karriere gef\u00e4hrdet. Doch Jay will seine Reise genie\u00dfen und ein paar Dinge gerader\u00fccken.<\/p>\n<p>Clooney empfindet keine Reue<\/p>\n<p>\u00abDie Figur ist ziemlich weit entfernt von dem, wer ich wirklich bin\u00bb, betont Clooney. \u00abIch habe nicht die Reue, die dieser Typ empfindet. Ich habe keine Opfer gebracht. Meine Familie mag mich \u2013 zumindest im Moment \u2013 immer noch.\u00bb Er grinst. \u00abMein Vater ist nicht so ein Typ. Ich habe also keines dieser Elemente in meinem Leben.\u00bb<\/p>\n<p>Im Film spielt Theater- und Hollywood-Veteran Stacy Keach (84) den Vater, mit dem Jay eine schwierige Beziehung hat und um dessen Anerkennung er immer noch k\u00e4mpft. Mit der Einladung zu einer Preisverleihung in der Toskana will es Jay noch einmal versuchen. Doch in Italien l\u00e4uft nicht alles so, wie er es gehofft hatte.<\/p>\n<p>Clooney und Sandler in Topform<\/p>\n<p>Clooney zeigt eine gro\u00dfartige Vorstellung in der Rolle, die ihm am besten liegt. Dem Charme von Jay Kelly erliegt man als Zuschauer schnell. Wie viele Menschen in Jays Umfeld verzeiht man ihm seine Fehler. Und wenn der Filmstar mit dem einnehmenden L\u00e4cheln seine verletzliche Seite zeigt, kann man nicht anders, als ihn zu bemitleiden.<\/p>\n<p>Mitleid hat man auch mit Sandlers Ron, der das Gegenteil von Jay darstellt. W\u00e4hrend der Filmstar immer nur an sich selbst dachte, hat Ron sein Privat- und Familienleben vernachl\u00e4ssigt, weil er sich nur um Jay gek\u00fcmmert hat. \u00abBedeutet dir das hier alles nichts?\u00bb, fragt Ron in einer Schl\u00fcsselszene. \u00abDenn mir bedeutet es etwas. Du bist Jay Kelly, aber ich bin auch Jay Kelly.\u00bb Dass Sandler mehr als nur Comedy kann, hat er l\u00e4ngst in anderen Rollen bewiesen.<\/p>\n<p>Manche Handlungselemente wirken zwar nicht ganz zu Ende gedacht, und besonders eine Szene, in der Jay einem von Lars Eidinger gespielten deutschen Handtaschendieb hinterherjagt, f\u00e4llt etwas aus dem Rahmen. Doch insgesamt findet der Film eine stimmige Balance zwischen pointierter Situationskomik und melancholischen Momenten.<\/p>\n<p>Vergn\u00fcgliches und r\u00fchrendes Roadmovie<\/p>\n<p>Das Drehbuch schrieb Regisseur Noah Baumbach gemeinsam mit Emily Mortimer. Mit leisem, mitunter subtilem Humor und viel Gef\u00fchl erz\u00e4hlt ihr Film die Geschichte eines Mannes, der nur scheinbar alles erreicht hat, der von Millionen Menschen geliebt wird und doch einsam ist.<\/p>\n<p>Mit wunderbaren Bildern vor der malerischen Kulisse der sommerlichen Toskana ist \u00abJay Kelly\u00bb au\u00dferdem ein vergn\u00fcgliches und r\u00fchrendes Roadmovie. Es ist ein Film \u00fcber Verg\u00e4nglichkeit, Reue und Selbstfindung &#8211; getragen vom Zusammenspiel des bestens aufgelegten Duos George Clooney und Adam Sandler.<\/p>\n<p>\u00abJay Kelly\u00bb l\u00e4uft nur f\u00fcr kurze Zeit im Kino. Schon ab 5. Dezember ist die Netflix-Produktion beim Streamingdienst zu sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"London (dpa) &#8211; George Clooney wird gelegentlich nachgesagt, er spiele oft sich selbst oder w\u00fcrde Rollen annehmen, die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":588831,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[1605,3364,29,92,30,551,95,1209,64],"class_list":{"0":"post-588830","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-bielefeld","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-film","12":"tag-germany","13":"tag-grossbritannien","14":"tag-kino","15":"tag-nordrhein-westfalen","16":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115580877235757253","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/588830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=588830"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/588830\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/588831"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=588830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=588830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=588830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}