{"id":58911,"date":"2025-04-25T01:47:15","date_gmt":"2025-04-25T01:47:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/58911\/"},"modified":"2025-04-25T01:47:15","modified_gmt":"2025-04-25T01:47:15","slug":"trumps-handelskrieg-eindaemmen-von-der-leyen-ist-vorbild-fuer-merz-im-umgang-mit-dem-us-praesidenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/58911\/","title":{"rendered":"Trumps Handelskrieg eind\u00e4mmen: Von der Leyen ist Vorbild f\u00fcr Merz im Umgang mit dem US-Pr\u00e4sidenten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der US-Pr\u00e4sident sucht vor allem die N\u00e4he zu Europas Rechtspopulisten. Im Handelskrieg meidet Trump bislang auch das Gespr\u00e4ch mit der EU-Kommissionspr\u00e4sidentin. Von der Leyen hat Wege gefunden, Trump dennoch die Stirn zu bieten. Davon k\u00f6nnte der k\u00fcnftige Kanzler Merz viel lernen.<\/strong><\/p>\n<p>In Br\u00fcssel ruhen gro\u00dfe Hoffnungen auf Friedrich Merz. Denn in den vergangenen Jahren hat Deutschland seine europ\u00e4ischen Partner immer wieder entt\u00e4uscht. Kanzler Olaf Scholz zeigte kaum Interesse an der Europ\u00e4ischen Union. Daf\u00fcr hat Merz ihn im Wahlkampf scharf attackiert &#8211; und sich selbst als \u00fcberzeugten Europ\u00e4er pr\u00e4sentiert. Zumindest hat Merz einige Erfahrung mit der komplizierten B\u00fcrokratie in Br\u00fcssel: Er sa\u00df von 1989 bis 1994 als Abgeordneter im Europaparlament, wo die CDU Teil der Fraktion der Europ\u00e4ischen Volkspartei (EVP) ist. Aber wird Merz es wirklich besser machen als Scholz?<\/p>\n<p>So ambitioniert die Absichten des CDU-Chefs in Europa auch sein m\u00f6gen &#8211; die geopolitische Eskalationsspirale wird ihn in seiner Amtszeit auf Trab halten. Die Europ\u00e4er haben es nicht mehr nur mit den \u00fcblichen, anti-demokratischen Verd\u00e4chtigen zu tun, namentlich Pr\u00e4sident Wladimir Putin in Moskau und seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Peking. Im Wei\u00dfen Haus sitzt nun ein US-Pr\u00e4sident, der nicht m\u00fcde wird, seinen Hass gegen\u00fcber den Europ\u00e4ern zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p>Schwierige Arbeitsbedingungen sind das auch f\u00fcr Merz&#8216; Parteikollegin Ursula von der Leyen. Da Trump gerne z\u00fcndelt, muss sie als EU-Kommissionspr\u00e4sidentin ein Feuer nach dem anderen austreten. Erst drohte der US-Pr\u00e4sident damit, den sicherheitspolitischen Schutzschirm, den die USA nach dem Zweiten Weltkrieg \u00fcber den alten Kontinent aufspannten, abzuziehen. Dann brach Trump ohne Not einen Handelskrieg mit all seinen Partnern, auch den europ\u00e4ischen, vom Zaun. Von der Leyen konnte bisher durch ihr strategisch kluges Handeln gegen\u00fcber Trump das Schlimmste verhindern. Sie kann Merz zeigen, wie er sich durch dieses Minenfeld navigieren kann, zu dem die transatlantischen Beziehungen geworden sind.<\/p>\n<p>Von der Leyen ist momentan auf Meloni angewiesen<\/p>\n<p>Obwohl es bislang offenbar keinen direkten Gespr\u00e4chsfaden zwischen von der Leyen und Trump gibt, kann die Kommissionspr\u00e4sidentin einige Erfolge vorweisen. Das milit\u00e4rische Schutzversprechen der Amerikaner wackelt zwar, ist aber noch gr\u00f6\u00dftenteils vorhanden. Daran hat auch von der Leyens 800 Milliarden Euro schwerer Plan zur &#8222;Wiederbewaffnung&#8220; Europas Anteil. Damit ging sie auf Trumps Forderung ein, die Europ\u00e4er sollten endlich mehr Geld in die Nato-Kasse einzahlen. Zudem machte Trump im Zollstreit teilweise einen R\u00fcckzieher: Zwar beharrt er auf einen Basis-Zoll von 10 Prozent auf alle importierten EU-Waren &#8211; so wie auf die Einfuhrbeschr\u00e4nkungen auf Aluminium, Stahl und Autos. Aber immerhin nahm Trump die Zollerh\u00f6hung auf 20 Prozent f\u00fcr europ\u00e4ische Produkte f\u00fcr 90 Tage zur\u00fcck &#8211; weil er mit Br\u00fcssel verhandeln will.<\/p>\n<p>Ja, die Erfolge scheinen auf den ersten Blick bescheiden. Wenn man aber bedenkt, dass Trump und sein Umfeld sich EU-skeptischen Rechtspopulisten wie der AfD n\u00e4her f\u00fchlen als den konservativen Parteien der demokratischen Mitte, ist von der Leyens Bilanz mehr als ordentlich. Um so weit zu kommen, ist aber auch die Kommissionschefin auf die Zusammenarbeit mit einer Rechtspopulistin angewiesen: Italiens Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni. W\u00e4hrend von der Leyen noch immer auf Trumps Anruf wartet, bekam Meloni schon eine Audienz im Wei\u00dfen Haus. Dabei wurde sie nicht nur von Trump mit Lobeshymnen \u00fcbersch\u00fcttet, sondern konnte ihm auch das Zugest\u00e4ndnis zu einem k\u00fcnftigen Deal im Handelsstreit mit Br\u00fcssel abringen. Vor und nach dem Besuch Melonis im Oval Office stimmte von der Leyen sich eng mit ihr ab, um die italienische Regierungschefin als Br\u00fcckenbauerin zu nutzen.<\/p>\n<p>Von dieser Vorgehensweise kann Merz lernen. Auch er sollte sich um einen Draht zu Trump bem\u00fchen und &#8211; falls dies nicht sofort gelingen sollte &#8211; Allianzen schmieden. Im Bundestag hat er daf\u00fcr keinen Spielraum, selbst wenn er nach rechts abbiegen wollte. Die Brandmauer zur AfD hat L\u00f6cher bekommen, steht aber noch. Und ausgerechnet die AfD steht den Republikanern, die Trump auf rechts getrimmt hat, politisch besonders nah: Trumps Vize JD Vance bekundete seine Sympathie f\u00fcr die deutschen Rechtsextremen auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, Trumps Berater Elon Musk plauschte mit AfD-Chefin Alice Weidel live auf seiner Plattform X.<\/p>\n<p> EU-Gegenz\u00f6lle wiesen Trump wohl in die Schranken<\/p>\n<p>Doch wie von der Leyen k\u00f6nnte sich Merz auf der internationalen B\u00fchne Meloni zuwenden. In ihrer Gesinnung ist Meloni, als Vorsitzende der teils gesichert rechtsradikalen Partei Fratelli d\u2019Italia, kaum weniger gef\u00e4hrlich als Weidel. Allerdings h\u00e4lt sie auf europapolitischer Ebene bislang die drei Bedingungen ein, die von den Konservativen im EU-Parlament f\u00fcr eine Kooperation aufgestellt wurden: pro EU, pro Rechtsstaat, pro Ukraine. Allein um die europ\u00e4ische Einheit zu wahren, muss Merz sich eng mit Meloni und Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron abstimmen &#8211; schlie\u00dflich regieren die drei die wirtschaftsst\u00e4rksten L\u00e4nder der EU.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Meloni den US-Pr\u00e4sidenten aufgrund der gemeinsamen rechtspopulistischen Gesinnung ohne jede Heuchelei umschmeicheln kann, wird das f\u00fcr Merz schon schwieriger. Wenn er als Mann der politischen Mitte auch Abstand wahren muss, kann er sich bei Trump dennoch Respekt verschaffen &#8211; mit selbstbewusstem Auftreten. Auch das hat von der Leyen vorgemacht. Sie schreckte nicht davor zur\u00fcck, Trump mit Gegenz\u00f6llen zu drohen und konnte so den Handelskrieg erst einmal eind\u00e4mmen. Beobachter in Br\u00fcssel sind \u00fcberzeugt davon, dass diese Strategie bislang aufgeht. Trump, der nur das Recht des St\u00e4rkeren zu kennen scheint, muss mit St\u00e4rke begegnet werden.<\/p>\n<p>Zudem setzte von der Leyen Trump mit der Diskussion \u00fcber eine Steuer f\u00fcr Tech-Unternehmen unter Druck. Angesichts der drohenden Z\u00f6lle und Steuern vonseiten der EU bekamen einige US-Milliard\u00e4re offenbar kalte F\u00fc\u00dfe. Musk kritisierte Trump jedenfalls bereits \u00f6ffentlich f\u00fcr dessen Wirtschaftspolitik. Den Weg des Widerstands kann Merz mit von der Leyen in Br\u00fcssel gemeinsam gehen. Im Rat der europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs kann er f\u00fcr eine gemeinsame Linie gegen\u00fcber Trump werben. Unterdessen kann von der Leyen in der Kommission an Gesetzesvorschl\u00e4gen basteln, die Washington weiter unter Druck setzen.<\/p>\n<p>Berlin wird Geldgeber f\u00fcr Europas Verteidigung sein<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Handelspolitik allein in Br\u00fcssel entschieden wird, verbleibt die Hoheit \u00fcber die Verteidigungspolitik zuvorderst bei den Mitgliedstaaten. Hier kann Merz wiederum von der Leyen unter die Arme greifen, um ihren Plan von der Wiederbewaffnung Europas umzusetzen. Da Deutschland im Vergleich zu den europ\u00e4ischen Partnern besonders finanzstark ist, muss es wohl k\u00fcnftig als Geldgeber f\u00fcr die europ\u00e4ische Verteidigung fungieren. In diesem Zusammenhang haben von der Leyen und Merz bereits mit der Zusammenarbeit begonnen. Es war kein Zufall, dass Merz an dem Tag, als von der Leyen ihren 800 Milliarden Euro schweren Verteidigungsplan f\u00fcr Europa vorstellte, in Berlin ein historisches Schuldenpaket organisierte.<\/p>\n<p>Diesen Weg m\u00fcssen die beiden CDU-Politiker weiter zusammen gehen. Pers\u00f6nlich sollen sie sich nicht sehr gewogen sein &#8211; Merz ist ein alter Rivale von Angela Merkel, von der Leyen machte w\u00e4hrend deren Kanzlerschaft Karriere. Angesichts der geopolitischen Gefahren f\u00fcr Deutschland und Europa d\u00fcrften beide aber genug Motivation haben, dar\u00fcber hinwegzukommen. Schlie\u00dflich kann von der Leyen Merz, der noch nie ein Regierungsamt innehatte, auch mit ihren Erfahrungen als Chefin der gr\u00f6\u00dften Beh\u00f6rde der Welt weiterhelfen. Vielleicht beweist Merz nach dem Einzug ins Kanzleramt aber auch ein \u00fcberraschendes Fingerspitzengef\u00fchl im Umgang mit Trump &#8211; und hilft von der Leyen damit weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der US-Pr\u00e4sident sucht vor allem die N\u00e4he zu Europas Rechtspopulisten. 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