{"id":589423,"date":"2025-11-20T13:41:18","date_gmt":"2025-11-20T13:41:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589423\/"},"modified":"2025-11-20T13:41:18","modified_gmt":"2025-11-20T13:41:18","slug":"nigel-farage-platzt-die-reform-seifenblase-in-grossbritannien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589423\/","title":{"rendered":"Nigel Farage \u2013 Platzt die Reform-Seifenblase in Gro\u00dfbritannien?"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img314350\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/314350.jpeg\" alt=\"Noch ein paar Skandale und Nigel Farge k\u00f6nnte ausgespukt haben.\"\/><\/p>\n<p>Noch ein paar Skandale und Nigel Farge k\u00f6nnte ausgespukt haben.<\/p>\n<p>Foto: AFP\/Benjamin Cremel <\/p>\n<p>Schon seit Monaten liegt die Partei Reform UK von Nigel Farage in allen Umfragen eindeutig vorne. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191785.nordengland-wie-die-radikale-rechte-fruehere-bergbauregionen-erobert.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">W\u00e4ren morgen Parlamentswahlen, d\u00fcrften die meisten Stimmen wohl an die Rechtspartei gehen<\/a>. Farage selbst l\u00e4sst an seinen Ambitionen keinen Zweifel. Auf einer Konferenz in London vor wenigen Wochen fragte er rhetorisch: \u00bbSprechen Sie mit dem n\u00e4chsten Premierminister? Ich denke ja.\u00ab<\/p>\n<p>Doch der <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193551.grossbritannien-einwanderersfeindsliche-proteste-lautstarke-minderheit.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">H\u00f6henflug<\/a> ger\u00e4t ins Stocken. Die Partei kommt immer wieder aus den falschen Gr\u00fcnden in die Schlagzeilen. Zurzeit steht Parteichef Farage selbst in der Kritik: Er soll w\u00e4hrend seiner Zeit als Sch\u00fcler am Dulwich College, einer teuren Privatschule in S\u00fcdlondon, mit krass rassistischen und antisemitischen \u00c4u\u00dferungen aufgefallen sein.<\/p>\n<p>Farage soll Gaskammern imitiert haben<\/p>\n<p>\u00bbEr pirschte sich an mich heran und knurrte: \u203aHitler hatte recht\u2039 oder \u203aVergast sie\u2039, manchmal f\u00fcgte er noch ein langes Zischen hinzu, um das Ger\u00e4usch der Gaskammern zu imitieren\u00ab, sagte Farages ehemaliger Mitsch\u00fcler, der Regisseur und Filmproduzent Peter Ettedgui, dem \u00bbGuardian\u00ab.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbIch hatte in meiner Kindheit nie Antisemitismus erlebt, daher war es zutiefst schockierend, als diese b\u00f6sartigen verbalen Beschimpfungen zum ersten Mal aus Farages Mund kamen.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nPeter Ettedgui\u2003Regisseur<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00bbMeine Gro\u00dfeltern waren aus dem nationalsozialistischen Deutschland geflohen und hatten immer mit gro\u00dfer Dankbarkeit dar\u00fcber gesprochen, wie willkommen sie sich im Vereinigten K\u00f6nigreich f\u00fchlten\u00ab, sagt Ettedgui weiter. \u00bbIch hatte in meiner Kindheit nie Antisemitismus erlebt, daher war es zutiefst schockierend, als diese b\u00f6sartigen verbalen Beschimpfungen zum ersten Mal aus Farages Mund kamen. Aber ich war nicht sein einziges Ziel.\u00ab<\/p>\n<p>Schon in den 70ern gab es Bedenken gegen Farage<\/p>\n<p>Mehr als ein Dutzend ehemalige Mitsch\u00fcler best\u00e4tigten dem Bericht zufolge, solche und \u00e4hnliche \u00c4u\u00dferungen Farages geh\u00f6rt zu haben. Der \u00bbGuardian\u00ab weist in seiner Geschichte jedoch auch darauf hin, dass sich andere Mitsch\u00fcler von damals anders an Farage erinnerten. Und das Blatt verweist darauf, dass niemand behaupte, dass Farage als erwachsener Mann noch immer dieselben Ansichten vertrete wie der Jugendliche, dem diese Ansichten zugeschrieben wurden.<\/p>\n<p>Die Vorw\u00fcrfe sind jedoch nicht neu. 2013 berichtete Channel 4 News, dass Lehrer am Dulwich College in den sp\u00e4ten 70er und fr\u00fchen 80er Jahren Bedenken \u00fcber Farages \u00bbrassistische\u00ab und \u00bbfaschistische\u00ab Ansichten als Sch\u00fcler ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tten. Nach dem damaligen Bericht r\u00e4umte Farage ein, \u00bbeinige l\u00e4cherliche Dinge\u00ab gesagt zu haben, aber \u00bbnicht unbedingt rassistische Dinge\u00ab. Es komme darauf an, \u00bbwie man es definiert\u00ab. <\/p>\n<p>Zu den nun erneut aufgekommenen Vorw\u00fcrfen erkl\u00e4rte die Reform-Partei, die Anschuldigungen entbehrten \u00bbjeder Grundlage\u00ab. \u00bbDer Guardian hat keinerlei zeitgen\u00f6ssische Aufzeichnungen oder best\u00e4tigende Beweise vorgelegt, um diese umstrittenen Erinnerungen von vor fast 50 Jahren zu untermauern.\u00ab<\/p>\n<p>Rechtspopulisten sprechen von Diskreditierung<\/p>\n<p>Es sei \u00bbkein Zufall, dass diese Zeitung versucht, Reform UK zu diskreditieren \u2013 eine Partei, die in mehr als 150 aufeinanderfolgenden Meinungsumfragen gef\u00fchrt hat und deren Vorsitzenden die Buchmacher inzwischen als Favoriten f\u00fcr das Amt des n\u00e4chsten Premierministers sehen\u00ab, hei\u00dft es weiter. Man erwarte \u00bbvoll und ganz, dass diese zynischen Versuche, Reform zu verleumden und die \u00d6ffentlichkeit in die Irre zu f\u00fchren, noch weiter zunehmen werden, je n\u00e4her die n\u00e4chste Wahl r\u00fcckt\u00ab.<\/p>\n<p>Doch auch andere Reform-UK-Politiker machen mit bisweilen fragw\u00fcrdigen \u00c4u\u00dferungen von sich reden: So gab im Oktober die Reform-UK-Abgeordnete Sarah Pochin w\u00e4hrend einer Anrufsendung auf dem Sender Talk TV einem Anrufer recht, der sich \u00fcber die \u00bbDemografie\u00ab in der Werbung beschwert hatte. Pochin sagte, der Anrufer habe \u00bbabsolut recht\u00ab. Es mache sie \u00bbwahnsinnig\u00ab, wenn sie Werbung sehe, die voller \u00bbschwarzer Menschen, voller asiatischer Menschen\u00ab sei. Der \u00bbdurchschnittliche wei\u00dfe Mensch\u00ab werde \u00bbnicht mehr repr\u00e4sentiert\u00ab.<\/p>\n<p>Farage erkl\u00e4rte anschlie\u00dfend, er finde Pochins \u00c4u\u00dferung \u00bbfalsch und unsch\u00f6n.\u00ab Rassistisch gewesen sei sie nicht. Wenn er das Gef\u00fchl gehabt h\u00e4tte, dass \u00bbdie Absicht dahinter rassistisch war\u00ab, h\u00e4tte er weitaus mehr unternommen, als er es getan habe. \u00bbUnd das liegt daran, dass ich es nicht glaube.\u00ab<\/p>\n<p>Ehemaliger Regionalchef lie\u00df sich aus Russland bezahlen<\/p>\n<p>Auch ein ehemaliger Reform-UK-Politiker sorgt derzeit f\u00fcr geh\u00f6rige Negativschlagzeilen: Der fr\u00fchere Reform-Chef in Wales, Nathan Gill, der die Partei 2021 verlassen hat, gab k\u00fcrzlich vor Gericht zu, dass er als Europa-Abgeordneter zwischen 2018 und 2019 Schmiergelder aus Russland entgegengenommen hat. Im Gegenzug hielt er prorussische Reden im EU-Parlament und gab russlandfreundliche Statements in den Medien ab. Das Urteil gegen ihn soll am Freitag gesprochen werden. Es d\u00fcrfte auf eine Haftstrafe hinauslaufen.<\/p>\n<p>Und auch in der Lokalpolitik kracht es derzeit bei Reform: Die Partei sah sich k\u00fcrzlich dazu gezwungen, mehrere ihrer Lokalpolitiker auszuschlie\u00dfen, die in der Lokalverwaltung des Kent County Council sa\u00dfen. Dort hat Reform UK seit den Kommunalwahlen im Mai die Mehrheit. Es sollte Reform UKs Vorzeigeprojekt auf Lokalebene werden. Ein geleaktes Video zeigte jedoch einen derma\u00dfen heftigen Streit zwischen den Reform-Politikern, dass sich die Parteif\u00fchrung dazu gezwungen sah, f\u00fcnf von ihnen aus der Partei auszuschlie\u00dfen. Der Vorwurf: Sie h\u00e4tten die Partei \u00bbin Verruf gebracht\u00ab und einen \u00bbMangel an Integrit\u00e4t\u00ab gezeigt.<\/p>\n<p>Das alles d\u00fcrfte sich auf die Umfragewerte ausgewirkt haben: So hat Reform UK seit einem Umfragehoch im September, als die Partei bei 29 Prozent lag, zwei Prozentpunkte verloren. Bis zu den n\u00e4chsten Parlamentswahlen ist es ein langer Weg: Sie m\u00fcssen erst 2029 abgehalten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch ein paar Skandale und Nigel Farge k\u00f6nnte ausgespukt haben. 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