{"id":589700,"date":"2025-11-20T16:21:14","date_gmt":"2025-11-20T16:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589700\/"},"modified":"2025-11-20T16:21:14","modified_gmt":"2025-11-20T16:21:14","slug":"wuppertal-und-hamburg-ringen-um-neue-kuenstlerische-leitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589700\/","title":{"rendered":"Wuppertal und Hamburg ringen um neue k\u00fcnstlerische Leitung"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_kultur\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kultur<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/theater\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"3_theater\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Theater<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 20.11.2025, 16:01 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/autor\/sylvia-staude-cy94200co.html\" title=\"Zur Autorenseite von Sylvia Staude\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" staude=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sylvia Staude<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/40519844-le-sacre-du-printemps-von-john-neumeier-das-ensemble-mit-fliegenden-armen-3s7a.jpg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"792\" width=\"1408\" alt=\"&#x201E;Le Sacre du printemps&#x201C; von John Neumeier: das Ensemble mit fliegenden Armen. \"\/>\u201eLe Sacre du printemps\u201c von John Neumeier.  \u00a9\u00a0Imago<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Nach dem Weggang von Boris Charmatz und Demis Volpi stehen die ber\u00fchmten Tanzensembles vor ungewissen Spielzeiten.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Vor kurzem hat William Forsythe den Theaterpreis \u201eDer Faust\u201c gewonnen, getanzt hat sein St\u00fcck \u201eBlake Works V (The Barre Project\u201c das Hamburg Ballett. Das ist darum bemerkenswert, als diese wunderbare, vom Publikum bejubelte Choreografie eingekauft wurde von Demis Volpi f\u00fcr seine erste Saison als Intendant und Nachfolger von John Neumeier. Es war gleichzeitig seine letzte, denn einige T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer beschwerten sich hurtig \u00fcber seinen F\u00fchrungsstil und erzwangen seinen abrupten Abschied. Eine Chance, in sein Amt hineinzuwachsen (er ist Jahrgang 1985), gab man ihm nicht. Sein Fehler offenbar: Er war nicht Neumeier. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/40519843-in-der-not-nazareth-panadero-trinkt-blumenwasser-in-nefes-von-pina-bausch-PSBG.jpg\" loading=\"lazy\"   height=\"713\" width=\"1100\" alt=\"In der Not: Nazareth Panadero trinkt Blumenwasser in &#x201E;Nefes&#x201C; von Pina Bausch. \"\/>In der Not: Nazareth Panadero in \u201eNefes\u201c von Pina Bausch.  \u00a9\u00a0Imago<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Etwas l\u00e4nger immerhin, seit 2022, leitete der Franzose Boris Charmatz das Tanztheater Pina Bausch. Drei Jahre sp\u00e4ter hat er es jedoch schon wieder verlassen, \u00fcber die Gr\u00fcnde wurde Stillschweigen bewahrt. Doch kann man sich seine Gedanken machen, denn vor ihm wurde bereits die Kuratorin Adolphe Binder, sagen wir es vorsichtig, alles andere als unterst\u00fctzt. Danach ging sie ans Theater Basel, wo es seltsamerweise keine Beschwerden gab. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">In Wuppertal wird nun erneut eine Spielzeit folgen \u2013 das gab es schon nach dem Tod Pina Bauschs 2009, aber da war es verst\u00e4ndlich \u2013, in der das Ensemble kein neues St\u00fcck tanzen wird, ausschlie\u00dflich weiterhin die (zugegeben gro\u00dfartigen) Werke Pina Bauschs. Es fehlt eine k\u00fcnstlerische Leitung. In Hamburg ist der langj\u00e4hrige ehemalige Neumeier-T\u00e4nzer Lloyd Riggins zum k\u00fcnstlerischen Direktor gemacht worden, bis man einen neuen Intendanten, eine neue Intendantin findet. Im Dezember hatte stets ein gro\u00dfes Neumeier-Ballett Urauff\u00fchrung, es war ein Ereignis, diesmal gibt es die Premiere \u201eRomantic Evolutions\u201c mit \u201eLa Sylphide\u201c (1836) von August Bournonville und \u201e\u00c4ther\u201c von Aleix Mart\u00ednez, ein Solist des Hamburg Balletts, der sich von \u201eLa Sylphide\u201c inspirieren lassen will, wie es hei\u00dft. <\/p>\n<p>Und immer wieder wird ein Werk erwartet<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Warum scheint es so schwer \u2013 nein, ist es so schwer, neue k\u00fcnstlerische K\u00f6pfe f\u00fcr Tanzensembles zu finden, die \u00fcber eine lange Zeit von einer gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeit gepr\u00e4gt wurden? <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Der wichtigste Grund ist vielleicht, dass in der Sparte Tanz \u2013 jedenfalls, soweit nicht ein Kurator, eine Kuratorin das Sagen hat und eine Auswahl an G\u00e4sten einl\u00e4dt \u2013 der Spielplan vom Intendanten-Choreografen oder der Intendanten-Choreografin gepr\u00e4gt wird. Zu deren F\u00fchrungsrolle kommt, dass Spielzeit um Spielzeit mindestens ein gr\u00f6\u00dferes Werk von ihnen erwartet wird. Forsythe hat einmal im Interview erz\u00e4hlt, dass er als Chef des Frankfurter Balletts stets bem\u00fcht war, etwas wirklich Neues zu schaffen (die Kritikerin kann best\u00e4tigen, dass ihm das gelungen ist). Aber irgendwann f\u00fchlte er sich ausgebrannt. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Denn das, ein Jahresprogramm haupts\u00e4chlich mit Eigenem zu f\u00fcllen (was auch ausdr\u00fccklich im Vertrag festgehalten sein kann), ist nat\u00fcrlich anstrengend. Sodass der Choreograf (oder die Choreografin) zumindest versucht, ein Ensemble um sich zu scharen, T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer in die Kompagnie holt, die mit ihm k\u00f6nnen, mit denen er kann und die seinen Stil irgendwann im Schlaf beherrschen. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Dann liegt es umgekehrt freilich auch nahe, dass den Ensemblemitgliedern die Bewegungssprache ihres Chefs oder ihrer Chefin besonders liegt. Dazu die Arbeitsweise \u2013 bei Pina Bausch war sie eine sehr spezielle \u2013 und der Umgangston. Es ist bezeichnend, dass in Hamburg \u00e4ltere Solisten die Rebellion gegen Demis Volpi angef\u00fchrt haben, die sich nicht mehr ausreichend gew\u00fcrdigt f\u00fchlten. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Auch nicht zu untersch\u00e4tzen ist \u2013 und das ist offenbar in Wuppertal der Fall \u2013, wenn die nicht-k\u00fcnstlerische Leitung und die Politik glauben, es besser zu wissen. In Wuppertal wurde Adolphe Binder vorgeworfen, sich \u201ediktatorisch\u201c zu verhalten, gar zu mobben. In Wahrheit wurde versucht, ihren Ruf zu zerst\u00f6ren. \u201eBei einem Jour fixe sollen sich regelm\u00e4\u00dfig Politiker getroffen haben, um auf ihre K\u00fcndigung hinzuarbeiten\u201c, berichtete 2019 der Deutschlandfunk, als ein zweites Gericht die fristlose K\u00fcndigung f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rte. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Es wundert nicht wirklich, dass eine solche Stellenbesetzung schwierig und umstritten sein kann, gerade wenn es um die Bewahrung eines so bedeutenden Erbes geht wie das von Pina Bausch und John Neumeier (\u00fcbrigens soll er an der Entscheidung f\u00fcr Demis Volpi beteiligt gewesen sein, anders ist es auch kaum denkbar). Doch stellt sich in Wuppertal und in Hamburg die Frage, wie es weitergehen soll. Und ob den Verantwortlichen klar ist, wie viel Schaden sie bereits angerichtet haben. <\/p>\n<p>Urauff\u00fchrungen mit der Lupe suchen<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Wer, der einen Namen zu verlieren hat, soll denn jetzt noch nach Wuppertal gehen, das die sprichw\u00f6rtliche Schlangengrube zu sein scheint? Und wer hat Lust, sich mit einem Ensemble anzulegen, das Blut geleckt hat? Oder will man in Hamburg warten, bis diejenigen in Rente sind, die sich nicht mit Volpis anderen Vorstellungen abfinden wollten? <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Oder m\u00f6chte man in beiden St\u00e4dten weiterwursteln mit ausged\u00fcnnten Spielpl\u00e4nen, in denen man zudem Urauff\u00fchrungen mit der Lupe suchen muss? Oder denkt man, dass das Publikum es nicht merkt, wenn man ihm nur noch vorsetzt, was es in den vergangenen Jahrzehnten zu sehen bekam? Welches Theater und welche Oper w\u00fcrde sich trauen, nur noch bew\u00e4hrte Inszenierungen auf den Spielplan zu setzen. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Aber ja, Theater und Oper haben das Problem einer so beherrschenden, stilpr\u00e4genden Pers\u00f6nlichkeit an der Spitze nicht. In dieser Klemme sitzt allein der Tanz. Und das \u00fcbrigens nicht nur in Hamburg und Wuppertal. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Kultur Theater Stand: 20.11.2025, 16:01 Uhr Von: Sylvia Staude DruckenTeilen \u201eLe Sacre du printemps\u201c von John Neumeier.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":589701,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,30,1209,4418],"class_list":{"0":"post-589700","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-nordrhein-westfalen","12":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115582946277697540","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/589700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=589700"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/589700\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/589701"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=589700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=589700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=589700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}