{"id":589916,"date":"2025-11-20T18:25:23","date_gmt":"2025-11-20T18:25:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589916\/"},"modified":"2025-11-20T18:25:23","modified_gmt":"2025-11-20T18:25:23","slug":"waffen-und-messerverbot-im-oepnv-messer-dabei-die-polizei-schaut-am-charlottenplatz-genau-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589916\/","title":{"rendered":"Waffen- und Messerverbot im \u00d6PNV: Messer dabei? Die Polizei schaut am Charlottenplatz genau hin"},"content":{"rendered":"<p>Der junge Mann muss grinsen, legt schon mal den Rucksack ab und begr\u00fc\u00dft die Beamten freundlich. Dilip Pokhrel ist auf dem Heimweg \u2013 und auf der Hinfahrt zu seinem Termin schon einmal kontrolliert worden. Der 26-J\u00e4hrige Stuttgarter kennt also das Prozedere. Geduldig l\u00e4sst er den Polizisten am Donnerstag seine Jackentaschen abtasten und in den Rucksack schauen. \u201eNein, das ist mir noch gar nie passiert, dass ich kontrolliert werde, und heute gleich zweimal\u201c, sagt der 26-J\u00e4hrige aus <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>. <\/p>\n<p>Meist werden junge M\u00e4nner herauszgezogen <\/p>\n<p>Die meisten sehen das ein. Meist junge M\u00e4nner werden herausgezogen. \u201eWir gehen transparent und offen vor\u201c, sagt ein Gruppenf\u00fchrer <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.protest-der-letzten-generation-letzte-generation-wollte-die-stuttgarter-innenstadt-blockieren.4787dccf-adf5-41c3-b4a5-a4b82175a644.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der Einsatzhundertschaft Stuttgart<\/a>. Das hei\u00dft, dass die Kontrollierten angesprochen werden und erst erkl\u00e4rt bekommen, warum die Polizei da ist und was sie sucht. Die jungen M\u00e4nner strecken bereitwillig ihre Arme aus, und die Beamtinnen und Beamten untersuchen, was in den Jackentaschen ist. Dabei geht es auch mal jovial zu: Ob er denn nun Tabak und Zigarettenpapier auch wieder einpacken werde, fragt einer den Beamten vor ihm. Der grinst und r\u00e4umt das Zigarettenzubeh\u00f6r wieder in die richtige Innentasche zur\u00fcck. Man trennt sich lachend. <\/p>\n<p>\u201eIch verstehe das voll, dass das sein muss\u201c, sagt auch Dilip Pokhrel. \u201eBei allem, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.waffenverbot-in-bus-und-bahn-messer-muss-drei-handgriffe-weit-weg-sein-diese-regeln-gelten-fuer-fahrgaeste.9494884c-5489-4130-b8c3-8985c58cd183.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">was mit Messern passiert<\/a>, muss die Polizei ja kontrollieren.\u201c Was er meint ist der Anstieg der Messerdelikte im \u00f6ffentlichen Raum und im \u00d6PNV in den zur\u00fcckliegenden Jahren. Darauf hat der Gesetzgeber mit dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Messer\" title=\"Messer\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Messer<\/a>&#8211; und Waffenverbot reagiert. Erst in der Stuttgarter Innenstadt in den N\u00e4chten des Wochenendes und bei Veranstaltungen mit der Messer- und Waffenverbotszone, und seit Juni eben auch mit der Regelung f\u00fcr den \u00d6PNV. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.41a56dc4-f6cd-4521-93de-92434df61fde.original1024.media.jpeg\"\/>     Gefunden in einer Jackentasche: ein Multitool mit Klinge    Foto: dpa\/Bernd Wei\u00dfbrod    <\/p>\n<p>Am Donnerstag sind Polizistinnen und Polizisten in der ganzen Stadt schwerpunktm\u00e4\u00dfig zu Kontrollen in Sachen Messerverbot unterwegs. Die meisten machen das laut dem Einsatzleiter im Streifendienst, doch am Charlottenplatz sind 20 Einsatzkr\u00e4fte f\u00fcr mehrere Stunden eingeteilt. Da schauen auch der Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Markus Eisenbraun, Stuttgarts Polizeipr\u00e4sident, vorbei. <\/p>\n<p>Strobl hat Verst\u00e4ndnis f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die sich unsicher f\u00fchlen <\/p>\n<p>Strobl wiederholt, womit er immer beginnt, wenn er \u00fcber Sicherheitsprobleme spricht: \u201eBaden-W\u00fcrttemberg ist ein sicheres Land\u201c, betont er. Trotzdem w\u00fcrden sich viele unsicher f\u00fchlen. \u201eAuch das kann ich nachvollziehen, deswegen handeln wir\u201c, f\u00fcgt er hinzu. Das Verbot habe nur dann einen Sinn, wenn die Einhaltung auch kontrolliert werde. \u201eWir schauen genau hin und handeln konsequent und pr\u00e4ventiv.\u201c <\/p>\n<p>Nicht bei allen hat das eine beruhigende Wirkung. \u201eOh, da ist was passiert\u201c, sagt eine junge Mutter, schnappt Nachwuchs samt Laufrad und verl\u00e4sst die Haltestelle so schnell es geht, als sie das hohe Polizeiaufgebot sieht. Eine 64-J\u00e4hrige aus Remseck (Kreis Ludwigsburg) sieht es gelassener. \u201eWo so viel Polizei ist, kann ja gar nicht erst was passieren\u201c, sagt sie. Und wird vom Kontrollergebnis der ersten Stunde des Einsatzes best\u00e4tigt: Ein Tierabwehrspray und ein Multitool mit Bei\u00dfzange und Klinge haben die Beamtinnen und Beamten eingezogen. Das klappbare Werkzeug sieht auf den ersten Blick harmlos aus. Aber: \u201eDamit kann man in Sekundenschnelle jemanden t\u00f6dlich verletzten\u201c, sagt Strobl. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.2ef59e0a-8042-442c-bfa4-ea8cd77957e8.original1024.media.jpeg\"\/>     Innenminister Thomas Strobl (CDU) schaut bei der Waffenverbotskontrolle am Stuttgarter Charlottenplatz vorbei.    Foto: dpa\/Bernd Wei\u00dfbrod    <\/p>\n<p>Zum allgemeinen Trend k\u00f6nne er noch nicht viel sagen, erg\u00e4nzt der Polizeipr\u00e4sident. Daf\u00fcr sei dei Regelung, dass die Polizei auch im \u00d6PNV ohne Anlass kontrollieren darf, noch zu frisch. Ein, besser zwei Jahre m\u00fcsse man anschauen, um da eine verl\u00e4ssliche Aussage treffen zu k\u00f6nnen, und nicht nur die ersten paar Monate nach der Einf\u00fchrung. Besonders viele \u00d6PNV-Kontrollen habe die Polizei seit dem Inkrafttreten auch noch nicht gezielt gemacht. Da ist es kein Zufall, dass der Pressetermin mit dem Minister gut eine Woche vor dem Auftakt des Stuttgarter Weihnachtsmarktes liegt: Die Kontrollen werden im Sicherheitskonzept daf\u00fcr auch eine Rolle spielen. <\/p>\n<p>In der Waffenverbotszone in der City wurden in diesem Jahr 172 Verst\u00f6\u00dfe festgestellt \u2013 darunter waren 130 Messer, aber auch Schlagst\u00f6cke und <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.schuesse-auf-spielplatz-filderstadt-taeter-war-mit-schreckschusspistole-unterwegs.bde9224b-bc13-409c-957e-0ff0c226e2a0.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anscheinswaffen, etwa Schreckschusswaffen<\/a>, waren dabei. Im \u00d6PNV wurden in Baden-W\u00fcrttemberg im vergangenen Jahr 222 Messerangriffe ver\u00fcbt. Mit Schusswaffen gedroht wurde in 14 F\u00e4llen. In Stuttgart waren es 2024 im \u00d6PNV 24 Messerangriffe, acht mehr als 2023. W\u00e4hrend das Innenministerium von einem leichten R\u00fcckgang der Messerdelikte insgesamt f\u00fcr das Jahr 2025 aufgrund der bisher vorliegenden Zahlen ausgeht, rechnen die Statistiker mit einem Anstieg im Land, aber mit einem R\u00fcckgang in Stuttgart.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der junge Mann muss grinsen, legt schon mal den Rucksack ab und begr\u00fc\u00dft die Beamten freundlich. 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