{"id":589954,"date":"2025-11-20T18:46:26","date_gmt":"2025-11-20T18:46:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589954\/"},"modified":"2025-11-20T18:46:26","modified_gmt":"2025-11-20T18:46:26","slug":"geniales-chaos-warum-yes-bis-heute-fasziniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589954\/","title":{"rendered":"Geniales Chaos: Warum Yes bis heute fasziniert"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/yes-102.webp\" alt=\"Die britische Progressive Rock- Band mit Saenger Jon Anderson live in den 70er-Jahren in Hamburg.\" title=\"Die britische Progressive Rock- Band mit Saenger Jon Anderson live in den 70er-Jahren in Hamburg. | picture-alliance \/ jazzarchiv | Hardy Schiffler\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Urban Pop: Yes (1) (67 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 20.11.2025 17:10 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Es brauchte ein paar Jahre und einige Alben, bis die Bandmitglieder von Yes ihre musikalische Sprache gefunden hatten. Nicht einzelne Lieder, sondern Alben mit langen musikalischen Geschichten waren das Erfolgsrezept von Yes, meint Peter Urban im Podcast Urban Pop.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Lange St\u00fccke, komplizierte, sehr virtuose Musik, verschiedene Teile, lange epische Nummern und eine sehr hohe Stimme&#8220;, das ist das Erste, an das Musikexperte und Podcast Host Peter Urban denkt, wenn er den Bandnamen Yes h\u00f6rt. Zusammen mit Ocke Bandixen l\u00e4sst er die jahrzehntelange Bandgeschichte in drei Podcast-Folgen Revue passieren, die Ende der 60er-Jahre beginnt. Eine der wichtigsten Figuren damals ist Chris Squire. Der trifft 1968 im Marquis Club in Soho auf Jon Anderson, der nicht aus London kam und mit 1,65 Metern nicht der Gr\u00f6\u00dfte. &#8222;Er wuchs in Accrington auf und wechselte immer zwischen Fu\u00dfball und Musik, das war so sein Ding&#8220;, erz\u00e4hlt Urban. &#8222;Eigentlich wollte er Fu\u00dfballspieler werden, aber dann haben sie ihm gesagt: &#8218;Ey Junge, du bist zu klein. Mach mal lieber Musik.'&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Squire und Anderson &#8222;verstanden sich gleich, mochten beide die gleiche Musik: Simon &amp; Garfunkel und Harmonieges\u00e4nge und so weiter&#8220;, erz\u00e4hlt der Musikexperte. &#8222;So freundeten sie sich an und Squire schlug vor: &#8218;Ja, lass uns mal eine Band gr\u00fcnden oder steig bei mir ein&#8216;, denn er hatte ja diese Band &#8218;Mabel Greer&#8217;s Toy Shop&#8216; und da wurde Anderson der S\u00e4nger davon&#8220; &#8211; mit seiner einzigartigen Stimme. &#8222;Er hat so eine hohe Stimme und ich dachte fr\u00fcher auch, ganz ehrlich, der singt Kopfstimme&#8220;, gesteht Peter Urban. &#8222;Das ist aber nicht so und das verneint er immer ganz, ganz streng. Er ist so eine Art Countertenor, aber er singt aus voller Brust, er singt nicht irgendwie im Kopf, sondern er singt aus voller Brust.&#8220;<\/p>\n<p>    Zeit des Progressive-Rock<\/p>\n<p class=\"\">Zu Band sto\u00dfen dann noch Peter Banks als Gitarrist, Bill Bruford als Schlagzeuger und Keyboarder Tony Kaye. Somit war die Band komplett. &#8222;Im Mai oder Juni haben sie angefangen und im August hatten sie schon ihren ersten Auftritt&#8220;, erinnert sich Urban. &#8222;Es ging dann immer relativ schnell. Am Anfang spielten sie noch viele Coverversionen.&#8220; Doch der alte Bandname Mabel-Greer-Toy-Shop schien ausgedient und so musste ein neuer her. &#8222;Ich glaube, der Gitarrist Banks schlug vor: &#8218;Ja, sag doch einfach Yes.&#8216; Und das blieb dann und wurde ein Markenzeichen.&#8220; Ebenso wie ihre Virtuosit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Man muss das eben noch mal einsortieren&#8220;, erkl\u00e4rt Podcast-Co-Host Ocke Bandixen. &#8222;Es ist ja auch die Zeit, wo Pink Floyd die ersten Alben machte und in England Genesis sozusagen startklar wurde.&#8220; Und Peter Urban erg\u00e4nzt: &#8222;Das entwickelte sich ja nach 1967, nachdem die Beatles schon kompliziertere Sachen gespielt hatten und immer mehr Bands auftauchten, die Dinge spielten, die man sp\u00e4ter Art-Rock oder Prog-Rock nannte.&#8220; Das bedeutet, es waren Bands &#8222;mit ungew\u00f6hnlichen Sounds, mit interessanten Melodielinien und komplizierten Strukturen, die anfingen, die reine Songform zu \u00fcberwinden&#8220;, erkl\u00e4rt Urban. &#8222;Und dann eben auch ausladende Soli spielten und instrumentale Teile einbauten.&#8220;<\/p>\n<p>    Fast schon demokratisches Songwriting<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/yes-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/yes-100.webp\" alt=\"Steve Howe, Bill Bruford und Jon Anderson\" title=\"Steve Howe, Bill Bruford und Jon Anderson bei einer Pressekonferenz 1989. | picture alliance \/ Geisler-Fotopress | Rudi Keuntje\/Geisler-Fotopress\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Steve Howe, Bill Bruford und Jon Anderson bei einer Pressekonferenz 1989.<\/p>\n<p class=\"\">1969 folgte dann auch bei Atlantic der erste Plattenvertrag f\u00fcr die Band &#8211; inklusive erstem Album. &#8222;Oft gibt es lange Intros oder sp\u00e4ter lange Finale, wo \u00fcberhaupt nicht gesungen wird&#8220;, beschreibt Peter Urban die Musik darauf. &#8222;Was gleich auff\u00e4llt, sind auch starke Ch\u00f6re, Harmonieges\u00e4nge, die wirklich auch f\u00fcr Yes sehr pr\u00e4gend sind. Da sind Einfl\u00fcsse aus Jazz aber auch psychedelische Einfl\u00fcsse zu finden. Manche Sachen sind sehr zerst\u00fcckelt und zerrissen. Ich fand es immer so ein bisschen eigent\u00fcmlich, die Originale dann so zu verfremden, das fand ich dann so ein bisschen k\u00fcnstlich.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Hauptsongschreiber sind Jon Anderson und Chris Squire. Ihre Arbeitsweise: eher ungew\u00f6hnlich. &#8222;Es war gar nicht feindselig, sondern sehr kooperativ &#8211; demokratisch m\u00f6chte man beinahe sagen. Denn was bei Musik ja ungew\u00f6hnlich ist, die kamen zusammen und Anderson hat sp\u00e4ter erz\u00e4hlt, wir haben nicht gestritten, wir haben diskutiert, was besser w\u00e4re. Jeder schlug kleine Teile vor&#8220;, erz\u00e4hlt Musikexperte Peter Urban. Mit dem dritten Album scheint die Band ihre musikalische Handschrift gefunden zu haben. Trotzdem kommt Rick Wakeman f\u00fcr Keyboarder und bringt die Band auf eine neue Ebene. Wakemann wird im Laufe der Jahre viermal die Band verlassen und wieder zu ihr zur\u00fcckkehren. Es wird nicht die letzte Bandumstellung sein.<\/p>\n<p>    Verschiedene Soloprojekte der Bandmitglieder<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/yes-104.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/yes-104.webp\" alt=\"Die Mitglieder der Band Yes\" title=\"Die Mitglieder der Band Yes - in der Besetzung von 2021. | picture alliance\/dpa\/Gottlieb Bros | Douglas Gottlieb\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Die Mitglieder der Band Yes &#8211; in der Besetzung von 2021.<\/p>\n<p class=\"\">Die Band ist zu Beginn sehr umtriebig. &#8222;Jedes Jahr mindestens ein Album und dann Tourneen&#8220;, berichtet Musikexperte Peter Urban. &#8222;Beim Album &#8218;Fragile&#8216; waren es 111 Konzerte bei der Tournee. Die waren st\u00e4ndig auf Tournee. Immer ungef\u00e4hr mindestens um die 100 Konzerte pro Album &#8211; ein st\u00e4ndiger Wechsel zwischen Studio, Hotels, Flugzeug und Bus, um durch die Welt zu d\u00fcsen.&#8220; Yes wird zu einem Welterfolg mit zahlreichen weltweiten Charts-Platzierungen und die Mitglieder werden zu Popstars.<\/p>\n<p class=\"\">Mit dem Erfolg steigen auch die Band-Querelen und die W\u00fcnsche nach Solo-Projekten. 1980 verabschieden sich die K\u00f6pfe Anderson und Wakemann aus der Band. Eine neue Besetzung versucht noch ein Album, doch gibt man im Dezember 1981 die Aufl\u00f6sung bekannt. &#8222;Ehrlich gesagt ging das so unter&#8220;, gesteht Peter Urban. &#8222;Ich hatte auch ehrlich gesagt nicht mehr auf diese Alben so geachtet, wie &#8218;Drama&#8216; (1980) und auch davor &#8218;Tomato&#8216; (1979). Das war aus meinem Fokus wie weggeschwommen.&#8220; Was folgt, sind verschiedene Soloprojekte der Bandmitglieder &#8211; erfolgreiche und mega erfolgreiche. Man findet und rauft sich wieder zusammen. H\u00f6hepunkt 1983 die Singel &#8222;Owner Of A Lonely Heart&#8220;. Die Pausen zwischen den Alben und den Tourneen werden immer l\u00e4nger.<\/p>\n<p>    Konglomerat von vielen Musikstilen<\/p>\n<p class=\"\">Nach dem Tod von Chris Squire 2015 wurde die Band zwei Jahre sp\u00e4ter in die Rock&#8217;n&#8217;Roll Hall of Fame aufgenommen. Viele der ehemaligen Bandmitglieder standen dort wieder zusammen auf der B\u00fchne &#8211; &#8222;ganz harmonisch und musikalisch echt fett&#8220;, meint Pop-Experte Peter Urban. Ihre letzten Album 2021 und 2023 &#8222;sind in Ordnung&#8220;, findet Urban. Bandgr\u00fcnder Jon Anderson ist nach wie vor mit seinen mittlerweile 81 Jahren unterwegs und aktiv. Geeks hei\u00dft die Band, mit der er Yes-Songs wieder zum Leben erweckt &#8211; zu h\u00f6ren auf dem Album &#8222;True Messenger&#8220;. &#8222;Das ist so gro\u00dfartig. Man denkt, man ist zur\u00fcckversetzt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Andersons selbst hat nichts gegen ein Reunion. Musikkenner Peter Urban bezweifelt allerdings, dass es nochmal dazu kommt. &#8222;Das glaube ich eigentlich nicht. F\u00fcr mich bleibt Yes ein wirklich \u00fcberraschendes und manchmal ein bisschen wirres Konglomerat von vielen Musikstilen&#8220;, so der Podcast-Host. &#8222;Was da so zusammenkommt: Rockmusik, Folkmusik, Klassik, New Age, Ethnomusik, viele arabische, auch indische Einfl\u00fcsse, keltische Einfl\u00fcsse und das alles unter diesem riesigen Decknamen, zusammengehalten mit gro\u00dfer instrumentaler Virtuosit\u00e4t, unglaublich komplizierten Arrangements und dieser Stimme, die ja unverkennbar ist.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/theeagles-100.webp\" alt=\"Glenn Frey, Joe Walsh, Timothy B. Schmit und Don Henley von der Band The Eagles posieren.\" title=\"Glenn Frey, Joe Walsh, Timothy B. Schmit und Don Henley von der Band The Eagles posieren. | picture-alliance\/ dpa | PA Macpherson 5294465\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Mit Songs wie &#8222;Hotel California&#8220; schufen die Eagles einen einzigartigen Sound, schw\u00e4rmt Peter Urban im Podcast Urban Pop.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/taylorswiftportr-102.webp\" alt=\"Taylor Swift im roten Kleid bei den Grammys\" title=\"Taylor Swift im roten Kleid bei den Grammys | picture alliance \/ Jordan Strauss\/Invision\/AP\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das neue Album der 35-J\u00e4hrigen ist erschienen &#8211; was macht ihre Musik so besonders? Dar\u00fcber sprechen Peter Urban und Ocke Bandixen im NDR Podcast Urban Pop.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/beyonce-290.webp\" alt=\"Beyonc\u00e9 singt mit wehendem Haar und einem Mikro in der Hand\" title=\"Beyonc\u00e9 singt mit wehendem Haar und einem Mikro in der Hand | picture alliance \/ ZUMAPRESS.com | Marco Piraccini\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Peter Urban beschreibt den Weg der amerikanischen S\u00e4ngerin Beyonc\u00e9 Knowles von &#8222;Destiny&#8217;s Child&#8220; bis heute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Urban Pop: Yes (1) (67 Min) Stand: 20.11.2025 17:10 Uhr Es brauchte ein paar Jahre und einige&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":589955,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[6329,29,214,30,1779,810,7253,1703,141307,215,27999,141306],"class_list":{"0":"post-589954","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-band","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-music","13":"tag-musik","14":"tag-peter","15":"tag-pop","16":"tag-progressive-rock","17":"tag-unterhaltung","18":"tag-urban","19":"tag-yes"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115583517334269183","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/589954","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=589954"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/589954\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/589955"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=589954"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=589954"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=589954"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}