{"id":589956,"date":"2025-11-20T18:47:14","date_gmt":"2025-11-20T18:47:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589956\/"},"modified":"2025-11-20T18:47:14","modified_gmt":"2025-11-20T18:47:14","slug":"the-gentleman-film-rezensionen-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/589956\/","title":{"rendered":"The Gentleman | Film-Rezensionen.de"},"content":{"rendered":"<p><b>Inhalt \/ Kritik<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo (<strong>Ron Perlman<\/strong>) ist ein gealterter Ex-Soldat, der sich nach dem Tod seiner Frau im baskischen San Sebasti\u00e1n in die Einsamkeit zur\u00fcckgezogen hat. Sein einziger Halt sind die Donnerstage, an denen er sich mit der Prostituierten Olga (<strong>Natti Natasha<\/strong>) trifft \u2013 doch statt k\u00f6rperlicher N\u00e4he sucht er im Gespr\u00e4ch mit ihr Trost in den Erinnerungen an seine Vergangenheit. Doch als Olga von drei Freiern brutal ermordet wird, setzt Theo alles daran, die T\u00e4ter zur Strecke zu bringen. Dabei erh\u00e4lt er Unterst\u00fctzung von seinem alten Freund Mazas (<strong>Karra Elejalde<\/strong>), w\u00e4hrend ihn das Polizistenduo Ibarro (<strong>Megan Montaner<\/strong>) und Andrade (<strong>Hovik Keuchkerian<\/strong>), das den Fall Olga bearbeitet, ins Visier nimmt. Nachdem Theo seinen Rachefeldzug gestartet hat, erscheint mit dem mexikanischen Killer Herodes (<strong>Marco de la O<\/strong>), der auf Theo angesetzt wird, ein weiterer Akteur auf der Bildfl\u00e4che<\/p>\n<p>Regiedeb\u00fct mit literarischer Vorlage<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit The Gentleman\u00a0legt der renommierte mexikanische Kameramann <strong>Gabriel Beristain<\/strong> (<a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2021\/07\/black-widow\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Black Widow<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2022\/03\/blade-ii\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blade II<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2024\/01\/the-beekeeper\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Beekeeper<\/a>) sein Spielfilm-Regiedeb\u00fct vor \u2013 formal als Neo-Noir-Rachethriller konzipiert und basierend auf <strong>Carlos Augusto Casas<\/strong>\u2019 mehrfach preisgekr\u00f6nter Romanvorlage Ya no quedan junglas adonde regresar (\u201eEs gibt keine Dschungel mehr, in die man fliehen kann\u201c). Die Produktionsbedingungen versprechen internationales Flair: Die Besetzung ist hochkar\u00e4tig, das Buch bewegt sich zwischen klassischen Noir- und Action-Elementen, und der Schauplatz San Sebasti\u00e1n soll die d\u00fcstere Genre-Atmosph\u00e4re mit einem urbanen Ambiente verbinden. Was nach einem stilbewussten, komplexen Genre-Beitrag klingt, bleibt in der filmischen Umsetzung jedoch St\u00fcckwerk \u2013 zwischen Ambition und Konvention gefangen.<\/p>\n<p>\u00dcberzeugendes Ensemble<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schauspieler sind das verl\u00e4sslichste Kapital des Films. Ron Perlman, gepr\u00e4gt von vielen Antiheldenrollen (Hellboy, Sons of Anarchy), verleiht Theo jene raue W\u00fcrde und physische Pr\u00e4senz, die seiner Figur Glaubw\u00fcrdigkeit verschafft. Montaner und Keuchkerian funktionieren als ungleiches Ermittlerpaar und bringen Dynamik in ihre gemeinsamen Szenen \u2013 gerade Montaner \u00fcberzeugt als dem Alkohol zugeneigte Polizistin, die mit ihren eigenen D\u00e4monen zu k\u00e4mpfen hat. Marco de la O (El Chapo) gelingt ein intensiver Auftritt als zwiesp\u00e4ltiger Killer; die dominikanische S\u00e4ngerin Natti Natasha \u00fcberrascht in ihrem Spielfilm-Deb\u00fct durch ihre Pr\u00e4senz und <strong>Itzar Itu\u00f1o<\/strong> (Haus des Geldes) lockert den Film als \u00fcberdrehte Drogen-Bossin mit kom\u00f6diantischen Zwischent\u00f6nen auf. Aber besonders der renommierte spanische Schauspieler Karra Elejalde bleibt als kongenialer Buddy Theos in Erinnerung. Diese Ensembleleistung rettet den Film vor v\u00f6lliger Beliebigkeit und schafft trotz schwacher Dialoge und stereotypisierter Nebenfiguren ein Minimum an Glaubw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Visuell bleibt The Gentleman hinter den Erwartungen zur\u00fcck, die Beristain als Kameramann geweckt h\u00e4tte. <strong>Javier Salmones<\/strong>, der hier f\u00fcr die Bildgestaltung verantwortlich war, kann diese nicht einl\u00f6sen. Einzelne, im Regen getauchte Szenen evozieren kurz jene melancholische Noir-Stimmung, f\u00fcr die das Genre steht. Doch meist wirken die Bilder gew\u00f6hnlich, glatt und zu sonnendurchflutet. San Sebasti\u00e1n bietet zwar pittoreske Kulissen, aber keine echte D\u00fcsternis \u2013 die \u201ePerle des Baskenlands\u201c ist schlicht zu hell f\u00fcr einen Film, der vom Schatten leben will. Das urbane Flair, welches im Roman (der in Madrid angesiedelt ist) ein wichtiger Stimmungstr\u00e4ger war, schwingt in der Verfilmung kaum mit und b\u00fc\u00dft so an atmosph\u00e4rischer Kraft ein.<\/p>\n<p>Schwaches Drehbuch<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Drehbuch bleibt jedoch der wundeste Punkt. Drei konkurrierende Str\u00e4nge \u2013 Theo, die Ermittlerin, der Killer Herodes \u2013 \u00fcberlasten die Erz\u00e4hlung und werden nie wirklich organisch miteinander verwoben. Die Dialoge changieren zwischen plakativen Klischees und bem\u00fcht tiefer Philosophie. Zu viele Figuren werden in den 90 Minuten des Films eingef\u00fchrt. Das sorgt f\u00fcr Verwirrung. Die \u00fcberbordende Struktur und die mangelnde emotionale Klarheit sorgen daf\u00fcr, dass die Motivation der Figuren oft nicht nachvollziehbar ist und die Handlung in bedeutungslosen Nebenepisoden verpufft. Im Vergleich dazu setzen Filme mit \u00e4hnlicher Pr\u00e4misse wie <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2015\/06\/john-wick\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">John Wick<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2009\/06\/gran-torino\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gran Torino<\/a> bewusst auf klare emotionale Linien und verzichten auf narrative \u00dcberfrachtung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So verpufft auch die thematische Ambition, ein Noir-Gef\u00fchl mit Actionkino zu verschmelzen. The Gentleman fehlt der konsequente Stilwille. Die Gewalt wird ungebrochen glorifiziert und als Katalysator f\u00fcr m\u00e4nnliche Selbstfindung im Alter inszeniert, anstatt kritisch hinterfragt zu werden. Aufgrund der Wahl des Schauplatzes und der internationalen Produktion h\u00e4tte der Film ein spezifisches Profil entwickeln k\u00f6nnen \u2013 stattdessen wirkt er wie ein x-beliebiger US-Genrebeitrag im europ\u00e4ischen Gewand, der schlie\u00dflich die Tiefe seiner literarischen Vorlage weitgehend verliert.<\/p>\n<p><b>Credits<\/b><\/p>\n<p><strong>OT:<\/strong> \u201eYa No Quedan Junglas\u201c<br \/><strong>Land:<\/strong> Spanien, Mexiko<br \/><strong>Jahr:<\/strong> 2025<br \/><strong>Regie:<\/strong> Gabriel Berist\u00e0in<br \/><strong>Buch:<\/strong> Juma Fodde, Teresa Trasancos<br \/><strong>Vorlage:<\/strong> Carlos Augusto Casas<br \/><strong>Musik:<\/strong> Fernando Vel\u00e1zquez<br \/><strong>Kamera:<\/strong> Javier Salmones<br \/><strong>Besetzung:<\/strong> Ron Perlman, Megan Montaner, Hovik Keuchkerian, Marco de la O, Unax Ugalde, Natti Natasha, Karra Elejalde, Dami\u00e1n Alc\u00e1zar, Diego Anido, Daniel Grao, Ruben Ochandiano<\/p>\n<p><b>Kaufen \/ Streamen<\/b><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/amzn.to\/4rc4bJO\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amazon (DVD \u201eThe Gentleman\u201c)<\/a><\/p>\n<p>Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. 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