{"id":590905,"date":"2025-11-21T03:58:18","date_gmt":"2025-11-21T03:58:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/590905\/"},"modified":"2025-11-21T03:58:18","modified_gmt":"2025-11-21T03:58:18","slug":"bka-studie-gewalt-gegen-frauen-in-deutschland-nimmt-immer-staerker-zu-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/590905\/","title":{"rendered":"BKA-Studie: Gewalt gegen Frauen in Deutschland nimmt immer st\u00e4rker zu | News"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \u2013 <b>Sie kann nicht mit ihrer besten Freundin dar\u00fcber sprechen, woher sie das blaue Auge hat. Denn sie hat Angst vor den Konsequenzen: W\u00fcrde sie reden, w\u00fcrde es nur noch schlimmer werden. Und sie sch\u00e4mt sich daf\u00fcr. Deshalb l\u00e4chelt sie die Fragen ihrer Freundin weg. Und geht wieder nach Hause zu ihrem Mann. F\u00fcr viele Frauen in Deutschland ist Gewalt keine Ausnahme \u2013 sie ist brutale Realit\u00e4t, manchmal \u00fcber Jahre und oft im Verborgenen.<\/b><\/p>\n<p>Gewalt gegen Frauen \u2013 zu Hause, im Netz, auf der Stra\u00dfe \u2013 nimmt in Deutschland immer weiter zu. Eine neue Lage-Analyse des <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/organisationen\/bundeskriminalamt\/politik-nachrichten-news-fotos-videos-29329672.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundeskriminalamts (BKA)<\/a> enth\u00fcllt jetzt erschreckende Dimensionen. <\/p>\n<p><a class=\"article-image__anchor\" href=\"https:\/\/editorial.one\/editor\/gegen-gewalt-an-frauen-9l13N8N5hD0n9VDF7DCH\/article\/9l13N8N5hD0n9VDF7DCH\/edit?t_ref=https%253A%252F%252Fm.pubpreview.bildcms.de%252F\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"90\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/92c6c0839fa61525c13592f4a3fb0b31,12c864e2\"   class=\"dynamic\" loading=\"lazy\"\/><\/a><\/p>\n<p>Foto: BILD<\/p>\n<p>H\u00e4usliche Gewalt gegen Frauen steigt<\/p>\n<p>Das Ergebnis der Studie ist schockierend: Im vergangenen Jahr wurden 187.128 Frauen und M\u00e4dchen Opfer von h\u00e4uslicher Gewalt \u2013 ein Anstieg um 3,5 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr (2023: 180.715). Besonders betroffen sind Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren (54,9 %), gefolgt von 18- bis 30-J\u00e4hrigen (26,9 %). \u201eH\u00e4usliche Gewalt beinhaltet alle Formen k\u00f6rperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt\u201c, definiert das BKA die Taten in der Studie. Die Zahl der Tatverd\u00e4chtigen stieg auf 152.812 Personen (+3,2 Prozent).<\/p>\n<p>In Wahrheit sind es viel mehr F\u00e4lle. Das BKA betont, dass besonders h\u00e4usliche und digitale Gewalt oft nicht gemeldet wird. Die Dunkelziffer ist riesig.<\/p>\n<p>Viele Frauen hoffen auf Einsicht, auf Ver\u00e4nderung \u2013 doch der Kreislauf aus Gewalt, Reue, Schweigen und neuer Gewalt wiederholt sich. H\u00e4ufig beginnt es mit Kontrolle: \u201eWo warst du? Mit wem schreibst du?\u201c Dann folgen Beschimpfungen, sp\u00e4ter Schl\u00e4ge. Die Betroffenen verlieren sich selbst St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck \u2013 bis sie irgendwann glauben, keine Alternative mehr zu haben.<\/p>\n<p>Mehr frauenfeindliche Kriminalit\u00e4t, weil T\u00e4ter Frauen hasst<\/p>\n<p><b>Besonders drastisch ist der Anstieg im Bereich der politisch motivierten, frauenfeindlichen <\/b><a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/ereignisse\/straftaten\/news-fotos-videos-17026252.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Straftaten<\/b><\/a><b>. Sprich: Frauen werden angegriffen, weil der T\u00e4ter Vorurteile gegen\u00fcber Frauen hat oder sie hasst. 2024 registrierte das BKA 558 Taten, ein gewaltiger Sprung um 73,3 Prozent (2023: 322). Dazu geh\u00f6ren Beleidigungen, Volksverhetzungen und Propagandadelikte \u2013 aber auch 39 Gewaltdelikte, bei denen 24 Menschen k\u00f6rperlich verletzt wurden.<\/b><\/p>\n<p>Jede zweite dieser politisch motivierten Kriminalit\u00e4ts-Taten ist eine Beleidigung \u2013 der Anteil stieg auf 49,5 %, ein Plus von 84 % gegen\u00fcber dem Vorjahr. 13,6 Prozent sind Volksverhetzungen, 12,4 % Propagandadelikte.<\/p>\n<p>Digitale Gewalt w\u00e4chst stark<\/p>\n<p>Bedrohungen, Stalking, intime Bildaufnahmen \u2013 die Gewalt verlagert sich zunehmend ins Netz. 2024 registrierte das BKA 18.224 weibliche Opfer digitaler Gewalt, ein Anstieg um 6\u00a0Prozent gegen\u00fcber 2023. Die Zahl der Tatverd\u00e4chtigen schnellte auf 14.130 hoch (+11,3 %).<\/p>\n<p>Wenn der T\u00e4ter \u00fcbers Smartphone droht<\/p>\n<p>Viele Frauen erleben digitale Gewalt als unsichtbaren Albtraum. Die Kontrolle h\u00f6rt nicht mehr auf, auch, wenn sie allein zu Hause sind: Nachrichten mitten in der Nacht, intime Fotos im Netz, GPS-Ortung \u00fcber Apps.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der einzelnen Delikte ist massiv: N\u00f6tigung, Bedrohung und Stalking legten in f\u00fcnf Jahren um 135,7 Prozent zu. Die Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen stieg seit 2021 um 125,6 Prozent. Auch der sexuelle Missbrauch \u00fcbers Handy oder im Netz steigt: um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.<\/p>\n<p>T\u00e4glich werden fast 150 Frauen Opfer sexualisierter Gewalt<\/p>\n<p>Unter den spezifischen Delikten stechen Sexualstraftaten hervor. Darunter fallen Taten wie Vergewaltigung, sexuelle \u00dcbergriffe, <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/specials\/sexualstraftat\/news-fotos-videos-17023926.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sexuelle N\u00f6tigung<\/a>, sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sowie Zuh\u00e4lterei. 53.451 weibliche Opfer verzeichnete das BKA 2024 \u2013 ein Plus von 2,1 Prozent. Das sind fast 150 M\u00e4dchen und Frauen am Tag! Alle zehn Minuten ein Opfer!<\/p>\n<p>Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. 49,2 Prozent der Opfer waren unter 18. Der Anteil der weiblichen minderj\u00e4hrigen Opfer liegt damit weit \u00fcber dem Anteil von M\u00e4dchen unter 18 Jahren an der Bev\u00f6lkerung (16,1 %). Weitere 29,7 % der Opfer waren zwischen 18 und 30 Jahren. 97,9 % der Sexualstraft\u00e4ter sind M\u00e4nner. Mehr als ein Viertel der T\u00e4ter ist j\u00fcnger als 21 Jahre.<\/p>\n<p>Zerst\u00f6rte Kindheit, lebenslange Narben<\/p>\n<p>Wer in jungen Jahren Gewalt erf\u00e4hrt, tr\u00e4gt die Folgen oft ein Leben lang. Viele Opfer sprechen nie dar\u00fcber \u2013 weil sie es verdr\u00e4ngen m\u00fcssen, um zu \u00fcberleben. Andere k\u00e4mpfen noch Jahrzehnte sp\u00e4ter mit Angst, Ekel, Misstrauen. Jede Statistikzeile steht f\u00fcr ein M\u00e4dchen, dem die Kindheit gestohlen wurde.<\/p>\n<p>Wenn M\u00e4nner ihre (Ex-)Partnerinnen angreifen oder t\u00f6ten, ist das die extreme Form der Gewalt. Laut Studie wurden im vergangenen Jahr 859 Frauen und M\u00e4dchen Opfer von versuchten oder vollendeten T\u00f6tungsdelikten. 328 dieser F\u00e4lle gelten juristisch als vollendete Taten \u2013 auch wenn nicht alle t\u00f6dlich endeten. 308 Frauen starben tats\u00e4chlich. <\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Die Studie nutzt nicht den Begriff Femizid und erkl\u00e4rt das so: \u201eAuch \u00fcber die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik k\u00f6nnen T\u00f6tungsdelikte an Frauen bislang nicht als \u201aFemizide\u2018 im Sinne des allgemeinen Verst\u00e4ndnisses \u201aT\u00f6tung einer Frau, weil sie eine Frau ist\u2018 interpretiert werden.\u201c In der Statistik seien keine Informationen zur Tatmotivation enthalten, die eine eindeutige Zuordnung zur Kategorie Femizid erlauben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die meisten der versuchten oder vollendeten <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/specials\/tod\/ratgeber-todesfall-trauer-nachrichten-25350234.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">T\u00f6tungsdelikte<\/a> kamen aus dem engsten Umfeld: In 308 F\u00e4llen, die nicht alle t\u00f6dlich endeten, war der T\u00e4ter der <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/ereignisse\/partnerschaft\/beziehung-liebe-news-fotos-videos-17029176.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Partner<\/a> oder Ex-Partner. Weitere 151 Opfer wurden innerhalb der eigenen Familie angegriffen \u2013 etwa durch V\u00e4ter, Br\u00fcder oder S\u00f6hne. Die Studie zeigt damit eindeutig: Viele Frauen erleben (t\u00f6dliche) Gewalt dort, wo sie sicher sein sollten: zu Hause! <\/p>\n<p>In vielen F\u00e4llen kannten die Opfer den T\u00e4ter<\/p>\n<p>Doch direkt nach \u201ePartnerschafts-Taten\u201c folgen Fremdt\u00e4ter: In 159 F\u00e4llen kannten die Frauen den Angreifer nicht. Erst dahinter liegen Bekannte oder Freunde mit 128 F\u00e4llen. Weitere T\u00e4ter hatten \u201eformelle, fl\u00fcchtige oder ungekl\u00e4rte Beziehungen\u201c zu den Opfern.<\/p>\n<p>Und wer sind die T\u00e4ter? Bei allen Deliktformen sind die Verd\u00e4chtigen \u00fcberwiegend m\u00e4nnlich, h\u00e4ufig deutsche Staatsb\u00fcrger und \u2013 bei frauenfeindlicher Kriminalit\u00e4t aus Hass \u2013 meist \u00e4lter als 30 Jahre. <\/p>\n<p>Die Nationalit\u00e4t der T\u00e4ter variiert je nach Straftat-Kategorie stark: Bei digitaler Gewalt sind etwa 76,2 Prozent der Tatverd\u00e4chtigen deutsch, beim sexuellen Missbrauch online oder \u00fcbers Handy sogar 88,2 Prozent. Bei Sexualstraftaten haben 64,5 % der Tatverd\u00e4chtigen einen deutschen Pass, bei h\u00e4uslicher Gewalt 63,2 %.<\/p>\n<p>V\u00f6llig anders sieht es beim Menschenhandel aus: Dort stellen nichtdeutsche Tatverd\u00e4chtige mit 63,8 Prozent die deutliche Mehrheit. Beim Delikt \u201e<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/specials\/menschenhandel\/fotos-video-news-19932618.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Menschenhandel<\/a> zum Zweck der sexuellen Ausbeutung\u201c steigt dieser Anteil sogar auf 80,5 Prozent. F\u00fcr die politisch motivierte frauenfeindliche Kriminalit\u00e4t nennt die Studie keine Nationalit\u00e4ten \u2013 nur so viel: Die T\u00e4ter sind \u00fcberwiegend m\u00e4nnlich und \u00fcber 30 Jahre alt.<\/p>\n<p>Propaganda kann Gewaltbereitschaft erh\u00f6hen <\/p>\n<p>Wichtig: Gewalt gegen Frauen ist keine Randerscheinung \u2013 sie zieht sich durch alle Altersgruppen, alle Lebensbereiche, von der Wohnung bis zum Smartphone. Die Studie fasst zusammen: \u201eSo zeigen die Ergebnisse des Lagebildes, dass Gewalt an Frauen \u2013 deutlicher als Gewaltkriminalit\u00e4t insgesamt \u2013 weiterhin ansteigt.\u201c <\/p>\n<p>Unter anderem die verst\u00e4rkte Verbreitung von Hassbotschaften, Desinformation sowie extremistischer Ideologie und Propaganda \u00fcber das Internet sei Grund f\u00fcr die \u201eAblehnung von Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der Geschlechter\u201c und k\u00f6nne \u201edie Bereitschaft zu Gewalt gegen Frauen erh\u00f6hen\u201c.<\/p>\n<p>Wer Gewalt erlebt, steht oft vor einer Mauer aus Angst, Scham und Abh\u00e4ngigkeit. Doch Hilfe ist da: bei Beratungsstellen, bei der Polizei, bei Notrufen \u2013 oder einfach bei einer Freundin, die zuh\u00f6rt, ohne zu urteilen. Jede Frau, die spricht, durchbricht das Schweigen. Jede Geschichte kann Leben retten.<\/p>\n<p>Hier bekommen Sie Hilfe<\/p>\n<p>Sind Sie Opfer h\u00e4uslicher Gewalt? Es gibt Anlaufstellen, die Ihnen helfen!<\/p>\n<p>\u25ba Im Frauenhaus finden Sie Schutz. Infos und Pl\u00e4tze unter www.frauenhaus-suche.de<\/p>\n<p>\u25ba Das Hilfetelefon \u201eGewalt gegen Frauen\u201c ist rund um die Uhr erreichbar unter 116 016 \u2013 mit Chat t\u00e4glich von 12 bis 20 Uhr: www.hilfetelefon.de<\/p>\n<p>\u25ba Hilfe bei sexueller Gewalt gibt es unter 0800\/22 55 530 beim \u201eHilfe-Portal Sexueller Missbrauch\u201c<\/p>\n<p>\u25ba Der WEISSE RING unterst\u00fctzt Sie \u2013 t\u00e4glich von 7 bis 22 Uhr unter 116 006<\/p>\n<p>\u25ba \u00dcber www.frauen-gegen-gewalt.de k\u00f6nnen Sie ebenfalls per Chat Hilfe bekommen \u2013 anonym, kostenlos, auf Wunsch mehrsprachig.<\/p>\n<p>\u25ba Auch beim gemeinn\u00fctzigen Angebot www.krisenchat.de erhalten Sie schnelle psychologische Hilfe \u2013 24\/7, kostenlos, anonym und per Chat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013 Sie kann nicht mit ihrer besten Freundin dar\u00fcber sprechen, woher sie das blaue Auge hat. 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