{"id":591278,"date":"2025-11-21T07:34:21","date_gmt":"2025-11-21T07:34:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/591278\/"},"modified":"2025-11-21T07:34:21","modified_gmt":"2025-11-21T07:34:21","slug":"wissenschaftler-untersuchen-ungewoehnliche-struktur-in-cygnus-x","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/591278\/","title":{"rendered":"Wissenschaftler untersuchen ungew\u00f6hnliche Struktur in Cygnus X"},"content":{"rendered":"<p> <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ein-kosmischer-diamantring-wissenschaftler-untersuchen-ungewohnliche-struktur-in-cygnus-x-1763584857.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"\u00dcberblick \u00fcber die n\u00f6rdliche Cygnus-X-Region, mit dem Ring (wei\u00dfes Quadrat) und dem Diamanten (Cl23).\" title=\"\u00dcberblick \u00fcber die n\u00f6rdliche Cygnus-X-Region, mit dem Ring (wei\u00dfes Quadrat) und dem Diamanten (Cl23).\"\/>\u00dcberblick \u00fcber die n\u00f6rdliche Cygnus-X-Region, mit dem Ring (wei\u00dfes Quadrat) und dem Diamanten (Cl23). Bild: Dannhauer et al., 2025   <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/lisa-seyde.jpg\" alt=\"Lisa Seyde\" width=\"40\" height=\"40\"\/>    <a class=\"nombre text-hv\" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/autor\/lisa-seyde\/\" title=\"Lisa Seyde\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lisa Seyde<\/a>     21.11.2025 &#8211; 08:13 Uhr   5 min   <\/p>\n<p>Im Sternentstehungsgebiet Cygnus X ist Astronomen ein besonderes Objekt aufgefallen: eine <strong>ringf\u00f6rmige Struktur aus Gas und Staub,<\/strong> die im Infrarotlicht wie ein gl\u00fchender Diamantring wirkt. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln konnte nun erstmals erkl\u00e4ren, wie dieser ungew\u00f6hnliche Ring entstanden ist.<\/p>\n<p>Cygnus X ist ein ausgedehntes, massereiches Sternentstehungsgebiet im Sternbild Schwan, das zahlreiche junge Sterne, dichte Molek\u00fclwolken und leistungsstarke R\u00f6ntgenquellen umfasst. Es gilt als einer der aktivsten Bereiche der Milchstra\u00dfe und enth\u00e4lt bedeutende Sternhaufen.<\/p>\n<p>Der Diamond Ring ist das <strong>\u00dcberbleibsel einer gigantischen Gasblase<\/strong>, die vor Hunderttausenden von Jahren von einem massereichen Stern aufgeblasen wurde. Doch anders als bei anderen bekannten Blasen im All wuchs dieses Gebilde nicht kugelf\u00f6rmig, sondern entwickelte eine stark abgeflachte Form \u2013 ein Detail, das lange R\u00e4tsel aufgab. <\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/astronomie\/entdeckung-astronomen-beobachten-zum-ersten-mal-eine-seltsame-sternentstehung.html\" title=\"Entdeckung! Astronomen beobachten zum ersten Mal eine seltsame Sternentstehung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/descoberta-astronomos-observam-formacao-de-estrela-estranha-pela-primeira-vez-1740253053340_320.png\"  width=\"320\" height=\"225\" alt=\"Entdeckung! Astronomen beobachten zum ersten Mal eine seltsame Sternentstehung\"\/><\/a><\/p>\n<p>Der Ring misst rund <strong>20 Lichtjahre im Durchmesser<\/strong> und leuchtet im infraroten Spektrum besonders hell. Um herauszufinden, wie die Struktur ihre ungew\u00f6hnliche Geometrie erhalten hat, nutzten die Forschenden Beobachtungen des Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy (SOFIA) und moderne Computersimulationen. SOFIA, eine umgebaute Boeing auf \u00fcber 13 Kilometern Flugh\u00f6he, erlaubte den Blick auf Lichtwellen, die vom Erdboden aus unsichtbar bleiben.<\/p>\n<p><strong>\u201eWir beobachten hier zum ersten Mal das Endstadium einer solchen Gasblase in einer besonders flachen Wolkenstruktur. Die Blase ist sozusagen \u201ageplatzt\u2018, weil Gase in die d\u00fcnneren Bereiche der Umgebung entweichen konnten. So blieb lediglich die besondere flache Form \u00fcbrig.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>\u2013 Simon Dannhauer, I. Physikalisches Institut, Universit\u00e4t zu K\u00f6ln<\/p>\n<p>Auf dem K\u00f6lner Supercomputer RAMSES berechnete Modelle zeigen, dass sich die Blase zun\u00e4chst dreidimensional ausdehnte, dann aber senkrecht aus der Wolke heraus entwich. \u00dcbrig blieb ein nahezu zweidimensionaler <strong>Ring aus ionisiertem Kohlenstoff<\/strong>. Dessen Alter betr\u00e4gt etwa 400.000 Jahre, astronomisch gesehen ein junges System.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ein-kosmischer-diamantring-wissenschaftler-untersuchen-ungewohnliche-struktur-in-cygnus-x-1763584874.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Strahlungskarte mit Ringachsen\" title=\"Strahlungskarte mit Ringachsen\"\/>Strahlungskarte mit Ringachsen. Bild: Dannhauer et al., 2025<\/p>\n<p>Der <strong>Stern<\/strong>, der einst f\u00fcr die Explosion der Blase verantwortlich war, besitzt etwa die 16-fache Masse der Sonne. Seine Strahlung und Winde heizten das Gas stark auf und lie\u00dfen es ergl\u00fchen. Dank der Daten von SOFIA konnten Forschende die Bewegungen innerhalb des Rings exakt bestimmen: Er expandiert mit rund 1,3 Kilometern pro Sekunde, etwa 4700 km\/h, was f\u00fcr solche Strukturen vergleichsweise tr\u00e4ge ist. <\/p>\n<p>Eine optische T\u00e4uschung<\/p>\n<p>Gerade die Langsamkeit macht die Beobachtung so wertvoll, da sie einen seltenen Blick auf ein <strong>Sp\u00e4tstadium stellaren Feedbacks<\/strong> erlaubt, n\u00e4mlich auf jene Mechanismen, mit denen junge, energiereiche Sterne ihre Umgebung formen. \u201eDer \u201aDiamantring\u2018 ist ein Paradebeispiel daf\u00fcr, wie gewaltig der Einfluss einzelner Sterne auf ganze Wolkenkomplexe sein kann\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Nicola Schneider. <\/p>\n<p><strong>\u201eSolche Prozesse sind entscheidend f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Sternentstehung in unserer Milchstra\u00dfe.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>\u2013 Dr. Robert Simon, I. Physikalisches Institut, Universit\u00e4t zu K\u00f6ln<\/p>\n<p>Die im Fachjournal Astronomy &amp; Astrophysics ver\u00f6ffentlichte Studie entzaubert eine romantische Vorstellung: Was auf Bildern aussieht wie ein funkelnder Edelstein, eingebettet in einen perfekten Ring, ist in Wahrheit eine <strong>optische T\u00e4uschung<\/strong>. Der Diamant, eine Ansammlung junger Sterne, liegt nicht physisch im Ring, sondern einige Hundert Lichtjahre davor. Die \u00dcberlagerung entsteht nur durch die Perspektive.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ein-kosmischer-diamantring-wissenschaftler-untersuchen-ungewohnliche-struktur-in-cygnus-x-1763584866.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Abstrahlungswerte des Diamond Ring. Die Position des ionisierenden Sterns #227 wird mit einem gelben Stern angezeigt.\" title=\"Abstrahlungswerte des Diamond Ring. Die Position des ionisierenden Sterns #227 wird mit einem gelben Stern angezeigt.\"\/>Abstrahlungswerte des Diamond Ring. Die Position des ionisierenden Sterns #227 wird mit einem gelben Stern angezeigt. Bild: Dannhauer et al., 2025<\/p>\n<p>Die klare Ringform, die ungew\u00f6hnlichen Expansionswerte und die flache Herkunftswolke machen den Diamond Ring zu einem seltenen Beispiel daf\u00fcr, wie dynamisch das interstellare Medium auf die Energieausbr\u00fcche seiner Sterne reagiert. Die Ergebnisse liefern daher n\u00fctzliche Informationen zur Sternentwicklung.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/wissenschaft\/ratsel-um-den-phoenix-haufen-das-konnte-der-grund-fur-die-extrem-hohe-sternentstehungsrate-sein.html\" title=\"R\u00e4tsel um den Phoenix-Haufen: Das k\u00f6nnte der Grund f\u00fcr die extrem hohe Sternentstehungsrate sein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ratsel-um-den-phoenix-haufen-das-konnte-der-grund-fur-die-extrem-hohe-sternentstehungsrate-sein-1739.png\"  width=\"320\" height=\"225\" alt=\"R\u00e4tsel um den Phoenix-Haufen: Das k\u00f6nnte der Grund f\u00fcr die extrem hohe Sternentstehungsrate sein\"\/><\/a><\/p>\n<p>Die Forschenden hoffen, dass bei weiteren hochaufgel\u00f6sten Beobachtungen \u2013 k\u00fcnftig mit neuen Observatorien \u2013 \u00e4hnliche Strukturen aufgesp\u00fcrt werden k\u00f6nnen. Denn der Diamantring beweist, dass sich hinter funkelnden Bildern aus dem All oft Spuren gewaltiger Prozesse verbergen, welche die Galaxien formen.<\/p>\n<p><strong>Quellenhinweis:<\/strong><\/p>\n<p>Dannhauer, S. M., Vider, S., Schneider, N., Simon, R., Comeron, F., Keilmann, E., Walch, S., Bonne, L., Kabanovic, S., Ossenkopf-Okada, V., Seifried, D., Csengeri, T., Djupvik, A., Gong, Y., Brunthaler, A., Rugel, M., Riechers, D. A., Bontemps, S., Honingh, N., Graf U. U., &amp; Tielens, A. G. G. M. (2025): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1051\/0004-6361\/202556159\" title=\"The Diamond Ring in Cygnus X: Advanced stage of an expanding bubble of ionised carbon\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Diamond Ring in Cygnus X: Advanced stage of an expanding bubble of ionised carbon<\/a>. Astronomy &amp; Astrophysics, 703, A197.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00dcberblick \u00fcber die n\u00f6rdliche Cygnus-X-Region, mit dem Ring (wei\u00dfes Quadrat) und dem Diamanten (Cl23). 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