{"id":591848,"date":"2025-11-21T12:56:15","date_gmt":"2025-11-21T12:56:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/591848\/"},"modified":"2025-11-21T12:56:15","modified_gmt":"2025-11-21T12:56:15","slug":"heinz-ruehmann-und-andere-filmgroessen-verlieren-wegen-ns-vergangenheit-ehrenmedaille","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/591848\/","title":{"rendered":"Heinz R\u00fchmann und andere Filmgr\u00f6\u00dfen verlieren wegen NS-Vergangenheit Ehrenmedaille"},"content":{"rendered":"<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio) hat 14 fr\u00fcheren Preistr\u00e4gern die Ehrenmedaille entzogen. Wegen ihrer NS-Vergangenheit verlieren deutsche Filmgr\u00f6\u00dfen wie\u00a0Heinz\u00a0R\u00fchmann, Leni Riefenstahl und Olga Tschechowa ihre Auszeichnung. Damit zieht die Spio Konsequenzen aus einer Studie, die die Zusammenarbeit von ehemaligen Preistr\u00e4gern und dem F\u00fchrungspersonal des Verbands mit dem NS-Staat erforschte. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Die 14 Filmgr\u00f6\u00dfen wurden demnach bei der vom Institut f\u00fcr Zeitgeschichte (IfZ) in M\u00fcnchen durchgef\u00fchrten Untersuchung als \u201eNS-belastet\u201c oder \u201eNS-konform\u201c eingestuft.\u00a0Neben Nazi-Propaganda-Filmemacherin Riefenstahl, Schauspieler\u00a0R\u00fchmann und Filmdiva Tschechowa traf das auch auf den ehemalige Berlinale-Leiter Alfred Bauer, den Regisseur August Arnold und den Filmemacher Ludwig Waldleitner zu. <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/405412411_1763693198_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full object-cover relative z-10 aspect-[4\/3] \" alt=\"Markus Lanz, Moderator der gleichnamigen ZDF-Talkshow, sprach mit seinen G\u00e4sten \u00fcber die N\u00fcrnberger Prozesse\" title=\"Markus Lanz, Moderator der gleichnamigen ZDF-Talkshow, sprach mit seinen G\u00e4sten \u00fcber die N\u00fcrnberger Prozesse\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>  Heinz R\u00fchmann galt nicht als prominenter Unterst\u00fctzer des NS-Regimes<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Heinz R\u00fchmann (1902- 1994) wurde in den 1930er-Jahren mit Kom\u00f6dien wie \u201eDie Drei von der Tankstelle\u201c (1930) und \u201eDer Mustergatte\u201c (1937) einer der beliebtesten deutschen Schauspieler. Sein Humor und das Image des \u201ekleinen Mannes\u201c machten ihn schnell zum Star.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">W\u00e4hrend der NS-Zeit blieb R\u00fchmann in Deutschland und arbeitete weiter im Filmgesch\u00e4ft. Er hielt sich politisch weitgehend zur\u00fcck und galt nicht als prominenter Unterst\u00fctzer des Regimes. Zugleich profitierte er davon, dass seine Unterhaltungsfilme staatlich geduldet und als Teil der Propagandastrategie Goebbels aktiv gef\u00f6rdert wurden. \u201eSie genossen die materiellen Privilegien und die Wertsch\u00e4tzung von NS-Potentaten wie Hitler, Goebbels und Goering\u201c, hei\u00dft es dazu in der Studie \u00fcber R\u00fchmann und Tschechowa, die beide als Einzige der 14 Preistr\u00e4ger keine Parteimitgliedschaft besa\u00dfen. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Staatlich gef\u00f6rdete Filme wie \u201eQuax, der Bruchpilot\u201c (1941), in dem R\u00fchmann einen unwahrscheinlichen Fliegerhelden spielt, waren an der Kinokasse gro\u00dfe Erfolge. Gleichzeitig machte \u201eQuax\u201c unterschwellig Werbung f\u00fcr die Luftwafe, wie Historiker kritisieren. Das Werk geh\u00f6rte zu einem der Lieblingsfilme von\u00a0Adolf Hitler, der ihn mehrmals im F\u00fchrerhauptquartier vorf\u00fchren lie\u00df. <\/p>\n<p>Hilmar Hoffmann beh\u00e4lt Auszeichnung als Sonderfall <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Vor allem die Auszeichnung f\u00fcr die eng mit dem NS-Regime verstrickte Riefenstahl sei ein \u201eschwerer Fehler\u201c gewesen, hie\u00df es. In einem Ausnahmefall wurde laut der Spio allerdings entschieden, die Auszeichnung nicht abzuerkennen: Bei Hilmar Hoffmann, ehemaliger Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main, stellten die Wissenschaftler des IfZ demnach eine Besonderheit heraus.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Hoffmann habe sich nach 1945 zeitlebens \u201ewirksam f\u00fcr eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit eingesetzt und Akzente f\u00fcr eine k\u00fcnstlerische Gegenposition zum nationalsozialistischen Filmerbe gesetzt.\u201c Das Spio-Pr\u00e4sidium habe dies als Beleg daf\u00fcr gesehen, dass Menschen sich \u00e4ndern und kritisch-selbstreflektiert aus Verfehlungen lernen k\u00f6nnen und sich daher f\u00fcr eine differenzierte Beurteilung entschieden, hie\u00df es.<\/p>\n<p>  Spio-Ehrenmedaille wird in bisheriger Form nicht mehr vergeben<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Die Spio hatte die Studie zur NS-Vergangenheit nach eigenen Angaben vor dem Hintergrund des 100-j\u00e4hrigen Bestehens der Organisation und des aktuellen Erstarkens rechtsextremer Ansichten innerhalb der Gesellschaft in Auftrag gegeben.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">\u201eDie Spio hat aus einer tief empfundenen gesellschaftspolitischen Verantwortung heraus entschieden, die NS-Vergangenheit des F\u00fchrungspersonals der Spio sowie der Preistr\u00e4ger*innen der Ehrenmedaille wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen\u201c, erkl\u00e4rte ihr Pr\u00e4sident Peter Schauerte. \u201eUns war klar, dass wir mit Belastungen von Personen aus der Vergangenheit und eigenen Fehlern konfrontiert werden. Elementar war, mit der Studie eine wissenschaftlich fundierte Basis zu haben, um ad\u00e4quate Konsequenzen ziehen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Als weitere Konsequenz werde die Spio-Ehrenmedaille in ihrer bisherigen Form nicht mehr vergeben, k\u00fcndigte die Organisation an. Stattdessen rufe man einen neuen Preis ins Leben, dessen Kriterienkatalog derzeit erarbeitet werde. \u201eDieser Preis wird zuk\u00fcnftig nicht nur besondere Leistungen und Verdienste f\u00fcr die Filmwirtschaft w\u00fcrdigen, sondern explizit auch das gesellschaftspolitische Engagement f\u00fcr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit\u201c, hie\u00df es.\u00a0<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/410258803_1760944774_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full object-cover relative z-10 aspect-[4\/3] \" alt=\"Das Verschwinden des Josef Mengele\" title=\"Immer wieder muss Josef Mengele (August Diehl) untertauchen. Und Angst haben, erkannt und verhaftet zu werden.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>  F\u00fchrungspersonal der Spio tief verstrickt  <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Laut einem Bericht der \u201eZeit\u201c geht aus der Studie au\u00dferdem hervor, dass auch deutlich mehr fr\u00fchere NS-Funktion\u00e4re und -T\u00e4ter zum Spio-F\u00fchrungspersonal geh\u00f6rten, als bisher bekannt war. Insgesamt w\u00fcrden von 91 untersuchten Personen 31 als in unterschiedlichem Ma\u00dfe belastet eingestuft.\u00a0<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft vertritt nach eigenen Angaben die Interessen der deutschen Filmwirtschaft in den Sparten Filmproduktion, Filmverleih, Filmtheater und Audiovisuelle Medien. Als Dachverband von 14 Berufsverb\u00e4nden repr\u00e4sentiert sie demnach mehr als 1.400 Mitgliedsfirmen. Ziel der Spio sei es, den deutschen Film in seiner Vielfalt, Qualit\u00e4t und internationalen Wahrnehmung zu st\u00e4rken und seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit als Wirtschafts- und Kulturgut zu sichern.<\/p>\n<p rel=\"author\" class=\"text-brand\">os\/dpa\/afp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio) hat 14 fr\u00fcheren Preistr\u00e4gern die Ehrenmedaille entzogen. 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