{"id":592124,"date":"2025-11-21T15:45:25","date_gmt":"2025-11-21T15:45:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592124\/"},"modified":"2025-11-21T15:45:25","modified_gmt":"2025-11-21T15:45:25","slug":"muenchen-warum-sozialarbeiter-auf-die-strassen-gehen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592124\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Warum Sozialarbeiter auf die Stra\u00dfen gehen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Irgendwann k\u00e4men die Fragen, die man als engagierter Mitarbeiter im Jugendamt nicht ertragen k\u00f6nne. Zum Beispiel diese: \u201eWelches Kind soll denn nun gerettet werden?\u201c So beschreibt Sozialarbeiterin Liliana Parente die Sorgen, die sie wegen der geplanten Einsparungen der Stadt im Sozialetat umtreiben. In so manches Wochenende werde sie k\u00fcnftig mit der Angst gehen, dass schlechte Nachrichten von einem Kind kommen, das man intensiver h\u00e4tte betreuen m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Parente ist mit Kolleginnen und Kollegen aus der Stadtverwaltung, aber auch von freien Sozialtr\u00e4gern an diesem Freitag ins Caf\u00e9 Glockenspiel am Marienplatz gekommen, um \u00fcber die Auswirkungen der Haushaltskrise auf die Besch\u00e4ftigten, aber auch die Stadtgesellschaft zu sprechen. Eingeladen dazu hat die Gewerkschaft Verdi, in der sie alle engagiert sind. \u201eSoziale Arbeit und Kultur sind Garanten der Demokratie. Hier darf nicht gespart werden\u201c, sagt Claudia Weber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Genau das hat die gr\u00fcn-rote Stadtregierung f\u00fcr den Haushalt 2026 jedoch geplant. Da die Ausgaben die erhofften Einnahmen zu \u00fcbertreffen drohen, m\u00fcssen 300 Millionen Euro eingespart werden. Von der Summe her d\u00fcrfte es den Sozialetat mit am h\u00e4rtesten erwischen, er ist jedoch mit etwa zwei Milliarden Euro auch ein bedeutender Posten in den Finanzen der Stadt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">44 Millionen Euro weniger sollen 2026 ausgegeben werden als urspr\u00fcnglich veranschlagt. Das gesamte Sozialsystem werde insbesondere nach den Einsparungen der Vorjahre unter dem enormen Spardruck leiden, sagt Andreas Schlutter, Vertreter der Mitarbeiter bei der Diakonie M\u00fcnchen und Oberbayern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Schon seit Jahren arbeiteten die Besch\u00e4ftigten im Sozialbereich \u201ean der Belastungsgrenze\u201c. Noch etwas draufzupacken, weil sich weniger Mitarbeiter zum Beispiel bei der Betreuung von Gefl\u00fcchteten um immer mehr Menschen k\u00fcmmern m\u00fcssten, \u201edas ist nicht zu stemmen\u201c, sagt er. Schon jetzt gebe es einen hohen Krankenstand, \u201eweil es die Leute einfach nicht mehr schaffen\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Schon am Donnerstagabend hatten sich deshalb mehrere Hundert Menschen am Orleansplatz vor dem Sozialreferat versammelt, um gegen die Sparvorgaben der Stadt im Sozialetat zu demonstrieren. Organisiert hatte die Demonstration der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit. Auch Verdi hatte mit dazu aufgerufen. Mit Reden und Plakaten machten Teilnehmer ihrem Frust Luft. \u201eErst systemrelevant, jetzt irrelevant\u201c, hie\u00df es auf einem Schild.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/149279e2-1370-4208-a87a-d3746da2601a.jpg\"   alt=\"Die Menschen halten sich f\u00fcr ausgesprochen systemrelevant.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Die Menschen halten sich f\u00fcr ausgesprochen systemrelevant. (Foto: Johannes Simon)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Doch Verdi betont am Tag darauf, dass alle Bereiche der Stadt unter der Haushaltskrise litten. Man d\u00fcrfe diese nicht gegeneinander ausspielen, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Weber. Sie hat auch Beispiele aus dem Baureferat, dem Kommunalreferat oder dem Planungsreferat mitgebracht, in denen sich der Spardruck ebenfalls bemerkbar macht. Und nat\u00fcrlich auch aus der Kultur.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auf die Situation von K\u00fcnstlern, die nicht in der allerersten Reihe stehen und unter weniger Geld enorm leiden w\u00fcrden, macht der Cellist Johannes K\u00f6nig aufmerksam. Er spielt bei den M\u00fcnchner Symphonikern und sagt: \u201eUnser Zuschuss von der Stadt ist schon seit vielen Jahren eingefroren. Die Geh\u00e4lter liegen unter Tarifniveau.\u201c Auch der Sparbeitrag des Kulturetats wird wohl im Vergleich zum vergangenen Jahr steigen, die genaue Summe ist noch nicht \u00f6ffentlich. Doch das d\u00fcrfe nicht sein, sagt K\u00f6nig: \u201eEs muss Alternativen geben. Das ist doch keine Naturkatastrophe.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Irgendwann k\u00e4men die Fragen, die man als engagierter Mitarbeiter im Jugendamt nicht ertragen k\u00f6nne. 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