{"id":592221,"date":"2025-11-21T16:44:29","date_gmt":"2025-11-21T16:44:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592221\/"},"modified":"2025-11-21T16:44:29","modified_gmt":"2025-11-21T16:44:29","slug":"eu-kommissar-magnus-brunner-dieser-eu-sheriff-will-die-asyl-krise-endlich-loesen-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592221\/","title":{"rendered":"EU-Kommissar Magnus Brunner: Dieser EU-Sheriff will die Asyl-Krise endlich l\u00f6sen! | Politik"},"content":{"rendered":"<p>Br\u00fcssel \u2013 <b>Unter allen 27 EU-Kommissaren hat er den wahrscheinlich h\u00e4rtesten Job: Der \u00d6sterreicher Magnus Brunner (53, \u00d6VP), zust\u00e4ndig f\u00fcr Inneres und Migration, soll die Asyl-Wende endlich schaffen. Das Problem daran: Die Fl\u00fcchtlingspolitik ist vermintes Gel\u00e4nde, in keinem anderen Bereich ist Europa so zerstritten. <\/b><\/p>\n<p>Brunner empf\u00e4ngt in seinem B\u00fcro im 9. Stock des imposanten Kommissionsgeb\u00e4udes. Vier Stockwerke \u00fcber ihm residiert und arbeitet seine Chefin, Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen (67, CDU). Sie hat in ihrer ersten Amtszeit lange gez\u00f6gert, Europas Au\u00dfengrenzen zu sichern. Doch inzwischen vertritt auch sie die neue, h\u00e4rtere Linie. <\/p>\n<p>Seinen Kaffee trinkt der \u00d6sterreicher italienisch: kurz, stark und zuckerfrei. Das passt zu den elf Fragen von BILD.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema5,8 Millionen Registrierungen in vier Wochen<\/p>\n<p><b>BILD: Was stimmt Sie optimistisch, dass Ihnen die Asylwende gelingt? <\/b><\/p>\n<p><b>Magnus Brunner:<\/b> \u201eDie Zahlen gehen nach unten: 35 Prozent weniger illegale Migration im letzten Jahr, fast 95 Prozent weniger in den vergangenen drei Jahren auf der Westbalkanroute. Das liegt an der etwas stabileren Lage in Syrien, aber auch an unseren neuen Abkommen mit Drittstaaten und am Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystem (GEAS). Das ist noch nicht vollst\u00e4ndig umgesetzt. Aber Teile funktionieren schon.\u201c <\/p>\n<p><b>Konkretes Beispiel?<\/b><\/p>\n<p><b>Brunner: <\/b>\u201eVor vier Wochen haben wir an vielen Flugh\u00e4fen mit unserem \u201aEntry\/Exit-System\u2018 begonnen. Die meisten Menschen, die sich illegal in Europa aufhalten, sind auf legalem Wege nach Europa gekommen und erst nach Ablauf ihres Visums untergetaucht. Jetzt wird biometrisch registriert, das hei\u00dft, wir wissen jetzt, wer nach Europa kommt und wer es wieder verl\u00e4sst. Der Start hat super funktioniert. Nach vier Wochen haben wir bereits 5,8 Millionen Registrierungen. <\/p>\n<p>BILD trifft Magnus Brunner: EU-Sheriff will die Asyl-Krise endlich l\u00f6sen!<a class=\"anchor video-teaser__anchor\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland-und-internationales\/magnus-brunner-dieser-eu-sheriff-will-die-asyl-krise-endlich-loesen-69205c50aa438e0ccb7bac7f\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Magnus Brunner: Dieser EU-Sheriff will die Asyl-Krise endlich l\u00f6sen!\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/13ae32b4bbff86bee0fc26eecbe62c8b,e309f291\"   class=\"landscape teaser__image\" loading=\"lazy\"\/><\/a><\/p>\n<p>Quelle: BILD21.11.2025<\/p>\n<p>\u201eWir haben 70 Prozent\u201c<\/p>\n<p><b>Dennoch gibt es L\u00e4nder, die Ihren Asylpakt weiter torpedieren. Reicht die Zeit?<\/b><\/p>\n<p><b>Brunner:<\/b> \u201eIch bin optimistisch, aber nicht naiv. Ja, wir haben bis Juni 2026 noch gewisse Herausforderungen. Jeder hat noch Hausaufgaben zu machen. Aber ich habe schon das Gef\u00fchl, dass alle Mitgliedstaaten jetzt die Chance sehen, dass wir bald die Kontrolle wiederhaben, dass wir die Regeln selbst gestalten, dass wir dieses europ\u00e4ische Haus in Ordnung bringen. GEAS ist nicht perfekt. Aber eine Basis. Mir ist lieber, wir haben 70 Prozent, als null Prozent.\u201c<\/p>\n<p><b>Wie sicher sind Sie etwa, dass die neuen Asylzentren an den EU-Au\u00dfengrenzen im Sommer wirklich in Betrieb gehen? <\/b><\/p>\n<p><b>Brunner<\/b>: \u201eDie Asylzentren sind wichtig, weil wir dann f\u00fcr Staaten, die ein sicheres Herkunftsland sind, schnellere Asylverfahren direkt an den Au\u00dfengrenzen machen k\u00f6nnen. Der Zeitplan bis Juni 2026 ist das Ziel. Es wird nicht am ersten Tag alles funktionieren, so ehrlich muss man auch sein. Aber wir sind auf einem guten Weg.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"F\u00fchrt er Europa endlich aus der Fl\u00fcchtlingskrise? Der \u00f6sterreichische EU-Kommissar Magnus Brunner (53) sieht erste Erfolge der h\u00e4rteren EU-Linie in der Migrationspolitik\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/0f9bfa40c4d35ad43286aa38569bdbeb,740b76d1\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">\u201eEs wird nicht am ersten Tag alles funktionieren\u201c: EU-Kommissar Brunner wei\u00df, woran es bei der Umsetzung der Asylwende noch hapert<\/p>\n<p>Foto: Fredrik von Erichsen\/BILD<\/p>\n<p>Der EU-Sheriff sieht sich \u201ein der Mitte\u201c<\/p>\n<p><b>In der Migrationspolitik schaut alle Welt derzeit auf die USA, wo Trump knallhart durchgreifen l\u00e4sst. Der amerikanische Papst Leo XIV., bei dem Sie gerade eine Audienz hatten, fordert mehr Respekt vor Eingewanderten, klagt \u00fcber Beh\u00f6rdengewalt. Wo genau steht der EU-Sheriff? <\/b><\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p><b>Brunner:<\/b> \u201eDer europ\u00e4ische Sheriff braucht L\u00f6sungen in der Mitte. Mir bringt es ja nichts, wenn ich in die eine oder andere Richtung polarisiere, wenn ich 27 Mitgliedstaaten unter einen Hut bringen muss. Gemeinsames Ziel ist, die Zahlen bei der illegalen Migration runterzubringen und auch zu unterscheiden zwischen der illegalen Migration, die wir bek\u00e4mpfen m\u00fcssen, und der legalen Migration, die der Arbeitsmarkt braucht. Da m\u00fcssen wir schauen, wie wir Talente besser nach Europa bringen.\u201c<\/p>\n<p><b>Sp\u00fcren Sie R\u00fcckenwind aus Deutschland? <\/b><\/p>\n<p><b>Brunner<\/b>: \u201eJa, auf jeden Fall. Deutschland ist jetzt Teil der europ\u00e4ischen Migrationswende. Das ist f\u00fcr uns nat\u00fcrlich enorm wichtig.\u201c<\/p>\n<p>Ansage an Italien: \u201eDublin muss wieder funktionieren\u201c<\/p>\n<p><b>Thema R\u00fcckf\u00fchrungen: Italien und Griechenland haben die Dublin-Regeln de facto ausgesetzt, also die Zust\u00e4ndigkeit von Asylverfahren im Ankunftsland. Muss Deutschland sich damit abfinden?<\/b><\/p>\n<p><b>Brunner:<\/b> \u201eNat\u00fcrlich haben Mitgliedstaaten wie Griechenland oder Italien da eine Verantwortung. Dublin muss wieder funktionieren. Und Solidarit\u00e4t kann es nur geben, wenn auf der anderen Seite auch die Verantwortung \u00fcbernommen wird.\u201c<\/p>\n<p><b>L\u00e4nder wie die Niederlande, D\u00e4nemark oder Gro\u00dfbritannien haben Pl\u00e4ne in der Schublade, Asylverfahren in sichere Drittl\u00e4nder auszulagern, etwa nach Ruanda oder Uganda. Italien hat bereits ein Abkommen mit Albanien. Ist das die Zukunft?<\/b><\/p>\n<p><b>Brunner:<\/b> \u201eWir schaffen bei der R\u00fcckf\u00fchrungsverordnung die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Mitgliedstaaten, sich solche innovative Ideen wie R\u00fcckf\u00fchrungszentren anzuschauen und auch umzusetzen. Ich unterst\u00fctze das sehr.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Wollte lange keine Mauern und Stacheldr\u00e4hte an Europas Grenzen \u2013 und verteidigt sie jetzt wie hier in Polen: EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/d879ba3dc94e7b70fac7d9f56b216b47,78bb1802\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Wollte lange keine Mauern und Stacheldr\u00e4hte an Europas Grenzen \u2013 und verteidigt sie jetzt wie hier in Polen: EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen <\/p>\n<p>Foto: Agnieszka Sadowska\/ Agencja Wyborcza.pl\/Agencja Wyborcza.pl via REUTERS<\/p>\n<p><b>Bleibt das Problem, dass bei Abschiebungen am Ende immer auch das Herkunftsland mitspielen muss. <\/b><\/p>\n<p><b>Brunner: <\/b>\u201eAus meiner Sicht m\u00fcssen wir bei allen EU-Abkommen, die wir mit Drittstaaten verhandeln, die Migration auf den Tisch legen. Wir haben viele Dinge, die andere Staaten wollen, Visa-Erleichterungen beispielsweise. Das zu verkn\u00fcpfen, finde ich fair. Nur ein Beispiel. \u00c4thiopien hat nicht kooperiert mit Europa \u00fcber Jahre. Dann hat Europa Visa-Sanktionen angek\u00fcndigt. Pl\u00f6tzlich wollten sie doch reden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir unterst\u00fctzen die R\u00fcckkehr nach Syrien\u201c<\/p>\n<p><b>Wichtiger aus deutscher Sicht, gerade bei Straft\u00e4tern, w\u00e4ren Herkunftsl\u00e4nder wie Afghanistan oder Syrien. <\/b><\/p>\n<p><b>Brunner: <\/b>\u201eIch finde, es ist keine Option, mit diesen Staaten nicht zu reden. Wenn es um die Abschiebung von Kriminellen geht, bin ich total auf der Seite Deutschlands oder \u00d6sterreichs: Menschen, die eine Gefahr f\u00fcr unsere Sicherheit in Europa sind, sind so schnell und effektiv wie m\u00f6glich abzuschieben. Auf der anderen Seite kehren derzeit viele Syrer auf freiwilliger Basis zur\u00fcck. Aus der T\u00fcrkei reden wir von einer Million R\u00fcckkehrern. Das unterst\u00fctzen wir, weil f\u00fcr uns wichtig ist, dass die T\u00fcrkei stabil ist und dass Syrien stabil ist.\u201c<\/p>\n<p><b>Stichwort Wiederaufbau: Sollten die Europ\u00e4er Syrern Ausreisepr\u00e4mien bezahlen, wie D\u00e4nemark, das jedem erwachsenen Syrer 27.000 Euro anbietet?<\/b><\/p>\n<p><b>Brunner:<\/b> \u201eDie Frage, wie viel Geld man jemandem f\u00fcrs R\u00fcckkehren ins Heimatland gibt, ist allein Angelegenheit der Mitgliedstaaten. Was wir tun k\u00f6nnen, ist, M\u00f6glichkeiten zu schaffen, sich einmal in Syrien die Situation vor Ort anzuschauen, ohne gleich den Status im europ\u00e4ischen Land zu verlieren.\u201c<\/p>\n<p><b>Das ist Magnus Brunner<\/b><\/p>\n<p>Der Politiker der konservativen \u00d6VP stammt aus Vorarlberg. Vor seinem Job als EU-Sheriff war er u.\u00a0a. Finanzminister in Wien, geriet dort wegen Haushaltsl\u00f6chern unter Beschuss. In Br\u00fcssel wird allseits anerkannt, dass er sich schnell in seine neue Aufgabe eingearbeitet hat. <\/p>\n<p>Brunner ist verheiratet und Vater von drei S\u00f6hnen. Seine Freizeit verbringt er oft auf dem Tennisplatz. Dieses Hobby teilt er mit Papst Leo XIV., dem er bei seiner Audienz im Vatikan k\u00fcrzlich Tennisb\u00e4lle mit EU-Logo geschenkt hat. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Br\u00fcssel \u2013 Unter allen 27 EU-Kommissaren hat er den wahrscheinlich h\u00e4rtesten Job: Der \u00d6sterreicher Magnus Brunner (53, \u00d6VP),&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":592222,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,533,548,663,158,3934,3935,3919,7883,13,20229,14,15,12,45,10316],"class_list":{"0":"post-592221","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-asyl","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-fluechtling","17":"tag-fluechtlingskrise","18":"tag-headlines","19":"tag-illegale-migration","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-texttospeech","24":"tag-von-der-leyen-ursula"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115588700699702310","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/592221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=592221"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/592221\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/592222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=592221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=592221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=592221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}