{"id":592256,"date":"2025-11-21T17:05:23","date_gmt":"2025-11-21T17:05:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592256\/"},"modified":"2025-11-21T17:05:23","modified_gmt":"2025-11-21T17:05:23","slug":"verurteilter-connewitz-angreifer-wird-anwalt-in-leipzig-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592256\/","title":{"rendered":"Verurteilter Connewitz-Angreifer wird Anwalt in Leipzig \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Brian E. wurde 2018 wegen schwerem Landfriedensbruch zu einer Freiheitsstrafe auf Bew\u00e4hrung von einem Jahr und vier Monate verurteilt. Er war mit rund 200 Neonazis im Januar 2016 in den Leipziger Stadtteil Connewitz gezogen. Die Gruppe hatte dort Gesch\u00e4fte, Wohnh\u00e4user und Gastronomische Einrichtungen gezielt zerst\u00f6rt \u2013 es entstand ein Gesamtschaden von 113.000 Euro.<\/p>\n<p>E. soll zudem zwei Hakenkreuze sowie eine Schwarze Sonne auf seinem Oberk\u00f6rper t\u00e4towiert haben. Auf einem Kampfsportevent posierte\u00a0E. oberk\u00f6rperfrei, ein Foto davon soll am 2. Juni 2019 ver\u00f6ffentlicht worden sein \u00ad\u2013 diese Fotografie wurde einem Gericht in \u00d6sterreich vorgelegt, allerdings wurden weitere Ermittlungen diesbez\u00fcglich eingestellt, weil E. argumentierte, dass es sich bei den Tattoos um Symbole aus der nordischen Mythologie handelte. <\/p>\n<p>2020 beschloss das Oberlandesgericht Dresden, E. trotz alledem nicht von seinem juristischen Vorbereitungsdienst auszuschlie\u00dfen. Sein Recht, den Beruf frei zu w\u00e4hlen, gewichtete das Gericht st\u00e4rker als den Zweifel an seiner Verfassungstreue. In der Laufbahn zum Juristen wird nach dem Studium und dem ersten Staatsexamen in der Regel ein Referendariat absolviert. F\u00fcr das Referendariat in Sachsen wird man als Angestellter des Landes Sachsen besch\u00e4ftigt. Das Oberlandesgericht Dresden ist f\u00fcr die Ausbildung zust\u00e4ndig und entscheidet damit \u00fcber Bewerbungen.<\/p>\n<p>Es gibt weitere vergleichbare F\u00e4lle mit Juristen, die durch rechte Gesinnung oder rechte Straftaten auffallen und dennoch in Sachsen nicht vom Referendariat ausgeschlossen wurden: auch Matthias B., der laut Medienberichten Mitglied der rechtsextremen Kleinstpartei \u00bbder III. Weg\u00ab und ehemaliger Funktion\u00e4r der NPD gewesen sein soll, durften seine Ausbildung zum Volljuristen in Sachsen weiterf\u00fchren. <\/p>\n<p>Aktuell gibt es einen \u00e4hnlich gelagerten Fall: John Hoewer wurde f\u00fcr das Referendariat bereits in Rheinland-Pfalz wegen mangelnder Verfassungstreue abgelehnt. Er ist rechter Aktivist, ehemaliges Vorstandsmitglied des Vereins \u00bbEin Prozent e.V. \u00abund soll Verbindungen zur \u00bbIdentit\u00e4ren Bewegung\u00ab haben. Anfang 2025 soll er sich dann in Sachsen beworben haben und wurde nach mehreren Anl\u00e4ufen und dem Einschalten des s\u00e4chsischen Oberverwaltungsgerichts nun zum Referendariat zugelassen. <\/p>\n<p>E. soll nach dem Abschluss seiner Ausbildung nun bei dem Leipziger Anwalt Arndt Hohnst\u00e4dter arbeiten. Hohnst\u00e4dter galt als einer der Mitorganisatoren f\u00fcr Legida (Pegida-Ableger Leipzigs), soll laut der taz vor Gericht f\u00fcr die NPD t\u00e4tig gewesen sein und ist in Leipzig als rechter Szeneanwalt bekannt. Dass E. nun f\u00fcr ihn arbeitet, ist dem bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis zu entnehmen. Auf die telefonische Nachfrage wollte sich Hohest\u00e4dter nicht zu dem Fall \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Brian E. wurde 2018 wegen schwerem Landfriedensbruch zu einer Freiheitsstrafe auf Bew\u00e4hrung von einem Jahr und vier Monate&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":592257,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[20610,62363,3364,29,2386,2690,30,39058,4737,71,7497,24827,141678,859,27541],"class_list":{"0":"post-592256","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-anwalt","9":"tag-brian","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-dresden","13":"tag-gericht","14":"tag-germany","15":"tag-jura","16":"tag-kanzlei","17":"tag-leipzig","18":"tag-neonazi","19":"tag-olg","20":"tag-referendariat","21":"tag-sachsen","22":"tag-verurteilt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115588784801961905","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/592256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=592256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/592256\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/592257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=592256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=592256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=592256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}