{"id":592612,"date":"2025-11-21T20:43:16","date_gmt":"2025-11-21T20:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592612\/"},"modified":"2025-11-21T20:43:16","modified_gmt":"2025-11-21T20:43:16","slug":"anatomisches-wunder-raetsel-der-chamaeleon-augen-wird-zufaellig-geloest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592612\/","title":{"rendered":"Anatomisches Wunder: R\u00e4tsel der Cham\u00e4leon-Augen wird zuf\u00e4llig gel\u00f6st"},"content":{"rendered":"<p>Anatomisches WunderR\u00e4tsel der Cham\u00e4leon-Augen wird zuf\u00e4llig gel\u00f6st<img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Tiny-chameleon-Brookesia-micra-Brookesia-minima-Tiny-chameleon-Brookesia-micra-Brookesia-minima-smal.webp\" alt=\"Tiny-chameleon-Brookesia-micra-Brookesia-minima-Tiny-chameleon-Brookesia-micra-Brookesia-minima-smallest-known-chameleon-and-among-the-smallest-reptiles-of-the-world\"\/>Wirklich winzig: M\u00e4nnliche Vertreter von Brookesia minima werden zwischen 23 und 29 Millimeter lang. Weibchen sind noch k\u00fcrzer. (Foto: IMAGO\/Dreamstime)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Sie sind Tarnungsmeister und besitzen die merkw\u00fcrdigsten Augen im Tierreich: Cham\u00e4leons k\u00f6nnen ihre Sehorgane vollkommen unabh\u00e4ngig voneinander bewegen. Seit Jahrhunderten r\u00e4tseln Fachleute, wie das m\u00f6glich ist. Nun gibt es eine Antwort. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Cham\u00e4leons besitzen extrem lange Sehnerven, die spiralf\u00f6rmig aufgewickelt hinter den Augen liegen. Das hat ein Forschungsteam der Sam Houston State University herausgefunden. Die anatomische Besonderheit ist einzigartig und wurde mithilfe von Computertomografien der Tiere zuf\u00e4llig entdeckt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Man kann die Sehnerven mit alten Telefonen vergleichen&#8220;, erkl\u00e4rt Juan Daza, der an der Untersuchung beteiligt war, <a class=\"inline_link\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.floridamuseum.ufl.edu\/science\/scientists-discover-chameleons-telephone-cord-like-optic-nerves-once-overlooked-by-aristotle-and-newton\/\" target=\"_blank\">laut einer Mitteilung.<\/a> &#8222;Die ersten Telefone hatten nur ein einfaches, gerades Kabel. Dann kam jemand auf die Idee, das Kabel aufzuwickeln, damit man damit weiter gehen konnte.&#8220; Genau dieses Prinzip nutzt das Cham\u00e4leon. Die aufgerollte Struktur hinter dem Augapfel erlaubt es dem Tier, das Auge weit aus der Augenh\u00f6hle ragen zu lassen und in fast jede Richtung zu drehen, ohne den Sehnerv zu \u00fcberdehnen. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Blickbewegungen von Cham\u00e4leons in verschiedene Richtungen sind leicht zu beobachten. Dennoch blieben die inneren Strukturen, die dies erm\u00f6glichen, lange Zeit unklar. Das \u00e4nderte sich jedoch, als Edward Stanley, Leiter des Labors f\u00fcr digitale Bildgebung am Florida Museum of Natural History, bei einer Zusammenarbeit in Dazas Labor schon 2017 etwas Unerwartetes entdeckte. Eine Computertomografie eines Zwergblattcham\u00e4leons (Brookesia minima) zeigte eng aufgewickelte Sehnerven. Das war etwas, was Stanley oder Daza zuvor noch nie gesehen hatte. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Trotz der \u00dcberraschung bleiben die beiden Wissenschaftler zur\u00fcckhaltend. &#8222;Ich war von der Struktur selbst \u00fcberrascht, aber noch \u00fcberraschter war ich, dass sie bisher niemandem aufgefallen war&#8220;, sagt Daza. Cham\u00e4leons seien eigentlich gut erforscht, wundert sich der Wissenschaftler. Dennoch wurde das R\u00e4tsel um die charakteristischen Augenbewegungen der Tiere bisher nicht gel\u00f6st, obwohl sich die Wissenschaftler schon seit 2000 Jahren daran versuchen. <\/p>\n<p>Aristoteles und Newton waren auf dem Holzweg<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">So glaubte Aristoteles f\u00e4lschlicherweise, dass Cham\u00e4leons gar keine Sehnerven besitzen. Der Gelehrte ging davon aus, dass die Augen der Tiere direkt mit dem Gehirn verbunden seien und dass so die unabh\u00e4ngige Bewegungsf\u00e4higkeit zustande komme. Isaac Newton spekulierte Hunderte Jahre sp\u00e4ter, die Nerven der Tiere w\u00fcrden sich nicht, wie bei anderen Arten, kreuzen. Bei den meisten Wirbeltieren \u00fcbertr\u00e4gt diese Kreuzung Informationen vom rechten Auge zur linken Gehirnh\u00e4lfte und umgekehrt. Doch auch diese Annahme erweist sich als falsch. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Problem dieser Gelehrten: Alle waren auf Sektionen der Tiere angewiesen, um Erkenntnisse zu gewinnen. Aber sobald ein Skalpell das Gewebe ber\u00fchrte, wurden die empfindlichen, eng gewundenen Nerven oft zerst\u00f6rt, verschoben oder glattgezogen. Des R\u00e4tsels L\u00f6sung wurde damals buchst\u00e4blich weggeschnitten. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dabei scheint der evolution\u00e4re Grund f\u00fcr die Entstehung dieser besonderen Struktur der Sehnerven plausibel: Cham\u00e4leons haben, anders als beispielsweise Eulen, einen sehr unbeweglichen Hals. Um ihre Umgebung dennoch fast im 360-Grad-Winkel sehen zu k\u00f6nnen, mussten die Augen die Bewegungsarbeit \u00fcbernehmen. &#8222;Die Augen von Cham\u00e4leons funktionieren wie \u00dcberwachungskameras, sie bewegen sich in alle Richtungen&#8220;, erkl\u00e4rt Daza. &#8222;Sie bewegen ihre Augen unabh\u00e4ngig voneinander, w\u00e4hrend sie ihre Umgebung nach Beute absuchen. Sobald sie ihre Beute entdeckt haben, bewegen sich beide Augen in eine Richtung, damit sie berechnen k\u00f6nnen, wohin sie ihre Zunge herausschie\u00dfen m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>Weitere digitale Beweise entdeckt<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Um ihren \u00fcberraschenden Fund zu st\u00fctzen, machten sich die Forscher auf die Suche nach vergleichbaren Beweisen. Sie nutzten daf\u00fcr umfangreiche digitale Ressourcen des Projekts openVertebrate, kurz oVert, das vom Florida Museum of Natural History geleitet wird und an dem 18 US-amerikanischen Institutionen beteiligt sind. Es bietet der \u00d6ffentlichkeit Zugang zu digitalen 3D-Modellen der Wirbeltieranatomie. &#8222;Diese digitalen Methoden revolutionieren das Fachgebiet&#8220;, sagt Daza. &#8222;Fr\u00fcher konnte man solche Details nicht entdecken. Aber mit diesen Methoden kann man Dinge sehen, ohne die Anatomie zu beeintr\u00e4chtigen oder das Pr\u00e4parat zu besch\u00e4digen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Team untersuchte nun die oVert-Datens\u00e4tze von \u00fcber drei\u00dfig Echsen und Schlangen, darunter drei Cham\u00e4leonarten. Die Forschenden erstellten 3D-Gehirnmodelle f\u00fcr 18 dieser Reptilien und ma\u00dfen die Sehnerven jedes einzelnen Tieres. Alle drei Cham\u00e4leonarten wiesen deutlich l\u00e4ngere und st\u00e4rker gewundene Sehnerven auf als die der anderen Echsen. Dies best\u00e4tigte, dass der urspr\u00fcngliche Befund in Dazas Labor repr\u00e4sentativ f\u00fcr die gesamte Gruppe war. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal &#8222;<a class=\"inline_link\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-025-20357-3\" target=\"_blank\">Scientific Reports&#8220;<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, jaz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anatomisches WunderR\u00e4tsel der Cham\u00e4leon-Augen wird zuf\u00e4llig gel\u00f6stWirklich winzig: M\u00e4nnliche Vertreter von Brookesia minima werden zwischen 23 und 29&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":592613,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[752,14850,13,14,15,12,71033,1886,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-592612","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-bildung","9":"tag-evolution","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-sinne","15":"tag-tiere","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews","20":"tag-welt","21":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115589639017450901","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/592612","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=592612"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/592612\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/592613"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=592612"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=592612"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=592612"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}