{"id":592950,"date":"2025-11-22T00:02:20","date_gmt":"2025-11-22T00:02:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592950\/"},"modified":"2025-11-22T00:02:20","modified_gmt":"2025-11-22T00:02:20","slug":"macron-nimmt-atomgeschaefte-mit-putin-wieder-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/592950\/","title":{"rendered":"Macron nimmt Atomgesch\u00e4fte mit Putin wieder auf"},"content":{"rendered":"<p>Frankreich l\u00e4sst sein Uran wieder in Russland anreichern. Auf der Strecke bleibt das europ\u00e4ische Ziel, die Energieimporte aus dem sanktionierten Land zu stoppen.<\/p>\n<p>21.11.2025, 21:1421.11.2025, 21:14<\/p>\n<p>Stefan Br\u00e4ndle, Paris \/ ch media<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Es war ein zeitlicher Zufall: Emmanuel Macron zelebrierte diese Woche mit Wolodimir Selenski gerade die Bestellung von 100 franz\u00f6sischen Kampfflugzeugen durch die Ukraine, als Greenpeace ein Communiqu\u00e9 ver\u00f6ffentlichte, das f\u00fcr den franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten weniger glorreich klingt. Die Umweltorganisation wirft ihm nichts weniger als \u00abHeuchelei\u00bb vor: Macron zeige Entschlossenheit gegen den russischen Aggressor; gleichzeitig lasse er aber neue Gesch\u00e4fte mit dem russischen Staatskonzern Rosatom zu.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/8648776212496372.webp\" loading=\"lazy\" width=\"763\" height=\"508\" alt=\"Der Frachter Mikhail Dudin im franz\u00f6sischen Hafen Dunkerque, hier auf einem Bild aus dem Jahr 2022.\" data-image-id=\"8648776212496372\"\/><\/p>\n<p>Der Frachter Mikhail Dudin im franz\u00f6sischen Hafen Dunkerque, hier auf einem Bild aus dem Jahr 2022. bild: ap<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Der brisante Vorwurf geht auf den letzten Samstag zur\u00fcck. Ein lokaler Vertreter von Greenpeace France fotografierte im Hafen von Dunkerque (D\u00fcnkirchen) die Beladung des russischen Frachters Mikhail Dudin mit zehn Containern. Laut den Warnaufschriften enthalten sie atomares Material.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Die Mikhail Dudin f\u00e4hrt unter der Flagge Panamas, geh\u00f6rt aber dem russischen Konzern Rosatom. Er transportierte bis 2022 Uran aus der franz\u00f6sischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Petersburg; in der \u00abverbotenen\u00bb sibirischen Standort Sewersk wurde der nukleare Brennstoff sodann angereichert.<\/p>\n<p>Uran ist nicht \u00d6l oder Gas<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Die Fotos scheinen zu belegen, dass der franz\u00f6sisch-russische Transport \u00fcber die Ostsee wieder aufgenommen wird. Der franz\u00f6sische Energiekonzern Electricit\u00e9 de France (EDF) wollte den Umstand nicht best\u00e4tigen, bestreitet ihn aber auch nicht. Ausser Frage steht, dass das Pr\u00e4sidialamt im \u00c9lys\u00e9e den Atomtransport abgesegnet hat. F\u00fcr Macron ist das peinlich, weil der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident an vorderster diplomatischer Front gegen das Putin-Regime antritt; deshalb macht er sich auch f\u00fcr das Projekt Repower-EU zur Unabh\u00e4ngigkeit Europas von russischem \u00d6l und Gas stark.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/6712781113406378.webp\" loading=\"lazy\" width=\"766\" height=\"508\" alt=\"Frankreich macht sich abh\u00e4ngig von ihm: Russland-Pr\u00e4sident Wladimir Putin.\" data-image-id=\"6712781113406378\"\/><\/p>\n<p>Frankreich macht sich abh\u00e4ngig von ihm: Russland-Pr\u00e4sident Wladimir Putin.bild: imago<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Uran ist von diesem Vorhaben der EU auff\u00e4lligerweise ausgenommen. Zu viele AKW-Betreiber h\u00e4ngen von russischer Atomtechnologie ab, so wie etwa Finnland, Tschechien, Bulgarien, Ungarn, Slowakei \u2013 und eben auch Frankreich. Sein AKW-Park aus 56 Reaktoren, der zweitgr\u00f6sste der Welt nach den USA, sollte f\u00fcr Gr\u00fcndervater Charles de Gaulle die energetische Unabh\u00e4ngigkeit der Nation gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Unter Putin hat der von ihm 2007 gegr\u00fcndete Rosatom-Konzern seine Expertise nach und nach auch den Franzosen zur Verf\u00fcgung gestellt. Frankreich kann sein in La Hague aufbereitetes Uran in Sewersk \u2013 und nur dort \u2013 anreichern lassen, um es dann im franz\u00f6sischen AKW Cruas (Ard\u00e8che) ein zweites Mal zu verwenden.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Laut Greenpeace France warten in Pierrelatte (Rhonetal) derzeit 35&#8217;000 Tonnen aufbereitetes Uran auf die Anreicherung durch Tenex, ein Subunternehmen von Rosatom. Die Abh\u00e4ngigkeit Frankreichs von russischer Technologie wird damit langfristig noch gr\u00f6sser als vor dem Krieg, sch\u00e4tzt Jacky Bonnemains vom Pariser Umweltverbund Robin des bois. EDF hatte schon fr\u00fcher verlauten lassen, noch in diesem Jahrzehnt weitere Reaktoren mit dem angereicherten Uran russischer Machart speisen zu wollen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/8623765403242423.webp\" loading=\"lazy\" width=\"765\" height=\"507\" alt=\"Schweigt lieber: Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron.\" data-image-id=\"8623765403242423\"\/><\/p>\n<p>Schweigt lieber: Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron.bild: imago<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Warum Frankreich die Urantransporte nach Russland wieder aufnimmt, ist nicht verbrieft, da EDF und das \u00c9lys\u00e9e dazu schweigen. Der \u00dcberschuss an wiederaufbereitetem Uran in La Hague ist wohl nur ein Grund. Wichtiger scheint die aktuelle Zunahme der Uranpreise. Sie k\u00f6nnten die ohnehin schon stark gestiegenen Energierechnungen der franz\u00f6sischen Haushalte weiter ankurbeln \u2013 ein Politikum ersten Grades. Vor den kommenden Lokal- und Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Frankreich will Macron h\u00f6here Energiepreise um alles vermeiden. Auf die Gefahr hin, die Abh\u00e4ngigkeit von russischen Energielieferungen weiter zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2213988514567123.webp\" loading=\"lazy\" width=\"765\" height=\"507\" alt=\"Franz\u00f6sischer AKW-Park in Saint-Vulbas, gut hundert Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt.\" data-image-id=\"2213988514567123\"\/><\/p>\n<p>Franz\u00f6sischer AKW-Park in Saint-Vulbas, gut hundert Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. bild: getty<\/p>\n<p>Mehr zu Macron und Putin:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreich l\u00e4sst sein Uran wieder in Russland anreichern. Auf der Strecke bleibt das europ\u00e4ische Ziel, die Energieimporte aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":592951,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-592950","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115590423007025912","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/592950","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=592950"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/592950\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/592951"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=592950"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=592950"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=592950"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}