{"id":593230,"date":"2025-11-22T02:58:13","date_gmt":"2025-11-22T02:58:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/593230\/"},"modified":"2025-11-22T02:58:13","modified_gmt":"2025-11-22T02:58:13","slug":"ukraine-unter-druck-us-friedensplan-auch-thema-bei-g20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/593230\/","title":{"rendered":"Ukraine unter Druck \u2013 US-Friedensplan auch Thema bei G20"},"content":{"rendered":"<p class=\"fp-paragraph\"><strong>Johannesburg\/Kiew\/Moskau<\/strong> &#8211; Die ukrainische Staatsf\u00fchrung will den US-Friedensplan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs nicht einfach hinnehmen und nun selbst Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine L\u00f6sung des Konflikts einbringen. Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj begr\u00fc\u00dfte zwar die Initiative, den Krieg beenden zu wollen. Angesichts des 28-Punkte-Plans von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, der der Ukraine gro\u00dfe und Russland vergleichsweise geringe Zugest\u00e4ndnisse abverlangt, sieht er sein Land aber unter erheblichem Druck und vor einer schweren Wahl.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Selenskyj f\u00fchrte Gespr\u00e4che mit der EU-F\u00fchrung, die am Rande des G20-Gipfels der f\u00fchrenden Industrienationen und Schwellenl\u00e4nder \u00fcber Trumps Plan und m\u00f6gliche Gegenvorschl\u00e4ge beraten will. Der US-Pr\u00e4sident hat den Ukrainern bis Donnerstag Zeit gegeben, sich im Grundsatz f\u00fcr den Plan zu entscheiden. Kritiker stufen den Abkommensentwurf wegen der harten Bedingungen f\u00fcr Kiew &#8211; kein Nato-Beitritt, dauerhafte Abtretung von Gebieten an Russland, Verkleinerung des Heers sowie andere Maximalforderungen Moskaus &#8211; als faktische Kapitulationserkl\u00e4rung ein.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Selenskyj sprach von einem der \u201eschwierigsten Momente\u201c in der Geschichte der Ukraine. Sie stehe vor der Entscheidung, entweder ihre W\u00fcrde zu verlieren oder die USA als Schl\u00fcsselpartner. Ohne Unterst\u00fctzung der gr\u00f6\u00dften Milit\u00e4rmacht, die Waffen an die Ukraine verkauft und Daten f\u00fcr die Kriegsf\u00fchrung gegen Russland bereitstellt, w\u00fcrde eine Fortsetzung des Abwehrkampfs gegen die Invasoren deutlich erschwert.<\/p>\n<p>Trump: \u201eWir haben einen Weg\u201c<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Vor Journalisten im Wei\u00dfen Haus sagte Trump, Selenskyj m\u00fcsse den Plan billigen. Er k\u00f6nne aber nicht vorhersagen, ob der Ukrainer das auch tun werde. Wenn Selenskyj den Plan nicht haben wolle, m\u00fcsse er eben weiterk\u00e4mpfen. Und: Irgendwann werde er etwas akzeptieren m\u00fcssen. \u201eWir haben einen Weg, um Frieden zu erreichen, oder: Wir denken, wir haben einen Weg, um Frieden zu erreichen\u201c, sagte Trump.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Auf Nachfrage, ob er selbst mit Selenskyj geredet habe, antwortete Trump blo\u00df, er habe mit dessen Leuten gesprochen &#8211; ohne konkreter zu werden. Der US-Pr\u00e4sident erinnerte auch daran, dass er Selenskyj schon bei dessen Besuch im Oval Office im Februar gesagt habe, er habe in dieser Sache keine guten Karten.<\/p>\n<p>Krisengespr\u00e4che am Rande des G20-Gipfels<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und andere f\u00fchrende Staats- und Regierungschefs aus Europa werden am Rande des Gipfels in Johannesburg in S\u00fcdafrika zu Krisengespr\u00e4chen \u00fcber den US-Vorsto\u00df zusammenkommen. Das k\u00fcndigten EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen und Ratspr\u00e4sident Ant\u00f3nio Costa nach einem Gespr\u00e4ch mit Selenskyj an.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Merz hatte am Freitag erstmals mit Trump \u00fcber den US-Friedensplan f\u00fcr die Ukraine gesprochen. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte anschlie\u00dfend, das Telefonat sei \u201evertrauensvoll und verbindlich\u201c gewesen, \u201en\u00e4chste Schritte\u201c der Abstimmung auf Ebene der Berater seien verabredet worden. Merz werde die europ\u00e4ischen Partner dar\u00fcber informieren.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">An dem Treffen am heutigen Samstag werden nach Angaben von EU-Beamten neben Merz und den EU-Spitzen die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Italien und Gro\u00dfbritannien teilnehmen. Zudem sind Irland, Finnland, die Niederlande, Spanien und Norwegen eingeladen, die in diesem Jahr als Gastl\u00e4nder beim Gipfel dabei sind.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Die Europ\u00e4er waren von Trumps Vorsto\u00df \u00fcberrascht worden. Sie arbeiten nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen nun an einem eigenen Vermittlungspapier, das noch in Abstimmung ist.<\/p>\n<p>Selenskyj will \u201evollst\u00e4ndig abgestimmten Plan\u201c<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Selenskyj teilte zu dem Gespr\u00e4ch mit von der Leyen und Costa mit, er habe die beiden \u00fcber die Vorschl\u00e4ge der US-Seite f\u00fcr ein Ende des Krieges und \u00fcber Kontakte zu Partnern in Europa und den USA informiert. \u201eWir alle sch\u00e4tzen das Engagement Amerikas und Pr\u00e4sident Trumps, den Krieg zu beenden, und wir arbeiten gemeinsam daran, sicherzustellen, dass dies zu einem einheitlichen und vollst\u00e4ndig abgestimmten Plan wird\u201c, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Von der Leyen und Costa betonten nach dem Gespr\u00e4ch, man sei sich einig, dass nichts ohne die Ukraine entschieden werden d\u00fcrfe. Bei der Finanzierung ihres Abwehrkampfs gegen Russland ist die Ukraine von der EU abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Bei dem neuen 28-Punkte-Plan der USA geht es unter anderem darum, dass die von Russland annektierten ukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk sowie die schon 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als faktisch russisch anerkannt werden sollen. Dazu soll die Ukraine qua Verfassung auf den seit langem angestrebten Beitritt zur Nato verzichten, die Gr\u00f6\u00dfe ihres Heers auf 600.000 Mann beschr\u00e4nken und atomwaffenfrei bleiben. Im Gegenzug werden nicht n\u00e4her definierte Sicherheitsgarantien versprochen, dazu fehlen aber jegliche Details.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Zu den eher wenigen Zugest\u00e4ndnissen, die der Plan f\u00fcr Moskau vorsieht, geh\u00f6rt der Punkt, dass in der EU eingefrorenes russisches Staatsverm\u00f6gen f\u00fcr den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden soll.<\/p>\n<p>\u201eVon Russland abgefasste Propaganda\u201c<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Selbst innerhalb der Partei Trumps wurde massive Kritik am Entwurf f\u00fcr das Abkommen laut. \u201eDiese von Russland abgefasste Propaganda muss abgelehnt und verworfen werden als das, was sie ist: unseri\u00f6ser Nonsens\u201c, schrieb der republikanische Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick auf X. Aus Sicht von Senator Roger Wicker, der dem Verteidigungsausschuss angeh\u00f6rt, \u201ebirgt dieser sogenannte &#8222;Friedensplan&#8220; wirkliche Probleme, und ich bin h\u00f6chst skeptisch, dass damit Frieden erreicht wird\u201c. Und der langj\u00e4hrige Anf\u00fchrer der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, warnte: \u201eRusslands Gemetzel zu belohnen, w\u00e4re desastr\u00f6s f\u00fcr Amerikas Interessen.\u201c<\/p>\n<p>Putin erkl\u00e4rt Bereitschaft zu Verhandlungen<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin zeigte sich derweil offen f\u00fcr Verhandlungen und bezeichnete Trumps Plan als m\u00f6gliche Grundlage f\u00fcr eine friedliche L\u00f6sung. Es handele sich um eine aktualisierte Fassung dessen, was schon fr\u00fcher \u2013 etwa bei seinem Treffen mit Trump in Alaska im August &#8211; diskutiert worden sei, sagte Putin bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. In Alaska h\u00e4tten die Amerikaner Russland um Kompromissbereitschaft und Flexibilit\u00e4t gebeten.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Der neue Trump-Plan sei nicht mit der russischen Seite besprochen worden, sagte der Kremlchef, dessen Berater Kirill Dmitrijew zuletzt immer wieder zu Gespr\u00e4chen in den USA war und sich dort mit Trumps Sonderbeauftragtem Steve Witkoff getroffen hatte. Putin hatte Witkoff auch mehrfach als Gast in Moskau empfangen. Der Russe betonte, dass \u00fcber die Punkte in dem nun vorgelegten Plan noch inhaltlich konkret gesprochen werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Zweifel an Selenskyjs Zustimmung<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Zugleich \u00e4u\u00dferte der Kremlchef einmal mehr Zweifel daran, dass Selenskyj sich auf die Vorschl\u00e4ge einlassen wird. \u201eDie Ukraine ist dagegen\u201c, sagte er. Offenbar tr\u00e4umten die Ukraine und ihren europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten immer noch davon, Russland auf dem Schlachtfeld besiegen zu k\u00f6nnen. Dabei seien die Europ\u00e4er inkompetent und h\u00e4tten keine echten Informationen \u00fcber die Lage auf dem Schlachtfeld.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">\u201eInsgesamt passt uns das\u201c, sagte Putin zur Linie Kiews. Russland werde seine Ziele auch milit\u00e4risch erreichen, allerdings weniger schnell. Schon am Donnerstag hatte Putin bei einem Treffen mit der Milit\u00e4rf\u00fchrung betont, nicht von seinen Kriegszielen abzulassen &#8211; man sei aber weiterhin bereit, diese Ziele auf dem Weg friedlicher Verhandlungen zu erreichen. Seinen Krieg gegen das Nachbarland f\u00fchrt Putin bereits seit mehr als dreieinhalb Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Johannesburg\/Kiew\/Moskau &#8211; Die ukrainische Staatsf\u00fchrung will den US-Friedensplan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs nicht einfach hinnehmen und nun&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":593231,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,508,548,663,37169,2063,13,984,8221,4046,14,1159,15,307,12,317,64],"class_list":{"0":"post-593230","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-diplomatie","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-g20","14":"tag-gipfel","15":"tag-headlines","16":"tag-international","17":"tag-konflikte","18":"tag-krieg","19":"tag-nachrichten","20":"tag-nato","21":"tag-news","22":"tag-russland","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-ukraine","25":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115591112537189928","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/593230","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=593230"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/593230\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/593231"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=593230"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=593230"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=593230"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}