{"id":593387,"date":"2025-11-22T04:29:12","date_gmt":"2025-11-22T04:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/593387\/"},"modified":"2025-11-22T04:29:12","modified_gmt":"2025-11-22T04:29:12","slug":"csrd-berichtspflicht-eu-parlament-fordert-radikale-vereinfachung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/593387\/","title":{"rendered":"CSRD-Berichtspflicht: EU-Parlament fordert radikale Vereinfachung"},"content":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Union dreht am Rad der Nachhaltigkeitsberichterstattung \u2013 und zwar r\u00fcckw\u00e4rts. W\u00e4hrend tausende Unternehmen noch an der Umsetzung der komplexen CSRD-Vorgaben arbeiten, hat das EU-Parlament am 13. November eine klare Botschaft gesendet: weniger B\u00fcrokratie, h\u00f6here Schwellenwerte, mehr Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Seit 20. November laufen die entscheidenden Trilog-Verhandlungen zum sogenannten \u201cOmnibus-Paket\u201d. F\u00fcr deutsche Unternehmen bedeutet das: erhoffte Entlastung trifft auf anhaltende Rechtsunsicherheit.<\/p>\n<p>Das Votum aus Stra\u00dfburg hat es in sich. Das EU-Parlament geht deutlich weiter als die Kommission und fordert eine massive Anhebung der Schwellenwerte. Statt der von der Kommission vorgeschlagenen 450 Millionen Euro Umsatz und 1.000 Mitarbeitern k\u00f6nnten k\u00fcnftig noch weniger Unternehmen berichtspflichtig werden. Bis zu 55 Prozent der urspr\u00fcnglich betroffenen Banken und Finanzinstitute w\u00fcrden aus dem Anwendungsbereich fallen.<\/p>\n<p>Die Parlamentarier wollen auch die Berichtsstandards (ESRS) selbst verschlanken. K\u00fcnftig sollen quantitative Indikatoren im Fokus stehen, w\u00e4hrend narrative Berichtsteile drastisch reduziert werden. Ob sich diese Forderungen in den laufenden Trilog-Verhandlungen durchsetzen, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Gerade jetzt sind viele Firmen unsicher, welche Berichte und Belege sie f\u00fcr CSRD, ESEF und Jahresabschl\u00fcsse tats\u00e4chlich aufbewahren m\u00fcssen. Ein kostenloses E\u2011Book fasst alle gesetzlichen Aufbewahrungsfristen 2024 \u00fcbersichtlich zusammen, liefert vollst\u00e4ndig bearbeitbare Vorlagen f\u00fcr Buchhaltung, Personal und Reporting und erkl\u00e4rt, welche Dokumente Sie gefahrlos vernichten k\u00f6nnen. 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Die Richtlinie (EU) 2025\/794 verschiebt die Berichtspflichten f\u00fcr die meisten deutschen Mittelst\u00e4ndler um zwei Jahre nach hinten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gro\u00dfe Nicht-NFRD-Unternehmen<\/strong>: Statt erstmals f\u00fcr 2025 (Bericht 2026) nun erst f\u00fcr 2027 (Bericht 2028)<\/li>\n<li><strong>Kapitalmarktorientierte KMU<\/strong>: Startschuss verschiebt sich auf Gesch\u00e4ftsjahr 2028 (Bericht 2029)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wirtschaftsverb\u00e4nde begr\u00fc\u00dfen die Pause. Doch Experten von KPMG und R\u00f6dl &amp; Partner warnen: Die gewonnene Zeit muss genutzt werden. Datenerhebungsprozesse m\u00fcssen jetzt etabliert werden, um 2027 pr\u00fcfsichere Berichte liefern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Berliner Blockade: Umsetzungsgesetz fehlt weiterhin<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Br\u00fcssel \u00fcber Erleichterungen verhandelt, fehlt in Deutschland nach wie vor die rechtliche Grundlage. Das CSRD-Umsetzungsgesetz liegt zwar als Regierungsentwurf (Drucksache 21\/1857) vor, eine Verabschiedung l\u00e4sst jedoch auf sich warten.<\/p>\n<p>Das Problem: Die Bundesregierung will \u201cGold Plating\u201d \u2013 also nationale Versch\u00e4rfungen \u2013 strikt vermeiden. Das f\u00fchrt zur paradoxen Situation, dass deutsche Unternehmen f\u00fcr 2025 theoretisch unter EU-Recht fallen, der nationale Rahmen aber L\u00fccken aufweist.<\/p>\n<p>Ein kleiner Lichtblick: Die Pflicht zum elektronischen ESEF-Tagging f\u00fcr Gesch\u00e4ftsberichte des Jahres 2025 soll aufgeschoben werden. Das w\u00fcrde zumindest die IT-Abteilungen der \u201cFirst Wave\u201d-Unternehmen kurzfristig entlasten.<\/p>\n<p>Vom Green Deal zur Entb\u00fcrokratierung<\/p>\n<p>Die Kehrtwende ist bemerkenswert. Standen zwischen 2020 und 2023 noch maximale Transparenz und ambitionierte Green-Deal-Ziele im Vordergrund, dominiert nun die Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Mario Draghis Bericht zur europ\u00e4ischen Konkurrenzf\u00e4higkeit hat als Katalysator gewirkt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Investoren entsteht eine komplizierte Lage: Einerseits beklagen Asset Manager fehlende vergleichbare ESG-Daten, andererseits erkennen sie, dass \u00fcberforderte Mittelst\u00e4ndler keine bessere Datenqualit\u00e4t liefern.<\/p>\n<p>Die EFRAG reagiert auf den Druck und hat ihre Q&amp;A-Plattform im November massiv ausgebaut. \u00dcber 150 technische Erkl\u00e4rungen sollen die Anwendung der bestehenden Standards verst\u00e4ndlicher machen \u2013 w\u00e4hrend die Politik bereits an deren Beschneidung arbeitet.<\/p>\n<p>Was Unternehmen jetzt tun sollten<\/p>\n<p>Mit einer Finalisierung des Omnibus-Pakets ist bis Ende des Jahres oder sp\u00e4testens im ersten Quartal 2026 zu rechnen. Bis dahin gilt:<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfe Bestandsunternehmen (NFRD)<\/strong> m\u00fcssen weiter f\u00fcr 2024\/2025 berichten, profitieren aber m\u00f6glicherweise von technischen Erleichterungen wie dem ESEF-Aufschub.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfe Mittelst\u00e4ndler (Non-NFRD)<\/strong> sollten die gewonnene Zeit f\u00fcr den Aufbau ihrer Datenhaushalte nutzen, aber Investitionen in teure Reporting-Software flexibel halten, bis die neuen Schwellenwerte feststehen.<\/p>\n<p><strong>Die nationale Gesetzgebung<\/strong> d\u00fcrfte realistisch erst um den Jahreswechsel verabschiedet werden \u2013 vermutlich mit r\u00fcckwirkender Geltung f\u00fcr 2025.<\/p>\n<p>Das Pendel schl\u00e4gt derzeit zugunsten der Wirtschaft aus. Doch die Grundanforderung bleibt: Nachhaltigkeit wird zur harten W\u00e4hrung in der Unternehmensbilanz. Nur Zeitplan und Detaillierungsgrad werden neu justiert.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>PS: Wussten Sie, dass falsche Vernichtung oder zu langes Aufbewahren von Unterlagen Pr\u00fcfungsrisiken und unn\u00f6tigen Aufwand nach sich ziehen kann? Die kostenlose Checkliste zeigt genau, welche Papier- und elektronischen Dokumente Sie ab 2024 behalten oder entsorgen d\u00fcrfen \u2013 inklusive praxisnaher, bearbeitbarer Vorlagen f\u00fcr HR, Finanzen und Reporting. 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