{"id":59407,"date":"2025-04-25T06:19:07","date_gmt":"2025-04-25T06:19:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/59407\/"},"modified":"2025-04-25T06:19:07","modified_gmt":"2025-04-25T06:19:07","slug":"ukrainetalk-bei-illner-laschet-europa-ist-immer-in-krisen-wach-geworden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/59407\/","title":{"rendered":"Ukrainetalk bei Illner: Laschet: &#8222;Europa ist immer in Krisen wach geworden&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>                    Ukrainetalk bei Illner<br \/>\n                Laschet: &#8222;Europa ist immer in Krisen wach geworden&#8220;<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Marko Schlichting<br \/>\n\t\t\t\t              25.04.2025, 06:04 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Die USA legen einen Friedensvorschlag vor, den Russland nicht annehmen will und die Ukraine nicht annehmen kann. Was, wenn Trump jetzt die Geduld verliert und sich die USA zur\u00fcckziehen? Armin Laschet hat die Hoffnung auf Europa noch nicht aufgegeben. <\/strong><\/p>\n<p>Am 24. Februar 2022 \u00fcberfiel die russische Armee auf Befehl von Pr\u00e4sident Putin die Ukraine. Jeder wei\u00df das. Nur US-Pr\u00e4sident Donald Trump sieht das anders. Die Schuld f\u00fcr den Krieg in seinem Land trage allein der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj, sagt Trump. Er hat einen Friedensplan vorgelegt, der russischen Forderungen sehr weit entgegenkommt. Die Krim und der Donbass sollen danach Russland zugeschlagen werden. Die Ukraine darf der Nato nicht beitreten. Die russische Seite muss auf fast gar nichts verzichten. Trump nennt seinen Plan einen Deal, doch in Wirklichkeit ist er nichts anderes als ein Friedensdiktat. Kann der Rest der Welt gegen den Diktatfrieden wirklich nichts tun? Das fragt Moderatorin Maybrit Illner am Donnerstagabend im ZDF.<\/p>\n<p>Russlands Pr\u00e4sident Putin hat inzwischen jedoch gezeigt, was er von einem Frieden in der Ukraine h\u00e4lt. Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew wurden in der Nacht zu Donnerstag mindestens zw\u00f6lf Menschen get\u00f6tet und viele verletzt. Trump kritisiert seinen Freund Wladimir Putin scharf. Er sei nicht gl\u00fccklich \u00fcber die Anschl\u00e4ge aus der Luft, l\u00e4sst er wissen. Denn Trump ist ungeduldig geworden. Ihm schwimmen die Felle davon. Das wei\u00df er. Immerhin hatte er einen Frieden in der Ukraine versprochen, nach eint\u00e4gigen Verhandlungen. Das Versprechen konnte er nicht halten. Deswegen sagt er: &#8222;Wladimir, Stopp.&#8220; Den scheint das nicht zu interessieren. Zu oft ist Trump vor ihm eingeknickt.<\/p>\n<p>Trump merke langsam, dass Putin ihn vorf\u00fchre, aber er wolle es nicht wahrhaben, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theve\u00dfen bei Illner. Trump, der in den USA innenpolitisch unter Druck stehe, wolle in der Ukraine Frieden schaffen. Putin sei offenbar davon nicht beeindruckt, sagt Armin K\u00f6rper, Theve\u00dfens Kollege in Moskau. Putin wolle Trump in den Verhandlungen halten. Fraglich sei, ob Putin auf Trumps Friedensdeal eingehen werde. Der ukrainische Pr\u00e4sident Selenskyj will das jedenfalls nicht. Er erkennt die russische Besetzung der Krim nicht an. &#8222;Das ist unser Heimatterritorium&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind alle daran interessiert, in Kiew, in Berlin, Paris und London, dass die Vereinigten Staaten als Verb\u00fcndete agieren und nicht als Vermittler&#8220;, so der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev. Vermutlich w\u00fcrde er gerne mehr sagen, sich gerne kritisch zu dem Friedensdeal aus den USA \u00e4u\u00dfern. Doch das kann er als Diplomat nicht. Denn, so sagt er: &#8222;Die diplomatischen Gespr\u00e4che laufen noch.&#8220;<\/p>\n<p>USA &#8222;an Bord halten&#8220;<\/p>\n<p>Der Au\u00dfenpolitiker Armin Laschet von der CDU muss sich nicht an diplomatische Gepflogenheiten halten. Laschet, der kurz als Au\u00dfenminister gehandelt worden war, bleibt aber an diesem Abend sehr bedacht: &#8222;Es ist nicht nur die Meinung von Selenskyj, dass die Bedingungen nicht akzeptabel sind, sondern es ist auch die Meinung der Europ\u00e4er. Und es ist auch die Meinung vieler in den USA.&#8220; Zumindest werde im Kongress sehr kontrovers \u00fcber diese Frage diskutiert. &#8222;Was beispielsweise nicht geht, ist ein v\u00f6lkerrechtliches \u00dcbertragen der Krim ohne Einverst\u00e4ndnis der Ukraine, das von au\u00dfen festgelegt wird.&#8220; Jetzt m\u00fcsse alles getan werden, die Amerikaner weiter &#8222;an Bord zu halten&#8220;, gibt Laschet dem ukrainischen Botschafter recht. Das m\u00fcsse auch das europ\u00e4ische Ziel sein. Denn: &#8222;Wenn sie wirklich gehen, dann sind wir drau\u00dfen. Wer soll denn das alles stemmen, was im Moment bei der Unterst\u00fctzung der Ukraine erforderlich ist? Sind wir nicht nur eine Koalition der Willigen, sondern auch eine Koalition der F\u00e4higen? <\/p>\n<p>Und da gibt es viele Dinge, die ohne die Unterst\u00fctzung der Amerikaner so leicht nicht ersetzbar sind. Das f\u00e4ngt bei den Patriot-Raketen zur Abwehr an, es geht um die Geheimdienstzusammenarbeit und vieles mehr.&#8220; Europa brauche eine st\u00e4rkere Sicherheits- und Verteidigungspolitik, aber das werde lange dauern und der Ukraine im Moment nicht helfen. Deswegen m\u00fcssten die diplomatischen Verhandlungen mit mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und den USA weitergehen. Was Laschet nicht sagt: Wirkliche diplomatische Verhandlungen waren zwar in dieser Woche in London geplant, sind aber von den USA auf die Ebene eines Arbeitstreffens heruntergestuft worden.<\/p>\n<p>Laschets W\u00fcnsche scheinen zudem von der Realit\u00e4t \u00fcberholt worden zu sein. Immerhin haben die USA mit ihrem R\u00fcckzug aus den Friedensverhandlungen gedroht, wenn die Ukraine ihren Vorschlag zur\u00fcckweist. Milit\u00e4rexperte Gustav Gressel warnt deswegen auch: Die Amerikaner seien drau\u00dfen, wenn die noch von der Biden-Regierung beschlossenen und schon finanzierten Waffenlieferungen an die Ukraine auslaufen. Das sei im Fr\u00fchsommer der Fall. Putin z\u00f6gere bewusst das Ende der Friedensverhandlungen hinaus, weil er sehen wolle, ob Europa die L\u00fccke f\u00fcllen k\u00f6nne. Sollten die Europ\u00e4er versagen, k\u00f6nnte Putin noch g\u00fcnstigere Ergebnisse f\u00fcr sich aushandeln wollen. &#8222;Da ist in Europa schon im letzten Jahr auf Vorbereitung auf einen m\u00f6glichen US-Pr\u00e4sidenten Trump nichts passiert, und da ist seit dem Wahlsieg Trumps sehr wenig passiert&#8220;, kritisiert der Experte. Selbst wenn sich die USA noch einmal auf Waffenlieferungen f\u00fcr die Ukraine einlassen sollten, brauche es wegen der dortigen B\u00fcrokratie bis zu einem Jahr, bis die ersten Waffen geliefert w\u00fcrden, so Gressel.<\/p>\n<p>Bei den Gespr\u00e4chen der europ\u00e4ischen L\u00e4nder k\u00f6nne man eine Art Vermittlungsl\u00f6sung herbeizuf\u00fchren versuchen, schl\u00e4gt Friedens- und Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff vor. Diese k\u00f6nne in einem Einfrieren der Front und der Duldung der russischen Besetzung ihrer eroberten Gebiete bestehen. Wenn sich die Lage beruhigt habe, k\u00f6nne dann weiter verhandelt werden. Eine weitere M\u00f6glichkeit sei, die von Russland eroberten Gebiete oder zumindest Teile davon unter ein internationales Treuhand-Mandat zu stellen. Sp\u00e4ter, nach zwanzig Jahren zum Beispiel, k\u00f6nne dann ein Referendum oder eine Schiedskommission \u00fcber eine endg\u00fcltige L\u00f6sung entscheiden. Deitelhoff fordert quasi einen Sonderstatus f\u00fcr die von Russland besetzten Gebiete. Denn: &#8222;Unter den jetzigen Bedingungen ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese Gebiete zur\u00fcck an die Ukraine gehen. Das m\u00fcssen wir uns klarmachen. Jetzt sind sie noch Verhandlungssache, aber vor allem ihr Status.&#8220; Das sei auch die aktuelle Position der Ukraine. Russland habe einen solchen Vorschlag jedoch bereits abgelehnt, gibt Deitelhoff zu.<\/p>\n<p>Ukrainekrieg ohne Amerikaner?<\/p>\n<p>Noch wird verhandelt. Doch das Problem ist: K\u00f6nnte Europa die Ukraine auch ohne die Hilfe der USA so unterst\u00fctzen, dass sie gegen die russische \u00dcbermacht am Ende erfolgreich ist? &#8222;Der Wille ist da&#8220;, sagt Laschet. F\u00e4hig dazu sei Europa vermutlich aber nicht, deutet der CDU-Politiker an. Nach der Bildung der neuen Bundesregierung am 6. Mai m\u00fcsse sich Europa neu ordnen, falls die USA die Ukraine nicht mehr unterst\u00fctzen sollten. &#8222;Das ist ein ambiti\u00f6ses Ziel. Aber ich glaube, Europa ist immer in Krisen wach geworden. Und die Chance, dass jetzt viele Staaten wach werden, ist gr\u00f6\u00dfer denn je zuvor.&#8220; Der wahrscheinlich neue Bundeskanzler Friedrich Merz werde sehr schnell in die Ukraine fahren und klarmachen: &#8222;Deutschland steht an der Seite der Ukraine.&#8220; Deutschland werde Antworten finden, falls sich die USA aus den Verhandlungen zur\u00fcckziehen sollten. Das Geld daf\u00fcr habe der alte Bundestag bereits freigegeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ukrainetalk bei Illner Laschet: &#8222;Europa ist immer in Krisen wach geworden&#8220; Von Marko Schlichting 25.04.2025, 06:04 Uhr Artikel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":59408,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,661,506,106,548,663,158,3934,3935,13,14,15,16,12,684,317,64],"class_list":{"0":"post-59407","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-angriff-auf-die-ukraine","11":"tag-armin-laschet","12":"tag-donald-trump","13":"tag-eu","14":"tag-europa","15":"tag-europaeische-union","16":"tag-europe","17":"tag-european-union","18":"tag-headlines","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-politik","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-tv","24":"tag-ukraine","25":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114397155400307584","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59407"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59407\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/59408"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}