{"id":594227,"date":"2025-11-22T12:40:24","date_gmt":"2025-11-22T12:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/594227\/"},"modified":"2025-11-22T12:40:24","modified_gmt":"2025-11-22T12:40:24","slug":"feuilletonfrankfurt-de-blog-archive-maria-sibylla-merian-preis-erstmals-vergeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/594227\/","title":{"rendered":"feuilletonfrankfurt.de \u00bb Blog Archive \u00bb Maria Sibylla Merian-Preis erstmals vergeben"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tMuseum Wiesbaden und Alfred-Weigle-Stiftung zeichnen K\u00fcnstlerin und Naturwissenschaftlerin aus<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In einer feierlichen Preisverleihung wurden diese Woche die S\u00fcdkoreanerin <strong>Seongbin Ma<\/strong> und die Brasilianerin <strong>Juline Rodrigues da Concei\u00e7\u00e3o<\/strong> mit dem <strong>Maria Sibylla Merian-Preis 2025<\/strong> ausgezeichnet. Mit jeweils 7.500 Euro k\u00f6nnen die beiden Preistr\u00e4gerinnen ihre eingereichten Projekte verwirklichen: <strong>Seongbin Ma<\/strong> ist K\u00fcnstlerin und studiert an der St\u00e4del-Schule in Frankfurt und <strong>Juline Rodrigues<\/strong> ist Naturwissenschaftlerin an der Universidade Federal do Esp\u00edrito Santo und forscht \u00fcber Mikroalgen. Das Landesmuseum mit seinen beiden Abteilungen Kunst und Natur eignet sich besonders f\u00fcr die Vergabe des Preises, da es die einzigen erhaltenen Tierpr\u00e4parate aus S\u00fcdamerika besitzt, die Merian von der ersten Forschungsreise (1699 bis 1701) mitbrachte.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-163139\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Merian1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\"  \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Museumsdirektor Dr. Andreas Henning und Patrick Bruns, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Alfred-Weigle-Stiftung, gratulieren den Preistr\u00e4gerinnen; Foto: Hans-Bernd Heier<\/p>\n<p><strong>Juline Rodrigues da Concei\u00e7\u00e3o<\/strong> (*1990, Vit\u00f3ria\/Brasilien), Preistr\u00e4gerin im Bereich Natur, erforscht an der Universidade Federal do Esp\u00edrito Santo in Brasilien die Taxonomie und \u00d6kologie von Mikroalgen. Ihr Fokus liegt dabei auf der Biodiversit\u00e4t in aquatischen Lebensr\u00e4umen und deren Bedeutung f\u00fcr den globalen Stoffkreislauf. Im Oktober 2025 konnte sie ihre Masterarbeit erfolgreich abschlie\u00dfen und wird in diesem Bereich ihren PhD beginnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr ihre Forschungen nutzt die Naturwissenschaftlerin auch die Mikrofotografie. Sie erstellt wissenschaftliche Illustrationen und verfolgt den Ansatz von \u201eData Art\u201c, der versucht \u00f6kologische und Umweltdaten so zu visualisieren, dass aus Wissenschaft \u00e4sthetische Erz\u00e4hlungen werden. Diese Techniken werden auch Eingang in das ausgezeichnete Buchprojekt haben. Dar\u00fcber hinaus engagiert sich Juline Rodrigues in sozialen Medien f\u00fcr das Thema Mikroalgen. In ihrem Podcast \u201e\u00c1guas Urbanas\u201c und ihrem Instagram-Auftritt \u201eMicroFlora\u201c dokumentiert und informiert sie \u00fcber Gew\u00e4sser im urbanen Raum und die Bedeutung von Phytoplankton auch im Bereich des Naturschutzes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-163140\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Merian2.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"404\"  \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Juline Rodrigues da Concei\u00e7\u00e3o, die im Bereich Natur ausgezeichnete Preistr\u00e4gerin (links), und Seongbin Ma, Preistr\u00e4gerin im Bereich Kunst, Landesmuseum Wiesbaden<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201cWir gratulieren Juline Rodrigues da Concei\u00e7\u00e3o herzlich zu dieser Auszeichnung und freuen uns auf die Umsetzung ihres Projekts, das einen wertvollen Beitrag zur Vermittlung biologischer Forschung und zur Sichtbarkeit der Vielfalt der Mikroalgen leisten wird\u201c, sagt Jurymitglied Prof. <strong>Foitzik v<\/strong>on der Universit\u00e4t Mainz. Und Dr. <strong>Hannes Lerp<\/strong>, Leiter der Naturhistorischen Abteilung im Landesmuseum Wiesbaden, erg\u00e4nzt: \u201eWir freuen uns dar\u00fcber, nicht nur eine herausragende wissenschaftliche Arbeit auszuzeichnen, sondern auch ein Buchprojekt, das den Wissenstransfer in die Gesellschaft durch allgemein verst\u00e4ndliche Texte und Illustrationen versucht. Dies war auch Maria Sibylla Merian sehr wichtig und ist ma\u00dfgeblich f\u00fcr Merians heutige Bedeutung.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In ihrem Dank betont <strong>Rodrigues da Concei\u00e7\u00e3o:<\/strong> \u201eIch bin sehr gl\u00fccklich, dass mein Buchprojekt von der Jury f\u00fcr den Preis ausgew\u00e4hlt wurde, und freue mich schon, die Originalst\u00fccke von Merian zu sehen, um ihre Arbeitsweise noch besser zu verstehen\u201c.<\/p>\n<p>Die in 1996 S\u00fcdkorea geborene K\u00fcnstlerin <strong>Seongbin Ma,<\/strong> Studentin der Frankfurter Hochschule der Bildende K\u00fcnste \u2013 St\u00e4delschule, besch\u00e4ftigt sich mit R\u00e4umen urbaner Zivilisation im Spannungsfeld zwischen Natur und urbaner Struktur und in diesem Kontext auch mit Transformationen von ehemaligen Industriegebieten. 2024 thematisierte sie in Lithografien und in einer Installation mit Naturmaterialien, wie in Wolfen-Bitterfeld, einem einst bedeutenden Industriezentrum Deutschlands, verlassene und belastete Fl\u00e4chen langsam von der Natur zur\u00fcckerobert werden. Im selben Jahr begann sie auch mit der Beobachtung von st\u00e4dtischen R\u00e4umen und insbesondere von Stadtmoos, dem Ritzen im Stra\u00dfenbelag als Untergrund zum Wachstum reichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die in verschiedenen Medien \u2013 von Zeichnungen \u00fcber digitalen 3D-Rekonstruktionen bis zu Installationen mit Alltagsgegenst\u00e4nden \u2013 t\u00e4tige K\u00fcnstlerin <strong>Seongbin Ma<\/strong> fokussierte nun Moos als Miniaturwelt, um zu zeigen, dass \u201eman sich so klein wie m\u00f6glich machen und die Augen ganz nah heranbringen\u201c muss, um die ansonsten verborgene Lebewesen sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eMit dem Maria Sibylla Merian-Preis m\u00f6chte <strong>Seongbin Ma<\/strong> ein st\u00e4dtisches Beobachtungstagebuch mit Zeichnungen und illustrativen Elementen als Publikation realisieren\u201c, erl\u00e4utert Jurymitglied Dr. <strong>Beate Kemfert,<\/strong> Direktorin der Opelvillen. \u00a0\u201eTagebuchartig plant sie das urbane \u00d6kosystem als Verflechtung von menschlichen und nicht-menschlichen Existenzen, Materialien und Umwelten zu erforschen\u201c. Und Dr. <strong>J\u00f6rg Daur<\/strong>, Kustos f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst, Museum Wiesbaden, weiter: \u201eBeobachten und Zeichnen als Methode des Verstehens eint <strong>Seongbin Ma<\/strong> mit <strong>Maria Sibylla Merian<\/strong><strong>.<\/strong> Das Gesp\u00fcr und Interesse f\u00fcr das \u201eNicht-Gesehene\u201c, oder das Noch-nicht-so-Gesehene ebenfalls\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-163141\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Merian3.jpg\" alt=\"\" width=\"505\" height=\"600\"  \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bildnis der Maria Sibylla Merian von Jacob Marrel, 1679, Kunstmuseum Basel<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Hessische Landesmuseum f\u00fcr Kunst und Natur in Wiesbaden verf\u00fcgt \u00fcber die einzig bekannten Tierpr\u00e4parate aus den H\u00e4nden von <strong>Maria Sibylla Merian<\/strong> (1647\u20131717). Die in Frankfurt aufgewachsene emanzipierte Frau war ein geniales Doppeltalent: exzellente K\u00fcnstlerin und als Naturforscherin Pionierin. \u201eSie geh\u00f6rt zum Kreis derjenigen, die im Zuge der Aufkl\u00e4rung unser heutiges Weltbild in den westlichen Gesellschaften deutlich gepr\u00e4gt haben. Sie verk\u00f6rpert mit ihren Talenten und Interessen eine Einheit von Kunst und Wissenschaft, wie sie kaum ein zweites Mal anzutreffen ist. Im Fokus steht der Erkenntniserwerb auf Basis eigener Beobachtung, eigener Beschreibung und Interpretation. Noch heute sind dies Grundvoraussetzungen f\u00fcr wissenschaftliches Handeln\u201c, erkl\u00e4rt Henning.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-163142\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Merian4.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"424\"  \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aquarell und Kolorit auf Pergament von Maria Sibylla Merian, um 1670\u20131679, British Museum<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bekannter in der breiten \u00d6ffentlichkeit ist <strong>Maria Sibylla Merian<\/strong> allerdings durch ihre herausragenden Kunstwerke. Dar\u00fcber hat sie drei herausragende Druckwerke zu Blumen, Raupen und der Metamorphose s\u00fcdamerikanischer Insekten geschaffen. Das Museum Wiesbaden widmet ihr neuerdings eine dauerhafte Pr\u00e4sentation ihrer Arbeit im Eingangssaal zu den Naturhistorischen Sammlungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Maria Sibylla Merian<\/strong> steht wie keine Zweite f\u00fcr die naturwissenschaftliche und k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt, verbunden mit einem tieferen Erkenntnisgewinn. Sie ist daher die ideale Patin f\u00fcr den ausgelobten Preis. Dieser soll dazu beitragen das Wissen und die Kreativit\u00e4t zu f\u00f6rdern und die dr\u00e4ngenden Themen der heutigen Zeit in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.<\/p>\n<p class=\"postmetadata alt\">\n<p>\t\t\t\t\t\tDieser Eintrag wurde verfasst<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tam  22. November 2025 um 13:25\t\t\t\t\t\tund befindet sich in der Kategorie <a href=\"https:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/category\/bildende-kuenste\/\" rel=\"category tag noopener\" target=\"_blank\">Bildende K\u00fcnste<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/category\/bildung\/\" rel=\"category tag noopener\" target=\"_blank\">Bildung \u00b7 Pisa von innen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/category\/kultur-regional-rhein-main\/\" rel=\"category tag noopener\" target=\"_blank\">Kultur regional \/ Rhein Main<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/category\/kultur-und-gesellschaft\/\" rel=\"category tag noopener\" target=\"_blank\">Kultur und Gesellschaft<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/category\/kunstorte\/\" rel=\"category tag noopener\" target=\"_blank\">Kunstorte<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/category\/kunst-orte\/kunstszene-ueberregional\/\" rel=\"category tag noopener\" target=\"_blank\">Kunstszene \u00fcberregional<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/category\/kultur-regional-rhein-main\/wiesbaden\/\" rel=\"category tag noopener\" target=\"_blank\">Wiesbaden<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/category\/bildende-kuenste\/zeichnung-druckgrafik\/\" rel=\"category tag noopener\" target=\"_blank\">Zeichnung \u00b7 Druckgrafik<\/a>.<br \/>\n\t\t\t\t\t\tAntworten kannst Du auch mittels eines <a href=\"https:\/\/www.feuilletonfrankfurt.de\/2025\/11\/22\/maria-sibylla-merian-preis-erstmals-vergeben\/feed\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RSS 2.0<\/a> Feeds mitverfolgen. <\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tBoth comments and pings are currently closed.\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Museum Wiesbaden und Alfred-Weigle-Stiftung zeichnen K\u00fcnstlerin und Naturwissenschaftlerin aus In einer feierlichen Preisverleihung wurden diese Woche die S\u00fcdkoreanerin&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":594228,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,14,15,12,4544],"class_list":{"0":"post-594227","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-hessen","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115593401659873635","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/594227","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=594227"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/594227\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/594228"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=594227"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=594227"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=594227"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}