{"id":594622,"date":"2025-11-22T16:48:22","date_gmt":"2025-11-22T16:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/594622\/"},"modified":"2025-11-22T16:48:22","modified_gmt":"2025-11-22T16:48:22","slug":"klimagipfel-ohne-beschluss-zu-exitplan-fuer-kohle-oel-und-gas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/594622\/","title":{"rendered":"Klimagipfel ohne Beschluss zu Exitplan f\u00fcr Kohle, \u00d6l und Gas"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBHk1 tspBHk2\">Trotz mehr als 19-st\u00fcndiger Verl\u00e4ngerung hat sich die Weltklimakonferenz in Brasilien nicht darauf einigen k\u00f6nnen, einen verbindlichen Plan f\u00fcr die Abkehr von \u00d6l, Kohle und Gas zu erarbeiten. Die rund 200 L\u00e4nder vereinbarten in Bel\u00e9m lediglich eine freiwillige Initiative, um die Klimaschutz-Anstrengungen der Staaten zu beschleunigen.\u00a0<\/p>\n<p> \u00d6l, Kohle und Gas kommen nicht vor <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) \u00e4u\u00dferte sich \u201eein bisschen entt\u00e4uscht\u201c und sagte, die \u00d6lstaaten h\u00e4tten mit einer \u201eBlockade\u201c ehrgeizigere Beschl\u00fcsse verhindert. Im zentralen Abschlussdokument ist nicht die Rede von fossilen Energietr\u00e4gern, auch \u00d6l, Kohle und Gas werden nicht explizit genannt \u2013 au\u00dfer im Begriff \u201eTreibhausgase\u201c.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Beschlossen wurde, dass reiche Staaten ihre Klimahilfen an \u00e4rmere L\u00e4nder zur Anpassung an die Folgen der Erderhitzung deutlich erh\u00f6hen. Konkret ist von einer Verdreifachung bis 2035 die Rede. Finanzexperte Jan Kowalzig von Oxfam kritisierte, dass \u201ekein Basisjahr f\u00fcr die Verdreifachung und kein konkreter Betrag\u201c genannt wird. Der Betrag d\u00fcrfte deutlich unter den von den Entwicklungsl\u00e4ndern geforderten j\u00e4hrlich 120 Milliarden US-Dollar liegen.<\/p>\n<p> Bundesregierung und Verb\u00fcndete konnten sich nicht durchsetzen <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">F\u00fcr das handfestere Ziel eines Fahrplans zum Ausstieg aus Kohle, \u00d6l und Gas hatte sich die Bundesregierung als Teil eines breiten B\u00fcndnisses aus rund 80 Staaten eingesetzt, konnte sich aber nicht durchsetzen. Schon bei der Klimakonferenz vor zwei Jahren in Dubai hatte die Weltgemeinschaft eine Abkehr von diesen fossilen Brennstoffen beschlossen \u2013 wann und wie dies geschehen soll, wurde nun anders als erhofft in Bel\u00e9m nicht pr\u00e4zisiert.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Trotzdem betonte Umweltminister Schneider mit Blick auf den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen: \u201eDas Entscheidende ist, dass die Welt am Tisch sitzt\u201c, auch wenn ein gro\u00dfer Spieler nicht mehr dabei sei.<\/p>\n<p> Bauchlandung f\u00fcr Brasilien <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">F\u00fcr Brasilien ist das Ergebnis eine Bauchlandung. Noch zum Konferenzauftakt zu Beginn der vergangenen Woche hatte Pr\u00e4sident Luiz In\u00e1cio Lula da Silva erkl\u00e4rt, gebraucht w\u00fcrden Fahrpl\u00e4ne, die es der Menschheit erm\u00f6glichten, ihre Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen zu \u00fcberwinden sowie die Entwaldung zu stoppen und umzukehren. Damit hatte er bei vielen Gipfelteilnehmern hohe Erwartungen geweckt.<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Der von Brasilien bewusst symbolisch ausgew\u00e4hlte Konferenzort am Rande des f\u00fcrs Weltklima wichtigen Amazonas wurde zwar vielfach beschworen \u2013 doch auch einen konkreten \u201eWaldaktionsplan\u201c, um die Zerst\u00f6rung von Wald einzud\u00e4mmen, beschloss die Konferenz nicht. Es wird lediglich an einen fr\u00fcheren Beschluss erinnert, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen.<\/p>\n<p> Neuer Fonds soll Regenwald erhalten helfen <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Was die Gastgeber vorweisen k\u00f6nnen, ist ein neuer Fonds zum Schutz des Regenwalds, f\u00fcr den Deutschland eine Milliarde Euro \u00fcber einen Zeitraum von zehn Jahren bereitstellt. L\u00e4nder, die ihre W\u00e4lder erhalten, sollen nach dem neuartigen Modell belohnt werden. Umgekehrt sollen sie f\u00fcr jeden zerst\u00f6rten Hektar Wald Strafe zahlen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Die Millionenstadt Bel\u00e9m am Rande des Regenwalds stellte die Zehntausenden G\u00e4ste aus aller Welt w\u00e4hrend der vergangenen zwei Wochen vor Herausforderungen \u2013 nicht nur wegen knapper Hotelbetten, die durch Kreuzfahrtschiffe und Privatunterk\u00fcnfte aufgestockt wurden.<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Denn so sp\u00fcrbar wie in Brasilien war die Au\u00dfenwelt selten auf einer Klimakonferenz: Mehrfach konnten die hallengro\u00dfen Zelte den heftigen tropischen Regeng\u00fcssen nicht standhalten, es tropfte in die Flure hinein. Im Endspurt brach aus ungekl\u00e4rter Ursache sogar ein Feuer aus und trieb alle auf die Stra\u00dfe. Die COP, wie die Klimakonferenz im UN-Jargon hei\u00dft, brenne, genau wie Welt, hie\u00df es prompt von Aktivisten.<\/p>\n<p> Indigene Aktivisten st\u00fcrmten das Gel\u00e4nde <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Indigene waren auf der Amazonas-COP so stark vertreten wie nie zuvor. Trotzdem wussten viele indigene Gruppen, die Welt\u00f6ffentlichkeit zu nutzen: Eines Abends st\u00fcrmten etliche indigene Aktivisten das gesicherte Gel\u00e4nde, wenige Tage sp\u00e4ter blockierte eine Gruppe morgens den Eingang \u2013 im Kampf um mehr Mitsprache und Landrechte.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Der Druck von au\u00dfen war ein deutlicher Kontrast zu den vorherigen Klimakonferenzen in autorit\u00e4ren Staaten wie Aserbaidschan oder \u00c4gypten. H\u00f6hepunkte der Proteste in Bel\u00e9m waren ein mehrt\u00e4giger \u201eGipfel des Volkes\u201c auf dem Uni-Gel\u00e4nde und eine riesiger, bunter Marsch von Zehntausenden f\u00fcr mehr Klimaschutz.<\/p>\n<p> 1,5-Grad-Limit wird befristet \u00fcberschritten <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Schnelles Handeln ist angesichts der eskalierenden Klimakrise n\u00f6tig. Denn beim Verbrennen von \u00d6l, Gas und Kohle entstehen die meisten klimasch\u00e4dlichen Treibhausgase, die daf\u00fcr sorgen, dass sich der Planet immer mehr aufheizt. Die zehn w\u00e4rmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen waren die vergangenen zehn.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Inzwischen geht die Wissenschaft davon aus, dass die im Pariser Klimaabkommen angestrebte maximale Erderw\u00e4rmung von 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit mindestens befristet \u00fcberschritten wird, und zwar schon sp\u00e4testens zu Beginn der 2030er Jahre. Die drastischen Folgen w\u00e4ren mehr und heftigere St\u00fcrme, Waldbr\u00e4nde, D\u00fcrren und \u00dcberschwemmungen.<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:251122-930-327489\/2<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trotz mehr als 19-st\u00fcndiger Verl\u00e4ngerung hat sich die Weltklimakonferenz in Brasilien nicht darauf einigen k\u00f6nnen, einen verbindlichen Plan&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":594623,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1816],"tags":[1960,1958,1959,1957,1956,1890,29,30],"class_list":{"0":"post-594622","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-brandenburg","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin-und-brandenburg","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-brandenburg","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin-und-brandenburg","11":"tag-aktuelle-news-aus-brandenburg","12":"tag-berlin-und-brandenburg","13":"tag-brandenburg","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115594377042160610","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/594622","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=594622"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/594622\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/594623"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=594622"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=594622"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=594622"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}