{"id":594745,"date":"2025-11-22T18:12:18","date_gmt":"2025-11-22T18:12:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/594745\/"},"modified":"2025-11-22T18:12:18","modified_gmt":"2025-11-22T18:12:18","slug":"stuttgarter-architekten-als-baecker-baue-baue-lebkuchenhaus-eisbonbons-und-haarspray-machens-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/594745\/","title":{"rendered":"Stuttgarter Architekten als B\u00e4cker: Baue, baue Lebkuchenhaus: Eisbonbons und Haarspray machen\u2019s aus"},"content":{"rendered":"<p>29 renommierte Stuttgarter Architekturb\u00fcros bauen Lebkuchenh\u00e4user f\u00fcr einen Wettbewerb. Wir haben die Architekten von cruu architecture begleitet. Wird ihr Haus die Jury \u00fcberzeugen?<\/p>\n<p>Wo bewahrt man eine Kostbarkeit auf? Nat\u00fcrlich im Tresor. So ist es nur folgerichtig, dass Luis Traesel, Marina Trudova und Burak Hakan Karaman in einem Kellerraum des B\u00fcros von cruu architecture in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> anzutreffen sind, der einst einmal der Tresorraum einer Bank war. Vor ihnen steht zumindest schon einmal ein Teil der Kostbarkeit, die noch dazu ganz k\u00f6stlich riecht. <\/p>\n<p>Die k\u00f6stliche Kostbarkeit ist ein Modell, gefertigt um \u2013 wie es bei Architekten \u00fcblich ist \u2013 einen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.ideen-von-architekturstudierenden-haus-mit-caf-und-treppe-fuer-alle-gibt-es-bald-einen-neuen-ort-in-stuttgart.6698ffe6-e029-4205-b76b-f8259c5b00d5.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wettbewerb<\/a> zu gewinnen. Allerdings ist dieses nicht aus Styropor oder Pappe, sondern aus Lebkuchen erbaut. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.architekten-backen-ihre-stadt-stuttgarter-architekten-bauen-originelle-lebkuchenhaeuser.02d25487-4d36-44f0-aa10-ec705c9daae8.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Zu dem Wettbewerb der anderen Art <\/a>aufgerufen haben bereits zum zweiten Mal der auch in Stuttgart ans\u00e4ssige Designerm\u00f6belladen Smow zusammen mit USM, einer Firma, die M\u00f6belbausysteme herstellt. Bereits im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 20 <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.junge-stuttgarter-ueber-ihren-job-wie-sieht-die-arbeit-im-architekturbuero-aus-und-wie-hoch-ist-das-gehalt.0c5ca605-6e83-444e-8a70-c63974460889.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Architekturb\u00fcros<\/a>. <\/p>\n<p>Viele Teilnehmer beim Stuttgarter Lebkuchenhauswettbewerb  <\/p>\n<p>Auch cruu architecture war damals dabei. Sie gingen mit einer Lebkuchen-Doppelhausspiegelh\u00e4lfte ins Rennen, aber leider leer aus. Was die Architekten nicht davon abh\u00e4lt, sich in diesem Jahr wieder zu beteiligen, sie sehen es eher als Ansporn. <\/p>\n<p>\u201eFast alle Architekturb\u00fcros, die im vergangenen Jahr beteiligt waren, sind auch jetzt wieder mit dabei \u2013 und dar\u00fcber hinaus haben sich noch weitere bei uns gemeldet, die dieses Mal unbedingt mit dabei sein wollten\u201c, sagt Kathrin Axmann, die eigentlich zust\u00e4ndig f\u00fcr den Vertrieb bei Smow zust\u00e4ndig ist, aber aktuell ganz im Lebkuchenh\u00e4user-Gesch\u00e4ft aufgeht. <\/p>\n<p>Stuttgart soll eine Rolle spielen beim Entwurf <\/p>\n<p>Zusammen mit Harald Nowotny, dem Verkaufsleiter von USM, hat sie eigens die Lebkuchenplatten in den B\u00fcros vorbeigebracht. Die Architekten erhielten jeweils Grundbaumaterialien in Form von vier frisch gebackenen Lebkuchenplatten im Format 60 auf 44 Zentimeter. Bei der Gestaltung haben die Architekten freie Hand, Vorgaben f\u00fcr das Haus gibt es keine, au\u00dfer dass in diesem Jahr auf das Thema Nachhaltigkeit wert gelegt wird.<\/p>\n<p> Im B\u00fcro cruu setzte sich also das Kreativabteilung inklusive dem Chef Markus Mehwald zusammen und beratschlagte, was zu tun sei. Schnell war man sich einig, dass Stuttgart eine Rolle spielen soll. \u201eWir haben uns gefragt, was Stuttgart ausmacht\u201c, sagt Marina Trudova, Architektin im Praktikum, die schon im vergangenen Jahr am Bau des Lebkuchenhauses beteiligt war. Das Gr\u00fcn, war die schlichte Antwort. Der Wald, die Weinberge und der Schlosspark. <\/p>\n<p>Inspiriert vom niederl\u00e4ndischen Pavillon der Expo 2000 beschloss man, \u201eStuttgart in einer gestapelten Topografie mit Nachhaltigkeitselementen darzustellen\u201c, wie Trudova sagt. \u201eWir haben das Ganze quasi auf die Spitze getrieben, jedes Stockwerk ist eine Geste.\u201c Eine nachhaltige Stadt im Haus. Dabei komme man vom Allgemeinen ins Detail: Im unteren Stockwerk befindet sich der (Zauber-)Wald, im mittleren die Weinreben und im oberen der Schlossgarten mitsamt Eckensee. Das Dach soll mit einer PV-Anlage und \u2013 falls es die Statik hergibt \u2013 mit einem Windrad ausgestattet werden. Die Fassade wird begr\u00fcnt. <\/p>\n<p>Unter dem Haus, das auf Stelzen steht, liegt der sogenannte Schwarzplan, der die Umrisse der umliegenden Geb\u00e4ude schwarz abbildet. Hier ist der Plan nicht wei\u00df wie Papier, sondern braun wie Lebkuchen. Die Umrisse der H\u00e4user sind mit wei\u00dfer Fensterfarbe aufgebracht. Ein Wei\u00dfplan also. <\/p>\n<p>Einiges ist schon vorbereitet, schlie\u00dflich sind die Architekten schon seit Montag am Werk. Doch viel gibt es noch zu tun. In einer Ecke des Tresorraums stapeln sich S\u00fc\u00dfigkeiten, Acrylfarben und Haarspray. Haarspray? Ja. Denn der Bau eines Lebkuchenhauses ist wahre Alchemie. Da reagieren die geschmolzenen Eisbonbons f\u00fcr den Eckensee mit dem Lebkuchen so, dass die wei\u00dfe Masse zu einem gr\u00fcn-br\u00e4unlichen See wird. \u201eDas entspricht perfekt der Farbe des Sees, das ist sehr realistisch\u201c, sagt Burak Hakan Karaman, Architekt im Praktikum, mit viel Ironie im Ton. <\/p>\n<p>Auch der Schneespray will nicht so recht wei\u00df werden auf dem Lebkuchen, ist er doch auf Wasserbasis, sodass \u201edas Br\u00e4unliche des Lebkuchens hochkommt\u201c, sagt Trudova. Der Schnee ist also gelblich, \u201eund gelben Schnee soll man ja bekanntlich nicht essen.\u201c Also probieren sie es mit einer Basislackierung mit Haarspray, was die Sache schon besser macht. Eine zus\u00e4tzliche Schicht Puderzucker rettet die Winterlandschaft.<\/p>\n<p>Die Tannenb\u00e4ume und die Weinreben werden aus einer Mischung von Amaranth und Haferfleks geformt, bei 50 Grad im Ofen getrocknet und mit Acrylfarbe bemalt. Davor aber muss jeweils ausprobiert werden, wie die Farbe mit dem Material reagiert. Es gilt also, kreativ in puncto Baumaterialien zu sein. Da wird gr\u00fcne Zuckerwatte zur Fassadenbegr\u00fcnung, M\u00e4usespeck soll eigentlich zum Bau des Windrades dienen, stellt sich aber aber zu wenig fest daf\u00fcr heraus. Also muss doch ein St\u00fcck Lebkuchenplatte daf\u00fcr her. <\/p>\n<p>Zuckerstangen k\u00f6nnten noch zum Stabilisieren dienen und die PV-Anlage auf dem Dach wird aus Sauren Drachenzungen gebaut. Bei den Tieren im Wald dr\u00fcckt man ein Auge zu und greift auf Alpakas, B\u00e4ren und Drachen zur\u00fcck. \u201eEs gibt echt wenig Tiere bei den Fruchtgummis\u201c, sagt Trudova. Zumal fast alle S\u00fc\u00dfigkeiten vegan sind, weil Trudova als Veganerin neben dem Bauen auch mal Naschen m\u00f6chte. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.c35d5b32-3be2-4bbd-a6f6-064bc729ad86.original1024.media.jpeg\"\/>     Der H\u00e4rtetest:    Foto: Lichtgut\/Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>Sie und Karaman sind detailverliebt, ja detailbesessen. Doch manchmal muss der Verstand siegen. \u201eIch sage mir, dass das Thema ja Nachhaltigkeit ist \u2013 und dass das auch hei\u00dft, dass wir nicht zu viel Material verwenden d\u00fcrfen und auch den Einsatz von Zeit zur\u00fcckschrauben m\u00fcssen. Denn das ist alles schon sehr aufwendig.\u201c<\/p>\n<p>Ist das eine Ansage von oben? Geht es um Arbeitszeitverschwendung? Ganz und gar nicht. Luis Traesel, der Stuttgarter B\u00fcroleiter von cruu architecture, unterst\u00fctzt seine Mitarbeiter und findet es ausgesprochen gut f\u00fcr sein B\u00fcro, bei dem Wettbewerb dabeizusein. \u201eEs ist toll, ein Lebkuchenhaus auf so ein Niveau zu bringen\u201c, sagt er. Aber das sei nur ein Aspekt. Vor allem ginge es darum, etwas Einmaliges zu machen und zu schaffen. Deshalb wollte auch Karaman unbedingt am Lebkuchenhausbau mitmachen: \u201eEs macht Spa\u00df, ist aber auch kompliziert. Aber wenn man dann eine L\u00f6sung findet, macht das auch wieder Spa\u00df\u201c.<\/p>\n<p>Am Ende kommt der gro\u00dfe Tragwerktest. Die einzelnen Stockwerke des Stadthauses werden \u2013 erst einmal zur Probe \u2013 \u00fcbereinander gestapelt. Das Haus h\u00e4lt! Und offenbart nun das spannende Spiel zwischen Innen- und Au\u00dfenraum, erst so zeigen sich die verschiedenen Einblicke. \u201eWir brauchen noch eine Lichterkette mit warmen Licht\u201c, sagt Trudova.<\/p>\n<p>Die freilich ebenso wenig essbar sein d\u00fcrfte wie Acrylfarbe oder Haarspray. \u201eGl\u00fccklicherweise lautet die Vorgabe nur, dass die Materialien essbar aussehen sollen, aber nicht wirklich essbar sein m\u00fcssen\u201c, sagt Traesel. \u201eAber wenn ein Lebkuchenhaus wochenlang ausgestellt wird, dann will das sowieso niemand mehr essen.\u201c Denn nach dem Wettbewerb am 26. November werden alle Lebkuchenh\u00e4user zun\u00e4chst bei Smow, sp\u00e4ter dann teilweise auch im Stuttgarter Stadtpalais zu besichtigen sein. <\/p>\n<p> Das Lebkuchenhaus ist auf dem besten Wege <\/p>\n<p>Trudova hatte \u00fcbrigens bereits zu ihrer Zeit an der Stuttgarter Universit\u00e4t ein Lebkuchenhaus geplant. Es sollte im Stadtgarten an der Uni stehen und tats\u00e4chlich gro\u00df genug sein, dass Menschen es betreten k\u00f6nnen. \u201eAls Material wollte ich zuckerbasierten Styropor benutzen, der zerf\u00e4llt, sobald er mit Regen in Ber\u00fchrung kommt. Es sollte verg\u00e4nglich sein \u2013 wie alles im Leben. Es wurde aber nie gebaut.\u201c Aber bevor etwas vergeht, muss es erst einmal entstehen. Die Stadt im Haus ist auf dem besten Wege. Aber solange bleibt das Lebkuchenhaus im Tresor.<\/p>\n<p> Infos <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Der Wettbewerb mit Ausstellung bei Smow<\/strong><br \/>Die Sieger des Wettbewerbs werden am 26. November von einer Jury aus Designerinnen und Designern und Architektinnen und Architekten ausgew\u00e4hlt werden. F\u00fcr die Gewinner der ersten drei Pl\u00e4tze veranstaltet Smow und USM B\u00fcro-Events. Zudem wird von Mitgliedern von Smow, USM und Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten ein Sonderpreis vergeben. Danach werden die Lebkuchenh\u00e4user bei Smow vom 27. November bis zum 19.\u2009Dezember zu den regul\u00e4ren \u00d6ffnungszeiten in der Breitscheidstra\u00dfe 10 ausgestellt. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Ausstellung im Stadtpalais <\/strong><br \/>In diesem Jahr gibt es eine Kooperation mit dem Stuttgarter Stadtpalais. Das Stadtpalais hat einen eigenen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem Nicht-Architekten teilnehmen sollen, um die Stadt Stuttgart nachzubauen. Die Schau \u201eWinterwunder-Lebkuchenstadt\u201c ist vom 7. Dezember 2025 bis 11. Januar 2026 in der Galerie des Stadtpalais zu sehen. Dort werden zehn Nicht-Architekten-Lebkuchenh\u00e4user und zehn Architekten-Lebkuchenh\u00e4user zu sehen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"29 renommierte Stuttgarter Architekturb\u00fcros bauen Lebkuchenh\u00e4user f\u00fcr einen Wettbewerb. Wir haben die Architekten von cruu architecture begleitet. 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