{"id":595140,"date":"2025-11-22T22:46:15","date_gmt":"2025-11-22T22:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595140\/"},"modified":"2025-11-22T22:46:15","modified_gmt":"2025-11-22T22:46:15","slug":"pwhl-profi-laura-kluge-im-exklusiven-sport1-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595140\/","title":{"rendered":"PWHL-Profi Laura Kluge im exklusiven SPORT1-Interview"},"content":{"rendered":"<p>Laura Kluge ist eine von drei\u00a0Deutschen in der PWHL, der besten Frauen-Eishockeyliga der Welt. Im SPORT1-Interview spricht sie \u00fcber ihr Leben in der PWHL und die Missst\u00e4nde in der deutschen Liga.<\/p>\n<p>Laura Kluge geh\u00f6rt zu den drei deutschen Spielerinnen in der PWHL, der besten Frauen-<a href=\"https:\/\/www.sport1.de\/channel\/eishockey\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.sport1.de\/channel\/eishockey\">Eishockey<\/a>liga der Welt. Die Berlinerin kann sich bei Boston Fleet voll auf ihren Job als Profi konzentrieren. In der Bundesliga hingegen ist das nicht m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Wer in Deutschland auf dem Eis stehen will, muss meist noch in Vollzeit arbeiten. Ein Sportlerleben im Extrembereich. <\/p>\n<p>Im exklusiven <b>SPORT1<\/b>-Interview spricht Kluge \u00fcber ihr Leben in der PWHL, die Missst\u00e4nde in der deutschen Liga und ihre Ziele mit der Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen.<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Laura Kluge, die PWHL startet in die neue Saison. Was sind Ihre Erwartungen?<\/p>\n<p><b>Laura Kluge:<\/b> Ich m\u00f6chte mich nat\u00fcrlich erstmal etablieren, weil ich letztes Jahr (bis zum Sommer spielte sie bei den Toronto Spectres, Anm. d. Red.) nicht ganz so viel Spielzeit bekommen habe. Deswegen arbeite ich im Moment hart, um da Schritte nach vorne zu machen.<\/p>\n<p>\u201eDas ist ein enormer Unterschied\u201c<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Sie haben vergangene Saison bereits f\u00fcr Toronto in der PWHL gespielt, sind da aber erst im Februar, und somit mitten in der Spielzeit, zum Team gesto\u00dfen. Diesmal konnten Sie die komplette Vorbereitung mit Ihrem neuen Team absolvieren. Wie wichtig ist es f\u00fcr Sie, die Mitspielerinnen und den Trainerstab zu kennen?<\/p>\n<p><b>Kluge: <\/b>Das ist ein enormer Unterschied. Die Vorbereitung mitzumachen hilft extrem, sich an das Tempo anzupassen, an das K\u00f6rperspiel anzupassen, einfach auch die Leute kennenzulernen, im Team anzukommen.<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Welche Rolle ist f\u00fcr Sie im Team vorgesehen?<\/p>\n<p><b>Kluge: <\/b>Das werden wir am Sonntag im Auftaktspiel gegen Montreal sehen.<\/p>\n<p>\u201eWir haben ein sch\u00f6nes Haus\u201c<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Von au\u00dfen betrachtet sieht es nach der dritten oder vierten Angriffsreihe f\u00fcr Sie aus.<\/p>\n<p><b>Kluge: <\/b>Ich denke mal schon. Ich nehme das, was ich bekomme und werde mich, so gut es geht, darauf vorbereiten und mein Bestes geben, um mich nach oben zu arbeiten.<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Sie haben Anfang des Monats mit der Nationalmannschaft in Landshut den <a href=\"https:\/\/www.sport1.de\/channel\/eishockey\/deutschlandcup\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.sport1.de\/channel\/eishockey\/deutschlandcup\">Deutschland Cup<\/a> gewonnen, dann folgten knapp zwei Wochen Trainingscamp in Boston. Wie viel Zeit blieb Ihnen da \u00fcberhaupt, um sich einzuleben und einzurichten in Ihrer neuen Umgebung?<\/p>\n<p><b>Kluge:<\/b> Jetzt, wo das Trainingscamp vorbei ist, hat man ein bisschen mehr Zeit, um nachmittags auch mal die Wohnung einzurichten. Wir haben ein sch\u00f6nes Haus zusammen, da ist alles soweit ganz gut vorbereitet gewesen. Ich wohne mit einer finnischen, einer \u00f6sterreichischen und einer tschechischen Mitspielerin zusammen.<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Wie ist das Leben als Profi in der PWHL, die als beste Frauen-Eishockeyliga der Welt gilt, und ihren Spielerinnen Geh\u00e4lter zwischen rund 37.000 und 100.000 Dollar zahlt? Zudem gibt es Zusch\u00fcsse bei der Unterkunft sowie Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall oder bei einer Schwangerschaft.<\/p>\n<p><b>Kluge:<\/b> Es ist extrem angenehm. Man kann sich wirklich komplett auf den Sport fokussieren und muss sich nicht nebenbei noch umschauen, wie man das finanziell auf die Reihe bekommt.<\/p>\n<p>\u201eDa ist der Sport dann nat\u00fcrlich eher zweitrangig\u201c<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Sie haben viele Jahre in der deutschen Frauen-Bundesliga gespielt. Wie sieht dort der Alltag aus?<\/p>\n<p><b>Kluge:<\/b> Ich hatte nat\u00fcrlich das Gl\u00fcck, in der Bundeswehr zu sein und wurde da finanziell sehr gut unterst\u00fctzt. Aber normalerweise sind in der deutschen Liga sehr viele Spielerinnen, die nebenbei 40 Stunden die Woche arbeiten gehen oder nebenbei noch studieren. Da ist der Sport dann nat\u00fcrlich, sage ich mal, eher zweitrangig.<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Im Zuge des Gewinns des Deutschland Cups gab es durchaus kritische Stimmen, die anmerkten, dass dieser Erfolg die eigentliche Situation des deutschen Frauen-Eishockeys ein wenig \u00fcberschatte. Die Bundesliga zum Beispiel besteht nur aus f\u00fcnf Teams &#8211; und eines davon kommt aus Budapest.<\/p>\n<p><b>Kluge: <\/b>Ich fand das Niveau in der deutschen Liga in diesem Jahr ganz gut. Ich glaube, Budapest hat uns auch noch mal geholfen, die Liga noch mal ein bisschen st\u00e4rker zu machen. Aber es ist nat\u00fcrlich nicht optimal, dass in der deutschen Liga eine ungarische Mannschaft spielt und dann die Fahrtwege extrem weit sind. All das hilft nat\u00fcrlich nicht, um da den Sport professioneller zu machen.<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> In der PWHL trainieren Sie vormittags, fliegen zu den Spielen und spielen vor bis zu 21000 Fans. Wie sieht es in der deutschen Liga aus?<\/p>\n<p><b>Kluge:<\/b> Die meisten arbeiten 40 Stunden die Woche, kommen dann abends, nach ihrer Arbeitszeit, noch zum Training. Teilweise sind die Trainingseinheiten um 20 Uhr, was nat\u00fcrlich nicht ideal ist, um den Sport professionell auszu\u00fcben. Auch die Fahrtwege sind nicht ideal. Von Berlin ist alles mindestens acht Stunden mit dem Bus entfernt. Wir reisen am selben Tag an, spielen ein Spiel, schlafen im Hotel und am n\u00e4chsten Tag spielen wir nochmal, damit sich der Aufwand lohnt &#8211; und fahren dann am selben Tag zur\u00fcck. Damit ist das Wochenende dann meistens schon gelaufen. Und die meisten gehen dann am Montag in der Fr\u00fch ganz normal wieder zur Arbeit. Die Zuschauerzahlen in Deutschland halten sich bei 100, 200, maximal. Memmingen ist da ein bisschen Vorreiter, die probieren immer, ganz gut die Halle vollzubekommen (im diesj\u00e4hrigen Final-Heimspiel gegen Budapest kamen 2025 Fans\/Anm. d. Red.). Aber vergleichbar mit der PWHL ist das auf keinen Fall.<\/p>\n<p>\u201eDeutschland hat extrem viel Talent\u201c<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Trotz dieser Bedingungen hat sich die deutsche Nationalmannschaft erstmals seit 2014 wieder f\u00fcr die Olympischen Winterspiele qualifiziert. Was sagt das \u00fcber das Team aus?<\/p>\n<p><b>Kluge: <\/b>Ich glaube, dass wir uns als Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren extrem gut entwickelt haben, als Mannschaft enger zusammenger\u00fcckt sind und uns super gut verstehen. Das hilft dann nat\u00fcrlich auch, das alles aufs Eis zu bringen.<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Wie viel, auch aufgrund der angesprochenen Bedingungen, vielleicht sogar noch unentdecktes Talent gibt es Ihrer Meinung nach im deutschen Frauen-Eishockey?<\/p>\n<p><b>Kluge:<\/b> Ich glaube schon, dass Deutschland extrem viel Talent hat. Man sieht jetzt auch, dass einige den Schritt ans College wagen, beziehungsweise an Highschools, um da dann in Amerika den n\u00e4chsten Schritt zu machen. Ich glaube aber auch, dass es in Deutschland ganz guten Nachwuchs gibt, der sich jetzt schon sehr gut in der Liga integriert hat, wie eine Mathilda Heine, die mit 16 Jahren zu den Topscorern der Liga geh\u00f6rt. Der Schritt in die Bundesliga ist schon extrem wichtig, um dort auch wichtige Spielerfahrung zu sammeln und selbstbewusster zu werden.<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Deutschland trifft in der schw\u00e4cheren Vorrundengruppe B bei den Winterspielen auf Schweden, Japan, Frankreich und Italien. Was ist da m\u00f6glich?<\/p>\n<p><b>Kluge: <\/b>Das Viertelfinale ist auf jeden Fall Pflicht und das wollen wir auch erreichen. Und wir wollen uns die bestm\u00f6gliche Ausgangsposition f\u00fcr das Viertelfinale erarbeiten, also am besten die Gruppe gewinnen. Dann w\u00e4ren wir f\u00fcr das Viertelfinale (gegen dann eines der Top-5-Teams der A-Gruppe\/Anm. d. Red.) optimal vorbereitet.<\/p>\n<p>\u201eStar w\u00fcrde ich jetzt nicht sagen\u201c<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Wenn man, wie Sie, als eine von drei deutschen Spielerinnen in der PWHL aktiv ist, dann ist man in der Nationalmannschaft Leistungstr\u00e4gerin oder gar der gro\u00dfe Star?<\/p>\n<p><b>Kluge:<\/b> Star w\u00fcrde ich jetzt nicht sagen. Nat\u00fcrlich geh\u00f6rt man mit zu den Leistungstr\u00e4gerinnen, aber das war ich auch schon in den Jahren zuvor. Ich glaube, dass mir die Erfahrung hier nat\u00fcrlich sehr viele neue Eindr\u00fccke bringt, die ich f\u00fcr die Nationalmannschaft mitnehmen kann.<\/p>\n<p><b>SPORT1:<\/b> Bei Olympischen Spielen geht\u2019s ja nicht immer nur um den eigenen Sport, sondern auch darum, mal bei anderen Sportarten vorbeizuschauen. Was w\u00fcrden Sie gerne in Mailand sehen?<\/p>\n<p><b>Kluge:<\/b> Ja, schwierig. Weil so viel ist gar nicht in Mailand (dort finden neben der Er\u00f6ffnungsfeier nur Hallenwettbewerbe statt\/Anm. der Red.). Aber ich hoffe nat\u00fcrlich, dass ich das eine oder andere M\u00e4nnerspiel schauen kann, beziehungsweise vielleicht auch mal Eiskunstlauf oder Eisschnelllauf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Laura Kluge ist eine von drei\u00a0Deutschen in der PWHL, der besten Frauen-Eishockeyliga der Welt. 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