{"id":595176,"date":"2025-11-22T23:15:40","date_gmt":"2025-11-22T23:15:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595176\/"},"modified":"2025-11-22T23:15:40","modified_gmt":"2025-11-22T23:15:40","slug":"premierenparty-in-stuttgart-variete-in-sorge-fans-im-vintage-look-setzen-ein-zeichen-fuer-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595176\/","title":{"rendered":"Premierenparty in Stuttgart: Variet\u00e9 in Sorge: Fans im Vintage-Look setzen ein Zeichen f\u00fcr Kultur"},"content":{"rendered":"<p>Dass der <a href=\"https:\/\/www.friedrichsbau.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrichsbau <\/a>auf dem Pragsattel in dieser Premierennacht den goldenen und nicht den roten Teppich ausrollt, wirkt fast trotzig wie ein funkelndes Statement in Zeiten, die alles andere als golden sind. Die Stadt <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> muss sparen, angeblich pauschal um 20 Prozent \u2013 ein \u201eRasenm\u00e4herprinzip\u201c, das auch die Kultur trifft und H\u00e4user wie das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Friedrichsbau_Variet%C3%A9\" title=\"Friedrichsbau\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrichsbau<\/a> Variet\u00e9 an ihre Grenzen bringt.<\/p>\n<p> Doch die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Premiere\" title=\"Premiere\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Premiere<\/a> der neuen 1920er-Jahre-Show \u201eGr\u00f6\u00dfenwahn\u201c beweist: Das Variet\u00e9 hat treue Fans, die das Traditionshaus lieben und ihm in schweren Zeiten helfen wollen. Viele G\u00e4ste kommen stilecht im Gewand der \u201eRoaring Twenties\u201c und machen den Abend zu einem Gesamtkunstwerk aus Inszenierung, Mode und gelebter Kulturbegeisterung. Man sieht Knickerbockerhosen und Smoking bei den Herren, Pailletten, Perlen und H\u00fctchen bei den Damen. Und bei allen viel gute Laune. <\/p>\n<p>  \u201eDemokratie verteidigen: Parallelen zu den 1920er Jahren\u201c <\/p>\n<p>Hatte das Land nicht schon fr\u00fcher Probleme? Variet\u00e9-Chef Timo Steinhauer verweist in seiner Begr\u00fc\u00dfung im ausverkauften Haus auf frappierende \u00c4hnlichkeiten zwischen den damaligen und den heutigen Zwanzigerjahren. Damals wie heute seien die Zeiten angespannt, damals wie heute h\u00e4tten rechte Kr\u00e4fte an St\u00e4rke gewonnen. Sein Appell, sich f\u00fcr die Demokratie einzusetzen und wachsam zu bleiben, wird mit starkem Beifall bedacht.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.b0599c85-b1f7-44e9-b649-4a322858611d.original1024.media.jpeg\"\/>     Variet\u00e9-Chef Timo Steinhauer (rechts) mit dem fr\u00fcheren CSD-Sprecher Detlef Raasch und Brigitte Loesch von den Gr\u00fcnen. \u00b4    Foto: Klaus Schnaidt    \u201eK\u00fcrzungen bedrohen Existenz des Friedrichsbau Variet\u00e9s\u201c <\/p>\n<p>Bei der Premierenfeier nach einer Show, die viele begeistert, spricht Steinhauer vor Ehreng\u00e4sten, darunter Stadtr\u00e4te, die Existenzbedingungen seines Hauses an. Die drohenden K\u00fcrzungen stellen das Variet\u00e9 vor ernsthafte Herausforderungen, worauf der Direktor hinweist: Zwar habe man eine \u201esehr gute Eigenfinanzierung von \u00fcber 90 Prozent\u201c, doch das neue Jahr bringe Unw\u00e4gbarkeiten, die ihn \u00e4ngstigten. Die bisher guten Einnahmen l\u00e4gen nicht zuletzt an Buchungen von Firmen. Doch angesichts der Wirtschaftslage m\u00fcsse man mit einem drastischen R\u00fcckgang der Firmenengagements rechnen. Hinzu k\u00e4me, dass die Stadt F\u00f6rdergelder k\u00fcrzt \u2013 in welcher H\u00f6he das den Friedrichsbau trifft, ist noch nicht bekannt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber koste die Mindestlohnerh\u00f6hung dem Friedrichsbau mehrere tausend Euro pro Jahr, gleichzeitig m\u00fcsse bei wachsende Aufw\u00e4nde f\u00fcr Verbrauch, Reinigung und vieles mehr finanzieren. \u201eAlle Komponenten zusammen belasten uns sehr\u201c, so Steinhauer. <\/p>\n<p>Das Haus habe seine \u201eHausaufgaben gemacht\u201c. Schon l\u00e4ngerer Zeit reduzierte der Chef die Zahl der Eigenproduktionen von vier auf drei im Jahr. Die Stadt hat den Kultureinrichtungen empfohlen, zu sparen, indem man weniger Programme auf die B\u00fchne bringt. Doch nur noch zwei Shows im Jahr kommen f\u00fcr ihn nicht in Frage. Bei der Qualit\u00e4t k\u00f6nne man nicht streichen, so Steinhauer: \u201eDann schaufelt man sich das eigene Grab.\u201c<\/p>\n<p>Die Lage ist ernst \u2013 doch vielleicht ist genau dies der Grund zu feiern, um damit die Bedeutung in Kultur zu unterstreichen. Die Premiereng\u00e4ste \u2013 viele stilecht in 20er-Jahre-Outfit \u2013 stehen es so. Moderator Jens Zimmermann, der Vorsitzende des Weindorf-Vereins Pro Stuttgart, kn\u00fcpft an Steinhauers Worte an: \u201eWir sind jetzt wieder in den 20er Jahren und der Angriff von rechts ist \u00e4hnlich wie vor 100 Jahren. Wir m\u00fcssen die Demokratie verteidigen und das Leben leben.\u201c<\/p>\n<p> \u201eGr\u00f6\u00dfenwahn\u201c: Artistik und Nostalgie im Berliner 1920er-Stil <\/p>\n<p>Dass \u201eGr\u00f6\u00dfenwahn\u201c diesen Spagat schafft, best\u00e4tigten im Anschluss zahlreiche Premierenbesucher. Die Show verbindet Artistik, schillernde Kost\u00fcme und die unverwechselbare Musiker der Berliner 1920er \u2013 verbunden mit einem atmosph\u00e4rischen Unterton, der an die Br\u00fcche der Epoche erinnert.<\/p>\n<p>Boss-Model Anni Hoyer ist begeistert: \u201eDie Show ist kurzweilig und erfrischend. Eine Zeitreise mit Eleganz, tollen Stimmen und beeindruckender Akrobatik! Kunst auf hohem Niveau.\u201c Au\u00dferdem gesehen: Opernstar Helene Schneiderman, K\u00fcnstlerin Christa Winter, Wirtin Sonja Merz, Kunsth\u00e4ndler Frank Zimmermann, Elvis-Interpret Nils Strassburg, Schauspieler Ralf Scharrer. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.4a6b64fe-f1ca-4908-9d47-787af5ab6d67.original1024.media.jpeg\"\/>     S\u00e4nger Damian Maiolini (Mitte) mit Moderator Jens Zimmermann (rechts) und Tam G\u00fccklhorn, Manager bei Stadtkultur Stuttgart.    Foto: Klaus Schnaidt    Glanz und Glamour \u2013 aber ein Hauch von Verg\u00e4nglichkeit <\/p>\n<p>Der Pop- und Schlagers\u00e4nger <a href=\"https:\/\/www.damianomaiolini.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Damiano Maiolin<\/a>i, der gerade vom Auftritt beim Winter Pride aus Gran Canaria zur\u00fcckgekehrt, aktuell in der Produktion von \u201eThe Voice of Germany\u201c steht und bald auf Tour mit Andy Borg geht, erlebt die Premiere als eine ebenso glamour\u00f6se wie nachdenkliche Veranstaltung: \u201eGlanz und Glamour \u2013 aber dennoch lag ein Hauch von Verg\u00e4nglichkeit in der Luft. Die Mischung dieses St\u00fccks ist extrem spannend, sehr anders als viele Premieren, die ich bisher besucht habe. Die Moral des Abends hat mich besonders ber\u00fchrt: zu lieben, so viel es geht, und mit Aufmerksamkeit f\u00fcreinander nicht zu sparen.\u201c<\/p>\n<p> Kultur als Fundament: Lebensfreude trotzt der Krise <\/p>\n<p>So schillernd der goldene Teppich und die funkelnden Outfits \u2013 so deutlich die Botschaft des Abends: Kultur ist kein Luxus, sondern ein Fundament gesellschaftlicher Offenheit und Lebensfreude. Die Premiere von \u201eGr\u00f6\u00dfenwahn\u201c ist nicht nur ein Fest im Stil der 1920er, sondern auch ein Statement f\u00fcr Zusammenhalt in schwierigen Zeiten. Lebensfreude ist vielleicht der st\u00e4rkste Gegenentwurf zu Krise und Sparzwang. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dass der Friedrichsbau auf dem Pragsattel in dieser Premierennacht den goldenen und nicht den roten Teppich ausrollt, wirkt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":595177,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[4657,80277,1634,3364,29,26630,30,6003,1441,5329],"class_list":{"0":"post-595176","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-stadtreporter","9":"tag-1920er-jahre","10":"tag-baden-wuerttemberg","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-friedrichsbau-variete","14":"tag-germany","15":"tag-premiere","16":"tag-stuttgart","17":"tag-video"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115595899015703564","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/595176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=595176"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/595176\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/595177"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=595176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=595176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=595176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}